Casa de la Historia

Die Aufgabe bestand darin, ein Besucherzentrum für eine keltische Ausgrabungsstätte im spanischen La Coruña zu entwerfen und das umliegende Areal zu strukturieren, das nicht zuletzt durch die britisch-französische Schlacht von La Coruña (1809) bekannt geworden ist. Der Entwurf beruht auf dem landschaftsgestalterischen Konzept, bestehende Vegetation, Wegeführung und Anbauflächen in das Gesamtprojekt zu integrieren: Der Parque de Elviña umfasst den Bereich der archäologischen Ausgrabung (Castro), eine nach heutigem Forschungsstand rekonstruierte keltische Siedlung (Neo Castro), neu gepflanzte Waldflächen mit ursprünglichen Pflanzen (Eichen, Edelkastanien, Lorbeer, Haselnuss) und heute bestehende Waldbereiche. Dazu treten neu angepflanzte Heideflächen mit ursprünglichen Pflanzen (Stechginster, Brombeere, Sandelholzbäume), Demonstrationsflächen früherer Agrarkultur sowie heutige Ackerzonen. Hinzu kommen überdies das Museum sowie Abstellflächen für Autos.

Der neue Museumskomplex, zwischen Parkplatz sowie altem und neuem Castro gelegen, setzt                       sich aus drei unterirdisch verbundenen Volumina unterschiedlicher Grössen zusammen – das Ensemble ist gleichsam die Grundform einer Siedlung und symbolisiert zudem die Entwicklung der menschlichen Behausung von der Hütte bis zum Hochhaus. Die Neubauten sind markant, lassen aber dem authentischen Ort den Vortritt.

Während der kleinste Baukörper neben dem Shop Administrationsräumlichkeiten beherbergt, dient der mittlere als Café-Restaurant; ausserdem befinden sich dort eine Kinderkrippe und Übernachtungsmöglichkeiten. Das Museum schliesslich ist im grössten der Baukörper untergebracht: Über dem Foyer im Erdgeschoss und den Wechselausstellungsbereichen des ersten Obergeschosses erstreckt sich eine Sequenz von Ausstellungsräumen über insgesamt zehn Halbgeschosse. Zuoberst erlaubt eine Terrasse den weiten Blick über Castro und Umgebung.

Die Ausstellungsräume wirken neutral und ermöglichen Bespielungen auf vielfache Weise; Kastenfenster erlauben von fast allen Räumen aus die Beziehung zur Landschaft – dem eigentlichen «Ausstellungsgut».

Die Verkleidung des Tragwerks besteht aus Blechen – mattierten beim Restaurant, strukturierten beim Shop und glänzenden, spiegelnden, die Umgebung wiedergebenden und von weit her sichtbaren beim Museum.

Text: Hubertus Adam

Ort La Coruña, Spanien

Nutzung Archäologisches Museum

Wettbewerb 2003

Auslober Wettbewerb Ayuntamiento de la Coruña

Team G/G Stefan Thommen, Raul Mera

Landschaftsarchitektur Zulauf Seippel Schweingruber, Baden

Statik Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich