Bürogebäude «Platform»

Im aufstrebenden ehemaligen Industriegebiet Zürich West, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bahnhof Hardbrücke formt das siebengeschossige Bürogebäude «Platform» zusammen mit dem Hochhaus «Prime Tower» und dem renovierten Industriegebäude «Diagonal» einen grosszügigen öffentlichen Platz. Eine doppelgeschossige Passage durch das Gebäude bildet den Eingangsbereich und verbindet den neuen Platz mit einem weiteren Zugang zum Bahnhof.

Mittels Gebäudevorsprüngen auf unterschiedlichen Niveaus nimmt die Geschossfläche mit zunehmender Höhe zu. Hofeinschnitte und variierende Volumenknicke, ergeben optimal belichtete Büroflächen im Inneren und gliedern das Volumen.

Ein hohes, lichtdurchflutetes Atrium bildet das identitätsstiftendes Zentrum des Gebäudes und verbindet das Eingangsgeschoss mit den darüber liegenden Büroebenen. Von hier aus werden im Erdgeschoss das Restaurant und ein Auditorium erschlossen. Eine einladende Treppe führt in den Kundenbereich im ersten Obergeschoss und von dort weiter in die Bürogeschosse.

Die Glasfassade besteht aus horizontal gegliederten Brüstungs- und Fensterbändern. Letztere bestehen aus zwei Verglasungen, in deren hinterlüftetem Zwischenraum sich der Sonnenschutz befindet. Durch das äussere Glas bestmöglich vor Schall geschützt, lassen sich die inneren Fenster individuell öffnen.

 

Ort Zürich

Nutzung Bürogebäude, 7-geschossig, 1‘000 Arbeitsplätze, Atrium als zentrale Eingangshalle, Restaurants, Läden, Auditorium

Beauftragung 2007

Planung/Ausführung 2007–2011

Bauherrschaft Swiss Prime Site AG, Olten

Geschossfläche 28‘853 m2

Team G/G Christian Maggioni (Teamleitung), Franziska Bächer (Projektleitung ab 11/2007), Stefan Thommen (Projektleitung bis 06/2007), Christoph Rothenhöfer (Projektleitung bis 05/2007), Markus von Dellingshausen, Philippe Volpe, Karla Pilz, Armin Baumann, Pieter Rabijns

Totalunternehmung HRS Real Estate AG, Zürich

Landschaftsarchitektur Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten, Zürich

Statik Planung: ARGE Dr. Schwartz Consulting AG, Zug und Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich und Freihofer & Partner AG, Zürich
Ausführung: Ribi + Blum AG, Romanshorn

Elektrotechnik Planung: IBG B. Graf Engineering AG, St.Gallen
Ausführung: Herzog Kull Group Zürich, Schlieren

Bauphysik BAKUS GmbH, Zürich

Heizung/Kälte Planung: PB Peter Berchtold, Ingenieurbüro für Energie und Haustechnik, Sarnen
Ausführung: Lippuner Energie- und Metallbautechnik AG, Grabs

Lüftung Waldhauser AG, Münchenstein

Lichtplanung Planung: Ernst Basler + Partner, Zürich
Ausführung: Regent, Zürich

Sanitär Planung: PB Peter Berchtold, Ingenieurbüro für Energie und Haustechnik, Sarnen
Ausführung: Huustechnik Rechberger AG, Zürich

Fassadenplanung Planung: gkp fassadentechnik ag, Aadorf
Ausführung: Fahrni Fassadensysteme AG, Lyss

Möblierung Gigon / Guyer Architekten, Zürich
Arbeitsplätze intern: Off Consult, Zürich

Kunst am Bau Nic Hess, Zürich
Herbert Lachmayer und Margit Nobis, Wien, Österreich
Ernesto Neto, Brasilien

Fotos © René Dürr
© Walter Mair
© Shinkenchiku-sha, Tokyo
© Thies Wachter
© USM Möbelbausysteme / Dani Suter

