Die Gliederung des Bauvolumens in drei Baukörper folgt der solitären Wohnbebauung in der Nachbarschaft am Zürichberg. Sie gruppieren sich um einen gemeinsamen, platzartigen Zugangsraum. Die Aufteilung in drei Gebäude erlaubt eine vierseitige Orientierung der Wohnungen sowie die natürliche Belichtung und Belüftung fast aller Räume. Die dienenden Räume sind als «geschlossene» Kerne in die kontinuierliche «Wohn-Raum-Fläche» gestellt und gliedern diese, so dass sich mittels grossflächiger Schiebtüren Zimmer abtrennen lassen. Die Loggien sind als «raumhaltige» Betonfassaden konzipiert, die sich über die jeweilige Fassadenlänge erstrecken. Aus Beton besteht auch die Baustruktur, die gegossenen Böden, ebenso wie die Kunststeinplatten in den dienenden Räumen. Lasierende Anstriche mit matten, mineralischen Pigmenten vereinzeln die Baukörper und verbinden sie gleichzeitig kompositorisch zu einem Ensemble. Die Farbtöne wurden in Zusammenarbeit mit dem Künstler Adrian Schiess bestimmt.
Projektkategorie: Studien/Wettbewerbe
Erweiterung Ausbildungswerkstätten Appisberg
Die Erweiterung der Anlage Appisberg besteht aus einzelnen Baukörpern, welche sich gegenüber den bestehenden Bauten aus den 1930er Jahren der Architekten Pestalozzi und Schucan entlang einer internen Erschliessungsstrasse aufreihen. Das Prinzip der Reihung bestimmte schon die Positionierung der bestehenden Gebäude. Entsprechend der ursprünglichen Freiraumgestaltung der Gebrüder Mertens bleibt die Mitte der Anlage in Form einer ausgedehnten Freifläche unbebaut und geht im Osten in die freie Landschaft über.
Aufgrund der Anordnung der Baukörper längs zur Blickrichtung wird die Sicht auf den See und das Bergpanorama akzentuiert, jedoch nicht verstellt. Hinsichtlich ihrer Proportionen lehnen sich die Neubauten an die Massstäblichkeit der bestehenden Bausubstanz an.
Spannung und Rhythmisierung entstehen durch die Anordnung der neuen Volumina in ihrer Beziehung zu den bestehenden Gebäuden. Feine Unterschiede in der Dimension und Form der einzelnen Baukörper bereichern das Spiel. Das Gewächshaus mit gänzlich anderer Materialisierung bildet als Kontrast den Abschluss und Übergang zur Landschaft.
Mit Ausnahme des Gewächshauses sind alle Gebäude mehrheitlich aus Ortbeton erstellt. Die Boden- und Deckenplatten werden durch die Aussenwände und die aussteifenden Kernbereiche getragen. Die robuste Materialisierung der Aussenwände und Fenster reagiert auf die Anforderungen, die an die Ausbildungs- und Werkstattgebäude gestellt werden.
In der bestehenden Situation sind vor allem zwei Farbtöne vorherrschend. Das Orange der historischen Gebäude steht den unterschiedlichsten Grüntönen der Umgebung gegenüber: dem Dunkelgrün des Waldes, dem satten Grün der Wiesen, den gelbgrünen Feldern in der unmittelbaren landschaftlichen Umgebung und dem blassen Grün der entfernten Hügel.
Der gelbgrüne Farbton der Neubauten ,schlägt sich auf die Seite' der Umgebungsfarben. Die leuchtende Intensität der Farbe wird durch lasierendes Auftragen erreicht. Trotz mehrerer Farbschichten ist die Materialität des Betons immer noch sichtbar, so dass, aus der Nähe gesehen, ein feines Farbenspiel von Grün- und Gelbtönen erkennbar wird. Je nach Wetter- und Lichtverhältnissen sowie Jahreszeiten wirken die Volumen unterschiedlich, bilden einen Einklang mit der landschaftlichen Umgebung oder setzen sich ab.
Werkhof
Der städtebauliche Ansatz des Projekts zeigt sich in der Situierung des Werkhofs und seiner Materialisierung. Zum einen schliesst das neue Gebäude den Ankunftsraum des Sportzentrums zur Talstrasse, um die räumliche Verbindung zum Kurpark zu akzentuieren und präzisieren. Zum anderen wird, als Referenz zum bestehenden Sportzentrum, das Thema der Holzfassaden aufgegriffen.
Die Standfläche des zweigeschossigen Volumens ist auf jene Räume reduziert, die notwendigerweise im Erdgeschoss liegen müssen – die Garagen für die Lastwagen, Schneefahrzeuge und die Gärtnerei. Die übrigen Räume, die Lager und Büros, sind im Obergeschoss angeordnet. Diese ungleiche Nutzungsverteilung erzeugt im ersten Obergeschoss Auskragungen an den beiden Längsseiten, welche dazu dienen, die darunter gelegenen Ausfahrten der Einstellhallen und Werkstätten zu schützen.
Die Tragstruktur ist ein Skelett-/Schottenbau mit vorgespannten Betonplatten und Betonstützen. Die grosse Auskragung zur Talstrasse wird durch Betonscheiben bewerkstelligt, welche zwischen Boden- und Deckenplatte eingespannt als Überzüge wirken. Die Aussenwände und Trennwände bestehen aus vorfabrizierten, geschosshohen, isolierten Holzplatten-Elementen. Eine hinterlüftete Verkleidung aus horizontalen Holzbrettern bildet den äusseren Wetterschutz. Die verschieden breiten Bretter der parallel aufgesägten Baumstämme sind nach der Reihenfolge des Schnitts montiert. Analog zu den Fassaden besteht das Dach aus einer hinterlüfteten Konstruktion aus Holz, Isolation und Beton – ein «Davoser Dach».
Die Fenster sind in der Regel bündig in die Verkleidung gesetzt. Bei jenen Fenstern, die keine Einsicht gewähren sollen, dienen aufgeklappte Verkleidungsbretter als fixe Lamellen. Die sich nach aussen öffnenden, verglasten Stahlflügeltore der Einstellhallen werden durch die Gebäudeauskragungen überdeckt und somit vor Schnee geschützt. Feuerverzinkte Bleche verkleiden die Untersichten der Auskragungen und reflektieren diffus Licht in die zurückversetzten Arbeitsräume.
Sportzentrum Davos
Das Sportzentrum ersetzt das 1991 einem Brand zum Opfer gefallene, hölzerne Eisbahngebäude des Davoser Architekten Rudolf Gabarel.
Das neue Gebäude begrenzt gleich dem Vorgängerbau das Feld der Eisschnellaufbahn bzw. der Sportanlagen im Südwesten und fasst den rückwärtigen Ankunftsraum. Gegenüber diesen beiden Aussenräumen reagiert das Bauvolumen jeweils anders: mit einer zweigeschossigen, vorgelagerten, licht-, luft-, und sichtdurchlässigen Tribüne zum Eisfeld und mit einer eingeschossigen, kompakten Ausstülpung zur Ankunftseite.
Im prismatischen Bauvolumen sind eine Vielzahl von unterschiedlichen Nutzungen dicht und effizient zusammengefasst – Grossgarderobe, Restaurants, Küche, Büros, Maschineneinstellhalle, Sportmedizinräume, Clubgarderoben, eine Wohnung und Kursgästezimmer.
Die schmale Tribüne steht in enger räumlicher und funktionaler Beziehung zu den angrenzenden öffentlichen Räumen des Restaurants und der Grossgarderobe. Sie beschattet deren grossflächige Verglasungen ähnlich einem Brise-Soleil. Die Tribüne selbst wird von den Besuchern über ihren eigentlichen Zweck hinaus als Aussichts-, Freiluft- und Sonnenbalkon benutzt.
Die Tragpfeiler der Tribüne bestehen aus Beton. Sie lassen den konstruktiven Aufbau des gesamten Gebäudes erkennen – einen je nach Nutzung verkleideten oder roh belassenen Betonbau. Aussen wird der isolierte Baukörper von einer zweischichtigen, hölzernen Fassadenverkleidung – ähnlich zweier sich überlagernder Holzzäune – umhüllt. Aus diesem Konstruktionsprinzip der Fassade entwickeln sich die Geländer, die Schiebeläden, und auch die Fenster. Die innere Lattung der Fassadenverkleidung aus gehobeltem Tannenholz ist farbig gestrichen, die äussere, durch horizontale Eisenprofile gehaltene und distanzierte Lattung aus Lärchenholz roh. Die Verfärbungen des rohen Holzes durch die Witterung kontrastieren mit der Farbigkeit des Anstriches auf der inneren Fassadenschicht. Der Farbanstrich soll die innere Lattung und die Fenster schützen, und insbesondere die farbige Welt des Sports wiederspielen. In Zusammenarbeit mit dem Künstler Adrian Schiess wurden für die Fassade drei Farben gewählt, die sich grossflächig über die Gebäudeseiten ausbreiten – ein Farbklang aus einem hellen Orange, einem komplementären Blau und einem leuchtenden Gelb.
