Hotel Züri, Heinrichstrasse

Im ehemaligen Industriegebiet von Zürich-West, eingegliedert in eine gründerzeitliche Blockrandbebauung, wurde in den 1980er Jahren das Hotel «Senator» errichtet. Dieses sollte zum «Hotel Züri by Fassbind» umgebaut werden. Dabei konnte die konstruktive Grundstruktur mit Betondecken und Trennwänden fast unverändert erhalten bleiben – mit Vorteil, denn ein Ersatzbau wäre aus baurechtlichen Gründen kleiner ausgefallen, bei höherem Verbrauch von grauer Energie. Das Dach und die Fassaden wurden jedoch komplett erneuert. Ein Merkmal der historischen Wohn- und Fabrikbauten des Quartiers sind Klinkersteine, ob vorgemauert oder in Rahmenstrukturen eingefüllt. An der Hotelfassade wurden sie in die selbsttragenden, vorgestellten Betonelemente als «Intarsien» eingegossen. Ebenfalls ersetzt wurde der gesamte Innenausbau mitsamt Bädern und Installationen. Sowohl die innere als auch die äussere Erscheinung sind von Gegensatzpaaren geprägt: Tag und Nacht, hell und dunkel, Liegen und Stehen, gemessene Materialfarben und starke Spektralfarben.

So wurden zur Strasse hin dunkelbraune Klinkersteine in die vorfabrizierten Elemente der Fassadenverkleidung eingelegt, zum Hofraum hin beige. Unterschiedlich grosse «Betonköpfe» formen jeweils die oberen beziehungsweise seitlichen Abschlüsse und erklären dabei die Konstruktionsweise mit Elementen. Manche der Pfeiler und Stürze sind gänzlich in Beton gehalten, desgleichen das schützende, schwere Vordach des Eingangsbereichs. Wie die 4 cm tiefen Klinkersteine mit Hilfe von Matrizen in der Betonschalung fixiert wurden, kann man im Durchgang zum Hof nachvollziehen – dort wurden die Matrizen nämlich ohne eingesetzte Steine ausgegossen.

In die grosszügigen Fassadenöffnungen sind raumgrosse Holz-Metall-Fenster aus massivem, dunklem Eichenholz eingefügt. Für die Belichtung der neuen Dachzimmer werden die Chromstahl-Dachflächen abwechselnd von Lukarnen und Dachflächenfenstern durchstossen. Je zwei zusammengefügte Lukarnen akzentuieren die Ecken des Hofflügels – und bereichern im Inneren die zeltartigen Dach-Eckzimmer mit einer «Tageslichtlaterne».

In den Hotelzimmern bestehen die Einbaumöbel aus hellem und dunklem Eichenholz. Grossflächige Spiegel leiten in den Raum und weiten ihn – ebenso wie die Fenster, die die Zimmer zur Stadt hin öffnen. Eine textil bespannte Bank dient als Kofferablage und Sitzgelegenheit. In den grau-beigen Teppichen formulieren eingewobene Buchstaben Guten-Tag- und Gute-Nacht-Wünsche in englischer, französischer, italienischer und deutscher Sprache. Partielle Farbflächen an den Wänden tönen das Licht in den Räumen – das Tageslicht und vor allem das Kunstlicht der eigens für diese Räume geschaffenen LED-Wand- und Stehleuchten.

Grosse Leuchten und Farbflächen akzentuieren auch die Hotelkorridore und «verkürzen» sie optisch. Robuste metallische und zementöse Brusttäfer schützen die Wände vor Rollkoffern und Wäschewagen, und wiederum dämpfen hier schrifttragende Teppiche die Schritte.

Die Lobby im Erdgeschoss weitet sich zusammen mit der Lounge und dem Frühstücksbereich zu einem Raumkontinuum, das sich mit grossen «Schau-Fenstern» zur Heinrichstrasse und zur Stadt ausrichtet. Die Klinkersteine der Fassade bilden hier als eingegossene Scherben den robusten Bodenbelag. Eine Rezeption aus Eiche und Schwarzblech sowie langgezogene Sitzbänke entlang den Wänden und speziell gefertigte Tische, Stühle und Hängelampen empfangen die Gäste.

An der Heinrichstrasse lädt ein weiter Vorplatz mit gegossenen Betonflächen unter dem Halbschatten der Bäume zum Frühstücken im Freien. Im Hof wird das Patchwork der Bodenbeläge mit grobem Kies ergänzt, und grosse Pflanzkörbe aus Armierungseisen ermöglichen den neu gesetzten Laubbäumen oberhalb der Tiefgarage Wurzeln zu schlagen.

