Erweiterung Kunst Museum Winterthur / Beim Stadthaus

Publikationen über die Erweiterung Kunst Museum Winterthur
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Die lange Zeit geplante, schliesslich in Form eines Provisoriums verwirklichte Erweiterung des Kunst Museum Winterthur / Beim Stadthaus schafft die räumlichen Voraussetzungen, nicht nur Wechselausstellungen, sondern auch die umfangreiche Sammlung des Kunstvereins permanent zu präsentieren.

Das neue Gebäude ist über eine Passerelle mit den Museumsräumen des Altbaus von Rittmeyer & Furrer verbunden. Die Ausstellungsräume der Erweiterung sind schlichte, recht­wink­lige Räume mit nach Nor­den gerichteten Shedoberlichtern. Durch ein einfaches Raster wird die ca. 1000 Quadratmeter messende Grundfläche in verschiedene Räume mit unter­schiedli­chen Grössen und un­ter­schiedlichen Proportio­nen ge­teilt. Während des Rundgangs betritt man die einzelnen Räume an jeweils unterschiedlichen Stellen, so dass sich für den Besucher der Eindruck feiner räumlicher Differenzierung einstellt. Drei grosse Fenster bilden Ausblicks- und Orientie­rungsmög­lichkeiten. Entsprechend der kostenbedingten, indu­striebauartigen Kon­struktions- und auch Belich­tungsweise des Gebäudes ist auch die Grundrissanlage ohne Er­schliessungsräume sehr ökonomisch und rationell. Die Eingeschossigkeit der Museumsanlage erlaubt neben der Belichtung aller Räume mit zenitalem Licht eine flexible Zuordnung der Räume zu verschiedenen Ausstellungsgruppen.

Ohne in den Ausstellungsräumen provisorisch zu wirken, gehorcht der Erweiterungsbau in seiner konstrukti­ven und materialmässigen Beschaffenheit weitgehend den Gesetzen eines Provisoriums. Diese Haltung bedingt einen schichtwei­sen, quasi zweigesichti­gen Auf­bau: gewohnte, dauerhafte und möglichst fugenlose Materia­lien in den Innenräumen und additive, rasch montier- und demontierbare, rezyklierbare Ele­mente als Kon­struktion, Isolation und Verklei­dung. So ist das Innere des Gebäudes vorwiegend massiv in die tragende, leichte Stahlkonstruktion hin­ein­gebaut. Gipsmauerwerk bildet grossflächige, fugenlose Wände, und ein gegossener, schwimmender Hartbe­tonboden dient dazu, grössere Lasten aufzunehmen.
Die Isolation erfolgt mit handelsüblichen, Isolati­ons­kas­setten, die frei spannend auf der Stahlkonstruktion befestigt werden. Mit diesen vorverzinkten, perforierten Kassetten sind die Deckenuntersicht des Erdgeschosses und die Fassaden isoliert. Den Wetterschutz der Kassetten übernehmen feuerverzinkte Bleche auf dem Dach und vertikal aneinander gereihte Glasprofile an den Fassaden. Dieselben Glasprofile, mit Luftzwi­schen­räu­men versetzt, dienen im Erdgeschoss dazu, die Parkplätze zu belich­ten und zu belüf­ten, während sie gleichzeitig den scheinbar über der Garage schwebenden Museumsbau «erden».

Ort Winterthur

Nutzung 9 Ausstellungsräume, Passerelle zum bestehenden Museum, Parkfläche im offenen Erdgeschoss

Wettbewerb 1993, 1. Preis

Planung/Ausführung 1994–1995

Bauherrschaft Kunstverein Winterthur

Geschossfläche 2'364 m2

Team GG Planung/Ausführung: Michael Widrig (Projektleitung), Stefan Gasser
Wettbewerb: Michael Widrig

Bauingenieur Branger & Conzett AG, Chur

Haustechnik Waldhauser Haustechnik AG, Basel

Tageslichttechnik Institut für Tageslichttechnik Stuttgart, Deutschland

Kunstlichttechnik Lichtdesign Ingenieurgesellschaft mbH, Köln, Deutschland

Fotos © Heinrich Helfenstein

Auszeichnungen Mies van der Rohe Award for European Architecture – Finalist, 1997