Eine um sechs zusätzliche Farbtöne erweiterte Farbpalette – Dunkelblau, Framboise, Weiss, Apricot, Hellgrün und Türkis – setzt die Farbigkeit des Gebäudes in den Innenräumen fort und steigert sie noch. Ausschliesslich hölzerne Elemente – Fensterrahmen, Türen sowie Wand- und Deckenpaneele für die Schallabsorbtion und die Verkleidung der Installationen – sind Farbträger. Sie stehen im Gegensatz zu den roh belassenen oder verputzten Betonwänden der Tragkonstruktion.
Ähnlich den aufgedruckten Signeten und Nummern der Sportlerbekleidung ist die Beschriftung des Gebäudes innen wie aussen grossmassstäblich direkt auf die Gebäudeelemente aufgetragen; so auch der Schriftzug «Davos» auf der Frontfassade, der auf künftigen Postkarten und Siegerehrungsfotos für den Ferien- und Sportort werben soll.
Wettbewerb
Überarbeitung
Archäologisches Museum und Park Kalkriese
Aufgrund zahlreicher archäologischer Funde gilt das Gebiet bei Kalkriese, Osnabrück, als Ort der berühmten Schlacht der Germanen gegen die Römer 9 n. Chr. – «Varusschlacht» oder auch «Schlacht am Teutoburger Wald» genannt.
Das Projekt umfasst einige wenige Massnahmen, an die die Vorstellung der Besucher des hier Geschehenen anknüpfen soll. Die gewählten landschaftsgestalterischen und architektonischen Mittel sind in ihrer Charakteristik mehrheitlich abstrakt statt darstellend, symbolisch statt figurativ: Rodung und Neuaufforstungen, eine partielle Rekonstruktion der ehemaligen Landschaft, die Visualisierung des Wallverlaufs mittels Stahlstangen, drei Wegsysteme im Gelände sowie drei Pavillons und ein Museumgebäude.
Unregelmässig ausgelegte Stahlplatten, mit vereinzelten historischen und zeitgenössischen Schriftfragmenten, zeichnen den wahrscheinlichen Verlauf der Route der römischen Legionäre nach und führen den Besucher über das ehemalige Schlachtfeld. Die Stellungen der Germanen im Wald werden mit schmalen, netzartig angelegten Holzschnitzelpfaden dargestellt und versinnbildlichen ihre Tarnung, ihre vielfältigen Angriffs- und Rückzugsmöglichkeiten. Ein der Gegenwart zugeordnetes Wegenetz aus Kies erlaubt den Besuchern, neben den Standorten der Römer und der Germanen, das ganze Gelände zu erkunden und «die Seiten zu wechseln». Auf der Route der Römer, von Platte zu Platte fortschreitend und die Informationsbruchstücke «vom Boden sammelnd», vervollständigt sich im Kopf des Besuchers Stück für Stück eine Vorstellung von der damaligen kriegerischen Situation.
Drei Pavillons im Feld – «Sehen», «Hören» und «Fragen» – fungieren als «Wahrnehmungsinstrumente». Sie vertiefen und relativieren die im Freien gewonnenen Eindrücke.
Der Museumsbau besteht aus einem vom Erdboden abgehobenen, eingeschossigen Baukörper und einem turmartigen Aufbau. Analog zu den Pavillons ist er als Stahlskelett-Konstruktion errichtet und mit grossflächigen rostenden Stahlplatten beplankt. Aus einer Höhe von fast vierzig Metern kann das Gelände des einstigen Schlachtfeldes vogelschauartig überblickt werden. Im Rumpf des Gebäudes befindet sich die eigentliche Ausstellung, in der die Fundgegenstände zu sehen sind. Das Sparsame und Abstrakte der Landschaftseingriffe wird in der Ausstellung durch Figuratives aufgewogen. Ab und an erhellen grosse seitliche Fenster partiell den Raum und gewähren Ausblicke zurück auf die Landschaft, auf das frühere Schlachtfeld.