Ort Zürich

Nutzung Umbau Hotelgebäude aus den 1980er Jahren (ehemals Hotel Senator)
neu: 167 Zimmer, 317 Betten (vorher: 121 Zimmer, 242 Betten), Lobby mit Lounge und Frühstücksraum, Wellnessbereich, Tiefgarage
Erhalt des Gebäudevolumens und der konstruktiven Grundstruktur, neu: Fassaden, Dach, Innenausbau, haustechnische Installationen

Beauftragung 2012

Planung/Ausführung 2012–2017

Bauherrschaft Hotels by Fassbind

Geschossfläche 6‘280 m2

Team GG Bauprojekt und Ausführung: Annette Gigon, Martin Feichtner (Projektleitung), Cornelia Schmidt (Projektleitung Stellvertretung), Eva Rosenova, Matthias Clivio, Christian Gammeter, Nicolas Hunkeler, Maxim Moskalenko, Luisa Wittgen
Vorprojekt bis Baueingabe: Annette Gigon, Pieter Rabijns (Teamleitung bis Baueingabe), Markus Seiler (Teamleitung bis Vorprojekt), Franziska Bächer (Projektleitung), Martin Schwarz, Meret Morgenthaler

Bauleitung Ghisleni Partner AG, Rapperswil (Subplaner)

Landschaftsarchitektur Rainer Zulauf, Studio Vulkan Landschaftsarchitektur, Zürich

Bauingenieur Henauer Gugler AG, Zürich

Elektrotechnik pbp ag engineering, Zürich

Haustechnik Gruenberg + Partner AG, Zürich

Bauphysik Gartenmann Engineering AG, Zürich

Brandschutz Basler & Hofmann AG, Zürich

Akustik Gartenmann Engineering AG, Zürich

Fotos © Roman Keller

Umbau ehemaliges Bauernhaus, Kanton Aargau

Das Bauernhaus aus dem 19. Jahrhundert wurde mehrfach erweitert und umgebaut. In seiner heutigen Nutzung als Wohnhaus sollte es eine Aktualisierung erfahren. Gemeinsam mit der Bauherrschaft wurden verschiedene Eingriffe entwickelt – sanfte Rekonstruktionen, aber auch tiefgreifende, kontrastierende Massnahmen: von neuen Holztäfelungen bis zu tragenden Holzdecken, von ergänzten Vorfenstern nach traditonellem Vorbild bis zu modernen Metallfenstern mit Isolierverglasungen. Dabei waren die vielschichtige Bausubstanz, energetische und denkmalpflegerische Gesichtspunkte sowie erhöhte statische Anforderungen abzuwägen, nicht zuletzt beeinflusst durch den Schädlingsbefall an bestehenden Balken und Täfelungen.

Der Baubestand umfasst das ehemalige Bauernhaus, eine grosse Scheune und freistehende Nebengebäude. Der Gebäudekern mit dicken Geröllsteinmauern und schönem Gewölbekeller erfuhr 1943 die wesentliche Vergrösserung zu den heutigen Dimensionen. Ende der 1980er Jahre wurde Richtung Südosten unter dem verlängerten Dach ein Nebenraum zum geschützten Sitzplatz mit Feuerstelle umgebaut und ein gedrungener Balkon unter dem Vordach ergänzt. Das Haus bekam damals auch eine Zentralheizung sowie eine zusätzliche Tannenholztäfelung im Inneren. Beim aktuellen Umbau konnten die Aussenmauern und die bestehende Dachkonstruktion erhalten werden. Die mittlere Tragwand musste aus Gründen der Erdbebensicherheit ersetzt werden. Deren statische Aufgaben übernimmt eine neue, raumhaltige Sichtbetonstruktur mit Öffnungen und Nischen für Schränke und eine Feuerstelle mitsamt Kamin, die den vormaligen Ofen ersetzt.

Der Küchenraum reicht neu über zwei Geschosse. Er erhält zusätzlich zenitales Licht über ein grosses Dachfenster, dessen Trichter den Dachboden durchstösst. Ein Betonsteg quert den hohen Raum und verbindet die Schlafkammern im Obergeschoss. Mit rohen Betonflächen, verputzen Mauern und einem Fussboden aus zerbrochenen Betonplatten formt die Küche einen «steinernen» Raum. Die umliegenden Räume sind in Analogie zum vormaligen Innenausbau als hölzerne Einbauten konzipiert: Neue Konstruktionen aus Tannenholz bilden nun die Decke über dem Erdgeschoss, die Trennwände und die Treppe. Bodenbelag und Wände sind aus roh belassenen, massiven Tannenholzbrettern.

Die Aussenmauern wurden mit Innendämmung und zwei neuen, grossen Fensteröffnungen versehen. Drei der bestehenden Öffnungen wurden vergrössert und leicht versetzt; die Mehrzahl blieb jedoch unverändert. Die Fenster selbst wurden auf ungewohnte Art «rekonstruiert»: In die bestehenden und neuen Steinleibungen wurden traditionelle, hölzerne Vorfenster mit Fenstersprossen eingesetzt. Kontrastierend dazu bilden Isolierverglasungen in schlanken, schwarzbraunen Stahlprofilen jeweils das innere Fenster. Dunkle Metallbleche verkleiden die tiefen inneren Leibungen. Die hölzernen Fensterläden wurden überarbeitet und auch bei den neuen Fenstern hinzugefügt.

Dort, wo der Fassadenverputz erneuert oder ergänzt werden musste, wurde er jeweils mit einer anderen Struktur ausgeführt – grober Kellenwurf auf den fein verputzten Seiten, feiner Abrieb an den Fassaden mit grobem bestehendem Putz. Für den Ersatz der hölzernen Giebelverkleidung gegen Südosten kamen braun gebeizte, versetzt angeordnete Holzlatten zum Einsatz. Mit breiteren Abständen finden sie sich auch beim rekonstruierten, aber tiefer gesetzten Balkon und beim vormals verglasten Sitzplatz, der damit die Anmutung eines Vorbaus zurückgewinnt.

