Sportzentrum Davos

Das Sportzentrum ersetzt das 1991 einem Brand zum Opfer gefallene, hölzerne Eisbahngebäude des Davoser Architekten Rudolf Gabarel.
Das neue Gebäude begrenzt gleich dem Vorgängerbau das Feld der Eisschnellaufbahn bzw. der Sportanlagen im Südwesten und fasst den rückwärtigen Ankunftsraum. Gegenüber diesen beiden Aussenräumen reagiert das Bauvolumen jeweils anders: mit einer zweigeschossigen, vorgelagerten, licht-, luft-, und sichtdurchlässigen Tribüne zum Eisfeld und mit einer eingeschossigen, kompakten Ausstülpung zur Ankunftseite.

Im prismatischen Bauvolumen sind eine Vielzahl von unterschiedlichen Nutzungen dicht und effizient zusammengefasst – Grossgarderobe, Restaurants, Küche, Büros, Maschineneinstellhalle, Sportmedizinräume, Clubgarderoben, eine Wohnung und Kursgästezimmer.
Die schmale Tribüne steht in enger räumlicher und funktionaler Beziehung zu den angrenzenden öffentlichen Räumen des Restaurants und der Grossgarderobe. Sie beschattet deren grossflächige Verglasungen ähnlich einem Brise-Soleil. Die Tribüne selbst wird von den Besuchern über ihren eigentlichen Zweck hinaus als Aussichts-, Freiluft- und Sonnenbalkon benutzt.
Die Tragpfeiler der Tribüne bestehen aus Beton. Sie lassen den konstruktiven Aufbau des gesamten Gebäudes erkennen – einen je nach Nutzung verkleideten oder roh belassenen Betonbau. Aussen wird der isolierte Baukörper von einer zweischichtigen, hölzernen Fassadenverkleidung – ähnlich zweier sich überlagernder Holzzäune – umhüllt. Aus diesem Konstruktionsprinzip der Fassade entwickeln sich die Geländer, die Schiebeläden, und auch die Fenster. Die innere Lattung der Fassadenverkleidung aus gehobeltem Tannenholz ist farbig gestrichen, die äussere, durch horizontale Eisenprofile gehaltene und distanzierte Lattung aus Lärchenholz roh. Die Verfärbungen des rohen Holzes durch die Witterung kontrastieren mit der Farbigkeit des Anstriches auf der inneren Fassadenschicht. Der Farbanstrich soll die innere Lattung und die Fenster schützen, und insbesondere die farbige Welt des Sports wiederspielen. In Zusammenarbeit mit dem Künstler Adrian Schiess wurden für die Fassade drei Farben gewählt, die sich grossflächig über die Gebäudeseiten ausbreiten – ein Farbklang aus einem hellen Orange, einem komplementären Blau und einem leuchtenden Gelb.
Eine um sechs zusätzliche Farbtöne erweiterte Farbpalette – Dunkelblau, Framboise, Weiss, Apricot, Hellgrün und Türkis – setzt die Farbigkeit des Gebäudes in den Innenräumen fort und steigert sie noch. Ausschliesslich hölzerne Elemente – Fensterrahmen, Türen sowie Wand- und Deckenpaneele für die Schallabsorbtion und die Verkleidung der Installationen – sind Farbträger. Sie stehen im Gegensatz zu den roh belassenen oder verputzten Betonwänden der Tragkonstruktion.
Ähnlich den aufgedruckten Signeten und Nummern der Sportlerbekleidung ist die Beschriftung des Gebäudes innen wie aussen grossmassstäblich direkt auf die Gebäudeelemente aufgetragen; so auch der Schriftzug «Davos» auf der Frontfassade, der auf künftigen Postkarten und Siegerehrungsfotos für den Ferien- und Sportort werben soll.

Ort Davos

Nutzung Sportzentrum mit zweigeschossiger Bühne zum Eisfeld; Erdgeschoss: Eingangshalle, Restaurant, Küche, öffentliche Grossgarderobe, Büros, Einstellhalle, Terrasse
1. Obergeschoss: Clubgarderoben, Sportmedizin, Halle, Theorieräume, Büros, Wohnung, Selbstbedienungsrestaurant, Tribüne
2. Obergeschoss: Unterkunft Seminarbesucher, Aufenthaltsräume

Wettbewerb 1992, 1. Preis

Planung/Ausführung 1993–1996

Bauherrschaft Kur- und Verkehrsverein, Davos

Geschossfläche 3'955 m2

Team GG Wettbewerb: Raphael Frei, Judith Brändle, Rina Plangger

Bauleitung Annette Gigon / Mike Guyer Architekten, Zürich mit Othmar Brügger, Davos

Bauingenieur Wettbewerb: Aerni + Aerni Ingenieure AG, Zürich
Tribüne: Branger + Conzett AG, Chur

Signaletik Trix Wetter, Zürich

Farbgestaltung Adrian Schiess, Zürich und Mouans-Sartoux, Frankreich

Auszeichnungen Auszeichnung gute Bauten Graubünden 2001

Wettbewerb

Überarbeitung

Archäologisches Museum und Park Kalkriese

Aufgrund zahlreicher archäologischer Funde gilt das Gebiet bei Kalkriese, Osnabrück, als Ort der berühmten Schlacht der Germanen gegen die Römer 9 n. Chr. – «Varusschlacht» oder auch «Schlacht am Teutoburger Wald» genannt.

Das Projekt umfasst einige wenige Massnahmen, an die die Vorstellung der Besucher des hier Geschehenen anknüpfen soll. Die gewählten landschaftsgestalterischen und architektonischen Mittel sind in ihrer Charakteristik mehrheitlich abstrakt statt darstellend, symbolisch statt figurativ: Rodung und Neuaufforstungen, eine partielle Rekonstruktion der ehemaligen Landschaft, die Visualisierung des Wallverlaufs mittels Stahlstangen, drei Wegsysteme im Gelände sowie drei Pavillons und ein Museumgebäude.

Unregelmässig ausgelegte Stahlplatten, mit vereinzelten historischen und zeitgenössischen Schriftfragmenten, zeichnen den wahrscheinlichen Verlauf der Route der römischen Legionäre nach und führen den Besucher über das ehemalige Schlachtfeld. Die Stellungen der Germanen im Wald werden mit schmalen, netzartig angelegten Holzschnitzelpfaden dargestellt und versinnbildlichen ihre Tarnung, ihre vielfältigen Angriffs- und Rückzugsmöglichkeiten. Ein der Gegenwart zugeordnetes Wegenetz aus Kies erlaubt den Besuchern, neben den Standorten der Römer und der Germanen, das ganze Gelände zu erkunden und «die Seiten zu wechseln». Auf der Route der Römer, von Platte zu Platte fortschreitend und die Informationsbruchstücke «vom Boden sammelnd», vervollständigt sich im Kopf des Besuchers Stück für Stück eine Vorstellung von der damaligen kriegerischen Situation.

Drei Pavillons im Feld – «Sehen», «Hören» und «Fragen» – fungieren als «Wahrnehmungs­instrumente». Sie vertiefen und relativieren die im Freien gewonnenen Eindrücke.

Der Museumsbau besteht aus einem vom Erdboden abgehobenen, eingeschossigen Baukörper und einem turmartigen Aufbau. Analog zu den Pavillons ist er als Stahlskelett-Konstruktion errichtet und mit grossflächigen rostenden Stahlplatten beplankt. Aus einer Höhe von fast vierzig Metern kann das Gelände des einstigen Schlachtfeldes vogelschauartig überblickt werden. Im Rumpf des Gebäudes befindet sich die eigentliche Ausstellung, in der die Fundgegenstände zu sehen sind. Das Sparsame und Abstrakte der Landschaftseingriffe wird in der Ausstellung durch Figuratives aufgewogen. Ab und an erhellen grosse seitliche Fenster partiell den Raum und gewähren Ausblicke zurück auf die Landschaft, auf das frühere Schlachtfeld.

Ort Osnabrück, Deutschland

Nutzung 20 Hektar ehemalige Landwirtschaftsparzelle als Ort der Varusschlacht (9 n. Chr.): drei Wegesystemen im Gelände, Visualisierung Wallverlaufs, Rodungen/Neuaufforstungen, partielle Rekonstruktion ehemalige Landschaft; Neubau Museum mit 40 Meter hohen Aussichtsturm, drei Pavillons «Sehen», «Hören», «Fragen»; Umbau Gehöft zum Besucherzentrum, Restaurant, Shop, Kindermuseum, Büros

Wettbewerb 1998, 1. Preis
In Zusammenarbeit mit Zulauf Seippel Schweingruber Landschaftsarchitekten, Baden