Bürohochhaus Prime Tower
mit Annexbauten Cubus und Diagonal, Maag-Areal

Der Standort des Prime Tower und seiner beiden Annexbauten Cubus und Diagonal ist Teil eines ehemals unzugänglichen Industrieareals, das sich sukzessiv in ein Dienstleistungs- und Wohngebiet wandelte. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Bahnhof Hardbrücke gelegen, setzt das Hochhaus mit seinen 126 Metern Höhe als seinerzeit höchstes Gebäude der Schweiz einen markanten städtebaulichen Akzent, nicht nur zugunsten des Areals selbst, sondern auch für das gesamte aufstrebende Gebiet Zürich-West.

Der Prime Tower ist als Bauwerk mit vielfältiger Erscheinung konzipiert, dessen Grundstruktur und Machart jedoch verhältnismässig einfach sind. Die entwerferische Suche galt einerseits einer Grundrissfigur, die ein Maximum an optimal belichteten Arbeitsplätzen ermöglicht, und andererseits einer einprägsamen Gebäudeform, die gleichwohl je nach Standort des Betrachters unterschiedliche Wirkungen erzielt. Entstanden ist ein Baukörper, der sich entgegen der gewohnten Wahrnehmung von Hochhäusern nach oben ausweitet, mit einem unregelmässigen Achteck als Grundrissform.

Die städtebauliche Bedeutung des Projekts bewegt sich zwischen den beiden Polen der Fern- und der Nahwirkung. Aus der Ferne erscheint das Hochhaus als abstrakter, eleganter Körper aus grünlichem Glas, dessen Erscheinung mit dem Wechsel des Standorts changiert, je nachdem, ob er von der Seite (von Süden oder Norden) oder frontal (von Osten oder Westen) gesehen wird. Mit seinen unterschiedlich ausgerichteten Fassadenflächen reflektiert er das Licht und die jeweilige Umgebung, gliedert und unterteilt sein Volumen gewissermassen in riesige «Pixelflächen». Auch aus der Nähe gewinnt man je nach Blickrichtung unterschiedliche Eindrücke von dem Baukörper. Aus kurzer Distanz wird deutlich, dass die Vorsprünge des sich nach oben ausweitenden Körpers bezüglich der benachbarten Bauten eine integrierende Wirkung erzielen.

Auf der Höhe der Geroldstrasse entsteht zwischen dem Hochhaus und dem neuen Nachbarbürogebäude Cubus ein einladender Aussenraum, der zum Eingang des Prime Tower leitet und in die künftige Lichtstrasse einmündet. Südwestlich wird zusammen mit dem bestehenden, denkmalgeschützten Diagonal-Gebäude und dem neuen bahnseitigen Bürogebäude Platform ein neuer Platz geschaffen.

Das Erdgeschoss des Prime Tower bietet den Büronutzern wie auch den Passanten mit einer Café-Bar und Ladenflächen ergänzende Angebote. Als Attraktion verfügt der Turm im obersten Geschoss über ein öffentliches Restaurant, ein Bistro mit Bar und eine Lounge, im zweitobersten Geschoss über eine Konferenzzone.

Die Kerne und Fluchttreppen sind so angeordnet, dass die Bürogeschosse auf bis zu vier verschiedene Mieter aufgeteilt werden können. Gleichzeitig ist es möglich, Büronutzungen über mehrere Geschosse zusammenzufassen und dabei Lufträume und interne Treppen anzubieten. Die Auskragungen des Baukörpers schaffen zusätzliche Büroflächen an höherer und daher gesuchter Lage und erweitern die Nutzungsmöglichkeiten der Flächen.

