Bürohochhaus Andreasturm

Das Bürohochhaus Andreasturm besetzt am Bahnhof Oerlikon, zwischen sich auffächernden Gleisen, eine frei gewordene, dreieckige Parzelle der Schweizerischen Bundesbahnen. Der achtzig Meter hohe, fünfeckige Turm ragt 22 Geschosse in die Höhe, vier Geschosse sind unterirdisch.
Präzis gesetzte Auskragungen im zwölften Geschoss gliedern das Volumen in einen Mittel- und einen Kopfteil und lassen es von Ferne, je nach Standpunkt, mal schlank, mal flächig erscheinen. Ein ausladender Sockel verankert den Baukörper in seiner Umgebung und erschliesst ihn über drei Ebenen. Zur verkehrsberuhigten Andreasstrasse liegt der Haupteingang mit öffentlichen Nutzungen und einem neuen, kleinen Platz. Der Eingang des Ankermieters Amstein + Walthert ist direkt von dem höher liegenden Perron aus zugänglich, die Anlieferung erfolgt über die rückwärtige, tiefer gelegene Strasse.

Eine zweigeschossige, repräsentative Eingangshalle empfängt Mieter und Besucher, die von der Liftlobby die oberen Geschosse erreichen. Eine offene Treppe führt in das erste Obergeschoss zur Rezeption des Hauptmieters. Dessen öffentlichen Räume sind um den zentralen Kern angeordnet: ein «Piano nobile» mit Sitzungszimmern, Galerie und dem Mitarbeiterrestaurant im auskragenden Teil des Sockels.
Das Hochhaus ist als Skelettbau in Stahlbeton errichtet, mit einer zweischaligen Elementfassade. Flachdecken überspannen bis zu 9.30 Meter zwischen Kern und den, an der Fassade liegenden, vorgefertigten Betonstützen. Die stützenfreien Räume bieten flexibel unterteilbare Flächen und natürlich belichtete Arbeitsplätze. Die zweischalige Fassade besteht aus einer inneren Schicht, deren schmale Fensterflügel sich individuell öffnen lassen, und einer äusseren Festverglasung mit horizontalen Brüstungsbändern. In diese sind kupfer- und goldfarbene Gewebeeinlagen einlaminiert, deren Farbtöne jeweils wechselnd den abgewinkelten Fassadenflächen zugeordnet sind. Je nach Wetter und Licht changiert die Fassadenhülle: mal erscheint der Turm reflektierend flächig, mal wird die innere, filigrane vertikale Struktur sichtbar.

Ort Zürich-Oerlikon

Nutzung 26 geschossiges Bürogebäude (4 unterirdisch, 22 oberirdisch), 1‘200 Arbeitsplätze, Konferenzbereich, Restaurants, Ladenlokal, Tiefgarage
Mieter: Ingenieurbüro, Ärztezentrum, Start-ups, Hochschulinstitute

Wettbewerb 2-stufig, 2013, 1. Preis

Planung/Ausführung 2013–2018

Bauherrschaft SBB AG, Zürich
EBP Schweiz AG, Zürich

Geschossfläche 35‘517 m2

Team G/G Planung/Ausführung: Stefan Thommen (Teamleitung), Matthias Clivio (Projektleitung Grundausbau), Luisa Wittgen (Projektleitung Mieterausbau), Christoph Lay, Nicolas Hunkeler, Christian Gammeter
Wettbewerb: Stefan Thommen, Mathias Rösner, Rodrigo Jorge, Thomas Möckel, Leyla Ilman

Bauleitung Ghisleni Planen und Bauen GmbH, Zürich (bis TU-Submission)

Totalunternehmung Implenia (ab TU-Submission)

Generalunternehmung GGG Gigon Guyer Ghisleni Generalplaner Andreasturm AG (bis TU-Submission/ SIA Teilphase 5)

Landschaftsarchitektur Studio Vulkan, Zürich

Statik WaltGalmarini AG, Zürich

Elektrotechnik Amstein + Walthert AG, Zürich

Haustechnik Amstein + Walthert AG, Zürich

Bauphysik BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich

MSR Amstein + Walthert AG, Zürich

Heizung/Kälte Amstein + Walthert AG, Zürich

Lüftung Amstein + Walthert AG, Zürich

Akustik BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich

Lichtplanung Ernst Basler + Partner AG, Zürich
Mieterausbau A+W: Reflexion AG, Zürich

Fassadenplanung Reba Fassadentechnik AG, Chur

Innenarchitektur Mieterausbau A+W: Annette Gigon / Mike Guyer Architekten, Zürich
Trix Wetter, Zürich

Signaletik Integral Ruedi Baur, Zürich

Nachhaltigkeit «DGNB Platin»

Fotos © Roman Keller

Wohnüberbauung Färberei-Areal

Auf dem ehemaligen Färberei-Areal wurden in Etappen vier Neubauten projektiert, die schliesslich zusammen mit der sanierten und ausgebauten «Blauen Fabrik», einer ehemaligen Textilfärberei, ein Ensemble bilden werden. Das ursprüngliche Industrieareal entwickelt sich so sukzessive zu einem urbanen Quartier mit Wohn-, Gewerbe- und Büronutzungen. Die lang gestreckten, kubischen Baukörper sind fächerförmig in den Hang gesetzt und erzeugen fliessende Zwischenräume, die sich zu Plätzen ausweiten. Über alle Bauetappen hinweg wurde in Zusammenarbeit mit dem Künstler Harald F. Müller die Farbgebung der Bauten entwickelt.

