Bürogebäude Claridenstrasse 35

Das neue Bürohaus der Balzan Stiftung steht an zentraler Lage in Zürich, nahe dem Paradeplatz. Wie sein Vorgängerbau, ein Geschäftshaus aus den 1960er Jahren, ist es ein Solitär. Gleichwohl wird der siebengeschossige Bau durch seine Setzung und Dimensionen zum Teil der bestehenden Blockrandbebauung. Liegende Kunststeinelemente und stehende Metallprofile bilden die Fassade, die so die Tragstruktur aus Betondecken und Stahlverbundstützen aussen nachzeichnet. Das öffentliche Erdgeschoss sowie das mittlere und das oberste Geschoss sind durch einen verdoppelten Raster innerhalb der Fassadengliederung hervorgehoben. Eine zur Stadt orientierte, doppelgeschossige Eingangshalle mit hellem Terrazzoboden und mächtigen Leuchten empfängt Besucher mit italienischer Grandezza, in Anlehnung an die Wurzeln der Stiftung.

Zusätzlich zum Grundausbau konnte bei diesem Bürogebäude auch der Innenausbau für die Mieter, ein Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen, erstellt werden. So sind die Raumeinteilungen, die integrierte Möblierung und die eigens geschaffenen LED-Leuchten Bestandteil der Architektur.

Das statische und energetische Konzept des Gebäudes wurde so optimiert, dass unter Einhaltung der vorgegebenen Bauhöhe ein zusätzliches Geschoss realisiert werden konnte, ohne Abstriche bei den Raumhöhen zu machen. Der tragende und aussteifende Kern sowie moderate Spannweiten und Stützenabstände erlauben schlanke Betondecken, obwohl darin streifenförmige schallabsorbierende Elemente und die Rohre des thermoaktiven Bauteilsystems unsichtbar eingelegt sind. Eine dezentrale Lüftung mit Fassadenkonvektoren und zentraler Abluft ermöglicht geringe Bodenaufbauten für den Hohlboden. Heizung und Kühlung des kompakten Baukörpers erfolgen über ein Anergienetz, das mit Seewasser gespeist wird. Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage installiert.

Nach aussen hin nimmt der geschliffene Beton der vorgefertigten Fassadenelemente vor den Deckenstirnen Bezug auf die Betondecken im Inneren, während die vertikalen Profile aus eloxiertem Aluminium die tragenden Stahlverbundstützen und schmalen, individuell bedienbaren Lüftungsflügel in den Bürogeschossen verhüllen. Die Profile sind rechteckig oder gerundet ausgeformt, geschlossen oder perforiert, und assoziieren sowohl Pfeiler als auch auch «Lüftungskanäle» für die Frischluft.

Ein grosszügiger Vorplatz zur Strasse ersetzt die Parkplätze des Altbaus. Der gebrochene Steinbelag, die begrünten, versickerungsfähigen Fugen sowie die Bepflanzung mit Bäumen und Sträuchern erinnern an die in dem ehemaligen Wohnquartier obligaten Vorgärten.

Ort Zürich

Nutzung Bürogebäude, 7 Geschosse oberirdisch, 2 Untergeschosse in Bestandsaussenwänden, doppelgeschossige Eingangshalle, Büros, Sitzungszimmer, Boardroom, Attika mit 2 Terrassen, Aufenthaltsraum, Tiefgarage mit Autolift

Wettbewerb 2015

Planung/Ausführung 2015–2018

Bauherrschaft Internationale Balzan Stiftung-Fonds

Geschossfläche 4‘062 m2

Team GG Annette Gigon, Stefan Thommen, Daniela Schadegg, Ivana Beljan

Bauleitung Ghisleni Partner AG, Rapperswil/ Zürich

Landschaftsarchitektur Schmid Landschaftsarchitekten GmbH, Zürich

Kosten/Terminplanung Ghisleni Partner AG, Rapperswil/ Zürich

Bauingenieur Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich

Elektrotechnik Amstein+Walthert AG, Zürich

Bauphysik BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich

MSRL Amstein+Walthert AG, Zürich

Heizung/Kälte Amstein+Walthert AG, Zürich

Lüftung Amstein+Walthert AG, Zürich

Akustik BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich

Fassadenplanung gkp fassadentechnik ag, Aadorf

Verkehr Enz Partner GmbH, Zürich

Erweiterung Josef Albers Museum Quadrat

Das im historischen Stadtgarten von Bottrop gelegene «Josef Albers Museum Quadrat» wird um einen zweigeschossigen Neubau erweitert, um dort künftig Wechselausstellungen zu zeigen und Raum für die Museumspädagogik, das Kunstdepot und die Werkstatt zu schaffen.

