Erweiterung Städel Museum

Der neue Erweiterungsbau des Städelmuseums ergänzt den Gartenflügelanbau (der Architekten von Hoven und Heberer) und den Westflügelannex (von Peichl) zu einer Gebäudekonfiguration, die den Gartenraum umschliesst. Sie belässt diesen Grünraum jedoch für den Festsaal nutzbar sowie weiterhin von der Strasse aus zugänglich und erlebbar.
Die strassenseitige Vorgartenzone mit reichem Baumbestand erfährt eine Öffnung die den  Blickbezug auf den Erweiterungsbau und in den Hofgartenraum ermöglicht. Grüne ‚Pflanzteppiche’ mit Birken und Robinien wechseln sich dort mit einem hellen Kies-Ton-Belag ab und Skulpturen sowie Sitzgelegenheiten bilden künftig die ‚Möblierung’.
Der Erweiterungsbau schließt mit seinem ‘Kopf’ als brückenartiges, eingeschossiges Volumen an das Hauptausstellungsgeschoss des historischen Gartenflügels an. Der Hauptkörper der Erweiterung liegt als schlanker, dreigeschossiger Riegel parallel zur Kunstakademie und zum Gartenflügel und dockt im rechten Winkel an den Westflügel an. Der Neubau bildet mit seinem Volumen weitgehend die Wegeführung in seinem Innern ab.

Über das große bestehende Haupttreppenhaus und den Gartenflügel gelangen die Besucher in den neuen Erweiterungsbau. Der 'Kopf' des Neubaus wird durch den östlichen Erschließungstrakt gebildet, beginnend mit dem Verteil- und Orientierungsraum, der an den Gartenflügel andockt. Von hier führt einer der möglichen Rundgänge hinauf zu den Sälen des zweiten Obergeschosses, über den westlichen Treppenraum in die Kunsträume des ersten Obergeschosses und zurück zum ‚Kopf’, ins 'Gartenzimmer' und die erdgeschossigen Ausstellungsräume. Das ‚Gartenzimmer’ ist als Kunst-Café vorgesehen. Hier interagieren Innen und Außen, Strasse und Gartenraum, Kunst- und Kaffeegenuss.
Die Ausstellungsräume sind zurückhaltend gestaltet: Parkettböden mit Dielen aus Räuchereiche, fein verputzte, gestrichene Wände und Decken mit Fluoreszenzleuchten bilden den ruhigen ‚Hintergrund’ der Kunstwerke. Fenster in Form von kristallartigen, unterschiedlich auskragenden gläsernen ‚Erkern’ bieten sich den Besuchern auf dem Rundgang von Raum zu Raum als Orientierungspunkte und Pausenzonen an. Die Ausstellungsräume auf den drei Ebenen im Hauptbaukörper sind so beschaffen, dass sie eine Vielzahl von möglichen Bespielungen erlauben, insbesondere die spannungsvolle Interaktion von Museumssammlung und Sammlungskonvoluten. Dazu trägt sowohl die stützenfreie Überspannung der Gebäudetiefe, als auch die Lüftungsführung in den Außenwänden bei. Die lichten Raumhöhen von 5.45 Metern ermöglichen zudem großzügige räumliche Zusammenhänge.
Die Tragkonstruktion des Erweiterungsbaus ist in Beton gefertigt. Eine Fassadenhülle aus rhythmisch gefalteten Edelstahlblechen schützt die Isolationsschichten. Es ist eine Verkleidung, die den Himmel, die historischen Bauten und die Bäume vielfach wiedergibt. Der Baukörper spielt und arbeitet mit dem Licht – durch die facettenreiche Reflektion seiner Umgebung gewinnt er Präsenz und erzeugt aber gleichzeitig Weite und Distanz zu den bestehenden Museumsbauten.

Ort Frankfurt am Main, Deutschland

Nutzung Erweiterung und Einbindung in das Raumprogramm: Ausstellungsfläche, Foyer, Bibliothek, Buchhandlung, Lager, Technik, Verwaltung, Werkstätten

Wettbewerb 2008, 2. Preis ex aequo

Geschossfläche 6‘662 m2

Auslober Wettbewerb Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt am Main, Deutschland

Team G/G Ivana Vukoja, Nicolai Rünzi, Karsten Buchholz

Landschaftsarchitektur Vogt Landschaftsarchitekten, Zürich

Statik Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich

Haustechnik Waldhauser Haustechnik AG, Münchenstein

Lichtplanung Lichtdesign Ingenieurgesellschaft mbH, Köln, Deutschland