Die Tragkonstruktion des Hochhauses ist eine Skelettbauweise in Beton mit aussteifenden Kernen. Der Lastabtrag der unterschiedlich grossen Auskragungen wird durch Schrägstellung der Fassadenstützen über zwei oder drei Geschosse bewerkstelligt. Die Fassaden bestehen aus dreifachen Isoliergläsern. Für den Komfort der Arbeitsplätze, aber auch für die feuerpolizeilich vorgeschriebene Möglichkeit der Entrauchung nach einem Brandfall können alternierend Fenster zu Lüftungszwecken parallel ausgestellt werden. Die vorfabrizierten Fensterelemente sind nach aussen rahmenlos. Sie verleihen dem polygonalen Gebäude die facettenreiche Erscheinung eines grünlichen Kristalls.

Ort Zürich

Nutzung Bürohochhaus mit 36 Geschossen, 126 m Höhe, Eingangshalle, Bankfiliale, Gastronomie, Büroräumlichkeiten unterschiedlicher Typologien, Konferenzbereich und Restaurant in den obersten Geschossen

Wettbewerb 2004, 1. Preis

Planung/Ausführung 2004–2011

Bauherrschaft Swiss Prime Site AG, Olten
Bauherrenvertretung: Perolini Baumanagement AG, Zürich

Geschossfläche Gesamt Prime Tower mit Annexbauten: 73‘830 m2
Prime Tower: 53‘461 m2

Team G/G Planung/Ausführung: Stefan Thommen (Teamleitung), Christian Maggioni (stellvertretende Teamleitung), Christoph Rothenhöfer (Projektleitung bis 2007), Pieter Rabijns (Projektleitung ab 2007), Alex Zeller, Urs Meyer, Franziska Bächer, Raffaella Bisceglia, Armin Baumann, Karin Winklmann, Roberto Outumuro, Rafael Schmid, Martin Bischofberger, Leander Morf
Wettbewerb: Stefan Thommen

Totalunternehmung ARGE Prime Tower
Losinger Construction AG und Karl Steiner, Zürich

Landschaftsarchitektur Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten, Zürich

Kosten/Terminplanung Bauprojekt /TU-Submission: b+p baurealisation ag, Zürich

Statik Wettbewerb (W): Dr. Schwartz Consulting AG, Zug
Submission (S): Dr. Schwartz Consulting AG, Zug und Dr. Lüchinger + Meyer AG, Zürich und Freihofer & Partner AG, Zürich
Ausführung (A): Walt + Galmarini AG, Zürich mit Dr. Schwartz Consulting AG, Zug, Dr. Lüchinger + Meyer AG, Zürich, Bänzinger Partner AG, Richterswil, Freihofer & Partner AG, Zürich

Elektrotechnik S: IBG Graf AG, St.Gallen
A: Hefti Hess Martingnoni, Zürich

Heizung/Kälte S/A: PB P. Berchtold, Sarnen

Lüftung W/S: Waldhauser AG, Münchenstein
A: Hans Abicht AG, Zürich

Sanitär S: PB P. Berchtold, Sarnen
A: GRP Ingenieure, Rotkreuz

Sprinkler S: PB P. Berchtold, Sarnen
A: GRP Ingenieure, Rotkreuz

Fassadenplanung W/S: gkp fassadentechnik ag, Aadorf
A: Reba Fassadentechnik AG, Chur

Möblierung Gigon / Guyer Architekten mit W/S: Studio Hannes Wettstein, Zürich

Kunst am Bau Adrian Schiess, Zürich und Mouans-Sartoux, Frankreich
Harald F. Müller, Öhningen, Deutschland

Fotos © Walter Mair
© Thies Wachter

Auszeichnung Auszeichnung für gute Bauten der Stadt Zürich 2011–2015

Umbau Villa Rosau

Im Zuge des Neubauprojekts Geschäftshaus Rosau wurde auch die Villa Rosau grundlegend erneuert. Als Wohnhaus 1844 / 1845 vom Architekten Ferdinand Stadler erbaut, ging ein Grossteil der originalen Substanz durch mehrere Umbauten verloren. Die denkmalpflegerischen Eingriffe konzentrierten sich daher nun auf die Fassade. Diese wurde umfassend saniert und stellenweise in den originalen Zustand gebracht. Das Gebäude ist statisch neu unterfangen und die innere Struktur neu aufgebaut. Die Räumlichkeiten der Villa beherbergen im Erdgeschoss eine halböffentliche Gastronomie und in den Obergeschossen einen Seminarbereich sowie Büros.