Der Ersatzbau für die ehemalige eternitverkleidete Garage besteht aus tragenden, roh belassenen Holzverbundplatten. Die Wände sind wiederum mit vertikalen dunkelbraun gebeizten Holzlatten verkleidet. Unter dem gekantetem Blech der Dachbedeckung bleiben Dachlatten und Konterlatten jedoch unbehandelt. Die Lage der ehemaligen freistehenden Hühner- und Schweineställe ist als versteinerter Fussabdruck in Form einer Betonplatte ablesbar, die nun einen sommerlichen Sitzplatz mitten auf der Wiese bildet.

Ort Kanton Aargau

Nutzung Wohngebäude

Planung/Ausführung 2015–2017

Bauherrschaft privat

Geschossfläche 402 m2

Team GG Annette Gigon, Christian Maggioni (Team- und Bauleitung), Franziska Bächer (Projektleitung, stv. Bauleitung)

Bauleitung Annette Gigon / Mike Guyer Architekten, Zürich

Kosten/Terminplanung Annette Gigon / Mike Guyer Architekten, Zürich

Bauingenieur Bänziger Partner AG, Baden

Elektrotechnik Enerpeak Salzmann AG, Dübendorf

Haustechnik Polke, Ziege, von Moos AG, Zürich

Bauphysik BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich

Fotos © Roman Keller

Francis Bouygues Gebäude, Ecole CentraleSupélec

Auf dem Plateau de Saclay südöstlich von Paris ensteht auf der Grundlage eines langfristig angelegten Masterplans ein Cluster verschiedener Universitäten und Forschungseinrichtungen. Der Neubau Francis-Bouygues, stellt die Verbindung zwischen dem bestehenden Universitätsgebäude und dem neuen Gustave-Eiffel Gebäude her und vermittelt durch seine Lage zwischen Campus und Natur.

Der Neubau füllt die gesamte Parzellenfläche, mit Ausnahme von drei volumetrisch prägenden Rücksprüngen, die die Zugänge zu dem Gebäude definieren. Zwei Aufbauten verstärken die Gebäudeecken entlang der Strasse. Im Inneren bildet ein dicht begrünter Patio das Zentrum des Gebäudes. Über drei Geschosse ist die Schule um die grosse Halle organisiert, als öffentlicher Raum verbindet sie die drei Departemente und verleiht dem Gebäude seine Identität. Nach dem Motiv einer Stadt sind die Univers genannten Departemente als Quartiere konzipiert, mit Strassen, Gassen und Plätzen. Die Halle ähnelt einer künstlichen Topografie, die verschiedene Arbeits- und Aufenthaltsbereiche im Erdgeschosse und auf den erhöhten Ebenen miteinander verbindet und einen kontinuierlichen, differenzierten Raum mit Orten unterschiedlicher Vertrautheit schafft.

Die tektonisch gestaltete Fassade aus emaillierten – glatt, gewellt und kanneliert – profilierten Keramikelementen reagiert in der Ausbildung auf die Umgebung und widerspiegelt in der Farbe die Departemente der Schule. Je nach Lichtsituation changiert die Farbigkeit der modulierten, glänzenden Oberflächen und bereichert die visuelle Wirkung des Gebäudes.

Ort Paris Saclay, Frankreich

Nutzung Universitätsgebäude, Auditorien, Unterrichts- und Laborräume, Theater, Musikräume, Mehrzweck- und Turnhallen, Bibliothek, Restaurant, Cafeteria, Büros, Hotel, Tiefgarage

Wettbewerb 2014, 1. Preis

Planung/Ausführung 2015–2017

Bauherrschaft Kluster (Bouygues Bâtiment Ile-de-France, Bouygues Energies & Services, HICL Infrastructure Limited)

Geschossfläche 27‘400 m2

Auslober Wettbewerb CentraleSupélec

Team GG Planung/Ausführung: Mike Guyer, Pieter Rabijns (Teamleitung), Elisabeth d’Aubarède, Dina Hool, Bryan Grossenbacher, Christoph Dober, Andy Gratwohl, Arend Koelsch, Milica Vrbaski
Wettbewerb: Pieter Rabijns (Teamleitung), Martin Schwarz, Kathrin Sindelar, Christoph Dober, Martin Feichtner, Andy Gratwohl, Arend Koelsch

Kontaktarchitekten Synthèse Architecture, Arceuil, Frankreich

Bauleitung Bouygues Bâtiment Île-de-France Ouvrages Publics, Guyancourt, Frankreich

Generalunternehmung Bouygues Bâtiment Île-de-France Ouvrages Publics, Guyancourt, Frankreich

Landschaftsarchitektur Bassinet Turquin Paysage, Paris, Frankreich

Kosten/Terminplanung Bouygues Bâtiment Île-de-France Ouvrages Publics, Guyancourt, Frankreich

Bauingenieur Bouygues Bâtiment Île-de-France Ouvrages Publics, Guyancourt, Frankreich

Haustechnik EGIS, Paris, Frankreich

Bauphysik AMOES, Asnières-sur-Seine, Frankreich

Brandschutz BTP Consultants, Villebon-sur-Yvette, Frankreich

Akustik Jean-Paul Lamoureux Acoustics, Paris, Frankreich

Signaletik Integral Ruedi Baur, Zürich (Konzeption)
Bureau Brut, Paris, Frankreich (Planung/Ausführung)

