Bürohochhaus Andreasturm

Das Bürohochhaus Andreasturm besetzt am Bahnhof Oerlikon, zwischen sich auffächernden Gleisen, eine frei gewordene, dreieckige Parzelle der Schweizerischen Bundesbahnen. Der achtzig Meter hohe, fünfeckige Turm ragt 22 Geschosse in die Höhe, vier Geschosse sind unterirdisch.
Präzis gesetzte Auskragungen im zwölften Geschoss gliedern das Volumen in einen Mittel- und einen Kopfteil und lassen es von Ferne, je nach Standpunkt, mal schlank, mal flächig erscheinen. Ein ausladender Sockel verankert den Baukörper in seiner Umgebung und erschliesst ihn über drei Ebenen. Zur verkehrsberuhigten Andreasstrasse liegt der Haupteingang mit öffentlichen Nutzungen und einem neuen, kleinen Platz. Der Eingang des Ankermieters Amstein + Walthert ist direkt von dem höher liegenden Perron aus zugänglich, die Anlieferung erfolgt über die rückwärtige, tiefer gelegene Strasse.

Eine zweigeschossige, repräsentative Eingangshalle empfängt Mieter und Besucher, die von der Liftlobby die oberen Geschosse erreichen. Eine offene Treppe führt in das erste Obergeschoss zur Rezeption des Hauptmieters. Dessen öffentlichen Räume sind um den zentralen Kern angeordnet: ein «Piano nobile» mit Sitzungszimmern, Galerie und dem Mitarbeiterrestaurant im auskragenden Teil des Sockels.
Das Hochhaus ist als Skelettbau in Stahlbeton errichtet, mit einer zweischaligen Elementfassade. Flachdecken überspannen bis zu 9.30 Meter zwischen Kern und den, an der Fassade liegenden, vorgefertigten Betonstützen. Die stützenfreien Räume bieten flexibel unterteilbare Flächen und natürlich belichtete Arbeitsplätze. Die zweischalige Fassade besteht aus einer inneren Schicht, deren schmale Fensterflügel sich individuell öffnen lassen, und einer äusseren Festverglasung mit horizontalen Brüstungsbändern. In diese sind kupfer- und goldfarbene Gewebeeinlagen einlaminiert, deren Farbtöne jeweils wechselnd den abgewinkelten Fassadenflächen zugeordnet sind. Je nach Wetter und Licht changiert die Fassadenhülle: mal erscheint der Turm reflektierend flächig, mal wird die innere, filigrane vertikale Struktur sichtbar.

Ort Zürich-Oerlikon

Nutzung 26 geschossiges Bürogebäude (4 unterirdisch, 22 oberirdisch), 1‘200 Arbeitsplätze, Konferenzbereich, Restaurants, Ladenlokal, Tiefgarage
Mieter: Ingenieurbüro, Ärztezentrum, Start-ups, Hochschulinstitute

Wettbewerb 2-stufig, 2013, 1. Preis

Planung/Ausführung 2013–2018

Bauherrschaft SBB AG, Zürich
EBP Schweiz AG, Zürich

Geschossfläche 35‘517 m2

Team G/G Planung/Ausführung: Stefan Thommen (Teamleitung), Matthias Clivio (Projektleitung Grundausbau), Luisa Wittgen (Projektleitung Mieterausbau), Christoph Lay, Nicolas Hunkeler, Christian Gammeter
Wettbewerb: Stefan Thommen, Mathias Rösner, Rodrigo Jorge, Thomas Möckel, Leyla Ilman

Bauleitung Ghisleni Planen und Bauen GmbH, Zürich (bis TU-Submission)

Totalunternehmung Implenia (ab TU-Submission)

Generalunternehmung GGG Gigon Guyer Ghisleni Generalplaner Andreasturm AG (bis TU-Submission/ SIA Teilphase 5)

Landschaftsarchitektur Studio Vulkan, Zürich

Statik WaltGalmarini AG, Zürich

Elektrotechnik Amstein + Walthert AG, Zürich

Haustechnik Amstein + Walthert AG, Zürich

Bauphysik BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich

MSR Amstein + Walthert AG, Zürich

Heizung/Kälte Amstein + Walthert AG, Zürich

Lüftung Amstein + Walthert AG, Zürich

Akustik BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich

Lichtplanung Ernst Basler + Partner AG, Zürich
Mieterausbau A+W: Reflexion AG, Zürich

Fassadenplanung Reba Fassadentechnik AG, Chur

Innenarchitektur Mieterausbau A+W: Annette Gigon / Mike Guyer Architekten, Zürich
Trix Wetter, Zürich

Signaletik Integral Ruedi Baur, Zürich

Nachhaltigkeit «DGNB Platin»

Fotos © Roman Keller

Würth Haus Rorschach

Das Würth Haus Rorschach, zwischen See und Hauptbahnhof gelegen, zeigt sich Spaziergängern und Passanten als grünlich gläserne Erscheinung, die zwischen Transparenz und Reflexion changiert und die Besonderheiten des Ortes vielfach wiedergibt.

Das gegliederte, reliefartige Volumen reagiert gegenüber dem Bahnhofsgebäude mit niedrigeren Kuben und gegenüber der Weite des Parks und des Sees mit einem höheren Baukörper. Zur Strasse hin formt das Volumen verschiedene Aussenräume aus: in der Mitte den Eingangsbereich mit mächtigem Vordach, gegen Osten den Zufahrtsbereich mit Demowerkstätten und Würth-Shop und gegen Westen den zum See hin erweiterten Bahnhofsplatz. Ahornbäume zeichnen diesen Raum aus und beleben ihn.

Nähert man sich vom Bahnhof her, betont das weite Vordach den Haupteingang. Die verschiedenen Benutzergruppen, die Ausstellungsbesucher und die Gäste, Kursteilnehmer und Mitarbeitenden betreten das Gebäude über einen hohen Eingangsraum, von dem aus sich ihre Wege zum ersten Mal aufteilen.