Das Gebäudeensemble, bestehend aus der 1913 errichteten Amtsrichtervilla und den Museumsbauten von Bernhard Küppers aus den1970er und 80er Jahren, erfährt mit dem Neubau eine Ausdehnung nach Nordosten. Die Form, Materialisierung und Farbgebung der Erweiterung sind so gewählt, dass die Architekturen der unterschiedlichen Zeitabschnitte ablesbar bleiben und gleichwohl ein neues harmonisches Ganzes entsteht. Der neue Baukörper hat einen rechteckigen Grundriss wie die historische Villa und rückt leicht nach Südosten vor, um den Baumbestand zu schonen und auch den nordöstlichen Ausblick aus den bestehenden Räumlichkeiten frei zu lassen. Der Teich – nach der letzten Bauetappe in den 80er Jahren angelegt – wird um einige Meter zur Ankunftsstrasse hin verschoben und gewinnt dadurch mehr Präsenz.

Im Unterschied zu Küppers Pavillons aus Stahl und Glas ist der aktuelle Neubau ein kompaktes Volumen mit wenigen, spezifisch gesetzten Öffnungen. Gleichwohl nimmt er hinsichtlich Materialität und Farbe Bezug auf den Bestand. Eine Fassadenhülle aus pulverbeschichteten Metallplatten umschliesst den Baukörper und formt eine Krempe um die Oberlichtkonstruktion, ein Sheddach. Beim letzten Oberlicht neigt sich die Verkleidung nach aussen und bildet einen Lichttrichter. Auch die Nordwestfassade faltet sich auf und schafft für die Anlieferung einen geschützten Aussenbereich.

Auf der Ebene des Stadtgartens liegen die Werkstatt, das Kunstdepot, ein Büro und die Bibliothek sowie die beiden Museumspädagogikräume. Letztere werden über das Ausstellungsgeschoss erschlossen und orientieren sich zum Teich.

Die Museumsbesucher betreten den Neubau über eine Verbindungsbrücke, von der aus ein Fenster die Sicht auf den Park freigibt. Die Passage erscheint auf dem Hinweg durch die Trapezform der Brücke optisch verlängert und auf dem Rückweg verkürzt.

Der Rundgang führt teils mäandrierend, teils geradlinig durch acht unterschiedlich dimensionierte Ausstellungsräume. Vier grosse Fenster auf je einer Seite gewähren den Besuchern Ausblicke in den Stadtgarten und gleichzeitig den Spaziergängern von aussen Einblick in das Museum. Für die gleichmässige Beleuchtung der Kunstwerke mit Tageslicht sorgen aber vor allem die Oberlichter des Sheddachs. Die Proportionen der Räume, die Tür- und Fensteröffnungen, sowie die Materialien sind so gewählt, dass sie der Wahrnehmung der Kunstwerke dienen. Die Kunst hat Vorrang: Sie erhält mit dem Erweiterungsbau mehr als Hänge- und Stellflächen, ihr wird «Raum gegeben».