Ort Zürich

Nutzung Club Baur-au-Lac. Lounge, Restaurant, Küche, Seminarräume, Büros

Beauftragung 2009

Planung/Ausführung 2009–2020

Bauherrschaft Grundausbau: Villa Rosau AG, Zürich
Bauherrenvertretung: Conarenco AG, Zürich

Geschossfläche 2‘104 m2

Team G/G Christian Maggioni (Teamleitung ab 11/2012), Mathias Rösner (Projektleitung ab 2011), Michael Winklmann (Teamleitung bis 10/2012), Martin Bischofberger (Projektleitung bis 2010), Roman Vetterli, Christoph Dober, Karla Pilz, Griet Aesaert, Daniel Friedmann

Bauleitung b+p baurealisation ag, Zürich

Landschaftsarchitektur Vogt Landschaftsarchitekten, Zürich

Statik Locher Bauingenieure AG, Zürich

Elektrotechnik IGB B. Graf AG, St.Gallen

Haustechnik Gruenberg + Partner AG, Zürich

Bauphysik Kopitsis Bauphysik AG, Wohlen

Brandschutz Makiol+Wiederkehr, Beinwil am See

Innenarchitektur Club Baur-au-Lac: Atelier Zürich

Fotos © Roman Keller

Restaurant Vinikus, Um- und Neubau

(nicht mehr im originalen Zustand)

Die ungewöhnliche Gestalt des Grundstückes am Schiabach und seiner heutigen Bebauung sind das Resultat einer mehr als hundertjährigen Urbarmachung und Nutzung der ehemaligen Bachparzelle durch den früheren Eigentümer, eine Bauunternehmung.
Mit dem Umbau des Restaurants galt es einen Anfangspunkt zu setzen im langfristigen Bestreben der heutigen Bauherrschaft, den gewerblichen Hofraum mitten in Davos Schritt für Schritt in einen öffentlichen und kulturellen Raum zu wandeln. Die Hälfte der vordersten Liegenschaft sollte transformiert werden, um – entsprechend der Leidenschaft des Weinhändlers Christoph Künzli – als Standort für ein neues Wein- und Speiserestaurant zu dienen. Die Grundfäche des früheren Restaurants wurde in der Folge unterkellert, um Räume für den Wein zu gewinnen, das oberirdische Volumen des ehemaligen, eingeschossigen Restaurants innerhalb der gesetzlichen Grenzabstände vergrössert, um im Inneren für einen neuen Gastraum mit angemessener Höhe Platz zu schaffen.

