Erweiterung Josef Albers Museum Quadrat Bottrop «Josef-Albers-Galerie»

Das im historischen Stadtgarten von Bottrop gelegene «Josef Albers Museum Quadrat» wird um einen zweigeschossigen Neubau erweitert, um dort künftig Wechselausstellungen zu zeigen und Raum für die Museumspädagogik, das Kunstdepot und die Werkstatt zu schaffen.

Das Gebäudeensemble, bestehend aus der 1913 errichteten Amtsrichtervilla und den Museumsbauten von Bernhard Küppers aus den1970er und 80er Jahren, erfährt mit dem Neubau eine Ausdehnung nach Nordosten. Die Form, Materialisierung und Farbgebung der Erweiterung sind so gewählt, dass die Architekturen der unterschiedlichen Zeitabschnitte ablesbar bleiben und gleichwohl ein neues harmonisches Ganzes entsteht. Der neue Baukörper hat einen rechteckigen Grundriss wie die historische Villa und rückt leicht nach Südosten vor, um den Baumbestand zu schonen und auch den nordöstlichen Ausblick aus den bestehenden Räumlichkeiten frei zu lassen. Der Teich – nach der letzten Bauetappe in den 80er Jahren angelegt – wird um einige Meter zur Ankunftsstrasse hin verschoben und gewinnt dadurch mehr Präsenz.

Im Unterschied zu Küppers Pavillons aus Stahl und Glas ist der aktuelle Neubau ein kompaktes Volumen mit wenigen, spezifisch gesetzten Öffnungen. Gleichwohl nimmt er hinsichtlich Materialität und Farbe Bezug auf den Bestand. Eine Fassadenhülle aus pulverbeschichteten Metallplatten umschliesst den Baukörper und formt eine Krempe um die Oberlichtkonstruktion, ein Sheddach. Beim letzten Oberlicht neigt sich die Verkleidung nach aussen und bildet einen Lichttrichter. Auch die Nordwestfassade faltet sich auf und schafft für die Anlieferung einen geschützten Aussenbereich.

Auf der Ebene des Stadtgartens liegen die Werkstatt, das Kunstdepot, ein Büro und die Bibliothek sowie die beiden Museumspädagogikräume. Letztere werden über das Ausstellungsgeschoss erschlossen und orientieren sich zum Teich.

Die Museumsbesucher betreten den Neubau über eine Verbindungsbrücke, von der aus ein Fenster die Sicht auf den Park freigibt. Die Passage erscheint auf dem Hinweg durch die Trapezform der Brücke optisch verlängert und auf dem Rückweg verkürzt.

Der Rundgang führt teils mäandrierend, teils geradlinig durch acht unterschiedlich dimensionierte Ausstellungsräume. Vier grosse Fenster auf je einer Seite gewähren den Besuchern Ausblicke in den Stadtgarten und gleichzeitig den Spaziergängern von aussen Einblick in das Museum. Für die gleichmässige Beleuchtung der Kunstwerke mit Tageslicht sorgen aber vor allem die Oberlichter des Sheddachs. Die Proportionen der Räume, die Tür- und Fensteröffnungen, sowie die Materialien sind so gewählt, dass sie der Wahrnehmung der Kunstwerke dienen. Die Kunst hat Vorrang: Sie erhält mit dem Erweiterungsbau mehr als Hänge- und Stellflächen, ihr wird «Raum gegeben».

Ort Bottrop, Deutschland

Nutzung 8 Ausstellungsräume für Wechselausstellungen,
Ebene Park: Museumspädagogik, Kunstdepot, Werkstatt, Materiallager, Fachbibliothek, Büro, Technik, Anlieferung

Wettbewerb 2016, 1. Preis

Planung/Ausführung 2016–2022
ARGE Josef Albers Museum Quadrat,
Arbeitsgemeinschaft Gigon/Guyer und pbr

Bauherrschaft Stadt Bottrop, Fachbereich Immoblienwirtschaft
Nutzer: Josef Albers Museum . Quadrat Bottrop

Geschossfläche 1‘996 m2

Team G/G Wettbewerb: Stefan Thommen, Sarah Haubner, Daniel Hurschler Planung / Ausführung: Pieter Rabijns (Teamleiter), Philippe Volpe

Bauleitung pbr Planungsbüro Rohling AG, Osnabrück, Deutschland

Landschaftsarchitektur Büro Drecker, Bottrop, Deutschland

Bauingenieur pbr Planungsbüro Rohling AG, Frankfurt am Main, Deutschland

Elektrotechnik pbr Planungsbüro Rohling AG, Osnabrück, Deutschland

Haustechnik pbr Planungsbüro Rohling AG, Osnabrück, Deutschland

Bauphysik a°blue GmbH, Hamburg, Deutschland

Brandschutz Das Ingenieurhaus Borgert Keller Witte, Bornheim, Deutschland

Akustik a°blue GmbH, Hamburg, Deutschland

Lichtplanung Institut für Tageslichttechnik Stuttgart, Deutschland

Weitere Projektsteuerung: Kempen Krause Ingenieure GmbH, Niederlassung Köln, Deutschland

Fotos Stefan Müller, Berlin, Deutschland

Adresse Im Stadtgarten 20 46236 Bottrop, Deutschland

FILM  

Wohnüberbauung Zellweger-Areal

Das ehemalige Industrieareal Zellweger zeichnet sich durch ausserordentliche landschaftliche Qualitäten aus. Zwei grosse Weiher, die ursprünglich zur Gewinnung von Wasserkraft angelegt worden waren, ein Flusslauf und ein parkartiger alter Baumbestand prägen das Gelände. Das Grundstück wird durch den Zellweger-Weiher und den Aabach begrenzt. Zwei unterschiedlich hohe Wohngebäude werden hier so gesetzt, dass sie jeweils der Platanenallee am Weiher im Norden und dem baumgesäumten Bachverlauf im Südosten folgen. Sie spannen einen L-förmigen Grünraum zwischen sich auf. Dieser Zwischenraum öffnet sich im Westen einem Baumfeld und dem bestehenden hohen Bürogebäude.

