Das Hagenholzquartier ist eine vitale Umgebung mit hoher Lebensqualität für eine gemischte Mieterschaft, vorzugsweise für Familien. Trotz der Nähe zum Flughafen ist das Quartier ruhig und stark begrünt. Die Wohnüberbauung an der Hagenholzstrasse und Reutlenring wurde in den späten 80er-Jahren erstellt und umfasst fünf Mehrfamilienhäuser mit zwei eingeschossigen Tiefgaragen. Die Wohnungen verfügen über gut dimensionierte Räume, abgeschlossene Küchen, knapp geschnittene Nasszellen und Balkone. Die Anforderungen für behindertengerechtes Bauen sind innerhalb der Wohnungen nur teilweise eingehalten. Es fehlen Lifte und die Erdgeschosse liegen im Hochparterre. Die Energieversorgung der Wohnüberbauung muss erneuert werden. Die aktuellen Vorschriften ermöglichen eine Verdoppelung der Ausnutzung.
Die Neuplanung unterscheidet zwischen der westlichen und östlichen Parzelle. Im Westen werden die Bestandsgebäude durch zwei höhere Neubauten ersetzt. Um den Abstand zu den Nachbaren einzuhalten, werden sie auf dem Grundstück neu platziert. Im Osten dagegen werden die bestehenden Häuser erhalten, saniert und aufgestockt. Über das gesamte Areal bilden die allseitig von Grün umgebenen Gebäude eine einheitliche Wohnüberbauung mit grosszügigen Balkonen und zurückspringenden Attikageschossen, deren schräge Dachflächen wie ‚Kronendächer‘ erscheinen.
Die beiden Neubauten im Westen sind im Grundriss und in der Höhe versetzt und passen sich so der Topografie an. Die kompakten Volumina umfassen sechs Geschosse mit einer Attika und sind als doppelte Dreispänner mit einem Erschliessungskern an der Nordostfassade organisiert. Die Wohnungen bieten mehrheitlich eine zweiseitige Orientierung. Die Tragstruktur besteht aus einem Holzbau auf dem Untergeschoss mit Holz-Beton-Verbunddecken.
Auf der östlichen Parzelle werden die zwei- bis dreigeschossigen bestehenden Häuser mit bis zu drei Vollgeschossen und einer Attika aufgestockt. Statische Vorgaben fordern eine leichte Holzbaukonstruktion, die die Positionen der tragenden Wände der Bestandsbauten übernimmt. Die Decken bestehen aus CLT-Platten (Cross-Laminated Timber) mit Schüttungen. Somit bilden die bestehenden Grundrisse die Grundlage für die neuen Wohnungen, die innerhalb der Vorgaben optimiert werden. Neue Erschliessungskerne mit zweiläufigen Treppen und innenliegenden Liften gewährleisten über die bestehenden Betondecken die horizontale Stabilität und Erdbebensicherheit. Die unterirdischen Geschosse werden erhalten und erweitert. Gesamthaft betrachtet erweisen sich die umfassenden Eingriffe als massvolle und nachhaltige Interventionen.