Wohnüberbauung Broëlberg I

Das dem Herrenhaus Broëlberg zugehörige Areal, ein 5.7 Hektar grosses, parkartiges Grundstück im Übergang zur offenen Landschaft in der Gemeinde Kilchberg, war gemäss Zonenplan als Einfamilienhauszone ausgewiesen. Mittels eines Gestaltungsplans liess sich die geplante, flächendeckende Überbauung mit eingeschossigen Einfamilienhäusern in eine Bebauung umwandeln, die punktuell verdichtetes Wohnen vorsah. Ein Grossteil des Grundstücks kann auf diese Weise als parkähnliche Freifläche erhalten bleiben.
Sechs Orte wurden ausgewählt, an denen innerhalb klar definierter Mantellinien konzentrierte, volumetrisch unterschiedliche, dreigeschossige Gebäude mit verschiedenen Wohnkonzepten gebaut werden könnten; 1996 wurde Broëlberg I realisiert.

Die schöne Lage mit freiem Blick über den Zürichsee, in die Landschaft und auf das alte Dorf Kilchberg, aber auch die ortsüblichen Bodenpreise und die steuerlichen Vorteile der Gemeinde erforderten einen Wohnungsbau mit gehobenem Standard.
Drei Gebäudekörper werden mittels eines Sockelgeschosses, das hauptsächlich als Parkgarage genutzt wird, volumetrisch zu einem grossen Gebäudekomplex zusammengebunden. Das Dach der Einstellhalle bildet als erhöhter Hof oder Podium den Zugangsbereich zu den einzelnen Gebäuden. Zwei der Volumina beinhalten je vier Geschosswohnungen und eine grosszügige Attikawohnung; eines setzt sich aus vier Reihenhäusern zusammen. Die Wohnungen sind mehrheitlich so angelegt, dass Küchen und Essplätze zum Podium hin orientiert sind, während die Wohnzimmer mit ihren vorgelagerten Wintergärten wie auch die Schlafzimmer in Richtung Landschaft ausgerichtet sind.
Das Podium selbst, eine grosse, mit gegossenen Betonplatten, Glasbausteinelementen und Kies belegte Fläche, wird mittels pavillonartigen, sperrholzbeplankten Stahlgerüsten in einen öffentlichen Zugangsbereich sowie halbprivate Aussensitzplätze unterteilt.
Grosse Fenster, riesigen Augen gleich, thematisieren den eigentlichen Luxus der Wohnanlage – die wunderbare Sicht auf die Landschaft und über den See. Die Fenster sind ohne äussere Sprossung und Geländer ausgeführt. Ein breiter Aluminiumrahmen, ähnlich einer Edelstein-Fassung, verdeckt und integriert Rolladen, Führungsschienen und Fensterrahmen. Die freie Anordnung der geschosshohen öffnungen gibt einen Hinweis auf die verschiedenen Wohnungstypen. Die zurückversetzten, zu den Terrassen orientierten Fassaden der Attikageschosse sind gänzlich in Aluminium gehalten. Die Hauptfassaden hingegen bestehen aus Mauerwerk, Aussenisolation und einem feinen, gleichmässig eingefärbten Verputz, der gleich einer glatten Haut die Volumina umspannt.
Die äusseren Fassaden sind in einem dunklen Braunton gehalten, der die volumetrische Erscheinung verstärkt, und an die Farben von gepflügten Feldern, Baumstämmen und anonymen Landwirtschaftsgebäuden erinnert sowie nicht zuletzt auch auf den «weichen», organischen Fassadenaufbau verweist. Der Künstler Harald F. Müller hat diesen Braunton präzisiert und hat auf den zum Podium gerichteten, einander zugewandten Fassaden dem Braun einen hellen Orangeton gegenübergestellt, der einen intensiven Farbraum generiert. Der Orange- und der Braunton sind miteinander verwandt, ist doch das Braun eine dunklere Variante des Orange und das Orange eine hellere Ausführung des Braun. Beim Farbwechsel an den Gebäudekanten intensivieren sich die Farben gegenseitig, flächig eingesetzt divergieren sie jedoch stark in ihrer Wirkung. Das Braun wirkt ruhig, integrierend, natürlich, zurückhaltend, nobel – das Orange indessen schrill, künstlich, fremd und beglückend schön.
Zwischen den spiegelnden Gläsern, welche die Landschaft, die bauliche Umgebung und den Himmel reflektieren, und den matten, farbhaltigen Putzflächen mit ihren feinkörnigen Oberflächen entstehen Wechselwirkungen, die intensiv auf die unterschiedlichen Lichtstimmungen reagieren.