Haus 1

Im langen, fünfgeschossigen Gebäude 1, das parallel zur Kante des seeseitig steil abfallenden Hangs liegt, sind 35 Mietwohnungen in einem variablen Mix mit 3,5 bis 7,5 Zimmern angeordnet. Auf den beiden an die «Blaue Fabrik» angrenzenden Geschossen entstanden flexibel teilbare Büroflächen sowie eine Kinderkrippe im Erdgeschoss.
Charakteristisch für die Geschosswohnungen ist die Anordnung der Zimmer um einen zentralen Wohn- und Essbereich, an den auch die Küche angeschlossen ist. Jeweils zwei in das Volumen einspringende Loggien erweitern den durchgehenden Wohnraum zur Seeseite und nach Süden. Die weiträumige Wirkung des Grundrisses wird durch geschosshohe Fenster verstärkt. Sie lassen Südlicht in die Wohnräume und geben den Blick Richtung Norden auf den Zürichsee und die gegenüberliegende Küste frei. Die Aussenräume der Attikawohnungen sind als grössere Patios gestaltet, die sich nicht nur zur Fassade, sondern auch zum Himmel öffnen. Durch die Hanglage wechselt die Typologie in den beiden unteren Geschossen zu Maisonettewohnungen. Der Tagbereich mit Wohnen, Essen und Küche ist dort im oberen Geschoss über die gesamte Gebäudetiefe organisiert. Der Nachtbereich mit den seeseitigen Zimmern liegt ebenerdig im unteren Geschoss.
Die äussere Erscheinung des Gebäudes wird durch das Raster der tragenden monolithischen Sichtbetonstruktur geprägt. Die Betonflächen der Fassade sind mit einer weissen Lasur gestrichen, während alle Bauteile in den Fassadenöffnungen einen metallischen Charakter besitzen; von den farblos eloxierten Holz-Aluminium-Fenstern über die Lamellenstoren bis zu den Glasbrüstungen, die leicht verspiegelt sind. In den Erschliessungsräumen sind die Liftkerne mit einer hochglänzenden Silberfarbe gestrichen. Die Umfassungswände in Sichtbeton sind teils mit einem matten Gelbgrün, teils mit einer transparenten Lasur behandelt.

Haus 2 und 3

Als letzte Etappe werden auf dem nordwestlichen Teil des Grundstücks zwei weitere Gebäude mit einem kleinen vorgelagerten Park realisiert. Den Schwerpunkt bilden bei Haus 2 kleiner geschnittene, preisgünstige Mietwohnungen für Familien, bei Haus 3 Wohnungen für ältere Menschen.
Um von der besonnten, aber lärmexponierten Südwestseite zu profitieren, werden für Haus 2 Geschosswohnungen mit einem durchgesteckten, aber versetzten Wohn-, Koch- und Essbereich angeboten. Mit dieser Grundrissanordnung entsteht ein variabler Mix aus 48 2,5- bis 4,5-Zimmer-Wohnungen. Die Nasszellen, Nebenräume und vertikalen Erschliessungen sind in der Mittelzone angeordnet, die gleich grossen Wohnraumhälften können flexibel genutzt werden. Wo das Gelände am östlichen Teil des Gebäudes ansteigt, werden im Erdgeschoss Maisonettewohnungen angeboten. Am westlichen Kopfende, zum Platz hin, stehen Räume für eine publikumsorientierte Nutzung zur Verfügung.
Im kompakten Grundriss von Haus 3 sind pro Geschoss fünf 2,5- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen angeordnet. Es gibt zwei einseitig orientierte Wohnungen im Südwesten, zwei Wohnungen sind über Eck an der Südostseite angeordnet. Eine dreiseitig orientierte Wohnung liegt an der Nordwestseite. Mit dieser Grundrissdisposition von verschieden grossen Wohnungen und einer Pflegeeinrichtung im Erdgeschoss wird vor allem auf die Bedürfnisse älterer Menschen eingegangen.
Aussen sind die beiden Häuser lasierend hellbeige und kieselgrau gestrichen. Bei den inneren, über Oberlichter belichteten Treppenhäusern wird das Farbkonzept mit kräftigen Tönen fortgesetzt.