Planung/Ausführung 1999–2002

Bauherrschaft Varusschlacht im Osnabrücker Land GmbH
Museum und Park Kalkriese, Deutschland

Geschossfläche 2‘290 m2 (Museum und Pavillons)

Team GG Wettbewerb: Markus Lüscher

Bauleitung pbr Planungsbüro Rohling AG, Osnabrück, Deutschland

Landschaftsarchitektur Planung/Ausführung: Zulauf Seippel Schweingruber, Landschaftsarchitekten, Baden

Bauingenieur Gantert + Wiemeler Ingenieurplanung, Münster, Deutschland

Ausstellungsarchitektur Integral Concept, Paris/Baden: Ruedi Baur (1. Ausstellungskonzept Museum), Lars Müller (Ausstellungskonzept Pavillons)

Auszeichnungen BDA-Preis Niedersachsen, Landesverband Bund Deutscher Architekten, 2003
Deutscher Stahlbaupreis, 2003
Weser-Ems-Preis für Architektur und Ingenieurbau, 2001

Stellwerk Vorbahnhof

Das Gebäude steht am Rande des Gleisfelds, nahe der Gottlieb Duttweiler Brücke, auf der Höhe des Übergangs von der städtischen Wohnbebauung zum industriell besetzten Aussenquartier. Der Bau dient der Überwachung des Bahnverkehrs im Bereich des Vorbahnhofs von Zürich. Innerhalb der drei Geschosse wird nur die oberste Ebene als Arbeits- und Aufenthaltsbereich genutzt. Die unteren Geschosse beherbergen ausschliesslich technische Einrichtungen wie Relais Rechner, Umformer, Bahnstromversorgung, Notstrombatterien und Lüftung.

Da einzelne Installationen sehr viel Wärme abgeben, die Räume jedoch ein ausgeglichenes Klima benötigen, d.h. geheizt und gekühlt werden müssen, galt es, eine Klimahülle zu konstruieren, die sowohl Wärme speichern als auch in genügendem Mass an die Umgebung abgeben kann. Eine zweischalige Betonkonstruktion als Gebäudehülle dient als Speichermasse. Sie ist nach Massgabe der Wärmebedürfnisse im Inneren mehr oder weniger gedämmt. Im Sinne eines Faradayschen Käfigs werden die Armierungseisen des Betons benutzt, um die empfindliche Elektronik im Inneren vor störenden, äusseren Einflüssen abzuschotten.

Die durch den Bremsstaub der Züge entstehende, patinaartige Verfärbung aller Gegenstände und Häuser im Bereich der Gleise legte nahe, das kleine Gebäude von vornherein diese Familie der rostrot / braun gefärbten Dinge zu integrieren. Der Beton ist mit braunroten Eisenoxid-Pigmenten eingefärbt: Pigmente, welche dieselbe chemische Basis haben wie der Bremsstaub der Züge - oxidierte Eisenpartikel.

Für den Anstrich der Holzeinbauten in den Personalräumen wählte der Künstler Harald F. Müller jene Farben, die er an Gegenständen im unmittelbaren Umkreis des Stellwerks vorfand und welche beim Ausblick aus den Fenstern wiedererkennbar sind: ein kräftiges Blau, ein leuchtendes Rot, ein Gelb und wiederum ein dunkles Braun.

Die Fenster der Kommando- und Aufenthaltsräume im obersten Geschoss geben Überblick und Ausblick auf das Gleisfeld. Die Lichtregulierung für die Computerarbeitsplätze im Kommandoraum geschieht über Lamellenstoren sowie ein äusseres Licht und Wärme reflektierendes Sonnenschutzglas - eine metallisch bedampfte Scheibe. Während das braune Eisenoxid im Beton den Baukörper in die vom Eisenstaub verfärbte Umgebung integriert, ja beinahe tarnt, kontrastiert die rotgolden spiegelnde Metallbedampfung der Gläser mit der dumpfen Stimmung des dunklen Betons. In der Nacht von innen beleuchtet und während des Tages stark reflektierend, symbolisieren die Fenster rund um die Uhr die Funktion des Gebäudes - das Überwachen des Gleisfelds.

