Projektkategorie: Studien/Wettbewerbe
Ausbau Bahnhof Hardbrücke
Um mit der städtebaulichen Entwicklung des Gebietes Zürich-West und den steigenden Passagierströmen Schritt halten zu können, soll der Bahnhof Hardbrücke ausgebaut werden. Der Bahnhof liegt am Knotenpunkt zwischen dem Gleisfeld, der Hardbrücke und der darunter verlaufenden Hardstrasse, die in einen Platz vor dem neuen Bahnhof mündet.
Man betritt das Bahnhofsgebäude künftig vom ebenerdigen Bahnhofsplatz und steigt mittels Rolltreppen, Treppen oder Liften auf die Ebene der Hardbrücke, wo sich die Haltestellen der Busse befinden und zukünftig auch die Trams halten werden. Über zwei der Brücke angelagerten Verteilebenen gelangt man zu den Bahnsteigen der S-Bahn-Züge. Ein Zwischenniveau, das in der hohen Eingangshalle als Galerie ausgebildet ist, ermöglicht das Umsteigen und den Wechsel der Seiten, ohne dass man die Fahrbahnen der Hardbrücke überqueren muss.
Die heutige beengte unterirdische Verbindung wird aufgehoben und dient nur noch technischer Infrastruktur. Eine neue, grosszügige Personenunterführung Ost wird zusammen mit der bestehenden Personenunterführung West für zusätzliche Entlastung vor allem des mittleren Bahnsteigs sorgen.
Mehrfach geknickte Dachflächen überdecken die Bahnsteige, schwingen sich östlich und westlich zur Hardbrücke hinauf und verbreitern sich längs der Brücke zu den Bus-/Tramhaltestellen und bis zum Eingangsgebäude, das unter der Brücke hindurch die beiden Seiten miteinander verbindet. Es entsteht ein differenziertes Gebäude, das die verzweigten Personenströme räumlich fasst und als eigenständiges Bauwerk in Erscheinung tritt.
Das gewählte Tragsystem trägt die Lasten im Bereich der Bahnsteige koordiniert mit den Achsen der Hardbrücke ab und erlaubt eine grösstmögliche Flexibilität für spätere Gleis- und Bahnsteigveränderungen. Die statischen Konstruktionen sind vollständig unabhängig vom bestehenden Brückenbauwerk.
Nouveau Musée cantonal des Beaux-Arts MCBA
Entgegen der erklärten Absicht der Auslober, das ehemalige Lokomotivendepot zum Museum umbauen und erweitern zu lassen, nimmt sich der Wettbewerbsbeitrag die Freiheit, das bestehende Lokomotivendepot durch einen neuen Museumsbau zu ersetzen. Weder die räumlichen Dimensionen des Depots noch seine heterogene Baustruktur oder seine Lage lassen die tiefgreifende Transformation in ein öffentliches Museumsgebäude mit komplexem Anforderungsprofil als angezeigt erscheinen. Der Museumsneubau verleiht stattdessen wie einst das Lokomotivendepot einer neuen Nutzung nach aussen und innen selbstbewusst Ausdruck.
Andere Spuren vermögen jedoch an die Geschichte und Atmosphäre des Ortes zu erinnern - die Gleise, die Drehscheibe, die nördliche raumhaltige Stützmauer. Und nicht zuletzt die fein gezeichneten Silhouetten aus glasierten und wiederverwendeten Backsteinen, die in die neuen Mauern eingelassen sind: Sie zeichnen die ehemaligen Konturen und Maueröffnungen des Vorgängerbaus nach und ornamentieren den Neubau.
Aufgrund der neuen, präzisierten Setzung des Museums enstehen zwei grosszügige Plätze, die Raum für zukünftige Entwicklungsetappen mit zwei weiteren Museumsbauten anbieten. Der neue Baukörper lässt eine breite und helle Passage zum rückwärtigen Grundstücksteil offen. Gesäumt von kleinen Läden und Galerien in den historischen Mauernischen, verbindet sie die beiden Plätze. Das Quartier erhält seine abschliessende städtebauliche Fassung zukünftig, wenn die nördliche Kante als erhöhte Gartenterrasse mit Pavillons und die beiden kleineren Museen (mudac, Elysée) an den östlichen und westlichen Grundstücksenden als Auftakt beziehungsweise Schlusspunkt entstehen.