Haus 5

Auf den südwestlichen, zweiseitig abfallenden Teil des Grundstücks nahe den Bahngleisen wurde ein sechsgeschossiger Baukörper mit elf Eigentumswohnungen gesetzt. Für das Gebäude wurden neben unterschiedlichen Geschosswohnungstypen auch besondere Attika- und Maisonette-wohnungen entwickelt. In den oberen Geschossen sind die Wohnungen dreiseitig und teilweise sogar vierseitig orientiert und geben neben dem Seeblick die Sicht auch nach Süden zum Gebirgspanorama frei. Die steile Hanglage bedingt in den Wohnungen der unteren Geschosse eine einseitige Orientierung zum nordostseitig gelegenen See. Alle Wohnungen weisen aber generöse Aussenräume auf: Infolge des im Dachbereich abgeschrägten Gebäudevolumens verfügen die beiden oberen Wohnungen über weite Dachterrassen; die anderen Wohnungen besitzen je nach Grösse ein oder zwei Loggien. Die beiden ebenerdigen Wohnungen haben zudem Aussensitzplätze.
Um die Lichtführung im Treppenhaus zu akzentuieren, ist die innenliegende Längswand über alle Geschosse mit einer Goldfarbe gestrichen und im Eingangsbereich durch einen rosa Farbanstrich auf der gegenüberliegenden Wand ergänzt. Die tragende monolithische Sichtbetonstruktur der Fassade ist mit einer braunen Lasur behandelt, während alle Einschnitte in den Gebäudekörper, die Fassadenöffnungen, Loggien und Dachterrassen, unbehandelt bleiben. Die Holz-Aluminium-Fenster sind aussen fein golden eloxiert.

Ort Thalwil

Nutzung 114 Wohnungen mit teils öffentlichen Nutzungen, Büros, Tiefgaragen mit gesamt 190 Stellplätzen
Haus 1: 5-geschossiger Neubau, 35 Wohnungen mit 3.5–7.5 Zimmern, 900 m2 flexibel teilbare Bürofläche auf zwei Geschossen
Haus 2 & 3: Zwei 5-geschossige Neubauten, Haus 2: 48 Wohnungen mit 2.5–4.5 Zimmern
Haus 3: 20 Wohnungen mit 2.5–5.5 Zimmern, Erdgeschoss: publikumsorientierte, öffentliche Nutzungen
Haus 5: 6-geschossiger Neubau, 11 Eigentumswohnungen, 3.5–6.5 Zimmer

Wettbewerb 1998, 1. Preis

Beauftragung Haus 2 & 3: 2008

Planung/Ausführung Haus 1 & 5: 2005–2008
Haus 2 & 3: 2008–2012

Bauherrschaft Haus 1: Weidmann Management AG, Thalwil
Haus 2 & 3: Ornak AG, Thalwil
Haus 5: Lerch Immobilien AG, Winterthur

Geschossfläche Gesamt: 31'033 m2
Haus 2: 10‘650 m2
Haus 3: 4‘450 m2
Haus 5: 3'183 m2
Haus 1: 12'750 m2

Team G/G Michael Winklmann (Teamleitung)
Haus 2 & 3: Cornelia Schmidt (Projektleitung ab 2010), Lucía Gratz, Anna Dreykluft, Ingo Brinkmann, Daniela Bergmann, Martin Schiess, Meret Morgenthaler, Martin Bischofberger, Christoph Dober, Alex Zeller, Griet Aesaert, Daniel Trepte
Haus 5: Ilka Tegeler (Projektleitung), Ingo Brinkmann, Reto Killer
Haus 1: Esther Righetti, Marius Baumann, Stine Henckel Schultz, Hiroaki Tanaka

Totalunternehmung Haus 1: Karl Steiner AG, Zürich
Haus 2 & 3: HRS Real Estate AG, Zürich
Haus 5: Bauengineering.com AG, Zürich

Landschaftsarchitektur Schweingruber Zulauf, Zürich

Statik Haus 1 & 5: Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich
Haus 2 & 3: Synaxis AG, Zürich

Elektrotechnik Haus 1 & 5: Elkom Partner AG, Chur
Haus 2 & 3: R+B engineering AG, Zürich

Haustechnik HL Technik, Schaffhausen

Bauphysik Wichser Akustik & Bauphysik AG, Zürich

Farbgestaltung Harald F. Müller, Öhningen, Deutschland

Fotos Haus 1: © Lucas Peters
Haus 2, 3, 5: © Thies Wachter

Haus 1

Haus 2 und 3

Haus 5

Zwei Häuser in Zürich

Die Bebauung des ehemaligen, steilen Pflanzgartens mit kompakten Baukörpern erfolgt nach dem Muster der benachbarten Ein- und Mehrfamilienhäuser aus der ersten Jahrhunderthälfte. Eine hausbreite Zufahrtsrampe erschliesst je ein Gebäude von der höher gelegenen Strasse und bildet den Vor- und Parkplatz.

Es sind nicht spezifische, auf die heutigen Eigentümer zugeschnittene Häuser, sondern vielmehr allgemeine Häuser, die auch für andere Lebensumstände und für andere Bewohner Gültigkeit haben können. Sie lassen sich in zwei etwa gleich grosse Maisonette-Wohnungen teilen oder erlauben die separate Nutzung einer Einliegerwohnung. Weitere Unterteilungen der Räume oder der Einbau eines Lifts sind vorbereitet.