Farbgestaltung Harald F. Müller, Öhningen, Deutschland

Fotos © Philippe Ruault
© Harald F. Müller
filmstills: © Severin Kuhn

Bürogebäude Claridenstrasse 35

Das neue Bürohaus der Balzan Stiftung steht an zentraler Lage in Zürich, nahe dem Paradeplatz. Wie sein Vorgängerbau, ein Geschäftshaus aus den 1960er Jahren, ist es ein Solitär. Gleichwohl wird der siebengeschossige Bau durch seine Setzung und Dimensionen zum Teil der bestehenden Blockrandbebauung. Liegende Kunststeinelemente und stehende Metallprofile bilden die Fassade, die so die Tragstruktur aus Betondecken und Stahlverbundstützen aussen nachzeichnet. Das öffentliche Erdgeschoss sowie das mittlere und das oberste Geschoss sind durch einen verdoppelten Raster innerhalb der Fassadengliederung hervorgehoben. Eine zur Stadt orientierte, doppelgeschossige Eingangshalle mit hellem Terrazzoboden und mächtigen Leuchten empfängt Besucher mit italienischer Grandezza, in Anlehnung an die Wurzeln der Stiftung.

Zusätzlich zum Grundausbau konnte bei diesem Bürogebäude auch der Innenausbau für die Mieter, ein Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen, erstellt werden. So sind die Raumeinteilungen, die integrierte Möblierung und die eigens geschaffenen LED-Leuchten Bestandteil der Architektur.

Das statische und energetische Konzept des Gebäudes wurde so optimiert, dass unter Einhaltung der vorgegebenen Bauhöhe ein zusätzliches Geschoss realisiert werden konnte, ohne Abstriche bei den Raumhöhen zu machen. Der tragende und aussteifende Kern sowie moderate Spannweiten und Stützenabstände erlauben schlanke Betondecken, obwohl darin streifenförmige schallabsorbierende Elemente und die Rohre des thermoaktiven Bauteilsystems unsichtbar eingelegt sind. Eine dezentrale Lüftung mit Fassadenkonvektoren und zentraler Abluft ermöglicht geringe Bodenaufbauten für den Hohlboden. Heizung und Kühlung des kompakten Baukörpers erfolgen über ein Anergienetz, das mit Seewasser gespeist wird. Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage installiert.

Nach aussen hin nimmt der geschliffene Beton der vorgefertigten Fassadenelemente vor den Deckenstirnen Bezug auf die Betondecken im Inneren, während die vertikalen Profile aus eloxiertem Aluminium die tragenden Stahlverbundstützen und schmalen, individuell bedienbaren Lüftungsflügel in den Bürogeschossen verhüllen. Die Profile sind rechteckig oder gerundet ausgeformt, geschlossen oder perforiert, und assoziieren sowohl Pfeiler als auch auch «Lüftungskanäle» für die Frischluft.

Ein grosszügiger Vorplatz zur Strasse ersetzt die Parkplätze des Altbaus. Der gebrochene Steinbelag, die begrünten, versickerungsfähigen Fugen sowie die Bepflanzung mit Bäumen und Sträuchern erinnern an die in dem ehemaligen Wohnquartier obligaten Vorgärten.

Ort Zürich

Nutzung Bürogebäude, 7 Geschosse oberirdisch, 2 Untergeschosse in Bestandsaussenwänden, doppelgeschossige Eingangshalle, Büros, Sitzungszimmer, Boardroom, Attika mit 2 Terrassen, Aufenthaltsraum, Tiefgarage mit Autolift

Wettbewerb 2015

Planung/Ausführung 2015–2018

Bauherrschaft Internationale Balzan Stiftung-Fonds

Geschossfläche 4‘062 m2

Team GG Planung/Ausführung: Annette Gigon, Stefan Thommen (Teamleitung), Christoph Lay (Projektleitung), Cornelia Schmidt (Projektleitung Mieterausbau), Lukas Taller, Franziska Bächer
Wettbewerb: Stefan Thommen, Daniela Schadegg, Ivana Beljan

Bauleitung Ghisleni Partner AG, Rapperswil/ Zürich

Landschaftsarchitektur Schmid Landschaftsarchitekten GmbH, Zürich

Kosten/Terminplanung Ghisleni Partner AG, Rapperswil/ Zürich

Bauingenieur Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich

Elektrotechnik Amstein+Walthert AG, Zürich

Bauphysik BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich

MSRL Amstein+Walthert AG, Zürich

Heizung/Kälte Amstein+Walthert AG, Zürich

Lüftung Amstein+Walthert AG, Zürich

Akustik BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich

Fassadenplanung gkp fassadentechnik ag, Aadorf

Verkehr Enz Partner GmbH, Zürich

Fotos © Roman Keller

Wohnüberbauung Labitzke Areal

Zürich Altstetten erfährt eine dynamische Verdichtung und wandelt sich zu einem urbanen Quartier mit Wohnen und Arbeiten. Auf dem ein Hektar grossen ehemaligen Fabrikareal Labitzke entstanden 277 Mietwohnungen mit Gewerbeflächen und Ateliers im Erdgeschoss, die um kleine Plätze angeordnet sind.
Acht zueinander versetzte, unterschiedlich hohe und verschieden breite Baukörper mäandern zwischen den Nachbarparzellen von der viel befahrenen Hohlstrasse zur ruhigen Albulastrasse. Durch die Anordnung der Kubaturen entstehen gefasste Aussenräume, die je nach Lage und Gestaltung ihren eigenen Charakter haben. Durchgänge verbinden die Plätze miteinander, erschliessen das Areal nach allen Seiten fussläufig und verankern es in dem Quartier. Die ehemalige atmosphärische Qualität der heterogenen Gewerbebauten, galt es in neuer Form fortbestehen zu lassen.