Die Geschäftsräume der Würth Group, die Schulungs- und Konferenzräume, der Kongresssaal sowie das Restaurant sind um ein grosszügiges Foyer mit zentralem Lichthof gruppiert und werden durch eine ausgreifende Treppenanlage miteinander verbunden. Sowohl der Kongressbereich für fünfhundert Gäste im Westen als auch die öffentlichen Ausstellungsräume des Forums Würth im südlichen Gebäudeteil sind dank direkter Zugänge auch unabhängig vom restlichen Gebäude nutzbar.

Die Besucher des Forums Würth werden vom Haupteingang über einen Empfangsbereich und Museumsshop in zwei unterschiedlich grosse, zenital belichtete Ausstellungsräume im ersten Obergeschoss geführt. Die Konstruktion des Shed-Oberlichts der Ausstellungsräume trägt dabei gleichzeitig die Auskragung des Vordachs.

Im höchsten, nicht öffentlichen Gebäudeteil befinden sich auf vier Geschossen Büroräumlichkeiten. Begegnungsbereiche mit seeseitigen Balkonen, transparente oder geschlossene Sitzungszimmer und Büros wechseln sich hier mit offenen Bürozonen ab.

Eine gläserne Hülle verkleidet das gesamte Gebäude. Diese äussere, hinterlüftete Glasschicht wird mit versetzt angeordneten, leicht grünlichen Glasscheiben mit einer feinen, metallisch glänzenden Gewebeeinlage gebildet. Es entsteht ein feingliedrig rhythmisierter gläserner „Vorhang“, der das Gebäude nicht nur vor Seewind und Strassenlärm, sondern auch vor Wärmeeintrag und Auskühlung schützt. Die innere Haut besteht aus dreifachem Isolierglas sowie Wärmedämmungen mit Blechverkleidungen. Auf den Dachflächen setzt sich die gläserne Materialisierung in Form von Photovoltaik-Elementen und grünen Glasscherben aus Recyclingglas für die Dacheindeckung fort.

Ort Rorschach

Nutzung Verwaltungsgebäude mit Ausbildungs- und Konferenzzentrum, Saal (630 Sitzplätze), Museum, Restaurant, Cafeteria, Demowerkstatt, Handwerker-Shop

Wettbewerb 2009, 1. Preis

Planung/Ausführung 2009–2013

Bauherrschaft Würth International AG, Chur
Bauherrenvertretung: Walter Dietsche Baumanagement AG, Chur

Geschossfläche 32'200 m2

Team G/G Planung/Ausführung: Christian Maggioni (Teamleitung), Matthias Clivio (Projektleitung), Nicolai Rünzi, Christoph Lay, Katja Fröhlich, Rus Carnicero, Yvonne Grunwald, Martin Schneider, Michael Kloiber, Brigitte Rüdel, Franziska Bächer
Wettbewerb: Luisa Wittgen, Nicolai Rünzi, Bettina Gerhold, Thomas Möckel, Matthias Clivio

Bauleitung Walter Dietsche Baumanagement AG, Chur

Landschaftsarchitektur Atelier Girot, Gockhausen

Statik Dr. Lüchinger Meyer Bauingenieure AG, Zürich

Elektrotechnik Bühler + Scherler AG, St.Gallen

Haustechnik Waldhauser Haustechnik AG, Basel

Bauphysik Kopitsis Bauphysik AG, Wohlen

Brandschutz Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See

MSR Boxler MSRL Engineering, Jona

Lüftung Waldhauser Haustechnik AG, Basel

Akustik Müller-BBM GmbH, Planegg, Deutschland

Tageslichttechnik Institut für Tageslichttechnik Stuttgart, Deutschland

Kunstlichttechnik Licht Zentrale, Nürnberg, Deutschland

Sanitär Tomaschett + Cioce AG, Rorschach

Fassadenplanung Reba Fassadentechnik AG, Chur

Signaletik Trix Wetter, Zürich

Farbgestaltung (partiell) Harald F. Müller, Oehningen, Deutschland

Fotos © Thies Wachter
© Shinkenchiku-sha, Tokyo

Adresse Churerstrasse 10, CH – 9400 Rorschach

Bürogebäude «Platform»

Im aufstrebenden ehemaligen Industriegebiet Zürich West, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bahnhof Hardbrücke formt das siebengeschossige Bürogebäude «Platform» zusammen mit dem Hochhaus «Prime Tower» und dem renovierten Industriegebäude «Diagonal» einen grosszügigen öffentlichen Platz. Eine doppelgeschossige Passage durch das Gebäude bildet den Eingangsbereich und verbindet den neuen Platz mit einem weiteren Zugang zum Bahnhof.

Mittels Gebäudevorsprüngen auf unterschiedlichen Niveaus nimmt die Geschossfläche mit zunehmender Höhe zu. Hofeinschnitte und variierende Volumenknicke, ergeben optimal belichtete Büroflächen im Inneren und gliedern das Volumen.

Ein hohes, lichtdurchflutetes Atrium bildet das identitätsstiftendes Zentrum des Gebäudes und verbindet das Eingangsgeschoss mit den darüber liegenden Büroebenen. Von hier aus werden im Erdgeschoss das Restaurant und ein Auditorium erschlossen. Eine einladende Treppe führt in den Kundenbereich im ersten Obergeschoss und von dort weiter in die Bürogeschosse.

Die Glasfassade besteht aus horizontal gegliederten Brüstungs- und Fensterbändern. Letztere bestehen aus zwei Verglasungen, in deren hinterlüftetem Zwischenraum sich der Sonnenschutz befindet. Durch das äussere Glas bestmöglich vor Schall geschützt, lassen sich die inneren Fenster individuell öffnen.