Im Inneren handelt es sich um Rohbauten im weitesten Sinn. Die Wände und Decken sind mit Weissputz verputzt, jedoch ungestrichen belassen worden. Die «Bodenbeläge» bestehen aus  versiegelten Unterlagsböden ebenfalls aus Gips (Anhydrith). Breite Schiebetüren aus Holzwerkstoffplatten erlauben Variationen der räumlichen Zusammenhänge.

Die Tragkonstruktion besteht aus Betongeschossdecken, Mauerwerk und Betonwänden zum Erdreich hin. Der auf mineralische Isolation aufgebrachte Aussenputz ist nur ein Grundputz, ein Kalk-Zementputz. Die Art des Auftrags mit dem Besen – eben in der Struktur eines Grundputzes – unterstreicht den Aspekt des Rohbaumässigen und vermag darüber hinaus dem textilen Charakter des Fassadenaufbaus Ausdruck zu geben.

Grosse Fenster mit schwarzen Metallrahmen sind wie mächtige ‚Sehinstrumente’ in die Fassaden gesetzt – Richtung Westen, in Blickrichtung der Stadt, sind sie dicht gereiht, während sie an den übrigen Fassaden vereinzelt auftreten. Das zurückversetzte Dachgeschoss öffnet sich zu den Terrassen mit grossflächigen Fensterfronten aus Aluminium.

Im Gegensatz zu den komplexen, gedeckten Kalk-Zement-Farbtönen des Verputzes sind in Zusammenarbeit mit dem Künstler Harald F. Müller für die Schutzanstriche der Holzflächen der Türen und Tore klare, leuchtende Spektralfarben gewählt worden.

Der Garten bleibt wie der frühere Schrebergarten mit Obst- und Nussbäumen bepflanzt. Dazwischen sind Wiesengräser angesäht. Im westlichen, noch steileren Teil des Grundstückes setzen Haselnuss- und Brombeerstauden die moderate Wildnis in kaum veränderter Form fort.

Ort Zürich

Nutzung zwei Wohnhäuser mit je einer Einliegerwohnung

Studie 1995

Planung/Ausführung 1997–1998

Bauherrschaft privat

Geschossfläche Haus A: 476 m2
Haus B: 473 m2

Team G/G Annette Gigon, Mike Guyer, Michael Widrig (Projektleitung), Michael Bucher

Bauleitung Annette Gigon / Mike Guyer Architekten, Zürich
Mitarbeit: Michael Widrig

Landschaftsarchitektur Dieter Kienast, Thomas Steinmann, Zürich

Statik Aerni + Aerni Ingenieure AG, Zürich

Farbgestaltung Harald F. Müller, Öhningen, Deutschland

Fotos © Heinrich Helfenstein

Auszeichnung Auszeichnung für gute Bauten der Stadt Zürich, 2001

Würth Haus Rorschach

Das Würth Haus Rorschach, zwischen See und Hauptbahnhof gelegen, zeigt sich Spaziergängern und Passanten als grünlich gläserne Erscheinung, die zwischen Transparenz und Reflexion changiert und die Besonderheiten des Ortes vielfach wiedergibt.

Das gegliederte, reliefartige Volumen reagiert gegenüber dem Bahnhofsgebäude mit niedrigeren Kuben und gegenüber der Weite des Parks und des Sees mit einem höheren Baukörper. Zur Strasse hin formt das Volumen verschiedene Aussenräume aus: in der Mitte den Eingangsbereich mit mächtigem Vordach, gegen Osten den Zufahrtsbereich mit Demowerkstätten und Würth-Shop und gegen Westen den zum See hin erweiterten Bahnhofsplatz. Ahornbäume zeichnen diesen Raum aus und beleben ihn.

Nähert man sich vom Bahnhof her, betont das weite Vordach den Haupteingang. Die verschiedenen Benutzergruppen, die Ausstellungsbesucher und die Gäste, Kursteilnehmer und Mitarbeitenden betreten das Gebäude über einen hohen Eingangsraum, von dem aus sich ihre Wege zum ersten Mal aufteilen.

Die Geschäftsräume der Würth Group, die Schulungs- und Konferenzräume, der Kongresssaal sowie das Restaurant sind um ein grosszügiges Foyer mit zentralem Lichthof gruppiert und werden durch eine ausgreifende Treppenanlage miteinander verbunden. Sowohl der Kongressbereich für fünfhundert Gäste im Westen als auch die öffentlichen Ausstellungsräume des Forums Würth im südlichen Gebäudeteil sind dank direkter Zugänge auch unabhängig vom restlichen Gebäude nutzbar.

Die Besucher des Forums Würth werden vom Haupteingang über einen Empfangsbereich und Museumsshop in zwei unterschiedlich grosse, zenital belichtete Ausstellungsräume im ersten Obergeschoss geführt. Die Konstruktion des Shed-Oberlichts der Ausstellungsräume trägt dabei gleichzeitig die Auskragung des Vordachs.

Im höchsten, nicht öffentlichen Gebäudeteil befinden sich auf vier Geschossen Büroräumlichkeiten. Begegnungsbereiche mit seeseitigen Balkonen, transparente oder geschlossene Sitzungszimmer und Büros wechseln sich hier mit offenen Bürozonen ab.