Am westlichen und östlichen Zugang, zu den belebten Strassenseiten, markieren zwei Turmhäuser mit 15 und 21 Geschossen das Areal. Hier und an den äusseren Plätzen liegen ein Bistro, die Gewerberäume, Büros und eine Kindertagesstätte. Niedrige, langgestreckte Volumen, mit Familien- und Atelierwohnungen befinden sich in der ruhigen Mittelzone. Entsprechend seiner Lage und Ausrichtung hat jedes Haus eine eigene Wohntypologie, die der vielfältigen Bewohnerschaft unterschiedliche Wohnungstypen bietet. Von der grosszügigen 4.5-Zimmer Wohnung, über Split-Level Wohnungen und solche mit überhohen Räumen in den Türmen, bis zu Atelierwohnungen mit kleinem Garten und einfachen Studios.
Die Fassaden sind gegliedert durch ein Raster aus vertikalen und horizontalen Elementen, die auf unterschiedlichen Ebenen liegen und die Anordnung der Wohnungstypen nach Aussen abzeichnen. Die tektonische Struktur und farbliche Differenzierung in der Höhe über alle Fassaden vereinen die Baukörper zu einer Grossform. Die Vergangenheit des Areals als Farbenfabrik widerspiegelt sich im Farbkonzept: Im Inneren ist jedem Haus ein Farbton zugeordnet. Diese begleiten die Erschliessungswege, in den Entrées als keramischer Wandbelag, und als Farbanstrich in den Treppenhäusern. In den Durchgängen überschneiden sich die Farben der Häuser und leuchten in den Aussenraum.

Ort Zürich Altstetten

Nutzung 8 Gebäude, 4–19 Stockwerke mit zwei Wohntürmen: 46m und 64m Höhe, 7 Höfe, 277 Wohnungen, 17 Gewerbeflächen im Erdgeschoss: Bistro, Kindertagesstätte, Büros, Läden, Boarding House (H6), 123 PKW-Stellplätze, davon 20 für Besucher, 1 Carsharing-Stellplatz, 670 Velo-, 11 Motorradstellplätze; davon in der Tiefgarage: PKW-Stellplätze, 169 Velostellplätze, 11 Motorradstellplätze

Wettbewerb 2013, 1. Preis

Planung/Ausführung 2013–2018

Bauherrschaft Mobimo AG, Küsnacht

Geschossfläche 39‘986 m2

Team GG Planung/Ausführung: Mike Guyer, Christian Maggioni (Teamleitung 01/2016–), Volker Mencke (Teamleitung –12/2015), Urs Meyer (Projektleitung 11/2014–), Cornelia Schmidt (Projektleitung 2013–10/2014), Philippe Volpe, Andy Gratwohl, Arend Kölsch, Maxim Moskalenko, Stefanie Bittig, Chiara Giovanola, Rodrigo Jorge
Wettbewerb: Stefan Thommen, Christoph Dober, Leyla Illman

Totalunternehmung Implenia Schweiz AG, Dietlikon

Landschaftsarchitektur Schmid Landschaftsarchitekten GmbH, Zürich

Bauingenieur Wettbewerb: Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich
Ausführung: Dr. J. Grob & Partner AG, Bauingenieure SIA/USIC, Winterthur

Elektrotechnik HKG Engineering AG, Schlieren

Haustechnik Wettbewerb/Submission: PB P. Berchtold Dipl. Ing. HTL/HLK, Sarnen
Ausführung: JOP Joseph Ottiger + Partner AG, Rothenburg

Bauphysik BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich

Brandschutz Wettbewerb/Submission: Hautle Anderegg + Partner AG, Bern
Ausführung: Conti Swiss AG, Zürich

Fassadenplanung Aeplan, Eschelbach Metallbauplanung GmbH, Wikon

Farbgestaltung Harald F. Müller, Öhningen, Deutschland

Weitere Label:
MINERGIE® Zertifikat

Fotos © Roman Keller

Mehrfamilienhaus in Küsnacht

Das im Zentrum von Küsnacht gelegene Mehrfamilienhaus liess eine Erbengemeinschaft als Ersatz für ein in die Jahre gekommenes Wohnhaus mit angegliederter Spenglerei errichten.