Ort Zürich

Nutzung Arbeits- und Aufenthaltsbereich, technische Einrichtungen wie Relais Rechner, Umformer, Bahnstromversorgung, Notstrombatterien und Lüftung

Wettbewerb 1996, 1. Preis

Planung/Ausführung 1997–1999

Bauherrschaft Schweizerische Bundesbahnen SBB

Team GG Planung/Ausführung: Philippe Vaucher (Projekt-/Bauleitung), Markus Lüscher
Wettbewerb: David Leuthold

Bauingenieur Conzett, Bronzini, Gartmann AG, Chur

Signaletik Harald F. Müller, Öhningen, Deutschland

Fotos © Heinrich Helfenstein
© Harald F. Müller

Wohnüberbauung Schaffhauserstrasse

Ort Zürich-Seebach

Nutzung zwei 8-geschossige Wohnungebäude, 140 Wohnungen, mit Möglichkeit zu gross WGs, Pflegewohnungen, Mehrzweckraum

Wettbewerb 2005

Bauherrschaft Baugenossenschaft ASIG, Zürich

Team GG Mathias Brühlmann, Andréanne Pochon

Landschaftsarchitektur Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten, Zürich

Haustechnik 3-Plan Haustechnik AG, Winterthur

Café Kunsthalle Zürich

Die Kunstinstitutionen in der ehemaligen Bierbrauerei Löwenbräu planten in der Phase der Zwischennutzung auf der Terrasse des historischen Gebäudes ein Café. Im damals noch industriell geprägten Quartier sollte eine öffentliche Aufenthaltsfläche geschaffen werden, die, zusammen mit der Schriftinstallation von Jenny Holzer, den gemeinsamen Eingang betont und speziell auf die Kunsthalle hinweist.

Der längliche, schmale Kubus schwebt über den ehemaligen Werkstätten, kragt in den Strassenraum und wirkt wie ein Signal. In Analogie zu den benachbarten Brücken- und Viaduktkonstruktionen, ist es ein vorfabriziertes, punktuell abgestütztes Stahlfachwerk, in das ein hölzerner Raum eingebaut ist. Die Stahlholzkonstruktion mit grossen Fenstern und einer Verkleidung aus farbig anodisierten Aluminiumplatten setzt sich in seiner Materialität von der roten und gelben Klinkerfassade des Bestands ab. Im Inneren bieten die raumhohen «Schaufenster» Ausblicke in die Limmatstrasse, von der Strasse erhalten Passanten und Vorbeifahrende Einblicke in das Geschehen im Gebäude. Wegen dem folgenden, umfassenden Umbau und der Erweiterung des gesamten Areals kam das Projekt nicht zur Ausführung.

Ort Zürich

Nutzung Café für Galeriebesucher, geplantes Provisorium bis 2006

Studie 2000 (nicht realisiert)

Bauherrschaft Kunsthalle Zürich

Geschossfläche 100 m2

Team GG Markus Seiler, Pieter Rabijns

Neubau Campus Platztor Universität St.Gallen

Ort St.Gallen

Nutzung Universitätscampus, Räume für Lehre, Lernen, Forschung, Gastronomie, Sport

Wettbewerb 2020

Geschossfläche 31‘947 m2

Auslober Wettbewerb Kanton St. Gallen Hochbauamt

Team GG Mike Guyer, Stefan Thommen (Teamleitung), Damien Andenmatten, Ivana Beljan, Dario Caccialupi, Matthias Clivio

Bauleitung Ghisleni Partner, Rapperswil

Landschaftsarchitektur Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau, Zürich

Bauingenieur WaltGalmarini, Zürich

Haustechnik Balzer Ingenieur, Winterthur

Erneuerung Textilmuseum St.Gallen

Ort St.Gallen

Nutzung Aufstockung Ausstellungsraum, Archiv, Verbesserung Museumsrundgang und Betriebsablauf, Etappierung des Umbaus

Wettbewerb 2020

Auslober Wettbewerb Stiftung Textilmuseum St. Gallen

Team GG Mike Guyer, Pieter Rabijns, Jan Zimmermann (P)

Wohngebäude Hegibach

Ort Zürich

Nutzung Erdgeschoss: Laden/Bistro/Büro, Obergeschosse: Wohnen

Wettbewerb Überarbeitung 2021

Bauherrschaft Hegibach AG
Bauherrenvertretung: Thomas Pfister

Geschossfläche 2‘119 m2

Team GG Mike Guyer, Stefan Thommen

Kosten/Terminplanung Ghisleni Partner AG, Zürich

Bauingenieur WaltGalmarini AG, Zürich

Bauphysik WaltGalmarini AG, Zürich
Überarbeitung Wettbewerb: Bauphysik Meier AG, Dällikon