Eine gläserne Hülle verkleidet das gesamte Gebäude. Diese äussere, hinterlüftete Glasschicht wird mit versetzt angeordneten, leicht grünlichen Glasscheiben mit einer feinen, metallisch glänzenden Gewebeeinlage gebildet. Es entsteht ein feingliedrig rhythmisierter gläserner „Vorhang“, der das Gebäude nicht nur vor Seewind und Strassenlärm, sondern auch vor Wärmeeintrag und Auskühlung schützt. Die innere Haut besteht aus dreifachem Isolierglas sowie Wärmedämmungen mit Blechverkleidungen. Auf den Dachflächen setzt sich die gläserne Materialisierung in Form von Photovoltaik-Elementen und grünen Glasscherben aus Recyclingglas für die Dacheindeckung fort.

Ort Rorschach

Nutzung Verwaltungsgebäude mit Ausbildungs- und Konferenzzentrum, Saal (630 Sitzplätze), Museum, Restaurant, Cafeteria, Demowerkstatt, Handwerker-Shop

Wettbewerb 2009, 1. Preis

Planung/Ausführung 2009–2013

Bauherrschaft Würth International AG, Chur
Bauherrenvertretung: Walter Dietsche Baumanagement AG, Chur

Geschossfläche 32'200 m2

Team G/G Planung/Ausführung: Christian Maggioni (Teamleitung), Matthias Clivio (Projektleitung), Nicolai Rünzi, Christoph Lay, Katja Fröhlich, Rus Carnicero, Yvonne Grunwald, Martin Schneider, Michael Kloiber, Brigitte Rüdel, Franziska Bächer
Wettbewerb: Luisa Wittgen, Nicolai Rünzi, Bettina Gerhold, Thomas Möckel, Matthias Clivio

Bauleitung Walter Dietsche Baumanagement AG, Chur

Landschaftsarchitektur Atelier Girot, Gockhausen

Statik Dr. Lüchinger Meyer Bauingenieure AG, Zürich

Elektrotechnik Bühler + Scherler AG, St.Gallen

Haustechnik Waldhauser Haustechnik AG, Basel

Bauphysik Kopitsis Bauphysik AG, Wohlen

Brandschutz Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See

MSR Boxler MSRL Engineering, Jona

Lüftung Waldhauser Haustechnik AG, Basel

Akustik Müller-BBM GmbH, Planegg, Deutschland

Tageslichttechnik Institut für Tageslichttechnik Stuttgart, Deutschland

Kunstlichttechnik Licht Zentrale, Nürnberg, Deutschland

Sanitär Tomaschett + Cioce AG, Rorschach

Fassadenplanung Reba Fassadentechnik AG, Chur

Signaletik Trix Wetter, Zürich

Farbgestaltung (partiell) Harald F. Müller, Oehningen, Deutschland

Fotos © Thies Wachter
© Shinkenchiku-sha, Tokyo

Adresse Churerstrasse 10, CH – 9400 Rorschach

Wohnüberbauung Zellweger-Areal

Das ehemalige Industrieareal Zellweger zeichnet sich durch ausserordentliche landschaftliche Qualitäten aus. Zwei grosse Weiher, die ursprünglich zur Gewinnung von Wasserkraft angelegt worden waren, ein Flusslauf und ein parkartiger alter Baumbestand prägen das Gelände. Das Grundstück wird durch den Zellweger-Weiher und den Aabach begrenzt. Zwei unterschiedlich hohe Wohngebäude werden hier so gesetzt, dass sie jeweils der Platanenallee am Weiher im Norden und dem baumgesäumten Bachverlauf im Südosten folgen. Sie spannen einen L-förmigen Grünraum zwischen sich auf. Dieser Zwischenraum öffnet sich im Westen einem Baumfeld und dem bestehenden hohen Bürogebäude.

Breite Zugangswege führen über den grünen Zwischenraum, der unter sich die Garage birgt, zu den beiden Häusern. Kiefern sind als Baumskulpturen auf die sanft modellierte Rasenfläche gesetzt. Die privaten Vorgärten im Erdgeschoss werden mit Fichtenholzlamellen vom öffentlichen Grünraum abgegrenzt. Sie werden gerahmt von offenen, eleganten Betonstrukturen, die zugleich Veloabstellplätze, Briefkastenfronten und Kamine für die natürliche Belüftung der Tiefgarage formen.