Der fünfgeschossige Neubau, mit seitlichem, eingeschossigen Anbau, nutzt die maximale Fläche der schmalen Parzelle. Zur Strasse ist ein begrünter Vorbereich angelegt, zu dem sich die flexibel nutzbaren Räume im Erdgeschoss orientieren und die nun einer Schule als Klassenräume dienen. Rückwärtig liegt der gemeinschaftliche Garten, der über Treppen auch von den oberen Wohnungen und der seitlichen Terrasse des Anbaus zugänglich ist. In den drei Obergeschossen sind pro Etage eine 2,5 und eine 3,5-Zimmer-Wohnung angeordnet, im zurückspringenden Attikageschoss gibt es eine durchgehende grössere Wohnung mit 3,5 Zimmern. Die Etagen sind über das zentrale Treppenhaus zugänglich oder einen direkt in die Wohnungen führenden Lift. Im Untergeschoss befinden sich Kellerräume, Lagerflächen für die Gewerbenutzung, die gemeinsame Waschküche und ein kleines Gästeapartment.

Neben altersgerechten Wohnungen und Ausblick auf den Zürichsee, waren der Bauherrschaft gemeinschaftliche Flächen, Aussenbereiche für die Wohnungen und direkte Zugänge in den Garten wichtig. Die windmühlenartige Anordnung des seitlichen Anbaus sowie die auf der südlichen und westlichen Seite vorspringenden Balkone gliedern das rechteckige Volumen.
Zugunsten einer Grosszügigkeit sind die Grundrisse offen gestaltet. Die einzelnen Räume sind entlang der Fassade durch raumhohe Schiebetüren miteinander verbunden und bieten unterschiedliche Blickbeziehungen. Eine zentrale Küchenzeile und die Wandschränke wirken wie eingestellte Raumteiler, die den Grundriss gliedern. Der loftähnliche Charakter wird durch den durchgehenden Eichenboden und die Sichtbetondecke unterstützt.
Eine feingliedrige Fassade aus gewellten Aluminiumblechen, mit abgerundeten Ecken, umhüllt den Baukörper. Vor den raumhohen Fensterflügeln aus Eichenholz, den Balkonen und den Treppen sind die Brüstungsbänder perforiert ausgeführt. Die vertikale Teilung der Wellbleche folgt den Geschossen, bindet die Balkone in das Volumen ein und ermöglicht gestalterisch deren Weiterführung über die Stahltreppen in den Garten. In der Materialität der Fassade wird der Charakter des Vorgängergebäudes mit einer Mischung aus Wohnen und Werkstatt fortgeführt.

Ort Küsnacht

Nutzung Mehrfamilienhaus mit Gewerberäumen, 7 Wohnungen, drei 2.5 Zimmer, vier 3.5 Zimmer

Beauftragung 2013

Planung/Ausführung 2015–2018

Bauherrschaft privat

Geschossfläche 1‘243 m2

Team GG Mike Guyer, Stefan Thommen (Teamleitung), Daniela Schadegg (Projektleitung 2016–), Matthias Rösner (Projektleitung –2015), Katja Fröhlich

Bauleitung Rohbau/ Fassade: Junod Epper GmbH Bauagentur, Zürich
Innenausbau: Eidos AG, Küsnacht

Landschaftsarchitektur Bischoff Landschaftsarchitektur GmbH, Baden

Bauingenieur Alfred Mühlethaler Ingenieurbüro, Zürich
Lukas Baumann AG, Baden

Elektrotechnik Eidos AG, Küsnacht

Haustechnik VC Engineering AG, Neftenbach

Bauphysik Kurt Ritter, aik Architektur und Ingenieur Kollektiv, Zürich

Fotos © Seraina Wirz

Auszeichnungen Baupreis 2019 des Architektur Forum Zürcher Oberland

Löwenbräu-Areal – Kunstzentrum, Wohnhochhaus und Bürogebäude

Die Geschichte des Löwenbräu-Areals, einer ehemaligen Bierbrauerei, ist geprägt durch häufiges Umbauen, Ergänzen und Ersetzen bestehender Gebäudeteile. Hierbei stellt die Umnutzung vom Brauereibetrieb zum Kunsthallen- und Galeriekomplex in den 1990er-Jahren einen entscheidenden Wendepunkt dar. Das neue Projekt basiert auf dieser jüngsten, erfolgreichen Umnutzung und ergänzt und steigert die Vielfalt des bestehenden Komplexes nochmals um neue Wohn-, Büro- und Ausstellungsnutzungen. Der denkmalpflegerische Erhalt der Bausubstanz bildet dabei eine wichtige Massnahme für die Identität des ehemaligen Industriequartiers und belässt ein wichtiges Kapitel der Stadtgeschichte lesbar.