Breite Zugangswege führen über den grünen Zwischenraum, der unter sich die Garage birgt, zu den beiden Häusern. Kiefern sind als Baumskulpturen auf die sanft modellierte Rasenfläche gesetzt. Die privaten Vorgärten im Erdgeschoss werden mit Fichtenholzlamellen vom öffentlichen Grünraum abgegrenzt. Sie werden gerahmt von offenen, eleganten Betonstrukturen, die zugleich Veloabstellplätze, Briefkastenfronten und Kamine für die natürliche Belüftung der Tiefgarage formen.

Das nördliche, achtgeschossige Gebäude entlang der Weiherallee beherbergt 74 Mietwohnungen, ein Bistro, zwei Kinderkrippen und einen Hort. Das drei- bis fünfgeschossige Gebäude am neuen Zellwegerweg, entlang des Aabaches gelegen, enthält 61 Mietwohnungen und einen Gemeinschaftsraum. Die Mehrzahl der Wohnungen in beiden Gebäuden hat durchgehende Wohn-/ Ess-/ Küchenräume mit einem beidseitigen Bezug sowohl zum grünen Innenhof als auch zum Weiher oder Bach. Das Prinzip des durchgesteckten Wohn-/ Essraums wurde in den beiden Gebäuden unterschiedlich ausformuliert. Im Gebäude am Zellwegerweg verjüngt sich der Raum in der Mitte, um einen Eingangsbereich auszubilden. Auf beiden Seiten dieser Eingangszone weitet sich der Raum wieder aus, um versetzt zueinander eigenständige Zonen für das Wohnzimmer und die Wohnküche zu schaffen. Die Zimmer sind peripher um diesen zentralen Raum angeordnet. Im Gebäude an der Weiherallee bildet die Eingangszone gleichzeitig die Erschliessung der Zimmer und führt zum durchgehenden Wohn-/ Essraum. Die feinen Knicke der Balkone bieten unterschiedlich tiefe Aussenräume an und nehmen formal die grossen Knicke der beiden Baukörper auf, wodurch deren Volumen plastisch animiert wird.

Die Fassaden gliedern sich schichtweise in Verkleidungen aus rhythmisiert versetzten, thermobehandelten Fichtenholzbrettern und durchbrochene Brüstungsbänder aus vorfabriziertem weissen Beton, die gegenüber den Holzbrettern erhaben sind und diese vor Witterung schützen. An den Balkonen tritt die Betonbrüstung nach vorn, die hölzerne Verkleidung nach hinten.

Ort Uster

Nutzung Zwei Baukörper in einer Parkanlage mit insgesamt 135 Mietwohnungen, Gemeinschaftsraum, Bistro, Kinderhort, zwei Kinderkrippen, zwei Tiefgaragen mit insgesamt 149 Parkplätzen

Wettbewerb 2008, 1. Preis

Planung/Ausführung 2009–2013

Bauherrschaft Zellweger Park AG, Uster
Bauherrenvertretung: Odinga und Hagen AG, Uster

Geschossfläche 24‘713 m2

Team G/G Daniel Friedmann, Reto Killer, Eric Sommerlatte, Karsten Buchholz

Bauleitung b+p baurealisation ag, Zürich

Landschaftsarchitektur Hager Partner AG, Zürich

Bauingenieur Schnetzer Puskas Ingenieure AG, Zürich

Haustechnik Ernst Basler + Partner AG, Zürich

Bauphysik Mühlebach Partner AG, Wiesendangen

Kunst am Bau Lutz / Guggisberg

Bürohochhaus Andreasturm

Das Bürohochhaus Andreasturm besetzt am Bahnhof Oerlikon, zwischen sich auffächernden Gleisen, eine frei gewordene, dreieckige Parzelle der Schweizerischen Bundesbahnen. Der achtzig Meter hohe, fünfeckige Turm ragt 22 Geschosse in die Höhe, vier Geschosse sind unterirdisch.
Präzis gesetzte Auskragungen im zwölften Geschoss gliedern das Volumen in einen Mittel- und einen Kopfteil und lassen es von Ferne, je nach Standpunkt, mal schlank, mal flächig erscheinen. Ein ausladender Sockel verankert den Baukörper in seiner Umgebung und erschliesst ihn über drei Ebenen. Zur verkehrsberuhigten Andreasstrasse liegt der Haupteingang mit öffentlichen Nutzungen und einem neuen, kleinen Platz. Der Eingang des Ankermieters Amstein + Walthert ist direkt von dem höher liegenden Perron aus zugänglich, die Anlieferung erfolgt über die rückwärtige, tiefer gelegene Strasse.

Eine zweigeschossige, repräsentative Eingangshalle empfängt Mieter und Besucher, die von der Liftlobby die oberen Geschosse erreichen. Eine offene Treppe führt in das erste Obergeschoss zur Rezeption des Hauptmieters. Dessen öffentlichen Räume sind um den zentralen Kern angeordnet: ein «Piano nobile» mit Sitzungszimmern, Galerie und dem Mitarbeiterrestaurant im auskragenden Teil des Sockels.
Das Hochhaus ist als Skelettbau in Stahlbeton errichtet, mit einer zweischaligen Elementfassade. Flachdecken überspannen bis zu 9.30 Meter zwischen Kern und den, an der Fassade liegenden, vorgefertigten Betonstützen. Die stützenfreien Räume bieten flexibel unterteilbare Flächen und natürlich belichtete Arbeitsplätze. Die zweischalige Fassade besteht aus einer inneren Schicht, deren schmale Fensterflügel sich individuell öffnen lassen, und einer äusseren Festverglasung mit horizontalen Brüstungsbändern. In diese sind kupfer- und goldfarbene Gewebeeinlagen einlaminiert, deren Farbtöne jeweils wechselnd den abgewinkelten Fassadenflächen zugeordnet sind. Je nach Wetter und Licht changiert die Fassadenhülle: mal erscheint der Turm reflektierend flächig, mal wird die innere, filigrane vertikale Struktur sichtbar.