 

Ort Zürich

Nutzung Bürogebäude, 7-geschossig, 1‘000 Arbeitsplätze, Atrium als zentrale Eingangshalle, Restaurants, Läden, Auditorium

Beauftragung 2007

Planung/Ausführung 2007–2011

Bauherrschaft Swiss Prime Site AG, Olten

Geschossfläche 28‘853 m2

Team G/G Christian Maggioni (Teamleitung), Franziska Bächer (Projektleitung ab 11/2007), Stefan Thommen (Projektleitung bis 06/2007), Christoph Rothenhöfer (Projektleitung bis 05/2007), Markus von Dellingshausen, Philippe Volpe, Karla Pilz, Armin Baumann, Pieter Rabijns

Totalunternehmung HRS Real Estate AG, Zürich

Landschaftsarchitektur Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten, Zürich

Statik Planung: ARGE Dr. Schwartz Consulting AG, Zug und Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich und Freihofer & Partner AG, Zürich
Ausführung: Ribi + Blum AG, Romanshorn

Elektrotechnik Planung: IBG B. Graf Engineering AG, St.Gallen
Ausführung: Herzog Kull Group Zürich, Schlieren

Bauphysik BAKUS GmbH, Zürich

Heizung/Kälte Planung: PB Peter Berchtold, Ingenieurbüro für Energie und Haustechnik, Sarnen
Ausführung: Lippuner Energie- und Metallbautechnik AG, Grabs

Lüftung Waldhauser AG, Münchenstein

Lichtplanung Planung: Ernst Basler + Partner, Zürich
Ausführung: Regent, Zürich

Sanitär Planung: PB Peter Berchtold, Ingenieurbüro für Energie und Haustechnik, Sarnen
Ausführung: Huustechnik Rechberger AG, Zürich

Fassadenplanung Planung: gkp fassadentechnik ag, Aadorf
Ausführung: Fahrni Fassadensysteme AG, Lyss

Möblierung Gigon / Guyer Architekten, Zürich
Arbeitsplätze intern: Off Consult, Zürich

Kunst am Bau Nic Hess, Zürich
Herbert Lachmayer und Margit Nobis, Wien, Österreich
Ernesto Neto, Brasilien

Fotos © René Dürr
© Walter Mair
© Shinkenchiku-sha, Tokyo
© Thies Wachter
© USM Möbelbausysteme / Dani Suter

Umbau ehemaliges Industriegebäude Diagonal, Maag-Areal

Als architektonisch interessanter Zeuge der Industriegeschichte des Ortes, der ehemaligen MAAG Zahnradfabrik, konnte das Diagonal-Gebäude erhalten bleiben. Die Tragkonstruktion und die Fassaden wurden sorgfältig saniert. Die noch bestehenden feinen Glasprofile wurden instand gesetzt und durch innere isolierende Verglasungen ergänzt. Das Diagonal enthält ein Restaurant im Erdgeschoss und Ausstellungsräume in den Obergeschossen.

Ort Zürich

Nutzung Denkmalgeschütztes Industriegebäude, mit Restaurant im Erdgeschoss, Kunstgalerien, Büroflächen

Wettbewerb 2004, 1. Preis

Bauherrschaft Swiss Prime Site AG, Olten
Bauherrenvertretung: Perolini Baumanagement AG, Zürich

Geschossfläche 2‘759 m2

Team G/G Planung/Ausführung: Stefan Thommen (Team/Projektleitung) Pieter Rabijns (Projektleitung), Alex Zeller, Urs Meyer, Raffaella Bisceglia
Wettbewerb: Stefan Thommen

Totalunternehmung ARGE Prime Tower
Losinger Construction AG und Karl Steiner, Zürich

Landschaftsarchitektur Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten, Zürich

Kosten/Terminplanung Bauprojekt /TU-Submission: b+p baurealisation ag, Zürich

Statik Wettbewerb (W): Dr. Schwartz Consulting AG, Zug
Submission (S): Dr. Schwartz Consulting AG, Zug und Dr. Lüchinger + Meyer AG, Zürich und Freihofer & Partner AG, Zürich
Ausführung (A): Walt + Galmarini AG, Zürich mit Dr. Schwartz Consulting AG, Zug, Dr. Lüchinger + Meyer AG, Zürich, Bänzinger Partner AG, Richterswil, Freihofer & Partner AG, Zürich

Elektrotechnik S: IBG Graf AG, St.Gallen
A: Hefti Hess Martingnoni, Zürich

Brandschutz S: Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See
A: Gruner AG, Basel mit Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See

Heizung/Kälte S/A: PB P. Berchtold, Sarnen

Lüftung W/S: Waldhauser AG, Münchenstein
A: Hans Abicht AG, Zürich

Sanitär S: PB P. Berchtold, Sarnen
A: GRP Ingenieure, Rotkreuz

Sprinkler S: PB P. Berchtold, Sarnen
A: GRP Ingenieure, Rotkreuz

Fotos © Valentin Jeck
© Walter Mair
© Thies Wachter

Auszeichnung Auszeichnung für gute Bauten der Stadt Zürich 2011–2015

Bürogebäude Cubus, Maag-Areal

Das Annexgebäude Cubus, ein siebengeschossiger baukörper mit fünfeckigem Grundriss, enthält Büros in den Obergeschossen, eine Ladennutzung im Erdgeschoss sowie die Garagenzufahrt und Anlieferung für das gesamte Areal. Anzumerken ist dabei, dass aufgrund der ausgezeichneten Anbindung an den öffentlichen Verkehr vergleichsweise wenige Parkplätze bereitgestellt werden mussten. Die Baustruktur besteht aus tragendem, weiss pigmentiertem Sichtbeton. Vorgesetzte Glaspaneele prägen die Fassade und reduzieren die Lärmbelastung durch die nahe, hoch gelegene Strasse.

Ort Zürich

Nutzung Bürogebäude, 7 Geschosse, Erdgeschoss mit Anlieferung und Parkingzufahrt für Prime Tower und Annexbauten; Ladenflächen, Büros, Nutzlast Obergeschosse für Archivnutzung

Wettbewerb 2004, 1. Preis

Bauherrschaft Swiss Prime Site AG, Olten
Bauherrenvertretung: Perolini Baumanagement AG, Zürich

Geschossfläche 6‘206 m2

Team G/G Stefan Thommen (Team-/Projektleitung), Pieter Rabijns (Projektleitung), Alex Zeller, Urs Meyer, Raffaella Bisceglia
Wettbewerb: Stefan Thommen

Totalunternehmung ARGE Prime Tower
Losinger Construction AG und Karl Steiner, Zürich

Landschaftsarchitektur Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten, Zürich

