Projektkategorie: Wettbewerbe (nicht realisiert)
Bildungszentrum Grevas
Zentrum für Labormedizin
Sekundarschulhaus Im Isengrind
Rösslimatt Baufeld B+C
Stadtraum HB Zürich
Maison du Livre et Parking du Château
Steinbildhauerschule St.Gallen
Die Gebäudetrakte der Steinbildhauerschule sind auf dem flachen Teil des Geländes so situiert, dass sie das Grundstück gegen die Erschliessungsstrasse hin in einen Eingangsplatz und gegen Süden in einen Werkhof gliedern. Der steile Teil des Grundstückes bleibt unüberbaut.
Aus den aus Gründen der Bodenbeschaffenheit nötigen Pfahlfundamenten des Gebäudes leitet sich die Skelettbauweise als Baustruktur ab. Die Tragkonstruktion besteht aus massiven Backsteinpfeilern bzw. Backsteinmauerwerk als Ausfachung. Sowohl die Backsteinpfeiler als auch die Mauerwerksausfachungen erreichen dank der zusätzlichen Luftkammern des Backsteines und der entsprechenden Massivität der Pfeiler ohne weitere Isolationsmaterialien den vorgeschriebenen Wärmeschutz. Die Decken des Schultraktes bestehen aus Stahltonelementen.
Im Inneren sind die Backsteinpfeiler fein verputzt oder geschlämmt. Die Bodenbeläge des Schultraktes bestehen aus roten Ton- bzw. Keramikplatten. Sie sind also ebenfalls aus gebranntem Material gefertigt, im Unterschied zum Mauerwerk aber roh belassen. Nach aussen ist das Mauerwerk verputzt.
Die Architektur, wie auch die Materialisierung der Steinbildhauerschule sind bewusst schlicht gehalten. Den eigentlichen «Reichtum» des Gebäudes werden die Arbeiten der Steinhauer-, Bildhauer- und Steinmetzlehrlinge bilden. Schülerarbeiten sollen nicht nur im Werkhof aufgestellt sein oder ab und zu eine Wand schmücken, sondern integraler Bestandteil der Architektur der Schule werden.
Alljährlich könnten ein oder auch zwei «Fensteröffnungen» mit von Schülern angefertigten Steingewänden ausgekleidet werden. Die Gewände würden aus verschiedenen Steinsorten fabriziert. Sie wären gestockt, scharriert oder geschliffen, und wiesen Schriften oder Halbreliefs auf; von der Architektur her ist einzig das Mass der Maueröffnung und eine maximale Steinstärke in Bezug auf das Fensterlichtmass bestimmt. Die Steinarbeiten sollten durch die Schüler selbst versetzt werden.
Die Fensterbänke aus wetterbeständigem, bakelisiertem Sperrholz sind also nur Provisorien. Sie erfüllen ihren Zweck bis zu dem Zeitpunkt, da sie Stück für Stück, Jahr für Jahr durch Steingewände oder Steinbänke aus der «Produktion» der Gewerbeschule ersetzt werden.
Hinsichtlich der Verwendung von Steingewänden und verputztem Mauerwerk nimmt die Steinbildhauerschule Bezug auf die klassizistischen Schulhausarchitekturen der Region. Die Skelettbauweise und die Ausbildung der Oberlichter mit Sheds verweisen darüber hinaus auf den gewerblichen Charakter der Schule.
Bibliothekserweiterung Winterthur
Das historische Gebäude der Architekten Rittmeyer & Furrer von 1914, in dem drei Institutionen untergebracht sind – die Bibliothek, die Naturwissenschaftliche Sammlung und das Kunstmuseum – soll, nachdem eine provisorische Erweiterung für die Museumsnutzung auf privater Basis erstellt wurde, auch für die Bibliotheksnutzung erweitert werden.
Das Projekt sucht den historischen Bau in seiner äusseren Erscheinung wie auch im Inneren möglichst wenig zu verändern. Die Fassaden werden folglich nicht tangiert, aus dem bestehenden, zur Versorgung mit Licht und Luft nötigen Aussenhof wird kein klimatisierter Innenraum gemacht. Der Hauptteil der Bibliothekserweiterung – die neue Ausleihe, der neue Lesesaal und die Studienbibliothek – befinden sich in denjenigen Teilen des Grundstücks, die nicht der Altbau einnimmt.
Der Erweiterungsbau, der sich mit den drei Restflächen um und im bestehenden Gebäude bescheiden muss, findet eine eigene Identität und Regelhaftigkeit in der Art, wie er sich als unterirdisches Gebäude mit Oberlichtkuben nach aussen darstellt. Mit diesen Elementen vermag der Neubau auch in eine präzise architektonische und nicht nur nutzungsmässige Beziehung zum historischen Gebäude zu treten. Die Komposition der gekreuzten steinernen Längsvolumina des Rittmeyer & Furrer-Baus wird durch die transluszenten gläsernen Oberlichtkörper des Neubaus erweitert und ergänzt.