Ort Bottrop, Deutschland

Nutzung Ausstellungsfläche, Museumspädagogik, Kunstdepot, Werkstatt, Materiallager, Fachbibliothek, Büro, Technik

Wettbewerb 2017, 1. Preis

Planung/Ausführung 2017–2021

Bauherrschaft Stadt Bottrop, Fachbereich Immoblienwirtschaft

Geschossfläche 1‘963 m2

Team GG Annette Gigon, Stefan Thommen, Sarah Haubner, Daniel Hurschler

Landschaftsarchitektur Büro Drecker, Bottrop, Deutschland

Bauingenieur pbr Planungsbüro Rohling AG, Frankfurt am Main, Deutschland

Elektrotechnik pbr Planungsbüro Rohling AG, Osnabrück, Deutschland

Bauphysik a°blue GmbH, Hamburg, Deutschland

Brandschutz Das Ingenieurhaus Borgert Keller Witte, Bornheim, Deutschland

Akustik a°blue GmbH, Hamburg, Deutschland

Lichtplanung Institut für Tageslichttechnik Stuttgart, Deutschland

Adresse Im Stadtgarten 20 46236 Bottrop, Deutschland

Depot und Atelier für einen Künstler

Ein zweigeschossiges Gebäudes für die Werke des Künstlers Pierre André Ferrand.
Lager- und Abstellflächen im Erdgeschoss; Archiv-, Werkstatt- sowie Ausstellungsflächen im Obergeschoss.

Ort Lully

Nutzung Atelier, Lagerhalle

Studie 2016 (nicht realisiert)

Bauherrschaft Pierre André Ferrand

Geschossfläche 150 m2

Team GG Annette Gigon, Damien Andenmatten

Zentrum für Zahnmedizin

Ort Zürich

Nutzung Zentrum für Zahnmedizin (Dienstleistung in 6 verschiedenen Kliniken, Forschung, Lehre Studiengang Zahnmedizin)

Wettbewerb 2020

Geschossfläche 29‘924 m2

Auslober Wettbewerb Baudirektion Kanton Zürich

Team GG Annette Gigon, Stefan Thommen, Ivana Beljan, Dylan Kreuzer

Landschaftsarchitektur Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau GmbH, Zürich

Kosten/Terminplanung Ghisleni Partner AG, Zürich

Bauingenieur Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich

Elektrotechnik HKG Engineering AG, Schlieren

Haustechnik Waldhauser + Hermann AG, Münchenstein

Bauphysik BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich

Sanitär GRP Ingenieure AG, Rotkreuz

Maag-Tower (heute: Prime Tower)

Ort Zürich

Nutzung Bürohochhaus mit 36 Geschossen, 126 m Höhe, Eingangshalle, Bankfiliale, Gastronomie, Büroräumlichkeiten unterschiedlicher Typologien, Konferenzbereich und Restaurant in den obersten Geschossen

Wettbewerb 2004, 1. Preis

Planung/Ausführung 2004–2011

Bauherrschaft Swiss Prime Site AG, Olten
Bauherrenvertretung: Perolini Baumanagement AG, Zürich

Team GG Annette Gigon, Mike Guyer, Stefan Thommen

Totalunternehmung ARGE Prime Tower
Losinger Construction AG und Karl Steiner, Zürich

Landschaftsarchitektur Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten, Zürich

Kosten/Terminplanung Bauprojekt /TU-Submission: b+p baurealisation ag, Zürich

Bauingenieur Dr. Schwartz Consulting AG, Zug

Lüftung Waldhauser AG, Münchenstein

Fassadenplanung gkp fassadentechnik ag, Aadorf

Möblierung Gigon / Guyer Architekten mit Studio Hannes Wettstein, Zürich

Kunst am Bau Adrian Schiess, Zürich und Mouans-Sartoux, Frankreich
Harald F. Müller, Öhningen, Deutschland

Ersatzneubau Hangenmoos

Ort Wädenswil

Nutzung 300 Mietwohnungen

Wettbewerb 2-phasig, 2014, 1. Preis

Planung/Ausführung 2015–2021/ 2023

Bauherrschaft Hangenmoos AG, Wädenswil

Geschossfläche 64‘289 m2

Team GG Mike Guyer, Stefan Thommen (Teamleitung), Rodrigo Jorge, Andy Gratwohl, Leyla Ilman
Überarbeitung Wettbewerb: Mike Guyer, Stefan Thommen (Teamleitung), Thomas Möckel, Leyla Ilman, Christoph Dober, Milica Vrbaski

Landschaftsarchitektur Studio Vulkan Landschaftsarchitektur GmbH, Zürich

Bauingenieur WaltGalmarini AG, Zürich

Wohnüberbauung Labitzke Areal

Das Quartier des ehemaligen Industrieareals Labitzke, auf dem bis Anfang der 1990er Jahre Farben hergestellt wurden, erfährt momentan einen dynamischen Verdichtungsprozess. Auf dem ein Hektar grossen Grundstück in Zürich-Altstetten sind 277 Mietwohnungen mit Gewerberäumen, Büros und Kindertagesstätte geplant.