Kosten/Terminplanung Bauprojekt /TU-Submission: b+p baurealisation ag, Zürich

Statik Wettbewerb (W): Dr. Schwartz Consulting AG, Zug
Submission (S): Dr. Schwartz Consulting AG, Zug und Dr. Lüchinger + Meyer AG, Zürich und Freihofer & Partner AG, Zürich
Ausführung (A): Walt + Galmarini AG, Zürich mit Dr. Schwartz Consulting AG, Zug, Dr. Lüchinger + Meyer AG, Zürich, Bänzinger Partner AG, Richterswil, Freihofer & Partner AG, Zürich

Elektrotechnik S: IBG Graf AG, St.Gallen
A: Hefti Hess Martingnoni, Zürich

Heizung/Kälte S/A: PB P. Berchtold, Sarnen

Lüftung W/S: Waldhauser AG, Münchenstein
A: Hans Abicht AG, Zürich

Sanitär S: PB P. Berchtold, Sarnen
A: GRP Ingenieure, Rotkreuz

Sprinkler S: PB P. Berchtold, Sarnen
A: GRP Ingenieure, Rotkreuz

Fassadenplanung W/S: gkp fassadentechnik ag, Aadorf
A: Reba Fassadentechnik AG, Chur

Fotos © Walter Mair
© Thies Wachter

Bürohochhaus Prime Tower
mit Annexbauten Cubus und Diagonal, Maag-Areal

Der Standort des Prime Tower und seiner beiden Annexbauten Cubus und Diagonal ist Teil eines ehemals unzugänglichen Industrieareals, das sich sukzessiv in ein Dienstleistungs- und Wohngebiet wandelte. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Bahnhof Hardbrücke gelegen, setzt das Hochhaus mit seinen 126 Metern Höhe als seinerzeit höchstes Gebäude der Schweiz einen markanten städtebaulichen Akzent, nicht nur zugunsten des Areals selbst, sondern auch für das gesamte aufstrebende Gebiet Zürich-West.

Der Prime Tower ist als Bauwerk mit vielfältiger Erscheinung konzipiert, dessen Grundstruktur und Machart jedoch verhältnismässig einfach sind. Die entwerferische Suche galt einerseits einer Grundrissfigur, die ein Maximum an optimal belichteten Arbeitsplätzen ermöglicht, und andererseits einer einprägsamen Gebäudeform, die gleichwohl je nach Standort des Betrachters unterschiedliche Wirkungen erzielt. Entstanden ist ein Baukörper, der sich entgegen der gewohnten Wahrnehmung von Hochhäusern nach oben ausweitet, mit einem unregelmässigen Achteck als Grundrissform.

Die städtebauliche Bedeutung des Projekts bewegt sich zwischen den beiden Polen der Fern- und der Nahwirkung. Aus der Ferne erscheint das Hochhaus als abstrakter, eleganter Körper aus grünlichem Glas, dessen Erscheinung mit dem Wechsel des Standorts changiert, je nachdem, ob er von der Seite (von Süden oder Norden) oder frontal (von Osten oder Westen) gesehen wird. Mit seinen unterschiedlich ausgerichteten Fassadenflächen reflektiert er das Licht und die jeweilige Umgebung, gliedert und unterteilt sein Volumen gewissermassen in riesige «Pixelflächen». Auch aus der Nähe gewinnt man je nach Blickrichtung unterschiedliche Eindrücke von dem Baukörper. Aus kurzer Distanz wird deutlich, dass die Vorsprünge des sich nach oben ausweitenden Körpers bezüglich der benachbarten Bauten eine integrierende Wirkung erzielen.

Auf der Höhe der Geroldstrasse entsteht zwischen dem Hochhaus und dem neuen Nachbarbürogebäude Cubus ein einladender Aussenraum, der zum Eingang des Prime Tower leitet und in die künftige Lichtstrasse einmündet. Südwestlich wird zusammen mit dem bestehenden, denkmalgeschützten Diagonal-Gebäude und dem neuen bahnseitigen Bürogebäude Platform ein neuer Platz geschaffen.

Das Erdgeschoss des Prime Tower bietet den Büronutzern wie auch den Passanten mit einer Café-Bar und Ladenflächen ergänzende Angebote. Als Attraktion verfügt der Turm im obersten Geschoss über ein öffentliches Restaurant, ein Bistro mit Bar und eine Lounge, im zweitobersten Geschoss über eine Konferenzzone.

Die Kerne und Fluchttreppen sind so angeordnet, dass die Bürogeschosse auf bis zu vier verschiedene Mieter aufgeteilt werden können. Gleichzeitig ist es möglich, Büronutzungen über mehrere Geschosse zusammenzufassen und dabei Lufträume und interne Treppen anzubieten. Die Auskragungen des Baukörpers schaffen zusätzliche Büroflächen an höherer und daher gesuchter Lage und erweitern die Nutzungsmöglichkeiten der Flächen.

Die Tragkonstruktion des Hochhauses ist eine Skelettbauweise in Beton mit aussteifenden Kernen. Der Lastabtrag der unterschiedlich grossen Auskragungen wird durch Schrägstellung der Fassadenstützen über zwei oder drei Geschosse bewerkstelligt. Die Fassaden bestehen aus dreifachen Isoliergläsern. Für den Komfort der Arbeitsplätze, aber auch für die feuerpolizeilich vorgeschriebene Möglichkeit der Entrauchung nach einem Brandfall können alternierend Fenster zu Lüftungszwecken parallel ausgestellt werden. Die vorfabrizierten Fensterelemente sind nach aussen rahmenlos. Sie verleihen dem polygonalen Gebäude die facettenreiche Erscheinung eines grünlichen Kristalls.