Ort Kilchberg

Nutzung 2 Mehrfamilienhäuser mit je 5 Wohnungen, 4 Reihen-Einfamilienhäuser, gemeinsamer Hof, Tiefgarage

Planung/Ausführung 1990–1996

Bauherrschaft Dr. Otto P. Haab, Küsnacht

Geschossfläche 4’097 m2

Team GG Annette Gigon / Mike Guyer Architekten, Zürich
in Arbeitsgemeinschaft mit Esther + Rudolf Guyer Architekten, Zürich
Mitarbeit: Matthias Stocker (Projektleitung), Ivana Vallarsa, Andrea Roth

Landschaftsarchitektur Neukom & Neukom Landschaftsarchitekten, Zürich

Bauingenieur Aerni + Aerni Ingenieure AG, Zürich

Elektrotechnik Bühler + Scherler AG, Chur

Haustechnik 3-Plan Haustechnik AG, Winterthur

Signaletik Trix Wetter, Zürich

Farbgestaltung Harald F. Müller, Öhningen, Deutschland

Fotos © Heinrich Helfenstein
© Harald F. Müller

Sportzentrum Davos
umgebaut: Tourismus- und Sportzentrum Davos

Das Sportzentrum ersetzt das 1991 einem Brand zum Opfer gefallene, hölzerne Eisbahngebäude des Davoser Architekten Rudolf Gabarel.
Das neue Gebäude begrenzt gleich dem Vorgängerbau das Feld der Eisschnellaufbahn bzw. der Sportanlagen im Südwesten und fasst den rückwärtigen Ankunftsraum. Gegenüber diesen beiden Aussenräumen reagiert das Bauvolumen jeweils anders: mit einer zweigeschossigen, vorgelagerten, licht-, luft-, und sichtdurchlässigen Tribüne zum Eisfeld und mit einer eingeschossigen, kompakten Ausstülpung zur Ankunftseite.