Die Unterkellerung besteht aus Beton, während die aufsteigenden Wände aus massivem Mauerwerk errichtet sind. Im Bereich der grossen Fensteröffnung liegt das Mauerwerk auf einem im engen Raster abgestützten Stahlrahmen auf. Wie die Oberflächen der bestehenden Hofbebauung sind auch die Aussenfassaden verputzt. Optisch auszeichnend wirkt lediglich, was dieses Gebäude bezeichnen muss – die Beschriftung des Restaurants.
In diese gemauerte Architektur eingebaut – ähnlich einem Kuckucksei eingesetzt – ist der Gastraum aus Holz. Grossflächige, zum Teil furnierte, durch Fugen rhythmisierte Holzfaserplatten bilden die Decken, die Wände, Türen und Schränke, – Parkettriemen den Fussboden. Das innere Holzgehäuse lässt sich im Bereich der Fensterfront mit schmalen, beweglich befestigten Holzplatten – inneren Fensterläden – öffnen und in der Nacht wieder schliessen. Im Hohlraum zwischen dem hölzernen Kubus und der Backsteinarchitektur wird der Gastraum durch die offenen Plattenfugen mit Luft und Elektrizität versorgt. Eichenholz – Fassholz erzeugt die farbliche Stimmung im Restaurantinneren: mit millimeterdünnen Furnieren und zentimeterdicken Parkettbrettern.
Das Prinzip der Einheitlichkeit von Raum und Ausstattung im Gastraum wird im Kellergeschoss aufgelöst zugunsten eines Nebeneinanders. Raum und Möblierung sind hier in ihrer jeweils typischen Materialisierung gehalten und „roh“ belassen – wie die noch nicht zur Speise verarbeiteten Zutaten eines Rezepts; die Wände sind aus Beton, ebenso die Decke und der Boden; das begehbare Weingestell aus Holzfaserplatten im Degustationsraum ist unverkleidet, der Tisch aus Eichenholz massiv.

Ort Davos

Nutzung Restaurant, Degustationsraum, Küche, Nebenräume

Beauftragung 1990

Planung/Ausführung 1990–1992

Bauherrschaft Christoph Künzli, Scala Vini Davos

Geschossfläche 415 m2

Team G/G Dieter Bachmann (Projekt-/Bauleitung), Gabriella Güntert

Bauleitung Annette Gigon / Mike Guyer Architekten, Zürich

Statik Davoser Ingenieure AG, Davos

Signaletik Lars Müller, Baden

Fotos © Heinrich Helfenstein

Verkehrshaus der Schweiz – Gastropavillon

Demontage 2008, ersetzt durch Neubau Verkehrshaus

Durch den Ersatz des vorgängigen Gartenrestaurants soll der Zugangshof zum Verkehrshaus neu zoniert und aufgewertet werden. Der Hof dient aber nicht nur der Erschliessung des eigentlichen Ausstellungsbereiches sondern stellt eine Art Zwischenraum dar, der bereits Attraktionen anbietet. Mit dem Rigi-Schiff zur einen Seite und dem neuen Fesselballon (High-Flyer) zur anderen Seite, bildet das Gartenrestaurant eine Mitte aus und lädt zum Pausieren und Beobachten ein.

Ein Stahlgerüst mit verschiebbaren, horizontalen Sonnen- und Regenschutzmarkiesen ist – zumindest in Teilen – die eigentliche Tragkonstruktion des Pavillons; er ist somit in die stählerne «Megastruktur» eingebaut. Blechtafeln bilden die Verkleidung und erlauben in Form von grossen Schiebetoren ein grosszügiges Oeffnen des Kubus gegen den Aussensitzplatz. Beides, die Stahlstruktur und auch die Blechverkleidung sind feuerverzinkt, wobei die Galvanisierung auf den Blechtafeln eine schillernde, eisblumenhafte Oberfläche ausgebildet hat.

Unter den Sonnenschutzsegeln ist Raum für etwa 200 Personen. Erweitert wird diese Fläche noch durch das begehbare Dach des Pavillons, von wo man Übersicht auf das Geschehen und Aufsicht auf die Umgebung gewinnen kann.

Im Pavillon selbst befindet sich ein Selbstbedienungsrestaurant mit warmer und kalter Küche, sowie einem Getränke- und Kioskbereich. Zusammen mit den angrenzenden Nebenräumen bildet dieser «Free-Flow» eine hochverdichtete, funktionale Einheit. Das Innere des Pavillons ist in Zusammenarbeit mit dem Künstler Harald F. Müller mit hellgrün emaillierten Stahlblechen ausgekleidet worden. Aussen antworten die hellgelb gestrichenen Stahlbleche der Tischplatten auf den farbig leuchtenden Innenraum.