Das städtebauliche Konzept sieht innerhalb der bestehenden Anlage eine Konzentration auf drei bauliche Eingriffe in Form von Neubauten vor: den Neubau West als Erweiterung der Kunstnutzungen, den Büroneubau Ost und das Wohnhochhaus Mitte. Letzteres prägt als Hochhaus zusammen mit dem Stahlsilo und den Silos der Swissmill die Silhouette des Areals und ein Stück weit sogar die der Stadt neu.
Durch die Ergänzung des Gebäudebestandes mit Neubauten entsteht auf selbstverständliche Art eine neue städtebauliche Einheit mit dem Wohnhochhaus Mitte als herausragender Figur. Die langgestreckten Altbauten mit dem Brauereihauptgebäude an der Limmatstrasse werden durch die Aufstockung des Kunstraums im Westen und den höheren Kopfbau des Büroneubaus Ost am Bahnviadukt eingefasst.
Die Öffentlichkeit kann das neue Löwenbräuareal nunmehr aber nicht nur von der Strasse und von fern, sondern auch über seine zwei Höfe erfahren. Der historisch geschützte ehemalige Brauereihof erschliesst die angrenzenden Gebäude und gewinnt als verkehrsfreier Aussenraum Aufenthaltsqualitäten. Am offeneren Kunsthof befinden sich der neue hofseitige Eingang zu den Kunstinstitutionen, die Besucherparkplätze und die Anlieferung.
Der Neubau West bildet zusammen mit den Gebäudeteilen ‚Erschliessung Kunst‘ und der ‚Aufstockung Kunst‘ einen gewinkelten Körper, der hofseitig an die vormaligen Werkstätten angebaut ist. Er enthält Ausstellungsräume für Kunst, ein Boarding House und Büros. Die Ausstellungsräume sind zusammen mit einem multifunktionalen Raum frei einteilbar, über Seitenfenster belichtet und direkt vom Bauteil ‚Erschliessung Kunst‘ her zugänglich. Die ‚Erschliessung Kunst‘ bietet eine neue, grosszügige Treppenhalle mit Liften. Die Treppenhalle ist im Erdgeschoss an den durchgehenden Eingangsraum mit Zugängen von der Limmatstrasse und an den Kunsthof angeschlossen.
Das Wohnhochhaus Mitte mit seiner grossen Auskragung nach Süden beinhaltet pro Geschoss eine bis vier Wohnungen, insgesamt 37, mit jeweils mehrseitiger Orientierung und Aussicht auf die Stadt, den See und das Limmattal. Das Hochhausvolumen geht in einen winkelförmigen Sockelbau über, der im Brauereihof fusst. Die 21 Wohnungen im Sockel sind nach Süden auf den ruhigen Hof orientiert. Im Erdgeschoss befinden sich eine Passage zwischen den beiden Höfen, die Eingangshallen der Wohnungen sowie Dienstleistungsnutzungen.
Der Büroneubau Ost ist ebenfalls ein winkelförmiges Volumen mit einem höheren Gebäudeteil an der Limmatstrasse und einem niedrigeren zwischen dem Dammweg und dem Brauereihof. Im Erdgeschoss ist unter der Auskragung die Eingangslobby der Büros angeordnet, im Hof befindet sich der Zugang zu den Galerie- und Ladenräumen. In den oberen Bürogeschossen lassen unterschiedliche Raumtiefen verschiedene Bürotypen zu.
Die Fassaden der Neubauten Wohnhochhaus Mitte und Büroneubau Ost sind in Anlehnung an die farbigen Ziegelsteine der Altbauten aus profilierten keramischen Elementen konzipiert, die schwarz und rot glasiert sind. Doppelte Aluminiumfenster mit zusätzlichen Lüftungsflügeln bestehen aus einem äusseren Einfachglas, einem inneren Isolierglas und einem dazwischenliegenden Sonnenschutz. Speziell für das Wohnhochhaus konstruierte Kipp-Hub-Fenster lassen sich grossflächig unter die Decke fahren und verwandeln in den warmen Jahreszeiten den Innen- in einen Aussenraum.
Der Wohnturm Mitte ragt hinter der vielfältigen Gebäudezeile mit Alt- und Ergänzungsbauten entlang der Limmatstrasse als dunkel glänzende Figur auf. Die Wandflächen bilden Gitterstrukturen, deren Keramikoberflächen je nach Lichtsituation in die Fensterflächen übergehen und der Stadt wechselnde Ansichten bieten.
Der rote Büroneubau Ost orientiert sich nicht nur hinsichtlich seines Materials, sondern auch farblich an der Grundstimmung der Altbauten. Die Wellenstruktur, der Materialglanz und die bündigen Fenster verankern das Gebäude jedoch auch in der Gegenwart.
Der Neubau West ist als innen gedämmte, homogene Konstruktion aus weissem Beton konzipiert. Die Fenster in den Kunsträumen sind Kastenfenster. Während Neu- und Altbauteile hier volumetrisch und bezüglich ihrer Nutzung eng miteinander verschränkt sind, setzt sich die Materialität des Ergänzungsbaus vom Bestand ab. Es entsteht ein Ensemble, das den dreidimensional ausgreifenden Neubaukörper ablesbar belässt und die neuen Kunstnutzungen innerhalb des Komplexes auszeichnet.

Ort Zürich

Nutzung Umbau und Erweiterung einer ehemaligen, zum Teil unter Denkmalschutz stehenden Bierbrauerei; Museen, Galerien, Veranstaltungssaal, Ateliers, Ladenflächen, 58 Wohnungen 2.5–5.5 Zimmer (21 Hofwohnungen, 37 Turmwohnungen), Büroneubau, Lagerflächen, Tiefgarage

Wettbewerb 2003, zwei 1. Preise: Gigon/Guyer und Atelier WW Architekten

Planung/Ausführung 2005–2014

Bauherrschaft PSP Properties AG

Geschossfläche 48‘328 m2

Team GG Wettbewerb:
Gigon/Guyer: Volker Mencke
Atelier WW: Martin Danz
Planung/Ausführung:
Mitarbeit Gigon/Guyer:
Mike Guyer, Christian Maggioni, Volker Mencke (Planungs-/Teamleitung), Bettina Gerhold, Daniel Friedmann, Reto Killer, Kathrin Sindelar, Damien Andenmatten, Yvonne Grunwald, Alex Zeller, Pieter Rabijns