Ort Zürich

Nutzung Bürohochhaus mit 36 Geschossen, 126 m Höhe, Eingangshalle, Bankfiliale, Gastronomie, Büroräumlichkeiten unterschiedlicher Typologien, Konferenzbereich und Restaurant in den obersten Geschossen

Wettbewerb 2004, 1. Preis

Planung/Ausführung 2004–2011

Bauherrschaft Swiss Prime Site AG, Olten
Bauherrenvertretung: Perolini Baumanagement AG, Zürich

Geschossfläche Gesamt Prime Tower mit Annexbauten: 73‘830 m2
Prime Tower: 53‘461 m2

Team G/G Planung/Ausführung: Stefan Thommen (Teamleitung), Christian Maggioni (stellvertretende Teamleitung), Christoph Rothenhöfer (Projektleitung bis 2007), Pieter Rabijns (Projektleitung ab 2007), Alex Zeller, Urs Meyer, Franziska Bächer, Raffaella Bisceglia, Armin Baumann, Karin Winklmann, Roberto Outumuro, Rafael Schmid, Martin Bischofberger, Leander Morf
Wettbewerb: Stefan Thommen

Totalunternehmung ARGE Prime Tower
Losinger Construction AG und Karl Steiner, Zürich

Landschaftsarchitektur Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten, Zürich

Kosten/Terminplanung Bauprojekt /TU-Submission: b+p baurealisation ag, Zürich

Statik Wettbewerb (W): Dr. Schwartz Consulting AG, Zug
Submission (S): Dr. Schwartz Consulting AG, Zug und Dr. Lüchinger + Meyer AG, Zürich und Freihofer & Partner AG, Zürich
Ausführung (A): Walt + Galmarini AG, Zürich mit Dr. Schwartz Consulting AG, Zug, Dr. Lüchinger + Meyer AG, Zürich, Bänzinger Partner AG, Richterswil, Freihofer & Partner AG, Zürich

Elektrotechnik S: IBG Graf AG, St.Gallen
A: Hefti Hess Martingnoni, Zürich

Heizung/Kälte S/A: PB P. Berchtold, Sarnen

Lüftung W/S: Waldhauser AG, Münchenstein
A: Hans Abicht AG, Zürich

Sanitär S: PB P. Berchtold, Sarnen
A: GRP Ingenieure, Rotkreuz

Sprinkler S: PB P. Berchtold, Sarnen
A: GRP Ingenieure, Rotkreuz

Fassadenplanung W/S: gkp fassadentechnik ag, Aadorf
A: Reba Fassadentechnik AG, Chur

Möblierung Gigon / Guyer Architekten mit W/S: Studio Hannes Wettstein, Zürich

Kunst am Bau Adrian Schiess, Zürich und Mouans-Sartoux, Frankreich
Harald F. Müller, Öhningen, Deutschland

Fotos © Walter Mair
© Thies Wachter

Auszeichnung Auszeichnung für gute Bauten der Stadt Zürich 2011–2015

Geschäftshaus Rosau

Der L-förmige Neubau des Geschäftshauses gegenüber der Tonhalle, an der Ecke Gotthard- / Claridenstrasse gelegen, ordnet sich in die städtebauliche Blockstruktur entlang der Claridenstrasse ein und verjüngt sich mittels Rücksprüngen Richtung See. Die Villa Rosau und der vorgelagerte Garten bleiben in ihrer historischen Konzeption erhalten. Der Grünraum bildet mit dem gegenüberliegenden Park des Hotel Baur au Lac jenseits des Schanzengrabens zudem einen Zwillingsgarten. Der Neubau formt den westlichen Abschluss dieser beiden Gärten, die ihrerseits mit ihrem schönen Baumbestand den öffentlichen Bürkliplatz räumlich fassen.
Die Parkanlagen der Villa Rosau und des Hotel Baur au Lac am Zürichsee sind wichtige Zeitzeugen der Stadterweiterung. Der Garten umfliesst Villa und Neubau und schafft eine Konvergenz der Bebauungsmuster der Blockrandbebauung und demjenigen der solitären Villa im Park. Dabei wird auch die Überschneidung von architektonischer und organischer Formensprache des Gartens thematisiert und eine Gliederung in unterschiedliche Bereiche gebildet.

Für den künftigen langjährigen Mieter, einen internationalen Rückversicherer, entsteht in dem fünfgeschossigen Neubau ein repräsentativer Geschäftssitz.
Die Haupterschliessung erfolgt über die Claridenstrasse, mit grosszügigem Empfangsbereich und Mitarbeiterrestaurant sowie Konferenzräumen im Erdgeschoss. In den vier darüberliegenden Geschossen befinden sich die offenen Büroflächen, die über drei Haupttreppenhäuser erschlossen werden. Das oberste Geschoss springt als Attika zurück und schafft beidseitig eine grosszügige Terrasse, an dessen südlichem Ende der Boardroom Ausblick auf den See bietet.
Die Zufahrt zur Villa Rosau teilt das Erdgeschoss in zwei voneinander getrennte Bereiche und gibt von der Strasse einen Blick in den Garten frei. An der Ecke zur Kreuzung befindet sich eine öffentliche Gastronomiefläche. Die Tiefgarage wird von der Gotthardstrasse aus erschlossen, ebenso weitere Büros, die auf den oberen Ebenen untervermietet werden können. Am Gebäudeende Richtung Schanzengraben sind in den oberen Geschossen zwei Wohnungen angeordnet, die ebenfalls von dem nördlichen Zugang erschlossen werden.
Das Tragwerk besteht aus einem Skelettbau mit von der Fassade zurückgesetzten Stützen und aussteifenden Erschliessungskernen in der Gebäudemitte. Unterschiedlich rhythmisierte, vertikale und horizontale Profile aus Baubronze gliedern die Fassade. Sie nehmen in grösserem Massstab und geometrischer Ausformulierung die bestehenden schmucken Zaunstrukturen des Gartens auf.