Grosse Lettern auf dem Pavillon bezeichnen den Ort und das Gebäude. Kernige Ess- und Trinksprüche auf der Rückseite errinnern die Verkehrshausbesucher daran, dass man sich aus dieser kühl schimmernden «Box» zwischenzeitlich mit Erfrischungen versorgen kann.

2008 wurde der Pavillon verkauft und steht nun als Wohnatelier auf dem Dach des St.Galler Sitterwerks (Umbau: Flury + Furrer Architekten)

Ort Luzern

Nutzung Selbstbedienungsrestaurant, Getränke- und Kioskbereich, Nebenräume, Terrasse

Beauftragung 1999

Planung/Ausführung 1999–2000

Bauherrschaft Verkehrshaus der Schweiz, Luzern

Geschossfläche 117 m2

Team G/G Markus Seiler (Projektleitung), Markus Lüscher, Caspar Bresch, Pieter Rabijns

Bauleitung Sepp Zurfluh, Rothenburg

Landschaftsarchitektur Christoph Fahrni, Luzern

Statik Dr. Lüchinger + Meyer AG, Zürich
Ingenieurbüro B. Trachsel, Luzern

Elektrotechnik Integral, Luzern

Haustechnik Integral, Luzern

Signaletik Trix Wetter, Zürich

Farbgestaltung Harald F. Müller, Öhningen, Deutschland

Fotos © Heinrich Helfenstein

Hotel Züri, Heinrichstrasse

Im ehemaligen Industriegebiet von Zürich-West, eingegliedert in eine gründerzeitliche Blockrandbebauung, wurde in den 1980er Jahren das Hotel «Senator» errichtet. Dieses sollte zum «Hotel Züri by Fassbind» umgebaut werden. Dabei konnte die konstruktive Grundstruktur mit Betondecken und Trennwänden fast unverändert erhalten bleiben – mit Vorteil, denn ein Ersatzbau wäre aus baurechtlichen Gründen kleiner ausgefallen, bei höherem Verbrauch von grauer Energie. Das Dach und die Fassaden wurden jedoch komplett erneuert. Ein Merkmal der historischen Wohn- und Fabrikbauten des Quartiers sind Klinkersteine, ob vorgemauert oder in Rahmenstrukturen eingefüllt. An der Hotelfassade wurden sie in die selbsttragenden, vorgestellten Betonelemente als «Intarsien» eingegossen. Ebenfalls ersetzt wurde der gesamte Innenausbau mitsamt Bädern und Installationen. Sowohl die innere als auch die äussere Erscheinung sind von Gegensatzpaaren geprägt: Tag und Nacht, hell und dunkel, Liegen und Stehen, gemessene Materialfarben und starke Spektralfarben.

So wurden zur Strasse hin dunkelbraune Klinkersteine in die vorfabrizierten Elemente der Fassadenverkleidung eingelegt, zum Hofraum hin beige. Unterschiedlich grosse «Betonköpfe» formen jeweils die oberen beziehungsweise seitlichen Abschlüsse und erklären dabei die Konstruktionsweise mit Elementen. Manche der Pfeiler und Stürze sind gänzlich in Beton gehalten, desgleichen das schützende, schwere Vordach des Eingangsbereichs. Wie die 4 cm tiefen Klinkersteine mit Hilfe von Matrizen in der Betonschalung fixiert wurden, kann man im Durchgang zum Hof nachvollziehen – dort wurden die Matrizen nämlich ohne eingesetzte Steine ausgegossen.

In die grosszügigen Fassadenöffnungen sind raumgrosse Holz-Metall-Fenster aus massivem, dunklem Eichenholz eingefügt. Für die Belichtung der neuen Dachzimmer werden die Chromstahl-Dachflächen abwechselnd von Lukarnen und Dachflächenfenstern durchstossen. Je zwei zusammengefügte Lukarnen akzentuieren die Ecken des Hofflügels – und bereichern im Inneren die zeltartigen Dach-Eckzimmer mit einer «Tageslichtlaterne».