Während des Tages erscheinen die Oberlichtkörper als grosse, weisslich schimmernde, gläserne Kuben und während der Nacht wirken sie als mächtige, leuchtende Laternen.
Die Oberlichtkörper entwickeln sich aus der Stützen-Ebenen-Struktur der eingegrabenen Baukörper und wachsen als reine Skelettstrukturen ans Licht. Im Gebäudeinneren bilden sie jene Räume aus, die für das konzentrierte individuelle Arbeiten und die Oeffentlichkeit gedacht sind: den Lese- Zeitschriftensaal, die Studienräume und im Hof den Ausleihe- und Empfangsbereich.
Das Projekt folgt dem Idealtypus eines Bibliothekraums: Grosse überhöhte Räume mit Oberlichtern, in denen die Menschen sich in anonymer Gemeinschaft aufhalten und gleichwohl vereinzelt sind durch die Konzentration auf ihre Studienobjekte. Die Struktur des Tragwerks bildet eine feine Raumdivision für die virtuelle Separierung der Studierenden.
Für die drei Institutionen wird vermittels einer grossformatigen Beschriftung mit metallischen Buchstaben geworben, die als mächtige Intarsie in den Bodenbelag des Vorplatzes bzw. in den Dachbelag des neuen Gebäudeteils eingesetzt sind. Die grossen, eingelegten Schriftzüge, über die man geht, auf denen man steht, verweisen über ihre Beschriftungsfunktion hinaus auf die «Tiefgründigkeit» des Bodens unter den Füssen der Besucher.
Der gemeinsame Zugang für die drei Institutionen durch den Portikus wird belassen, so dass das wunderbare Treppenhaus von Rittmeyer & Furrer weitgehend erhalten werden kann. Die Treppe, die heute die drei Institutionen erschliesst, wird durch einen Abgang zum neuen Bibliothekshauptgeschoss ergänzt.
Kurszentrum Rückversicherung
Grundlegend für die Anbindung des neuen Gebäudekomplexes an die Villa war vornehmlich die Gartenanlage: Ein Zusammenspiel von formalem, «französischen» Garten, der unmittelbar dem herrschaftlichen Haus zugeordnet ist und sozusagen die Mitte der Anlage darstellt, und einem «englischen» Gartenteil, der den Übergang zur Landschaft bildet.
Die Harmonie zwischen Villa und geometrischem Garten respektierend, sind die neuen Volumina in freier Form im landschaftlichen Teil des Parkes angeordnet, indem sie die gärtnerisch gestaltete Topographie des Gartens gleichsam kubisch nachvollziehen.
Der Hauptbaukörper mit dem Forum und den Konferenzräumen ist auf den künstlichen Hügel gesetzt und gibt den Blick frei in den Park und über die Baumkronen hinaus auf den See. Der Zimmertrakt orientiert sich als einbündige Anlage gegen Süden und die Landschaft.
Der Raum zwischen Forum und Zimmertrakt bildet die Ankunfts- und Erschliessungshalle. Von hier aus führt der Weg über eine breite Treppe entlang dem Zimmertrakt hinunter zum «französischen» Garten und von dort entlang der Begrenzungsmauer zu den Verpflegungsräumen und Sitzungszimmern der Villa.
Eine Charakteristikum des Versicherungsgeschäfts, die Redundanz, spiegelt sich im Aufbau des Gebäudes. Die Konstruktion der beheizten Räume besteht aus zwei betonierten, selbsttragenden Wänden mit isoliertem Zwischenraum. Die nicht beheizten Räume sind einschalig gebaut. Stahlstützen erlauben relativ grosse Öffnungen. Sie lassen sich als eine Art freigelegter, «massiver Armierung» verstehen. Weiter bilden äussere, leicht getönte, einfachverglaste Schiebefenster gegen Süden, Westen und Osten ähnlich Sonnenbrillen den primären Sonnenschutz vor den innenliegenden, isolierenden Schiebefenstern mit farblosem Glas. Im Zwischenraum ist Platz für den zusätzlich regulierbaren Sonnen- und Blendschutz, wobei das Kastenfensterprinzip die Windunempfindlichkeit der Verdunkelungssysteme unterstützt.
Die farbige Tönung der äusseren Sonnenschutzgläser erzeugt im Inneren eine leichte Färbung der Räume. In den Erschliessungsräumen ergeben die verschiedenen Farben der Verglasung eine feine Polychromie des Lichts.