Ort Zürich

Nutzung Bürogebäude mit 420 Arbeitsplätzen, Mitarbeiterrestaurant, Sitzungszimmer, Gastrolokal, zwei Wohnungen, Tiefgarage

Beauftragung 2008

Planung/Ausführung 2008–2020

Bauherrschaft Bauherrschaft Grundausbau: Villa Rosau AG, Zürich
Bauherrenvertretung: Conarenco AG, Zürich
Bauherrschaft Mieterausbau: SCOR Services Switzerland AG, Zürich

Geschossfläche 17‘810 m2

Team G/G Planung/Ausführung Geschäftshaus 2010–2020: Christian Maggioni (Teamleitung ab 11/2012), Mathias Rösner (Projektleitung ab 2011), Michael Winklmann (Teamleitung bis 10/2012), Martin Bischofberger (Projektleitung bis 2010), Marco Cristuzzi, Franzis Gericks, Lilla Kis, Lisa Menje, Roman Vetterli, Rodrigo Jorge, Christoph Lay, Milica Brockmann, Christoph Dober, Brigitte Rüdel, Griet Aesaert
Planung Wohn-/Bürogebäude 2008–2009: Michael Winklmann (Teamleitung), Christoph Justies (Projektleitung), Mark Zjörjen, Christoph Dober, Cornelia Schmidt, Karin Schultze

Bauleitung b+p baurealisation ag, Zürich

Landschaftsarchitektur Vogt Landschaftsarchitekten, Zürich

Statik Locher Bauingenieure AG, Zürich

Elektrotechnik IGB B. Graf AG, St.Gallen

Haustechnik Gruenberg + Partner AG, Zürich

Bauphysik Kopitsis Bauphysik AG, Wohlen

Brandschutz Makiol+Wiederkehr, Beinwil am See

Fassadenplanung gkp fassadentechnik ag, Aadorf

Innenarchitektur MAB Scor und Wohnungen: Gigon/Guyer Architekten, Zürich
Scor Möblierung: Ina Rinderknecht Interior Architecture AG, Erlenbach
Grill/Bar: Gigon/Guyer Architekten mit Atelier Zürich

Signaletik Trix Wetter, Zürich (Tor, Villa Rosau)

Fotos © Roman Keller

Adresse Glärnischstrasse / Claridenstrasse, CH - 8002 Zürich

Hotel und Bürogebäude – Greencity

Auf dem ehemaligen Sihlpapier-Areal Manegg in Zürich Süd entsteht das gemischt genutzte Stadtquartier Greencity nach den Richtlinien der 2000-Watt-Gesellschaft*. Das siebengeschossige Büro- und Hotelgebäude bildet gemeinsam mit seinen elfgeschossigen Nachbarbauten zwischen Bahngleisen und Autobahn den Auftakt des neuen Quartiers in Richtung Zürich. Als Ensemble fassen sie einen öffentlichen Hof, der an den langgezogenen Maneggplatz anschliesst. Das niedrigere, längliche Volumen orientiert sich sowohl zur westlichen Strasse und den Bahngleisen als auch zum Hof. Diesen weitet der Baukörper platzartig auf, indem er sich nach Norden hin verjüngt. Drei gedeckte Rücksprünge leiten in die Eingangshallen der verschiedenen Nutzungen. An den Fassaden wechseln sich geschuppte horizontale und vertikale Elemente aus braun eloxiertem Aluminiumblech mit Holz-Metall-Fenstern und schmalen opaken Lüftungsflügeln ab. Je nach Perspektive verschränken sich Öffnung und Verkleidung, Struktur und Hülle vexierbildartig ineinander.

Der internationale Wettbewerb für das Baufeld wurde auf der Grundlage eines Gestaltungsplans durchgeführt, welcher hohe Baukörper gegen die Autobahn vorsah, sowie Dienstleistungs- und Büronutzungen bestimmte. Als Ergebnis des Verfahrens wurde die städtebauliche Setzung von Gigon/Guyer übernommen und die Weiterentwicklung auf zwei Architekturbüros verteilt.

Das vorliegende Projekt war zunächst als reiner Bürobau geplant. Nach zwischenzeitlichen Studien mit ausschliesslicher Hotelnutzung wird es nun zu gut einem Drittel als Bürogebäude, zu zwei Dritteln als Hotel genutzt. Die Büroflächen nehmen den südlichen Kopfteil der Obergeschosse ein, samt zugeordneter Lobby, Treppen- und Liftkern. Zu ebener Erde befindet sich hier eine Kindertagesstätte mit eigenem Eingangsbereich. Das Hotel öffnet sich mit der Rezeption zur Strasse und mit dem Frühstücksraum und der Bar zum Hof.

Ein Skelettbau als Tragkonstruktion, bestehend aus Stützen, Geschossdecken und Kernen in Stahlbeton, erlaubt die unterschiedlichen Nutzungen. Die Fassade spiegelt den flexiblen Teilungsraster der Geschosse ebenso wie die Baustruktur wider, und zugleich wird dies überspielt durch die feinen geschossweisen Versätze der Fassadenverkleidungen, Fensterteilungen und Lüftungsflügel. Die Schrägstellung der Metallprofile unterstützt die Mehrfachlesbarkeit der Fassade – im Sinne eines Ausdrucks, der sowohl den Büros als auch dem Hotel gerecht weden kann.

Nach dem Core-and-Shell Prinzip übernehmen die Mieter des Hotel- und des Büroteils den Innenausbau ihrer Flächen. Die Lobbys, Treppenhäuser und Liftkerne verbinden jedoch räumlich wie gestalterisch Aussen und Innen, untere und obere Geschosse: Kunststeinbodenbeläge aus geschliffenem Beton und dunkelbraun gehaltene Metallarbeiten verweisen je auf die Tragstruktur oder die Hülle.

* In Greencity sollen bis zu 2‘000 Menschen wohnen und 3‘000 arbeiten und lernen. Zu den Zielvorgaben gehört unter anderem, dass der Energieverbrauch weitgehend aus erneuerbaren Quellen gedeckt wird; die zentrale S-Bahnstation und zahlreiche Velostellplätze ermöglichen umweltfreundliche Mobilität und autofreie Aussenräume im Quartier.
Die anspruchsvollen energetischen Vorgaben für das Quartier werden bei dem Gebäude durch die Nutzung von Erdwärme mittels Sonden, Isolationsstärken von 20–24 cm, sowie Photovoltaik auf dem Dach umgesetzt. Im Bereich der Büros sorgen Heiz-/Kühlsegel, die auch die Zuluft integrieren, für eine effiziente Verteilung. Die Abluftfassung erfolgt zentral beim Kern. In den Hotelzimmern erfolgt die Heizung und Kühlung über im Deckenputz eingebettete Netze; die Lüftung ist oberhalb der Fertignasszellen installiert. Mit diesen und weiteren Massnahmen erreicht das Gebäude den Nachhaltigkeitsstandard LEED Platinum.

