Die Ausstellung im Kunstmuseum Olten widmet sich der (Hand-)Zeichnung von Architektinnen und Architekten. Präsentiert werden Zeichnungen und Skizzen, die erste räumliche Gedanken manifestieren und als Ideen für spätere Realisierungen dienen. Sie stammen aus vier Archiven und von 50 Schweizer Büros – darunter zwei Skizzen von Gigon Guyer.
Projektgruppe: A_KirchnerMuseumDavos
«GIGON/GUYER. Kirchner Museum revisited» Einzelausstellung
Mit dem Kirchner Museum Davos (1989–1992) konnten wir als junge Architekten die Vorstellung eines idealtypischen Museums realisieren – ein Gebäude, das die Kunst in den Mittelpunkt stellt. Zugleich ein Gebäude, das selbstbewusst seine Beschaffenheit zeigt, sein Gemacht-Sein insbesondere für den Standort auf alpiner Höhe, im kleinen Park mitten in Davos.
In der Ausstellung «Gigon/Guyer. Kirchner Museum revisited» werfen wir erneut einen Blick auf das Museumsgebäude. Zusammen mit dem Filmer Severin Kuhn zeigen wir verschiedene Facetten des Hauses, halten Rückschau auf seine Entstehungsgeschichte und auch auf unsere Arbeit der letzten drei Jahrzehnte. Boxen, Gestelle und Sockel aus einfachem Kistenholz bilden den Untergrund für Filme, Modelle und Materialmuster – die Arbeits- und Darstellungsinstrumente, derer wir uns immer wieder bedient haben.
In einem Ausstellungssaal schlüpfen wir ausnahmsweise selbst in die Kuratorenrolle und bespielen ihn mit «unseren» Lieblingsbildern von Ernst Ludwig Kirchner.
Ein weiterer Saal sollte nach unserem Konzept leer bleiben, da sein nur für das Licht und die Menschen. Die ephemere, objektlose Kunst Tino Sehgals wird diesen Raum während der Ausstellungsdauer von fünf Wochen in ganz besonderer Weise lebendig machen.
Zur Ausstellung erschien ein Katalog mit Texten von Katharina Beisiegel, Gianna Cadonau, Köbi Gantenbein, Momoyo Kaijima, Christoph Kübler, Marietta Piekenbrock, Laurent Stalder und einem Interview mit Katharina Beisiegel, Annette Gigon und Mike Guyer. Die Fotoessays stammen von Stephan Bösch, Katalin Deér, Pati Grabowicz, Harald F. Müller / Guido Kasper und Jules Spinatsch.
Kirchner Museum Davos
Das Hauptziel bestand darin, der Kunst Ernst Ludwig Kirchners Ausstellungsräume zur Verfügung zu stellen, die das Werk des Künstlers weder überhöhen noch zu ihm in Konkurrenz treten.
Die vier Ausstellungssäle im Erdgeschoss des Museums sind daher mit grosser Zurückhaltung gestaltet. Weisse Wände fügen sich mit dem Eichenparkettboden und der von Wand zu Wand reichenden Glasdecke jeweils zu einem einfachen Kubus – in der räumlichen Wirkung vergleichbar den Ausstellungssälen der Kunsthallen aus der Zeit der Jahrhundertwende.
Das durch die Lichtdecke in die Ausstellungssäle fallende Tageslicht dringt nicht von oben, sondern – von liegendem Schnee nicht behindert – seitlich in die Oberlichtlaternen ein. Die grossen, über den Ausstellungssälen angeordneten Oberlichtlaternen enthalten auch die Kunstlichtinstallation für den Abendbetrieb.
Zwischen den Saalkuben befindet sich das komplexe Volumen einer Erschliessungshalle aus Sichtbeton. Die Halle ist Ort der Ankunft, Orientierung und Information. Auf dem Rundgang gelangen die Besucher immer wieder in diese Halle, von der aus sie auf den umliegenden Park, die Strasse und die Landschaft blicken können – auf die Ortschaft Davos also, die Kirchner als Sujet diente.