Stellwerk Vorbahnhof
Das Gebäude steht am Rande des Gleisfelds, nahe der Gottlieb Duttweiler Brücke, auf der Höhe des Übergangs von der städtischen Wohnbebauung zum industriell besetzten Aussenquartier. Der Bau dient der Überwachung des Bahnverkehrs im Bereich des Vorbahnhofs von Zürich. Innerhalb der drei Geschosse wird nur die oberste Ebene als Arbeits- und Aufenthaltsbereich genutzt. Die unteren Geschosse beherbergen ausschliesslich technische Einrichtungen wie Relais Rechner, Umformer, Bahnstromversorgung, Notstrombatterien und Lüftung.
Da einzelne Installationen sehr viel Wärme abgeben, die Räume jedoch ein ausgeglichenes Klima benötigen, d.h. geheizt und gekühlt werden müssen, galt es, eine Klimahülle zu konstruieren, die sowohl Wärme speichern als auch in genügendem Mass an die Umgebung abgeben kann. Eine zweischalige Betonkonstruktion als Gebäudehülle dient als Speichermasse. Sie ist nach Massgabe der Wärmebedürfnisse im Inneren mehr oder weniger gedämmt. Im Sinne eines Faradayschen Käfigs werden die Armierungseisen des Betons benutzt, um die empfindliche Elektronik im Inneren vor störenden, äusseren Einflüssen abzuschotten.
Die durch den Bremsstaub der Züge entstehende, patinaartige Verfärbung aller Gegenstände und Häuser im Bereich der Gleise legte nahe, das kleine Gebäude von vornherein diese Familie der rostrot / braun gefärbten Dinge zu integrieren. Der Beton ist mit braunroten Eisenoxid-Pigmenten eingefärbt: Pigmente, welche dieselbe chemische Basis haben wie der Bremsstaub der Züge - oxidierte Eisenpartikel.
Für den Anstrich der Holzeinbauten in den Personalräumen wählte der Künstler Harald F. Müller jene Farben, die er an Gegenständen im unmittelbaren Umkreis des Stellwerks vorfand und welche beim Ausblick aus den Fenstern wiedererkennbar sind: ein kräftiges Blau, ein leuchtendes Rot, ein Gelb und wiederum ein dunkles Braun.
Die Fenster der Kommando- und Aufenthaltsräume im obersten Geschoss geben Überblick und Ausblick auf das Gleisfeld. Die Lichtregulierung für die Computerarbeitsplätze im Kommandoraum geschieht über Lamellenstoren sowie ein äusseres Licht und Wärme reflektierendes Sonnenschutzglas - eine metallisch bedampfte Scheibe. Während das braune Eisenoxid im Beton den Baukörper in die vom Eisenstaub verfärbte Umgebung integriert, ja beinahe tarnt, kontrastiert die rotgolden spiegelnde Metallbedampfung der Gläser mit der dumpfen Stimmung des dunklen Betons. In der Nacht von innen beleuchtet und während des Tages stark reflektierend, symbolisieren die Fenster rund um die Uhr die Funktion des Gebäudes - das Überwachen des Gleisfelds.
Wohnüberbauung Schaffhauserstrasse
Café Kunsthalle Zürich
Die Kunstinstitutionen in der ehemaligen Bierbrauerei Löwenbräu planten in der Phase der Zwischennutzung auf der Terrasse des historischen Gebäudes ein Café. Im damals noch industriell geprägten Quartier sollte eine öffentliche Aufenthaltsfläche geschaffen werden, die, zusammen mit der Schriftinstallation von Jenny Holzer, den gemeinsamen Eingang betont und speziell auf die Kunsthalle hinweist.
Der längliche, schmale Kubus schwebt über den ehemaligen Werkstätten, kragt in den Strassenraum und wirkt wie ein Signal. In Analogie zu den benachbarten Brücken- und Viaduktkonstruktionen, ist es ein vorfabriziertes, punktuell abgestütztes Stahlfachwerk, in das ein hölzerner Raum eingebaut ist. Die Stahlholzkonstruktion mit grossen Fenstern und einer Verkleidung aus farbig anodisierten Aluminiumplatten setzt sich in seiner Materialität von der roten und gelben Klinkerfassade des Bestands ab. Im Inneren bieten die raumhohen «Schaufenster» Ausblicke in die Limmatstrasse, von der Strasse erhalten Passanten und Vorbeifahrende Einblicke in das Geschehen im Gebäude. Wegen dem folgenden, umfassenden Umbau und der Erweiterung des gesamten Areals kam das Projekt nicht zur Ausführung.