Das nördliche, achtgeschossige Gebäude entlang der Weiherallee beherbergt 74 Mietwohnungen, ein Bistro, zwei Kinderkrippen und einen Hort. Das drei- bis fünfgeschossige Gebäude am neuen Zellwegerweg, entlang des Aabaches gelegen, enthält 61 Mietwohnungen und einen Gemeinschaftsraum. Die Mehrzahl der Wohnungen in beiden Gebäuden hat durchgehende Wohn-/ Ess-/ Küchenräume mit einem beidseitigen Bezug sowohl zum grünen Innenhof als auch zum Weiher oder Bach. Das Prinzip des durchgesteckten Wohn-/ Essraums wurde in den beiden Gebäuden unterschiedlich ausformuliert. Im Gebäude am Zellwegerweg verjüngt sich der Raum in der Mitte, um einen Eingangsbereich auszubilden. Auf beiden Seiten dieser Eingangszone weitet sich der Raum wieder aus, um versetzt zueinander eigenständige Zonen für das Wohnzimmer und die Wohnküche zu schaffen. Die Zimmer sind peripher um diesen zentralen Raum angeordnet. Im Gebäude an der Weiherallee bildet die Eingangszone gleichzeitig die Erschliessung der Zimmer und führt zum durchgehenden Wohn-/ Essraum. Die feinen Knicke der Balkone bieten unterschiedlich tiefe Aussenräume an und nehmen formal die grossen Knicke der beiden Baukörper auf, wodurch deren Volumen plastisch animiert wird.

Die Fassaden gliedern sich schichtweise in Verkleidungen aus rhythmisiert versetzten, thermobehandelten Fichtenholzbrettern und durchbrochene Brüstungsbänder aus vorfabriziertem weissen Beton, die gegenüber den Holzbrettern erhaben sind und diese vor Witterung schützen. An den Balkonen tritt die Betonbrüstung nach vorn, die hölzerne Verkleidung nach hinten.

Ort Uster

Nutzung Zwei Baukörper in einer Parkanlage mit insgesamt 135 Mietwohnungen, Gemeinschaftsraum, Bistro, Kinderhort, zwei Kinderkrippen, zwei Tiefgaragen mit insgesamt 149 Parkplätzen

Wettbewerb 2008, 1. Preis

Planung/Ausführung 2009–2013

Bauherrschaft Zellweger Park AG, Uster
Bauherrenvertretung: Odinga und Hagen AG, Uster

Geschossfläche 24‘713 m2

Team G/G Planung/Ausführung: Markus Seiler (Teamleitung ab 02/2011), Caspar Bresch (Teamleitung bis 02/2011), Daniela Schadegg (Projektleitung), Philippe Volpe, Martin Feichtner, Lena Ehringhaus, Kristin Sasama, Karin Winklmann
Wettbewerb: Daniel Friedmann, Reto Killer, Eric Sommerlatte, Karsten Buchholz

Bauleitung b+p baurealisation ag, Zürich

Landschaftsarchitektur Hager Partner AG, Zürich

Statik Schnetzer Puskas Ingenieure AG, Zürich

Haustechnik Ernst Basler + Partner AG, Zürich

Bauphysik Mühlebach Partner AG, Wiesendangen

Kunst am Bau Lutz / Guggisberg

Fotos © Shinkenchiku-sha © Roman Keller

Auszeichnung Architektur Preis Kanton Zürich 2016 – Zellweger Park, Uster
Baupreis 2013 des Architektur Forum Zürcher Oberland

Einfamilienhaus am Zürichberg

Das heutige Wohngebäude ersetzt ein Doppelhaus aus den 1940er-Jahren. Der Baukörper weitet sich mit drei Auskragungen gegen oben hin aus und vollzieht im Dachgeschoss Rücksprünge, um Terrassen auszubilden.

Auf vier Geschossen sind zwei Wohneinheiten entstanden: Eine kleine Einliegerwohnung, die sich im untersten Geschoss zu einem Vorgarten öffnet, und eine grosse Wohneinheit, die sich über die übrigen Geschosse erstreckt.

Im Erdgeschoss bildet ein Volumeneinsprung den Eingangsbereich. Ein Rundgang verbindet hier die Eingangsdiele mit dem Wohnraum, dem zweigeschossigen Essraum und der Küche. Der überhohe Luftraum des Wohngeschosses reicht bis in das Obergeschoss. Dieses ist in zwei Schlafbereiche mit eigenen Nasszellen aufgeteilt – einen privaten und einen für Gäste, wobei letzterer mit Schiebetüren abtrennbar ist. Oben, im Dachgeschoss, halten sich zwei Arbeits- und Bibliotheksbereiche mit je zugeordneter Terrasse die Balance.

Strukturiert werden die Raumeinteilungen durch eine zentrale Treppenanlage: Eine abgewinkelte Treppe windet sich zwischen den Mauern ins unterste Geschoss, eine gerade Treppe schält sich nach einem vergrösserten Antritt aus dem Cheminée- und Küchenblock heraus und leitet nach oben. Die oberste Treppe führt mit aufgelösten Winkelstufen Richtung Dachterrasse.

Dunkle Eichenholzfenster und separate Lüftungsflügel hinter vorhangartigen Gitterhauben fassen und gliedern die unterschiedlich grossen Öffnungen der verschiedenen Räume. Türen, Einbaumöbel und Büchergestelle, aus dunklem Eichenfurnier oder glänzend weiss lackiert, ergänzen im Inneren die räumliche Wirkung von gegossenen kalkfarbenen Betonböden und beige verputzten, fein weiss lasierten Wänden. Die äussere Schale der doppelten Betontragstruktur ist ebenfalls aus beigem Kalkbeton gefertigt. Einige Flächen wurden stark sandgestrahlt, andere schalungsglatt belassen.