Ort Zürich-Oerlikon

Nutzung 26 geschossiges Bürogebäude (4 unterirdisch, 22 oberirdisch), 1‘200 Arbeitsplätze, Konferenzbereich, Restaurants, Ladenlokal, Tiefgarage
Mieter: Ingenieurbüro, Ärztezentrum, Start-ups, Hochschulinstitute

Wettbewerb 2-stufig, 2013, 1. Preis

Planung/Ausführung 2013–2018

Bauherrschaft SBB AG, Zürich
EBP Schweiz AG, Zürich

Geschossfläche 35‘517 m2

Team G/G Planung/Ausführung: Stefan Thommen (Teamleitung), Matthias Clivio (Projektleitung Grundausbau), Luisa Wittgen (Projektleitung Mieterausbau), Christoph Lay, Nicolas Hunkeler, Christian Gammeter
Wettbewerb: Stefan Thommen, Mathias Rösner, Rodrigo Jorge, Thomas Möckel, Leyla Ilman

Bauleitung Ghisleni Planen und Bauen GmbH, Zürich (bis TU-Submission)

Totalunternehmung Implenia (ab TU-Submission)

Generalunternehmung GGG Gigon Guyer Ghisleni Generalplaner Andreasturm AG (bis TU-Submission/ SIA Teilphase 5)

Landschaftsarchitektur Studio Vulkan, Zürich

Bauingenieur WaltGalmarini AG, Zürich

Elektrotechnik Amstein + Walthert AG, Zürich

Haustechnik Amstein + Walthert AG, Zürich

Bauphysik BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich

MSR Amstein + Walthert AG, Zürich

Heizung/Kälte Amstein + Walthert AG, Zürich

Lüftung Amstein + Walthert AG, Zürich

Akustik BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich

Lichtplanung Ernst Basler + Partner AG, Zürich
Mieterausbau A+W: Reflexion AG, Zürich

Fassadenplanung Reba Fassadentechnik AG, Chur

Nachhaltigkeit «DGNB Platin»

Innenarchitektur Mieterausbau A+W: Annette Gigon / Mike Guyer Architekten, Zürich
Trix Wetter, Zürich

Signaletik Integral Ruedi Baur, Zürich

Fotos © Roman Keller

Wohnüberbauung Färberei-Areal

Auf dem ehemaligen Färberei-Areal wurden in Etappen vier Neubauten projektiert, die schliesslich zusammen mit der sanierten und ausgebauten «Blauen Fabrik», einer ehemaligen Textilfärberei, ein Ensemble bilden werden. Das ursprüngliche Industrieareal entwickelt sich so sukzessive zu einem urbanen Quartier mit Wohn-, Gewerbe- und Büronutzungen. Die lang gestreckten, kubischen Baukörper sind fächerförmig in den Hang gesetzt und erzeugen fliessende Zwischenräume, die sich zu Plätzen ausweiten. Über alle Bauetappen hinweg wurde in Zusammenarbeit mit dem Künstler Harald F. Müller die Farbgebung der Bauten entwickelt.

Haus 1

Im langen, fünfgeschossigen Gebäude 1, das parallel zur Kante des seeseitig steil abfallenden Hangs liegt, sind 35 Mietwohnungen in einem variablen Mix mit 3,5 bis 7,5 Zimmern angeordnet. Auf den beiden an die «Blaue Fabrik» angrenzenden Geschossen entstanden flexibel teilbare Büroflächen sowie eine Kinderkrippe im Erdgeschoss.
Charakteristisch für die Geschosswohnungen ist die Anordnung der Zimmer um einen zentralen Wohn- und Essbereich, an den auch die Küche angeschlossen ist. Jeweils zwei in das Volumen einspringende Loggien erweitern den durchgehenden Wohnraum zur Seeseite und nach Süden. Die weiträumige Wirkung des Grundrisses wird durch geschosshohe Fenster verstärkt. Sie lassen Südlicht in die Wohnräume und geben den Blick Richtung Norden auf den Zürichsee und die gegenüberliegende Küste frei. Die Aussenräume der Attikawohnungen sind als grössere Patios gestaltet, die sich nicht nur zur Fassade, sondern auch zum Himmel öffnen. Durch die Hanglage wechselt die Typologie in den beiden unteren Geschossen zu Maisonettewohnungen. Der Tagbereich mit Wohnen, Essen und Küche ist dort im oberen Geschoss über die gesamte Gebäudetiefe organisiert. Der Nachtbereich mit den seeseitigen Zimmern liegt ebenerdig im unteren Geschoss.
Die äussere Erscheinung des Gebäudes wird durch das Raster der tragenden monolithischen Sichtbetonstruktur geprägt. Die Betonflächen der Fassade sind mit einer weissen Lasur gestrichen, während alle Bauteile in den Fassadenöffnungen einen metallischen Charakter besitzen; von den farblos eloxierten Holz-Aluminium-Fenstern über die Lamellenstoren bis zu den Glasbrüstungen, die leicht verspiegelt sind. In den Erschliessungsräumen sind die Liftkerne mit einer hochglänzenden Silberfarbe gestrichen. Die Umfassungswände in Sichtbeton sind teils mit einem matten Gelbgrün, teils mit einer transparenten Lasur behandelt.