Ort Zürich

Nutzung 7-geschossiges Hotel und Bürogebäude, Kindertagesstätte, Hotel mit 174 Zimmern, 594 Betten (Core and Shell: Gigon/Guyer, Innenausbauten: Mieter), Tiefgarage

Wettbewerb 2012, 1. Preis

Planung/Ausführung 2016–2021

Bauherrschaft Auftraggeber: Losinger Marazzi AG, Zürich
Eigentümer: Credit Suisse Anlagestiftung, Zürich

Geschossfläche 16‘505 m2

Team G/G Planung/Ausführung: Christian Maggioni (Teamleitung 01/2015–), Barbara Schlauri (Teamleitung –12/2014), Damien Andenmatten (Projektleitung), Chiara Giovanola
Wettbewerb: Michael Winklmann (Teamleitung 08/2012), Stefan Thommen (Teamleitung –07/2012), Karla Pilz, Thomas Möckel, Lena Ehringhaus, Natalie Koerner

Bauleitung Losinger Marazzi AG, Zürich

Totalunternehmung Losinger Marazzi AG, Zürich

Landschaftsarchitektur Vogt Landschaftsarchitekten, Zürich

Statik Wismer + Partner AG, Rotkreuz

Elektrotechnik IBG B. Graf AG Engineering, Baar

Haustechnik Balzer Ingenieure AG, Winterthur

Bauphysik Gartenmann Engineering AG, Zürich

Brandschutz Gruner AG, Zürich

Fotos © Seraina Wirz

Bürogebäude Haus Lagerstrasse, Europaallee

In unmittelbarer Nähe des Zürcher Hauptbahnhofs gelegen, erfahren die ehemals unzugänglichen Infrastruktur-Areale der Post und der Bahn eine entscheidende Transformation. Sie werden in städtisches Gewebe mit öffentlichen Strassenräumen, Plätzen und Höfen umgewandelt. Vier gegliederte Baukörper formen zwischen der neuen Europaallee und der Lagerstrasse eine Blockrandbebauung um einen öffentlich begehbaren, rechtwinkligen Hof. Von allen vier Seiten führen grosszügige Zugänge in den Hof.

Eine Besonderheit dieser Überbauung besteht darin, dass die Volumina jeweils von unterschiedlichen Architekten entworfen wurden und demzufolge ein anderes Erscheinungsbild und ein anderes Innenleben besitzen. Zwei wurden von Max Dudler Architekten (Haus Europaallee, Haus Eisgasse) erstellt, eines von David Chipperfield Architects (Haus Freischützgasse) und eines von Gigon/Guyer Architekten (Haus Lagerstrasse). Städtebaulich und volumetrisch interessant ist die Art und Weise, wie die vier Baukörper mit den Nachbargebäuden in Beziehung treten. Drei Brücken reichen von jedem Bau zum nächsten hinüber und erlauben auf diese Weise Rundgänge und Verbindungen auf allen oberen Geschossen, wobei sie räumlich interessante Eingangspassagen ausbilden.

Das Haus Lagerstrasse besitzt ein facettenreiches Volumen, das auf die verschiedenen städtebaulichen, gesetzlichen und funktionalen Voraussetzungen reagiert und daraus eine unerwartete Gliederung gewinnt. An der Lagerstrasse gelegen, rückt es im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss von der Baulinie ab und formt damit sowohl einen gedeckten Eingangsbereich als auch eine einladende Geste. Rück- und Vorsprünge in den oberen Geschossen modulieren das Volumen, bilden das Attikageschoss sowie die Brückenverbindungen aus und vergrössern da und dort die Büroflächen.

Ein Café, eine Ladennutzung und eine grosszügige Erschliessungshalle befinden sich im Erdgeschoss. Die Eingangshalle kann sowohl von der Strasse als auch vom Hof her betreten werden. Sie bildet den primären Zugang zu den Büro- und Sitzungszimmern in den sieben Obergeschossen. Eine weitere Zugangsmöglichkeit stellt im ersten Obergeschoss der umlaufende, gegen den Hof orientierte Umgang dar, der die vier Gebäude miteinander verbindet.

Weit gespannte Betondecken, wenige Stützen sowie Treppen- und Liftkerne bilden die Tragstruktur des Gebäudes. Beton in seiner verfeinerten Form – als Terrazzo- und Kunststeinplattenböden – wird für die Beläge im Erdgeschoss und in den Kernen verwendet.

Die zweischichtige Gebäudehülle besteht aus einer inneren Metall-Glasfassade mit unterschiedlich rhythmisierten Fensterteilungen und einer äusseren, durchlüfteten Einfachverglasung mit metallisch schimmernder Gewebeeinlage. Die äusseren Scheiben bieten Windschutz für die Sonnenrollos, Lärmschutz gegen die Strassen und überdies Sichtschutz von aussen nach innen – ohne jedoch die Aussicht aus den Büros zu beeinträchtigen. Die äusseren Gläser sind in verschiedenen Winkeln zueinander versetzt. Dabei entstehen zusätzliche Schlitze für die Durchlüftung und je nach Lichtverhältnissen auch ein feines Spiel unterschiedlicher Reflexionen. Es ist die Wirkung eines gläsernen Vorhangs – einer «Curtain-Wall» – im eigentlichen Sinn des Wortes.