In den Hotelzimmern bestehen die Einbaumöbel aus hellem und dunklem Eichenholz. Grossflächige Spiegel leiten in den Raum und weiten ihn – ebenso wie die Fenster, die die Zimmer zur Stadt hin öffnen. Eine textil bespannte Bank dient als Kofferablage und Sitzgelegenheit. In den grau-beigen Teppichen formulieren eingewobene Buchstaben Guten-Tag- und Gute-Nacht-Wünsche in englischer, französischer, italienischer und deutscher Sprache. Partielle Farbflächen an den Wänden tönen das Licht in den Räumen – das Tageslicht und vor allem das Kunstlicht der eigens für diese Räume geschaffenen LED-Wand- und Stehleuchten.

Grosse Leuchten und Farbflächen akzentuieren auch die Hotelkorridore und «verkürzen» sie optisch. Robuste metallische und zementöse Brusttäfer schützen die Wände vor Rollkoffern und Wäschewagen, und wiederum dämpfen hier schrifttragende Teppiche die Schritte.

Die Lobby im Erdgeschoss weitet sich zusammen mit der Lounge und dem Frühstücksbereich zu einem Raumkontinuum, das sich mit grossen «Schau-Fenstern» zur Heinrichstrasse und zur Stadt ausrichtet. Die Klinkersteine der Fassade bilden hier als eingegossene Scherben den robusten Bodenbelag. Eine Rezeption aus Eiche und Schwarzblech sowie langgezogene Sitzbänke entlang den Wänden und speziell gefertigte Tische, Stühle und Hängelampen empfangen die Gäste.

An der Heinrichstrasse lädt ein weiter Vorplatz mit gegossenen Betonflächen unter dem Halbschatten der Bäume zum Frühstücken im Freien. Im Hof wird das Patchwork der Bodenbeläge mit grobem Kies ergänzt, und grosse Pflanzkörbe aus Armierungseisen ermöglichen den neu gesetzten Laubbäumen oberhalb der Tiefgarage Wurzeln zu schlagen.

Ort Zürich

Nutzung Umbau Hotelgebäude aus den 1980er Jahren (ehemals Hotel Senator)
neu: 167 Zimmer, 317 Betten (vorher: 121 Zimmer, 242 Betten), Lobby mit Lounge und Frühstücksraum, Wellnessbereich, Tiefgarage
Erhalt des Gebäudevolumens und der konstruktiven Grundstruktur, neu: Fassaden, Dach, Innenausbau, haustechnische Installationen

Beauftragung 2012

Planung/Ausführung 2012–2017

Bauherrschaft Hotels by Fassbind

Geschossfläche 6‘280 m2

Team G/G Bauprojekt und Ausführung: Martin Feichtner (Projektleitung), Cornelia Schmidt (Projektleitung Stellvertretung), Eva Rosenova, Matthias Clivio, Christian Gammeter, Nicolas Hunkeler, Maxim Moskalenko, Luisa Wittgen
Vorprojekt bis Baueingabe: Pieter Rabijns (Teamleitung bis Baueingabe), Markus Seiler (Teamleitung bis Vorprojekt), Franziska Bächer (Projektleitung), Martin Schwarz, Meret Morgenthaler

Bauleitung Ghisleni Partner AG, Rapperswil (Subplaner)

Landschaftsarchitektur Rainer Zulauf, Studio Vulkan Landschaftsarchitektur, Zürich

Statik Henauer Gugler AG, Zürich

Elektrotechnik pbp ag engineering, Zürich

Haustechnik Gruenberg + Partner AG, Zürich

Bauphysik Gartenmann Engineering AG, Zürich

Brandschutz Basler & Hofmann AG, Zürich

Akustik Gartenmann Engineering AG, Zürich

Fotos © Roman Keller