Haus 2 und 3

Als letzte Etappe werden auf dem nordwestlichen Teil des Grundstücks zwei weitere Gebäude mit einem kleinen vorgelagerten Park realisiert. Den Schwerpunkt bilden bei Haus 2 kleiner geschnittene, preisgünstige Mietwohnungen für Familien, bei Haus 3 Wohnungen für ältere Menschen.
Um von der besonnten, aber lärmexponierten Südwestseite zu profitieren, werden für Haus 2 Geschosswohnungen mit einem durchgesteckten, aber versetzten Wohn-, Koch- und Essbereich angeboten. Mit dieser Grundrissanordnung entsteht ein variabler Mix aus 48 2,5- bis 4,5-Zimmer-Wohnungen. Die Nasszellen, Nebenräume und vertikalen Erschliessungen sind in der Mittelzone angeordnet, die gleich grossen Wohnraumhälften können flexibel genutzt werden. Wo das Gelände am östlichen Teil des Gebäudes ansteigt, werden im Erdgeschoss Maisonettewohnungen angeboten. Am westlichen Kopfende, zum Platz hin, stehen Räume für eine publikumsorientierte Nutzung zur Verfügung.
Im kompakten Grundriss von Haus 3 sind pro Geschoss fünf 2,5- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen angeordnet. Es gibt zwei einseitig orientierte Wohnungen im Südwesten, zwei Wohnungen sind über Eck an der Südostseite angeordnet. Eine dreiseitig orientierte Wohnung liegt an der Nordwestseite. Mit dieser Grundrissdisposition von verschieden grossen Wohnungen und einer Pflegeeinrichtung im Erdgeschoss wird vor allem auf die Bedürfnisse älterer Menschen eingegangen.
Aussen sind die beiden Häuser lasierend hellbeige und kieselgrau gestrichen. Bei den inneren, über Oberlichter belichteten Treppenhäusern wird das Farbkonzept mit kräftigen Tönen fortgesetzt.

Haus 5

Auf den südwestlichen, zweiseitig abfallenden Teil des Grundstücks nahe den Bahngleisen wurde ein sechsgeschossiger Baukörper mit elf Eigentumswohnungen gesetzt. Für das Gebäude wurden neben unterschiedlichen Geschosswohnungstypen auch besondere Attika- und Maisonette-wohnungen entwickelt. In den oberen Geschossen sind die Wohnungen dreiseitig und teilweise sogar vierseitig orientiert und geben neben dem Seeblick die Sicht auch nach Süden zum Gebirgspanorama frei. Die steile Hanglage bedingt in den Wohnungen der unteren Geschosse eine einseitige Orientierung zum nordostseitig gelegenen See. Alle Wohnungen weisen aber generöse Aussenräume auf: Infolge des im Dachbereich abgeschrägten Gebäudevolumens verfügen die beiden oberen Wohnungen über weite Dachterrassen; die anderen Wohnungen besitzen je nach Grösse ein oder zwei Loggien. Die beiden ebenerdigen Wohnungen haben zudem Aussensitzplätze.
Um die Lichtführung im Treppenhaus zu akzentuieren, ist die innenliegende Längswand über alle Geschosse mit einer Goldfarbe gestrichen und im Eingangsbereich durch einen rosa Farbanstrich auf der gegenüberliegenden Wand ergänzt. Die tragende monolithische Sichtbetonstruktur der Fassade ist mit einer braunen Lasur behandelt, während alle Einschnitte in den Gebäudekörper, die Fassadenöffnungen, Loggien und Dachterrassen, unbehandelt bleiben. Die Holz-Aluminium-Fenster sind aussen fein golden eloxiert.

Ort Thalwil

Nutzung 114 Wohnungen mit teils öffentlichen Nutzungen, Büros, Tiefgaragen mit gesamt 190 Stellplätzen
Haus 1: 5-geschossiger Neubau, 35 Wohnungen mit 3.5–7.5 Zimmern, 900 m2 flexibel teilbare Bürofläche auf zwei Geschossen
Haus 2 & 3: Zwei 5-geschossige Neubauten, Haus 2: 48 Wohnungen mit 2.5–4.5 Zimmern
Haus 3: 20 Wohnungen mit 2.5–5.5 Zimmern, Erdgeschoss: publikumsorientierte, öffentliche Nutzungen
Haus 5: 6-geschossiger Neubau, 11 Eigentumswohnungen, 3.5–6.5 Zimmer

Wettbewerb 1998, 1. Preis

Beauftragung Haus 2 & 3: 2008

Planung/Ausführung Haus 1 & 5: 2005–2008
Haus 2 & 3: 2008–2012

Bauherrschaft Haus 1: Weidmann Management AG, Thalwil
Haus 2 & 3: Ornak AG, Thalwil
Haus 5: Lerch Immobilien AG, Winterthur

Geschossfläche Gesamt: 31'033 m2
Haus 2: 10‘650 m2
Haus 3: 4‘450 m2
Haus 5: 3'183 m2
Haus 1: 12'750 m2

Team G/G Michael Winklmann (Teamleitung)
Haus 2 & 3: Cornelia Schmidt (Projektleitung ab 2010), Lucía Gratz, Anna Dreykluft, Ingo Brinkmann, Daniela Bergmann, Martin Schiess, Meret Morgenthaler, Martin Bischofberger, Christoph Dober, Alex Zeller, Griet Aesaert, Daniel Trepte
Haus 5: Ilka Tegeler (Projektleitung), Ingo Brinkmann, Reto Killer
Haus 1: Esther Righetti, Marius Baumann, Stine Henckel Schultz, Hiroaki Tanaka

Totalunternehmung Haus 1: Karl Steiner AG, Zürich
Haus 2 & 3: HRS Real Estate AG, Zürich
Haus 5: Bauengineering.com AG, Zürich

Landschaftsarchitektur Schweingruber Zulauf, Zürich

Bauingenieur Haus 1 & 5: Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich
Haus 2 & 3: Synaxis AG, Zürich

Elektrotechnik Haus 1 & 5: Elkom Partner AG, Chur
Haus 2 & 3: R+B engineering AG, Zürich

Haustechnik HL Technik, Schaffhausen

Bauphysik Wichser Akustik & Bauphysik AG, Zürich

Farbgestaltung Harald F. Müller, Öhningen, Deutschland

Fotos Haus 1: © Lucas Peters
Haus 2, 3, 5: © Thies Wachter

Haus 1

Haus 2 und 3

Haus 5

Würth Haus Rorschach

Das Würth Haus Rorschach, zwischen See und Hauptbahnhof gelegen, zeigt sich Spaziergängern und Passanten als grünlich gläserne Erscheinung, die zwischen Transparenz und Reflexion changiert und die Besonderheiten des Ortes vielfach wiedergibt.