Weitere Energie: WaltGalmarini AG, Zürich

Visualisierung Nightnurse Images AG, Zürich

Büro-/Wohngebäude Hegibach

Ort Zürich

Nutzung Büro/Dienstleistung, Wohnen

Wettbewerb 2020, engere Wahl

Bauherrschaft Hegibach AG
Bauherrenvertretung: Thomas Pfister

Geschossfläche 2‘119 m2

Team GG Mike Guyer, Stefan Thommen

Kosten/Terminplanung Ghisleni Partner AG, Zürich

Bauingenieur WaltGalmarini AG, Zürich

Bauphysik WaltGalmarini AG, Zürich

Weitere Energie: WaltGalmarini AG, Zürich

Visualisierung Nightnurse Images AG, Zürich

Kirchner Museum Davos

Das Hauptziel bestand darin, der Kunst Ernst Ludwig Kirchners Ausstellungsräume zur Verfügung zu stellen, die das Werk des Künstlers weder überhöhen noch zu ihm in Konkurrenz treten.
Die vier Ausstellungssäle im Erdgeschoss des Museums sind daher mit grosser Zurückhaltung gestaltet. Weisse Wände fügen sich mit dem Eichenparkettboden und der von Wand zu Wand reichenden Glasdecke jeweils zu einem einfachen Kubus – in der räumlichen Wirkung vergleichbar den Ausstellungssälen der Kunsthallen aus der Zeit der Jahrhundertwende.
Das durch die Lichtdecke in die Ausstellungssäle fallende Tageslicht dringt nicht von oben, sondern – von liegendem Schnee nicht behindert – seitlich in die Oberlichtlaternen ein. Die grossen, über den Ausstellungssälen angeordneten Oberlichtlaternen enthalten auch die Kunstlichtinstallation für den Abendbetrieb.

Zwischen den Saalkuben befindet sich das komplexe Volumen einer Erschliessungshalle aus Sichtbeton. Die Halle ist Ort der Ankunft, Orientierung und Information. Auf dem Rundgang gelangen die Besucher immer wieder in diese Halle, von der aus sie auf den umliegenden Park, die Strasse und die Landschaft blicken können – auf die Ortschaft Davos also, die Kirchner als Sujet diente.
Die Gebäudehülle des Museums, bestehend aus unterschiedlich transparenten, matten und glänzenden Gläsern, ist inspiriert vom hellen, alpinen Licht des Davoser Tals. Das Gebäude spielt und arbeitet mit diesem Licht. Je nachdem, ob sie Ein- und Ausblicke gewähren sollen oder ausschliesslich der Belichtung dienen, sind die Gläser unterschiedlich behandelt: klar und spiegelglatt als thermische Begrenzung der Erschliessungshalle; mattiert im Bereich der Oberlichter, um das Licht diffus zu machen; profiliert und mattiert als durchscheinende Fassadenverkleidung vor der Wärmedämmung der Betonwände. Glasscherben (Abfallglas) als «letzter» Zustand des Glases beschweren als glitzernder Kies das Dach.
Die Kerne des Museums, die hohen Kuben der Ausstellungsräume, sind innerhalb der kleinen Parkanlage zwischen die bestehende Baumbepflanzung gestellt. Sie widerspiegeln in ihrer Anlage gleichsam die Davoser Siedlungsstruktur mit deren lose nebeneinander gestellten Flachdachbauten.

Ort Davos

Nutzung 4 Ausstellungsräumen, Erschliessungshalle, Didaktikraum, Bibliothek, Sitzungszimmer, Büros, Werkstätten, Depots

Wettbewerb 1989, 1. Preis

Bauherrschaft Kirchner Stiftung Davos

Geschossfläche 2‘208 m2

Team GG Annette Gigon, Mike Guyer, Judith Brändle, Raphael Frei

Bauingenieur Vorprojekt: Aerni + Aerni Ingenieure AG, Zürich
DIAG Davoser Ingenieure AG, Davos

Elektrotechnik K. Frischknecht AG, Chur

Haustechnik 3-Plan Haustechnik AG, Winterthur

Lichtplanung Institut für Tageslichttechnik Stuttgart, Deutschland

Signaletik Lars Müller, Baden

Fotos © Heinrich Helfenstein