Ort Zürich

Nutzung Einfamilienhaus

Beauftragung 2008

Planung/Ausführung 2008–2011

Bauherrschaft privat

Geschossfläche 569 m2

Team G/G Markus Seiler (Team-/Projektleitung), Kristin Sasama, Adréanne Pochon

Bauleitung Annette Gigon / Mike Guyer Architekten
in Zusammenarbeit mit Witzig Architekten GmbH, Zürich

Statik Aerni + Aerni Ingenieure AG, Zürich

Elektrotechnik Ernst Basler + Partner AG, Zürich

Bauphysik Wichser Akustik + Bauphysik AG, Zürich

Fotos © Thies Wachter

Wohnhäuser Villa Pax

Ort Baden

Nutzung Zwei Wohnhäuser, insgesamt 7 Eigentumswohnungen, Tiefgarage 15 Stellplätze

Wettbewerb 2008, 1. Preis

Planung/Ausführung 2008–2011

Bauherrschaft privat
Bauherrenvertretung: AK Bautreuhand, Zürich

Geschossfläche 2‘275 m2

Team G/G Planung/Ausführung: Pit Brunner (Team-/Projektleitung), Daniela Schadegg, Christoph Dober, Brigitte Rüdel
Studienauftrag: Nicolai Rünzi, Ivana Vukoja, Karsten Buchholz

Bauleitung Witzig Architekten, Zürich

Landschaftsarchitektur Balliana Schubert Landschaftsarchitekten AG, Zürich

Statik MWV Bauingenieure AG, Baden

Elektrotechnik P. Keller + Partner AG, Baden

Haustechnik Nanotech AG, Baden

Bauphysik Mühlebach Akustik + Bauphysik, Wiesendangen

Fotos © Pit Brunner

Wohnhäuser Zollikerstrasse

Majestätische Buchen, Kiefern und Mammutbäume auf dem ehemaligen Villengrundstück waren bestimmend für die Architektur der Ersatzbauten – für deren Lage, Form, Materialisierung und Farbe. Das im Vergleich zum Vorgängerbau wesentlich vergrösserte Bauvolumen ist auf zwei Baukörper aufgeteilt. Mit vielwinklingen Grundrissformen, reduzierten Grundflächen und Auskragungen reagieren sie auf Vorgaben wie Lärmschutz, Abstandsregeln und insbesondere auf die Lage der Baumwurzeln. Dunkelbraun emaillierte Glasplatten der Fassaden reflektieren den Garten kaleidoskopartig und steigern die Präsenz des Grünraums. Den unregelmässigen, polygonalen Umrissformen ist eine orthogonale Raumstruktur eingeschrieben. Dabei entstehen Eigentumswohnungen, die sich sowohl in der Grösse als auch im Charakter stark voneinander unterscheiden. Die Attikawohnungen verfügen über Terrassen, die Wohnungen des ersten und zweiten Obergeschosses über offene und gedeckte Loggien und Erker. Die drei Maisonettes im Erdgeschoss besitzen teils überhohe Wohnräume mit direktem Zugang zum Garten.

 

Ort Zürich

Nutzung Zwei Wohnhäuser, 8 Eigentumswohnungen, 2 Ateliers, Tiefgarage 14 Stellplätze

Wettbewerb 2005, 1. Preis

Planung/Ausführung 2006–2011

Bauherrschaft Stockwerkeigentümerschaft Zollikerstrasse, Zürich

Geschossfläche 2‘896 m2

Team G/G Planung/Ausführung: Markus Seiler (Teamleitung ab 2009), Barbara Schlauri (Teamleitung bis 2009), Damien Andenmatten (Projektleitung), Ilka Tegeler, Monica Knechtle
Wettbewerb: Monica Knechtle

Bauleitung Agora Baumanagement, Zürich

Totalunternehmung Gross Generalunternehmung AG, Brugg

Landschaftsarchitektur Hager Partner AG, Zürich

Statik Basler & Hofmann AG, Zürich

Elektrotechnik Ernst Basler + Partner AG, Zürich

Haustechnik Ernst Basler + Partner AG, Zürich

Bauphysik IPA, Energieberatung und Bauphysik, Volketswil

Farbgestaltung mit Pierre André Ferrand, Genf/ La Chaux-de-Fonds

Fotos © Thies Wachter
© Shinkenchiku-sha, Tokyo

Besucherzentrum des Museums Kalkriese

Der Neubau des Besucherzentrums wurde dem Archäologischen Museum und Park Kalkriese ergänzt und markiert nun dessen Zugang. Im Erdgeschoss liegen Funktionen des Eingangsbereiches mit Museumsshop und Kindermuseum. Der Saal im Obergeschoss ist multifunktional nutzbar, er kann als zusätzliche grosse Ausstellungsfläche dienen oder, durch mobile Trennwände in kleinere Räume unterteilt, als Sitzungs- und Tagungsort. Dazu bietet der Raum durch grossformatige Fensteröffnungen zu beiden Seiten Ausblicke ins Freie.