Das gegliederte, reliefartige Volumen reagiert gegenüber dem Bahnhofsgebäude mit niedrigeren Kuben und gegenüber der Weite des Parks und des Sees mit einem höheren Baukörper. Zur Strasse hin formt das Volumen verschiedene Aussenräume aus: in der Mitte den Eingangsbereich mit mächtigem Vordach, gegen Osten den Zufahrtsbereich mit Demowerkstätten und Würth-Shop und gegen Westen den zum See hin erweiterten Bahnhofsplatz. Ahornbäume zeichnen diesen Raum aus und beleben ihn.

Nähert man sich vom Bahnhof her, betont das weite Vordach den Haupteingang. Die verschiedenen Benutzergruppen, die Ausstellungsbesucher und die Gäste, Kursteilnehmer und Mitarbeitenden betreten das Gebäude über einen hohen Eingangsraum, von dem aus sich ihre Wege zum ersten Mal aufteilen.

Die Geschäftsräume der Würth Group, die Schulungs- und Konferenzräume, der Kongresssaal sowie das Restaurant sind um ein grosszügiges Foyer mit zentralem Lichthof gruppiert und werden durch eine ausgreifende Treppenanlage miteinander verbunden. Sowohl der Kongressbereich für fünfhundert Gäste im Westen als auch die öffentlichen Ausstellungsräume des Forums Würth im südlichen Gebäudeteil sind dank direkter Zugänge auch unabhängig vom restlichen Gebäude nutzbar.

Die Besucher des Forums Würth werden vom Haupteingang über einen Empfangsbereich und Museumsshop in zwei unterschiedlich grosse, zenital belichtete Ausstellungsräume im ersten Obergeschoss geführt. Die Konstruktion des Shed-Oberlichts der Ausstellungsräume trägt dabei gleichzeitig die Auskragung des Vordachs.

Im höchsten, nicht öffentlichen Gebäudeteil befinden sich auf vier Geschossen Büroräumlichkeiten. Begegnungsbereiche mit seeseitigen Balkonen, transparente oder geschlossene Sitzungszimmer und Büros wechseln sich hier mit offenen Bürozonen ab.

Eine gläserne Hülle verkleidet das gesamte Gebäude. Diese äussere, hinterlüftete Glasschicht wird mit versetzt angeordneten, leicht grünlichen Glasscheiben mit einer feinen, metallisch glänzenden Gewebeeinlage gebildet. Es entsteht ein feingliedrig rhythmisierter gläserner „Vorhang“, der das Gebäude nicht nur vor Seewind und Strassenlärm, sondern auch vor Wärmeeintrag und Auskühlung schützt. Die innere Haut besteht aus dreifachem Isolierglas sowie Wärmedämmungen mit Blechverkleidungen. Auf den Dachflächen setzt sich die gläserne Materialisierung in Form von Photovoltaik-Elementen und grünen Glasscherben aus Recyclingglas für die Dacheindeckung fort.

Ort Rorschach

Nutzung Verwaltungsgebäude mit Ausbildungs- und Konferenzzentrum, Saal (630 Sitzplätze), Museum, Restaurant, Cafeteria, Demowerkstatt, Handwerker-Shop

Wettbewerb 2009, 1. Preis

Planung/Ausführung 2009–2013

Bauherrschaft Würth International AG, Chur
Bauherrenvertretung: Walter Dietsche Baumanagement AG, Chur

Geschossfläche 32'200 m2

Team G/G Planung/Ausführung: Christian Maggioni (Teamleitung), Matthias Clivio (Projektleitung), Nicolai Rünzi, Christoph Lay, Katja Fröhlich, Rus Carnicero, Yvonne Grunwald, Martin Schneider, Michael Kloiber, Brigitte Rüdel, Franziska Bächer
Wettbewerb: Luisa Wittgen, Nicolai Rünzi, Bettina Gerhold, Thomas Möckel, Matthias Clivio