Das eingeschossige Volumen erhebt sich an zwei strategischen Stellen, an denen es mehrgeschossige Fassaden ausbildet: als Platzfront im Osten, um das Museum und das neue Quartier deutlich im urbanen Kontext zu markieren, und als reliefartiger Baukörper entlang der Bahnstrecke, der sich den Bahnreisenden präsentiert. Der östliche Bauteil beherbergt die öffentlichen Nutzungen (Café, Auditorium, Museumspädagogik, Bibliothek), die das Museum sich mit den später hinzukommenden Institutionen des ‚pôle muséal et culturel‘ teilt. Der westliche Gebäudeteil enthält seine nicht öffentlichen Arbeits- und Verwaltungsräume.
Das Hauptaugenmerk liegt darauf, eine optimale räumliche Atmosphäre für die Begegnung des Betrachters mit dem Kunstwerk anzubieten. Die Anordnung der Ausstellungsbereiche im Erdgeschoss ermöglicht in allen Räumen natürliches Oberlicht und gestattet einen komfortablen und barrierefreien Besuch. Der Haupteingang des Museums befindet sich an der Nordostecke, dem Platz und der Passage zugewandt, flankiert vom Buchladen und dem Café. Die Parcours durch die Wechsel- und die Dauerausstellung führen nach einem Rundgang jeweils wieder in die Empfangshalle zurück, an die auch der ‚Espace projets‘ für Sonderveranstaltungen angeschlossen ist.
Das langgestreckte Volumen erlaubt das grossflächige Anbringen von Fotovoltaik-Modulen auf dem Dach zur Stromgewinnung und Kompensation des Energiebedarfs der Gebäudetechnik. Ein schlankes Rippentragwerk und das Recycling von Abbruchmaterial vor Ort für Tragstruktur und Fassade leisten einen Beitrag zur Reduktion der grauen Energie. Als Baumaterial der äusseren Hülle werden neben neuen gezielt auch alte Backsteine aus den Wänden der alten Lokomotivenhalle verwendet.
Neues Stadion Hardturm
Für die zwei Zürcher Fussballclubs FCZ und GCZ soll am Standort Hardturm in Zürich-West ein gemeinsames Stadion errichtet werden.
Das Wettbewerbsprojekt bildet einen prägnanten Kopfbau eingangs der Stadt. Die Gleichbehandlung der vier Fassaden steht in Verwandtschaft zu den angrenzenden Blockrandbebauungen. Der umlaufende «Stadtbalkon» im ersten Obergeschoss unterstreicht jedoch den öffentlichen Charakter. Lockere Baumbepflanzungen knüpfen an benachbarte Grünräume an. Gegen Osten und Norden entstehen zwei Plätze, die beiden Fussballclubs eine repräsentative Adresse zuordnen. Finden keine Spiele statt bleibt das Areal durchlässig, mit Aufenthaltsqualitäten für die Nachbarschaft.
Die Zuschauer erreichen das Areal mehrheitlich mit dem öffentlichen Verkehr. Im Erdgeschoss befinden sich die Kassen, Eingänge und Sicherheitskontrollen sowie Fanbars und Restaurant. Von der Verteilebene im ersten Obergeschoss gelangt man auf die Tribünen. VIPs, Spieler, Medien und Funktionäre erreichen per Auto und Bus die Haupttribüne, die auch Küche, Lager, Büroräume, Sicherheitszentrale und Stadionregie beherbergt. Clubbereiche und Logen in den Obergeschossen sind durch Lifte erschlossen.
Die kesselartige Anordnung der Tribüne ermöglicht ein intensives Spielerlebnis. Die Fankurven der Heimclubs liegen an den Stirnseiten hinter den Toren. Auf der obersten Ebene wird eine Plattform als Pausenfläche für die Zuschauer und Kamerastandort geschaffen, deren Rückwand während des Spiels für Projektionen genutzt werden kann. Die VIP-Logen und Presenting Studios verfügen über einen eigenen Balkon für Sitzplätze und Kameras.
Die äussere Form des Stadions zeigt mit Rück- und Vorsprüngen eine dreiteilige Fassade, entsprechend der Nutzung: Ebenerdig die Eingangsbereiche mit Türen, Toren und Fenstern, in der Mitte der hohe, luftige, transparente Umgang und oben eine geschlossene Lärmschutzwand, belegt mit Photovoltaikelementen. Vertikale Betonelemente mit unterschiedlichen Rhythmen verbinden die drei Schichten optisch zu einem Körper.
Ein einfacher Stahlträgerrost mit auskragenden, hinter der Fassade abgespannten schlanken Vollwandbindern bildet das Gerüst des Stadiondachs. Die Vertikalzugkräfte der Dachbinder werden von schrägen Stahlzugstützen aufgenommen, deren Fusspunkt mit dem der Druckstützen zusammengelegt wird. Der Tribünenkörper wird als steifes Faltwerk wirtschaftlich in Elementbauweise ausgeführt.