Das Gebäude ist allseitig mit einem Verblendmauerwerk aus Backstein verkleidet. Das bestehende Gehöft und der Neubau verbinden sich über die Materialität der Fassaden zu einem schlüssigen Ensemble und bilden durch ihre Anordnung einen gefassten Aussenraum.

Ort Osnabrück, Deutschland

Nutzung Zugangsgebäude zum archäologischen Museumspark Kalkriese: Eingangsfoyer, Museumsshop, Kindermuseum, Ausstellungsraum flexible Nutzung für Veranstaltungen und Seminare mit 7 abtrennbaren Räumen, Lagerflächen, Cateringküche

Wettbewerb 2005, 1. Preis

Planung/Ausführung 2006–2009

Bauherrschaft Varusschlacht im Osnabrücker Land gGmbH
Museum und Park Kalkriese, Deutschland

Geschossfläche 1‘778 m2

Team G/G Planung/Ausführung: Michael Winklmann (Teamleitung), Christoph Justies (Projektleitung)
Wettbewerb: Volker Mencke

Statik Wettbewerb: Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich
Planung/Ausführung: pbr Planungsbüro Rohling AG, Osnabrück, Deutschland

Elektrotechnik Jacobi + Richter Elektro- und Fördertechnik, Osnabrück, Deutschland

Haustechnik pbr Planungsbüro Rohling AG, Osnabrück, Deutschland

Bauphysik Ingenieurbüro für angewandte Bauphysik, Osnabrück, Deutschland

Ausstellungsarchitektur neo.studio, Berlin, Deutschland

Fotos © Klemens Ortmeyer

Auszeichnung BDA-Preis Niedersachsen, Landesverband des Bundes Deutscher Architekten, 2003
Deutscher Stahlbaupreis, 2002

Einfamilienhaus, Küsnacht

Der von Bäumen gerahmte Garten einer alten Villa bildet die Bauparzelle des neuen Einfamilienhauses. Die Geometrie des Gartengrundstücks, der Baumbestand mit einer mächtigen Zeder und die steile Hanglage formen einen vieleckigen Baukörper, der sich aus dem Terrain emporstaffelt. Zugang und Garage bilden ein Sockelgeschoss mit einer Terrasse, auf das sich zwei Vollgeschosse und ein Attikageschoss aufbauen.

Im Inneren verbindet eine grosszügige, polygonal gewendelte Treppe mit weitem Treppenauge alle vier Ebenen optisch und auch akustisch miteinander, von der Eingangshalle über die Kinderzimmer und das Wohngeschoss bis zum Elternschlafzimmer. Der Wohn- und Essraum liegt im zweiten Geschoss und profitiert so von der erhöhten Lage, die Kinderzimmer im ersten Obergeschoss haben Zugang zum Garten, und das Elternschlafzimmer im Attikageschoss verfügt über eine eigene, grosse Dachterrasse.

In Zusammenarbeit mit dem Künstler Harald F. Müller und in Abstimmung mit der Familie sind einzelne Flächen im Inneren in kräftigen Farben gefasst. Die Decken der Kinderzimmer sind leuchtend orange und golden gestrichen, im Elternschlafzimmer ist eine Wand hellblau, die Wand unter dem Oberlicht des Wohnraums ist schwarz und die Decke über dem grossen Treppenauge orangerot.

Die einheitlichen Böden aus dunklem Terrazzo geben den vielfältigen Räumen einen ruhigen Grundton und stellen den Bezug zur Materialisierung der Tragkonstruktion her, die vollständig aus Beton besteht und sich gegen aussen mit einer tragenden Betonschale als Fassade abbildet. Vorgemauerte Innenwände sind nichttragend ausgebildet und kleiden die Wärmedämmung ein.

Der Sichtbeton der Fassade erhält durch die vertikale, grobe Bretterschalung und die tiefen Leibungen der Fensteröffnungen eine starke physische Präsenz und unterstreicht so den Widerstand des Baukörpers gegen das geneigte Erdreich. Fein farblich abgestufte Weisstöne, als Lasuren aufgetragen, nuancieren die Betonoberflächen und betonen deren Schattenspiel und Perforationen. Die Gläser der Brüstungen sind leicht spiegelnd ausgebildet; so vermindern sie nicht nur den Einblick, sondern geben auch die Bäume des Gartens wieder.

Ort Küsnacht

Nutzung Einfamilienhaus

Beauftragung 2005

Planung/Ausführung 2005–2007

Bauherrschaft privat

Geschossfläche 430 m2

Team G/G Marjana Sigrist (Projektleitung), Caspar Bresch, Florian Isler

Landschaftsarchitektur Robin Winogrond Landschaftsarchitekten, Zürich

Statik Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich

Elektrotechnik Elkom Partner AG, Chur

Haustechnik 3-Plan Haustechnik AG, Winterthur

Bauphysik Wichser Akustik & Bauphysik AG, Zürich

Farbgestaltung Harald F. Müller, Oehningen

Fotos © Filippo Simonetti
© Lucas Peters
© Harald F. Müller