Bauleitung Walter Dietsche Baumanagement AG, Chur

Landschaftsarchitektur Atelier Girot, Gockhausen

Bauingenieur Dr. Lüchinger Meyer Bauingenieure AG, Zürich

Elektrotechnik Bühler + Scherler AG, St.Gallen

Haustechnik Waldhauser Haustechnik AG, Basel

Bauphysik Kopitsis Bauphysik AG, Wohlen

Brandschutz Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See

MSR Boxler MSRL Engineering, Jona

Lüftung Waldhauser Haustechnik AG, Basel

Akustik Müller-BBM GmbH, Planegg, Deutschland

Tageslichttechnik Institut für Tageslichttechnik Stuttgart, Deutschland

Kunstlichttechnik Licht Zentrale, Nürnberg, Deutschland

Sanitär Tomaschett + Cioce AG, Rorschach

Fassadenplanung Reba Fassadentechnik AG, Chur

Signaletik Trix Wetter, Zürich

Farbgestaltung (partiell) Harald F. Müller, Oehningen, Deutschland

Fotos © Thies Wachter
© Shinkenchiku-sha, Tokyo

Adresse Churerstrasse 10, CH – 9400 Rorschach

Wohnüberbauung Zellweger-Areal

Das ehemalige Industrieareal Zellweger zeichnet sich durch ausserordentliche landschaftliche Qualitäten aus. Zwei grosse Weiher, die ursprünglich zur Gewinnung von Wasserkraft angelegt worden waren, ein Flusslauf und ein parkartiger alter Baumbestand prägen das Gelände. Das Grundstück wird durch den Zellweger-Weiher und den Aabach begrenzt. Zwei unterschiedlich hohe Wohngebäude werden hier so gesetzt, dass sie jeweils der Platanenallee am Weiher im Norden und dem baumgesäumten Bachverlauf im Südosten folgen. Sie spannen einen L-förmigen Grünraum zwischen sich auf. Dieser Zwischenraum öffnet sich im Westen einem Baumfeld und dem bestehenden hohen Bürogebäude.

Breite Zugangswege führen über den grünen Zwischenraum, der unter sich die Garage birgt, zu den beiden Häusern. Kiefern sind als Baumskulpturen auf die sanft modellierte Rasenfläche gesetzt. Die privaten Vorgärten im Erdgeschoss werden mit Fichtenholzlamellen vom öffentlichen Grünraum abgegrenzt. Sie werden gerahmt von offenen, eleganten Betonstrukturen, die zugleich Veloabstellplätze, Briefkastenfronten und Kamine für die natürliche Belüftung der Tiefgarage formen.

Das nördliche, achtgeschossige Gebäude entlang der Weiherallee beherbergt 74 Mietwohnungen, ein Bistro, zwei Kinderkrippen und einen Hort. Das drei- bis fünfgeschossige Gebäude am neuen Zellwegerweg, entlang des Aabaches gelegen, enthält 61 Mietwohnungen und einen Gemeinschaftsraum. Die Mehrzahl der Wohnungen in beiden Gebäuden hat durchgehende Wohn-/ Ess-/ Küchenräume mit einem beidseitigen Bezug sowohl zum grünen Innenhof als auch zum Weiher oder Bach. Das Prinzip des durchgesteckten Wohn-/ Essraums wurde in den beiden Gebäuden unterschiedlich ausformuliert. Im Gebäude am Zellwegerweg verjüngt sich der Raum in der Mitte, um einen Eingangsbereich auszubilden. Auf beiden Seiten dieser Eingangszone weitet sich der Raum wieder aus, um versetzt zueinander eigenständige Zonen für das Wohnzimmer und die Wohnküche zu schaffen. Die Zimmer sind peripher um diesen zentralen Raum angeordnet. Im Gebäude an der Weiherallee bildet die Eingangszone gleichzeitig die Erschliessung der Zimmer und führt zum durchgehenden Wohn-/ Essraum. Die feinen Knicke der Balkone bieten unterschiedlich tiefe Aussenräume an und nehmen formal die grossen Knicke der beiden Baukörper auf, wodurch deren Volumen plastisch animiert wird.

Die Fassaden gliedern sich schichtweise in Verkleidungen aus rhythmisiert versetzten, thermobehandelten Fichtenholzbrettern und durchbrochene Brüstungsbänder aus vorfabriziertem weissen Beton, die gegenüber den Holzbrettern erhaben sind und diese vor Witterung schützen. An den Balkonen tritt die Betonbrüstung nach vorn, die hölzerne Verkleidung nach hinten.

Ort Uster

Nutzung Zwei Baukörper in einer Parkanlage mit insgesamt 135 Mietwohnungen, Gemeinschaftsraum, Bistro, Kinderhort, zwei Kinderkrippen, zwei Tiefgaragen mit insgesamt 149 Parkplätzen

Wettbewerb 2008, 1. Preis

Planung/Ausführung 2009–2013

Bauherrschaft Zellweger Park AG, Uster
Bauherrenvertretung: Odinga und Hagen AG, Uster

Geschossfläche 24‘713 m2

Team G/G Planung/Ausführung: Markus Seiler (Teamleitung ab 02/2011), Caspar Bresch (Teamleitung bis 02/2011), Daniela Schadegg (Projektleitung), Philippe Volpe, Martin Feichtner, Lena Ehringhaus, Kristin Sasama, Karin Winklmann
Wettbewerb: Daniel Friedmann, Reto Killer, Eric Sommerlatte, Karsten Buchholz

Bauleitung b+p baurealisation ag, Zürich

Landschaftsarchitektur Hager Partner AG, Zürich

Bauingenieur Schnetzer Puskas Ingenieure AG, Zürich

Haustechnik Ernst Basler + Partner AG, Zürich

Bauphysik Mühlebach Partner AG, Wiesendangen

Kunst am Bau Lutz / Guggisberg

Fotos © Shinkenchiku-sha © Roman Keller

Auszeichnung Architektur Preis Kanton Zürich 2016 – Zellweger Park, Uster
Baupreis 2013 des Architektur Forum Zürcher Oberland

Wohnüberbauung Goldschlägi

Das Goldschlägi-Areal befindet sich im Zentrum von Schlieren, unmittelbar neben dem Bahnhof. Das Grundstück grenzt im Norden an ein Eisenbahnfeld, auf der Südseite bildet es eine grüne Vorzone, die als Aussichts- und Zugangsraum für die Wohnungen dient. Die langen, schmalen Wohngebäude verstärken die Ausrichtung der Parzelle parallel zu den Gleisen, lockern diese jedoch durch eine versetzte Anordnung auf. Die gestaffelte Höhenentwicklung variiert zwischen drei und sechs Geschossen. Somit ergibt sich ein gegliedertes Volumen, das differenzierte Aussenräume schafft.