Die acht unterschiedlich grossen und hohen Gebäude mäandern zwischen den Nachbarparzellen von der viel befahrenen Hohlstrasse zur ruhigen Albulastrasse. Durch die versetzte Anordnung der Kubaturen entstehen gefasste Aussenräume, die je nach Lage und Gestaltung ihren eigenen Charakter haben. Durchgänge verbinden die Plätze miteinander und erschliessen das Areal fussläufig. Die ehemalige atmosphärische Qualität der heterogenen Gewerbebauten wird in neuer Form fortbestehen.

Am westlichen und östlichen Zugang markieren zwei Turmhäuser mit 15 und 21 Geschossen den Beginn und das Ende der Überbauung. Ebenerdig an den Strassen und äusseren Plätzen liegen Läden, Gewerberäume und eine Kindertagesstätte. Vierzig verschiedene Appartement-Typen wurden für eine vielfältige Bewohnerschaft entwickelt, von der grosszügigen 4.5-Zimmer Wohnung über einfache Studios bis zur Atelierwohnung mit kleinem Garten.

Vertikale und horizontale Lisenen sowie leicht zurückgesetzte Brüstungen bilden eine tektonische Struktur über alle Fassaden und vereint die verschiedenen Baukörper zu einer Grossform.

Ort Zürich Altstetten

Nutzung 8 Gebäude, 4–19 Stockwerke mit zwei Wohntürmen: 46 m und 64 m Höhe, 7 Höfe, 277 Wohnungen, 17 Gewerbeflächen im Erdgeschoss: Bistro, Kindertagesstätte, Büros, Läden, Boarding House (H6), 123 PKW-Stellplätze, davon 20 für Besucher, 1 Carsharing-Stellplatz, 670 Velo-, 11 Motorradstellplätze; davon in der Tiefgarage: PKW-Stellplätze, 169 Velostellplätze, 11 Motorradstellplätze

Wettbewerb 2013, 1. Preis

Planung/Ausführung 2013–2018

Bauherrschaft Mobimo AG, Küsnacht

Geschossfläche 39'986 m2

Team GG Mike Guyer, Stefan Thommen, Christoph Dober, Leyla Illman

Totalunternehmung Implenia Schweiz AG, Dietlikon

Landschaftsarchitektur Schmid Landschaftsarchitekten GmbH, Zürich

Bauingenieur Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich

Elektrotechnik HKG Engineering AG, Schlieren

Haustechnik PB P. Berchtold Dipl. Ing. HTL/HLK, Sarnen

Bauphysik BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich

Brandschutz Hautle Anderegg + Partner AG, Bern

Fassadenplanung Aeplan, Eschelbach Metallbauplanung GmbH, Wikon

Farbgestaltung Harald F. Müller, Öhningen, Deutschland

 

Neubau und Umbau Kunstmuseum Basel

Ort Basel

Nutzung Neubau und Umbau Museum

Wettbewerb 2001, 1. Preis (Neubau und Umbau)

Planung/Ausführung 2001–2007 (Umbau Kunstmuseum und Bibliothek Laurenzbau)

Bauherrschaft Hochbau- und Planungsamt, Hauptabteilung Hochbau
Baudepartement des Kantons Basel-Stadt

Geschossfläche 6'500 m2

Team GG Barbara Schlauri, Sergej Klammer, Christof Bhend

Bauingenieur Rapp Infra AG, Basel

Elektrotechnik Elektrizität AG, Basel

Haustechnik Aicher, De Martin, Zweng AG, Luzern

Möblierung Annette Gigon / Mike Guyer Architekten, Zürich
mit Hannes Wettstein, Zürich