Ort Zürich

Nutzung 4 Bürogebäude mit 2‘000 Arbeitsplätzen, Blockrandbebauung mit vier gegliederten Volumen, Zugänge von vier Seiten zum öffentlichen Hof, Erschliessungshallen, Laden-, Gastronomienutzung, 7 Bürogeschosse, Obergeschosse durch «Brücken» miteinander verbunden, freier Umgang im 1. Obergeschoss
Haus Lagerstrasse: 575 Arbeitsplätze Erdgeschoss mit Erschliessungshalle, Ladennutzungen und öffentlichem Café

Wettbewerb 2006, 2. Preis

Planung/Ausführung 2007–2013

Bauherrschaft UBS AG, Zürich
Bauherrenvertretung: Beta Projekt Management AG, Zürich

Geschossfläche Haus Lagerstrasse: 13‘680 m2

Auslober Wettbewerb Projektentwicklung: Schweizerische Bundesbahnen SBB, Bern
und Die Schweizerische Post, Bern

Team G/G Barbara Schlauri (Teamleitung), Urs Meyer (Projektleitung ab 08/2010), Brigitte Rüdel (Projektleitung bis 08/2010), Luisa Wittgen, Katharina Löble, Bettina Gerhold, Ingo Brinkmann

Totalunternehmung Implenia Schweiz AG, Dietlikon

Landschaftsarchitektur Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten, Zürich

Kosten/Terminplanung Freiraum Baumanagement, Zürich (bis TU-Submission)

Statik Leonhardt, Andrä und Partner, Berlin, Deutschland
und Dr. J. Grob & Partner AG, Winterthur

Elektrotechnik Bürgin & Keller Management & Engineering AG, Adliswil
und Thomas Lüem Partner AG, Baar

Haustechnik Polke, Ziege, von Moos AG, Zürich

Bauphysik Kopitsis Bauphysik AG, Wohlen

Brandschutz Gruner AG Ingenieure und Planer, Zürich

Akustik Kopitsis Bauphysik AG, Wohlen

Lichtplanung Matí AG Lichtgestaltung, Adliswil

Fassadenplanung Planung: gkp fassadentechnik ag, Aadorf
Ausführung: Gig Fassaden GmbH, Attnang-Puchheim, Österreich

Türengineering Amstein + Walthert AG, Zürich

Sicherheit Amstein + Walthert AG, Zürich

Fotos © Stefan Müller

Adresse Lagerstrasse 20 CH - 8004 Zürich

Bürogebäude Claridenstrasse 35

Das neue Bürohaus der Balzan Stiftung steht an zentraler Lage in Zürich, nahe dem Paradeplatz. Wie sein Vorgängerbau, ein Geschäftshaus aus den 1960er Jahren, ist es ein Solitär. Gleichwohl wird der siebengeschossige Bau durch seine Setzung und Dimensionen zum Teil der bestehenden Blockrandbebauung. Liegende Kunststeinelemente und stehende Metallprofile bilden die Fassade, die so die Tragstruktur aus Betondecken und Stahlverbundstützen aussen nachzeichnet. Das öffentliche Erdgeschoss sowie das mittlere und das oberste Geschoss sind durch einen verdoppelten Raster innerhalb der Fassadengliederung hervorgehoben. Eine zur Stadt orientierte, doppelgeschossige Eingangshalle mit hellem Terrazzoboden und mächtigen Leuchten empfängt Besucher mit italienischer Grandezza, in Anlehnung an die Wurzeln der Stiftung.

Zusätzlich zum Grundausbau konnte bei diesem Bürogebäude auch der Innenausbau für die Mieter, ein Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen, erstellt werden. So sind die Raumeinteilungen, die integrierte Möblierung und die eigens geschaffenen LED-Leuchten Bestandteil der Architektur.

Das statische und energetische Konzept des Gebäudes wurde so optimiert, dass unter Einhaltung der vorgegebenen Bauhöhe ein zusätzliches Geschoss realisiert werden konnte, ohne Abstriche bei den Raumhöhen zu machen. Der tragende und aussteifende Kern sowie moderate Spannweiten und Stützenabstände erlauben schlanke Betondecken, obwohl darin streifenförmige schallabsorbierende Elemente und die Rohre des thermoaktiven Bauteilsystems unsichtbar eingelegt sind. Eine dezentrale Lüftung mit Fassadenkonvektoren und zentraler Abluft ermöglicht geringe Bodenaufbauten für den Hohlboden. Heizung und Kühlung des kompakten Baukörpers erfolgen über ein Anergienetz, das mit Seewasser gespeist wird. Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage installiert.

Nach aussen hin nimmt der geschliffene Beton der vorgefertigten Fassadenelemente vor den Deckenstirnen Bezug auf die Betondecken im Inneren, während die vertikalen Profile aus eloxiertem Aluminium die tragenden Stahlverbundstützen und schmalen, individuell bedienbaren Lüftungsflügel in den Bürogeschossen verhüllen. Die Profile sind rechteckig oder gerundet ausgeformt, geschlossen oder perforiert, und assoziieren sowohl Pfeiler als auch auch «Lüftungskanäle» für die Frischluft.

Ein grosszügiger Vorplatz zur Strasse ersetzt die Parkplätze des Altbaus. Der gebrochene Steinbelag, die begrünten, versickerungsfähigen Fugen sowie die Bepflanzung mit Bäumen und Sträuchern erinnern an die in dem ehemaligen Wohnquartier obligaten Vorgärten.

Ort Zürich

Nutzung Bürogebäude, 7 Geschosse oberirdisch, 2 Untergeschosse in Bestandsaussenwänden, doppelgeschossige Eingangshalle, Büros, Sitzungszimmer, Boardroom, Attika mit 2 Terrassen, Aufenthaltsraum, Tiefgarage mit Autolift

Wettbewerb 2015

Planung/Ausführung 2015–2018

Bauherrschaft Internationale Balzan Stiftung-Fonds

Geschossfläche 4‘062 m2

Team G/G Planung/Ausführung: Stefan Thommen (Teamleitung), Christoph Lay (Projektleitung), Cornelia Schmidt (Projektleitung Mieterausbau), Lukas Taller, Franziska Bächer
Wettbewerb: Stefan Thommen, Daniela Schadegg, Ivana Beljan

Bauleitung Ghisleni Partner AG, Rapperswil/ Zürich

Landschaftsarchitektur Schmid Landschaftsarchitekten GmbH, Zürich

Kosten/Terminplanung Ghisleni Partner AG, Rapperswil/ Zürich

Statik Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich

Elektrotechnik Amstein+Walthert AG, Zürich

Bauphysik BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich

MSR Amstein+Walthert AG, Zürich

Heizung/Kälte Amstein+Walthert AG, Zürich

Lüftung Amstein+Walthert AG, Zürich

Akustik BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich

Fassadenplanung gkp fassadentechnik ag, Aadorf

Verkehr Enz Partner GmbH, Zürich

Fotos © Roman Keller