Das städtebauliche Konzept findet in der Entwicklung der einzelnen Wohnungstypen eine Fortsetzung. Die lärmunempfindlichen Räume, das heisst die Erschliessungskerne, Sanitärzellen und Küchen, sind auf der Nordseite, Richtung Gleisfeld, angeordnet. Nach Süden, zum Grünbereich, orientieren sich alle Wohn- und Schlafräume sowie die grosszügigen, auskragenden Balkone. Ihre versetzte Anordnung bietet den Bewohnern ein- bis zweigeschossige überdeckte Aussenbereiche. Die Brüstungen und die Trennelemente bestehen aus farbigen Glaspaneelen, die eine gegenseitige Einsicht verhindern und im Sonnenlicht blau leuchtende Schatten bilden.

105 Wohnungen unterschiedlichen Typs und unterschiedlicher Grösse (2,5-, 3,5- und 4,5-Zimmer) verteilen sich über die Anlage. Alle besitzen einen offenen, beidseitig belichteten Wohn-, Ess- und Küchenraum. Die Küche bildet jeweils mit Bad/Dusche ein Modul, das durch wechselnde Anordnung verschiedene Wohnungstypen generiert.

Zu den Gleisen hin sind die vor- und rückspringenden Fassaden in einem leuchtenden Rot gestrichen. Schwarz gerahmte Fenster von wechselnder Grösse und Teilung – Küchen-, Essbereich-, Badezimmer- und Treppenhausfenster – erzeugen im Zusammenspiel ein rhythmisches Muster. Die Süd- und Stirnseiten der Gebäude sind weiss verputzt, Fensterrahmen und Sonnenschutz sind hier in natureloxiertem Aluminium gehalten.

Flachdecken in Ortbeton bilden mit vorfabrizierten Betonstützen eine klare, regelmässige Baustruktur. Die Aussteifung erfolgt durch die Treppenkerne sowie die Wandscheiben der Stirnfassaden. Das Betonskelett wird durch grosse vorfabrizierte und isolierte Holzelemente geschlossen, die mit einer hinterlüfteten, verputzten Fassadenverkleidung beplankt sind. Die konsequente Skelettbauweise und ein sparsamer Umgang mit tragenden Innenwänden gewährleisten eine hohe Flexibilität in der Grundrissgestaltung.

Ort Schlieren

Nutzung Zwei Gebäude mit gestaffelter Höhenentwicklung (3–6 Geschosse); 105 Mietwohnungen unterschiedlicher Typologien und Grössen (2.5-, 3.5- und 4.5-Zimmer-Wohnungen); lärmunempfindliche Räume Richtung Gleise; Wohn-/ Schlafräume und Balkone zum Grünbereich im Süden; Tiefgarage

Wettbewerb 2005, 1. Preis
in Zusammenarbeit mit Halter Generalunternehmung AG

Planung/Ausführung 2005–2009

Bauherrschaft Migros Pensionskasse Immobilien, Zürich

Geschossfläche 16‘693 m2

Auslober Wettbewerb Schweizerische Bundesbahnen SBB, Zürich

Team G/G Planung/Ausführung: Markus Seiler (Teamleitung), Martin Bischofberger (Projektleitung), Rolf-Werner Wirtz, Florian Isler, Daniel Trepte, Kristin Sasama, Sebastian Beck, Daniela Bergmann
Wettbewerb: Gilbert Isermann

Totalunternehmung Halter Generalunternehmung AG, Zürich

Landschaftsarchitektur Rotzler Krebs Partner AG, Landschaftsarchitekten BSLA, Winterthur

Bauingenieur ARP André Rotzetter+Partner AG, Baar

Elektrotechnik R+B engineering AG, Zürich

Haustechnik Projekt: HL-Technik AG, Schaffhausen
Ausführung: Turrin Engineering, Hegnau

Bauphysik Raumanzug GmbH, Zürich

Holzbau Josef Kolb AG, Uttwil

Farbgestaltung Harald F. Müller, Öhningen, Deutschland

Fotos © Harald F. Müller
© Lucas Peters

Verkehrshaus der Schweiz – Halle für Strassenverkehr

Das Konzept für die neue Halle für Strassenverkehr weicht vom ersten Entwurf des Wettbewerbs von 1999 ab. Während dort ein dreistöckiges Gebäude mit Betonwandscheiben, tragender, verglaster Fassadenkonstruktion und aussen liegenden brückenartigen Rampen angedacht war, soll der neue Bau zweigeschossig, kostengünstiger und insbesondere flexibler nutzbar sein. Es ist ein Ausstellungsgebäude, das in seiner rudimentären Einfachheit und als ‚dark grey/black box‘ auch an all jene Architekturen erinnert, welche üblicherweise der Aufbewahrung und Behausung von Automobilen dienen – Parkgaragen und Autowerkhallen. In seinem Inneren kommt denn auch ein automatisiertes Parksystem zum Einsatz. Ein von einem Roboterlift bedientes Gestell zeigt die Automobilsammlung dicht übereinander gestapelt und vor Berührungen geschützt. Auf Knopfdruck können die Besucher jedes der Fahrzeuge zu sich bringen lassen und aus der Nähe betrachten. Die offenen Flächen im Erd- und ersten Obergeschoss erlauben parallel dazu unterschiedliche thematische Ausstellungen. Eine einsehbare Fahrzeugwerkstatt zeigt den Besuchern, wie die Fahrzeuge gepflegt und repariert werden.