Totalunternehmung Steiner AG, Zürich

Landschaftsarchitektur Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten, Zürich

Bauingenieur Arbeitsgemeinschaft Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich Henauer Gugler AG, Zürich

Elektrotechnik Planung/Submission: Schneider Engineering + Partner Zürich AG, Zürich
Ausführung: Mosimann & Partner, Zürich; Schmidiger + Rosasco, Zürich

Haustechnik Gruenberg + Partner AG, Zürich

Bauphysik braune roth ag, Binz

Brandschutz Makiol + Wiederkehr Dipl. Holzbau-Ingenieure HTL/SISH Beinwil am See

Fassadenplanung Planung/Submission: gkp fassadentechnik ag, Aadorf
Ausführung: Josef Gartner GmbH, Gundelfingen

Signaletik Integral Ruedi Baur, Zürich
Umbau Eingangsbereich: Teo Schifferli, Zürich
Signito, Zürich

Farbgestaltung Harald F. Müller, Öhningen, Deutschland

Fotos Löwenbräukunst, Umbau Eingangsbereich: © Roman Keller
© Thies Wachter
© Shinkenchiku-sha, Tokyo
Kunsthalle Zürich Ausstellungen: © Stefan Altenburger Photography
Luma Westbau Schwarzescafé: mit freundlicher Genehmigung Luma Westbau | Luma Stiftung © Stefan Altenburger
Wohnung Hof: © Laura Egger
© Christian Scholz
Baustelle: © Thomas Zwyssig

Kunstzentrum

Wohnturm

Brauerei Hauptgebäude

Büroneubau Ost

Geschichte

Kunst-Depot, Galerie Henze & Ketterer

Das Kunst-Depot der Galerie Henze & Ketterer bietet einerseits Lagerflächen für Kunstwerke, andererseits dient es als Schauraum; als Schauraum für Kunden, die dieses oder jenes Kunstwerk besichtigen wollen, das nicht gerade in den nahe gelegenen, schon bestehenden Galerieräumen ausgestellt ist; als Schauraum aber auch im Sinne zusätzlicher Galerieräume, in denen zeitgenössische Kunst für interessierte Betrachter gezeigt wird. Insbesondere die beiden oberirdischen Geschosse des Kunst-Depots sollen künftig alle drei Nutzungsmöglichkeiten erlauben, wobei zu Beginn vor allem das oberste Geschoss als Galerieraum genutzt wird.

Die Geschossflächen sind nicht unterteilt. Gegliedert werden sie lediglich durch den Erschliessungskern mit angelagerten Nasszellen und durch eine mittige Tragwand, die auch als Installationswand dient. Im Erd- und im Dachgeschoss erlauben je zwei Fenster, die Werke unter Tageslichtbedingungen zu betrachten, sie bieten aber auch Sicht ins Freie.

Um die Gefahren von Wasserschäden für die Kunstwerke zu minimieren, werden die Räume nur mittels Luft geheizt, befeuchtet und entfeuchtet. Und um die Klimawerte im Inneren des Kunst-Depots möglichst stabil zu halten, wurde sowohl die Wärmedämmung als auch die Masse der Tragkonstruktion aus Backstein und Beton maximiert; selbst das Satteldach wurde betoniert. Die Fassadenkonstruktion mit vorgehängtem, perforiertem Blech trägt zur Verminderung der Sonneneinstrahlung auf Fenster und Fassaden bei.

Sowohl die Dachflächen als auch die Fassadenverkleidungen bestehen aus Tetra-Blechen, einem gebräuchlichen Material für Lagergebäude. Den spezifischen Ausdruck gewinnt der Bau jedoch durch das Aufteilen der Fassadenverkleidung in zwei perforierte Schichten. Ähnlich einem Vorhang ist die äussere Hülle buchstäblich nur ‚vorgehängt‘. Die glatten, rechtwinkligen, aber schräg abgekanteten Ortbleche verweisen an der Fassade auf die trapezförmige Grundrissform des Baukörpers.

Die Grundrissform resultiert aus dem Bestreben, auf dem glockenförmigen Grundstück sowohl die Grundfläche als auch die Freifläche zu optimieren. Die Gebäudeform antwortet auf die bestehende Baugesetzgebung, welche in Anlehnung an die eindrucksvollen traditionellen Bauernhäuser der Region innerhalb der Ortsbildschutzzone des Dorfes auch für Neubauten Satteldächer und Dachvorsprünge verlangt.

Ort Wichtrach

Nutzung Ausstellungsraum, Kunst-Depot, Lagerräume

Beauftragung 2002

Planung/Ausführung 2002–2004

Bauherrschaft Galerie Henze & Ketterer

Geschossfläche 1‘103 m2

Team GG Esther Righetti (Projektleitung)

Bauleitung Annette Gigon / Mike Guyer Architekten, Zürich
Mitarbeit: Thomas Hochstrasser

Bauingenieur Aerni + Aerni Ingenieure AG, Zürich

Elektrotechnik Elkom Partner AG, Chur

Haustechnik 3-Plan Haustechnik AG, Winterthur

Fotos © Heinrich Helfenstein

Adresse Kirchstrasse 26, CH–3114 Wichtrach/Bern