Die Gebäudehülle des Museums, bestehend aus unterschiedlich transparenten, matten und glänzenden Gläsern, ist inspiriert vom hellen, alpinen Licht des Davoser Tals. Das Gebäude spielt und arbeitet mit diesem Licht. Je nachdem, ob sie Ein- und Ausblicke gewähren sollen oder ausschliesslich der Belichtung dienen, sind die Gläser unterschiedlich behandelt: klar und spiegelglatt als thermische Begrenzung der Erschliessungshalle; mattiert im Bereich der Oberlichter, um das Licht diffus zu machen; profiliert und mattiert als durchscheinende Fassadenverkleidung vor der Wärmedämmung der Betonwände. Glasscherben (Abfallglas) als «letzter» Zustand des Glases beschweren als glitzernder Kies das Dach.
Die Kerne des Museums, die hohen Kuben der Ausstellungsräume, sind innerhalb der kleinen Parkanlage zwischen die bestehende Baumbepflanzung gestellt. Sie widerspiegeln in ihrer Anlage gleichsam die Davoser Siedlungsstruktur mit deren lose nebeneinander gestellten Flachdachbauten.
Kurszentrum und Museum am Schiabach
Kirchner Museum Davos
Publikationen über das Kirchner Museum Davos
nationale Presse / Fachpresse seit 1991 (PDF Download)
internationale Presse / Fachpresse seit 1991 (PDF Download)
Das Hauptziel bestand darin, der Kunst Ernst Ludwig Kirchners Ausstellungsräume zur Verfügung zu stellen, die das Werk des Künstlers weder überhöhen noch zu ihm in Konkurrenz treten.
Die vier Ausstellungssäle im Erdgeschoss des Museums sind daher mit grosser Zurückhaltung gestaltet. Weisse Wände fügen sich mit dem Eichenparkettboden und der von Wand zu Wand reichenden Glasdecke jeweils zu einem einfachen Kubus – in der räumlichen Wirkung vergleichbar den Ausstellungssälen der Kunsthallen aus der Zeit der Jahrhundertwende.
Das durch die Lichtdecke in die Ausstellungssäle fallende Tageslicht dringt nicht von oben, sondern – von liegendem Schnee nicht behindert – seitlich in die Oberlichtlaternen ein. Die grossen, über den Ausstellungssälen angeordneten Oberlichtlaternen enthalten auch die Kunstlichtinstallation für den Abendbetrieb.
Zwischen den Saalkuben befindet sich das komplexe Volumen einer Erschliessungshalle aus Sichtbeton. Die Halle ist Ort der Ankunft, Orientierung und Information. Auf dem Rundgang gelangen die Besucher immer wieder in diese Halle, von der aus sie auf den umliegenden Park, die Strasse und die Landschaft blicken können – auf die Ortschaft Davos also, die Kirchner als Sujet diente.
Die Gebäudehülle des Museums, bestehend aus unterschiedlich transparenten, matten und glänzenden Gläsern, ist inspiriert vom hellen, alpinen Licht des Davoser Tals. Das Gebäude spielt und arbeitet mit diesem Licht. Je nachdem, ob sie Ein- und Ausblicke gewähren sollen oder ausschliesslich der Belichtung dienen, sind die Gläser unterschiedlich behandelt: klar und spiegelglatt als thermische Begrenzung der Erschliessungshalle; mattiert im Bereich der Oberlichter, um das Licht diffus zu machen; profiliert und mattiert als durchscheinende Fassadenverkleidung vor der Wärmedämmung der Betonwände. Glasscherben (Abfallglas) als «letzter» Zustand des Glases beschweren als glitzernder Kies das Dach.
Die Kerne des Museums, die hohen Kuben der Ausstellungsräume, sind innerhalb der kleinen Parkanlage zwischen die bestehende Baumbepflanzung gestellt. Sie widerspiegeln in ihrer Anlage gleichsam die Davoser Siedlungsstruktur mit deren lose nebeneinander gestellten Flachdachbauten.