Die Fassadenhülle des mehrheitlich geschlossenen Baukörpers besteht aus Blechtafeln in verschiedenen Grössen und Farben. Es sind jedoch nicht gewohnte Fassadenbleche und auch nicht (wie noch im Vorprojekt angedacht) die Bleche von Autokarosserien, sondern es sind Verkehrstafeln, die hier wiederverwendet werden: Hinweis-, Gebots- und Verbotstafeln, Richtungs-, Orientierungs- und Ortsschilder. Die Schilderwände, die die Halle für Strassenverkehr räumlich begrenzen, sprechen indirekt von der grossen Freiheit des Individualverkehrs, der mithilfe solcher Tafeln gelenkt und reguliert wird. Die Tafeln verweisen aber auch auf nahe und ferne Ortschaften und Städte, aus denen die Besucher mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln und über verschiedene Verkehrswege zum Verkehrshaus der Schweiz anreisen, um hier mehr über (ihre) Mobilität zu erfahren. Auf der den Nachbargebäuden zugewandten Seite sind die Schilder verkehrt herum montiert. Die bedruckte Seite ist dort zum Gebäude, die unbehandelte, metallene Seite nach aussen gerichtet. Die Nachbarn sehen diese Tafeln folglich so, wie Verkehrsteilnehmer die Schilder des Gegenverkehrs wahrnehmen – von der Rückseite.

Ort Luzern

Nutzung Ausstellungsgebäude für Autos, Motorräder, Lastwagen und Fahrräder; Fassadenhülle aus Verkehrsschildern, Ortsschildern und Hinweistafeln

Wettbewerb 1999, 1. Preis

Planung/Ausführung 2005–2009

Bauherrschaft Verkehrshaus der Schweiz, Luzern

Geschossfläche 3'372 m2

Team G/G Caspar Bresch (Team-/Projektleitung), Mark Ziörjen, Damien Andenmatten, Gaby Kägi, Gilbert Isermann

Totalunternehmung Karl Steiner AG, Luzern

Landschaftsarchitektur Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten, Zürich

Bauingenieur Henauer Gugler AG, Luzern

Elektrotechnik Scherler AG, Luzern

Haustechnik Wirthensohn AG, Luzern

Ausstellungsarchitektur Beratung: Lars Müller, Baden und Peter Regli, Zürich

Fotos © Heinrich Helfenstein, Zürich

Auszeichnung Auszeichnung guter Baukultur Kanton Luzern 2005–2016, Anerkennung

Bürogebäude «Platform»

Im aufstrebenden ehemaligen Industriegebiet Zürich West, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bahnhof Hardbrücke formt das siebengeschossige Bürogebäude «Platform» zusammen mit dem Hochhaus «Prime Tower» und dem renovierten Industriegebäude «Diagonal» einen grosszügigen öffentlichen Platz. Eine doppelgeschossige Passage durch das Gebäude bildet den Eingangsbereich und verbindet den neuen Platz mit einem weiteren Zugang zum Bahnhof.

Mittels Gebäudevorsprüngen auf unterschiedlichen Niveaus nimmt die Geschossfläche mit zunehmender Höhe zu. Hofeinschnitte und variierende Volumenknicke, ergeben optimal belichtete Büroflächen im Inneren und gliedern das Volumen.

Ein hohes, lichtdurchflutetes Atrium bildet das identitätsstiftendes Zentrum des Gebäudes und verbindet das Eingangsgeschoss mit den darüber liegenden Büroebenen. Von hier aus werden im Erdgeschoss das Restaurant und ein Auditorium erschlossen. Eine einladende Treppe führt in den Kundenbereich im ersten Obergeschoss und von dort weiter in die Bürogeschosse.

Die Glasfassade besteht aus horizontal gegliederten Brüstungs- und Fensterbändern. Letztere bestehen aus zwei Verglasungen, in deren hinterlüftetem Zwischenraum sich der Sonnenschutz befindet. Durch das äussere Glas bestmöglich vor Schall geschützt, lassen sich die inneren Fenster individuell öffnen.

 

Ort Zürich

Nutzung Bürogebäude, 7-geschossig, 1‘000 Arbeitsplätze, Atrium als zentrale Eingangshalle, Restaurants, Läden, Auditorium

Beauftragung 2007

Planung/Ausführung 2007–2011

Bauherrschaft Swiss Prime Site AG, Olten

Geschossfläche 28‘853 m2

Team G/G Christian Maggioni (Teamleitung), Franziska Bächer (Projektleitung ab 11/2007), Stefan Thommen (Projektleitung bis 06/2007), Christoph Rothenhöfer (Projektleitung bis 05/2007), Markus von Dellingshausen, Philippe Volpe, Karla Pilz, Armin Baumann, Pieter Rabijns

Totalunternehmung HRS Real Estate AG, Zürich

Landschaftsarchitektur Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten, Zürich

Bauingenieur Planung: ARGE Dr. Schwartz Consulting AG, Zug und Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich und Freihofer & Partner AG, Zürich
Ausführung: Ribi + Blum AG, Romanshorn

Elektrotechnik Planung: IBG B. Graf Engineering AG, St.Gallen
Ausführung: Herzog Kull Group Zürich, Schlieren

Bauphysik BAKUS GmbH, Zürich

Heizung/Kälte Planung: PB Peter Berchtold, Ingenieurbüro für Energie und Haustechnik, Sarnen
Ausführung: Lippuner Energie- und Metallbautechnik AG, Grabs

Lüftung Waldhauser AG, Münchenstein

Lichtplanung Planung: Ernst Basler + Partner, Zürich
Ausführung: Regent, Zürich

Sanitär Planung: PB Peter Berchtold, Ingenieurbüro für Energie und Haustechnik, Sarnen
Ausführung: Huustechnik Rechberger AG, Zürich

Fassadenplanung Planung: gkp fassadentechnik ag, Aadorf
Ausführung: Fahrni Fassadensysteme AG, Lyss

Möblierung Gigon / Guyer Architekten, Zürich
Arbeitsplätze intern: Off Consult, Zürich

Kunst am Bau Nic Hess, Zürich
Herbert Lachmayer und Margit Nobis, Wien, Österreich
Ernesto Neto, Brasilien

Fotos © René Dürr
© Walter Mair
© Shinkenchiku-sha, Tokyo
© Thies Wachter
© USM Möbelbausysteme / Dani Suter