Im prismatischen Bauvolumen sind eine Vielzahl von unterschiedlichen Nutzungen dicht und effizient zusammengefasst – Grossgarderobe, Restaurants, Küche, Büros, Maschineneinstellhalle, Sportmedizinräume, Clubgarderoben, eine Wohnung und Kursgästezimmer.
Die schmale Tribüne steht in enger räumlicher und funktionaler Beziehung zu den angrenzenden öffentlichen Räumen des Restaurants und der Grossgarderobe. Sie beschattet deren grossflächige Verglasungen ähnlich einem Brise-Soleil. Die Tribüne selbst wird von den Besuchern über ihren eigentlichen Zweck hinaus als Aussichts-, Freiluft- und Sonnenbalkon benutzt.
Die Tragpfeiler der Tribüne bestehen aus Beton. Sie lassen den konstruktiven Aufbau des gesamten Gebäudes erkennen – einen je nach Nutzung verkleideten oder roh belassenen Betonbau. Aussen wird der isolierte Baukörper von einer zweischichtigen, hölzernen Fassadenverkleidung – ähnlich zweier sich überlagernder Holzzäune – umhüllt. Aus diesem Konstruktionsprinzip der Fassade entwickeln sich die Geländer, die Schiebeläden, und auch die Fenster. Die innere Lattung der Fassadenverkleidung aus gehobeltem Tannenholz ist farbig gestrichen, die äussere, durch horizontale Eisenprofile gehaltene und distanzierte Lattung aus Lärchenholz roh. Die Verfärbungen des rohen Holzes durch die Witterung kontrastieren mit der Farbigkeit des Anstriches auf der inneren Fassadenschicht. Der Farbanstrich soll die innere Lattung und die Fenster schützen, und insbesondere die farbige Welt des Sports wiederspielen. In Zusammenarbeit mit dem Künstler Adrian Schiess wurden für die Fassade drei Farben gewählt, die sich grossflächig über die Gebäudeseiten ausbreiten – ein Farbklang aus einem hellen Orange, einem komplementären Blau und einem leuchtenden Gelb.
Eine um sechs zusätzliche Farbtöne erweiterte Farbpalette – Dunkelblau, Framboise, Weiss, Apricot, Hellgrün und Türkis – setzt die Farbigkeit des Gebäudes in den Innenräumen fort und steigert sie noch. Ausschliesslich hölzerne Elemente – Fensterrahmen, Türen sowie Wand- und Deckenpaneele für die Schallabsorbtion und die Verkleidung der Installationen – sind Farbträger. Sie stehen im Gegensatz zu den roh belassenen oder verputzten Betonwänden der Tragkonstruktion.
Ähnlich den aufgedruckten Signeten und Nummern der Sportlerbekleidung ist die Beschriftung des Gebäudes innen wie aussen grossmassstäblich direkt auf die Gebäudeelemente aufgetragen; so auch der Schriftzug «Davos» auf der Frontfassade, der auf künftigen Postkarten und Siegerehrungsfotos für den Ferien- und Sportort werben soll.

Ort Davos

Nutzung Sportzentrum mit zweigeschossiger Bühne zum Eisfeld; Erdgeschoss: Eingangshalle, Restaurant, Küche, öffentliche Grossgarderobe, Büros, Einstellhalle, Terrasse
1. Obergeschoss: Clubgarderoben, Sportmedizin, Halle, Theorieräume, Büros, Wohnung, Selbstbedienungsrestaurant, Tribüne
2. Obergeschoss: Unterkunft Seminarbesucher, Aufenthaltsräume

Wettbewerb 1992, 1. Preis

Planung/Ausführung 1993–1996 / 2007–2009

Bauherrschaft Kur- und Verkehrsverein, Davos

Geschossfläche 3'955 m2

Team GG Umbau Tourismus- und Sportzentrum:
Markus Seiler (Projektleitung), Kristin Sasama
Sportzentrum Davos:
Planung/Ausführung: Raphael Frei, David Leuthold
Wettbewerb: Raphael Frei, Judith Brändle, Rina Plangger

Bauleitung Annette Gigon / Mike Guyer Architekten, Zürich mit Othmar Brügger, Davos

Bauingenieur Ausführung: DIAG Davoser Ingenieure AG, Davos
Tribüne: Branger + Conzett AG, Chur
Wettbewerb: Aerni + Aerni Ingenieure AG, Zürich

Signaletik Trix Wetter, Zürich

Farbgestaltung Adrian Schiess, Zürich und Mouans-Sartoux, Frankreich

Fotos © Heinrich Helfenstein
© Joël Tettamanti

Auszeichnungen Auszeichnung gute Bauten Graubünden 2001

 

Geschäftshaus Rosau

Der L-förmige Neubau des Geschäftshauses gegenüber der Tonhalle, an der Ecke Gotthard- / Claridenstrasse gelegen, ordnet sich in die städtebauliche Blockstruktur entlang der Claridenstrasse ein und verjüngt sich mittels Rücksprüngen Richtung See. Die Villa Rosau und der vorgelagerte Garten bleiben in ihrer historischen Konzeption erhalten. Der Grünraum bildet mit dem gegenüberliegenden Park des Hotel Baur au Lac jenseits des Schanzengrabens zudem einen Zwillingsgarten. Der Neubau formt den westlichen Abschluss dieser beiden Gärten, die ihrerseits mit ihrem schönen Baumbestand den öffentlichen Bürkliplatz räumlich fassen.
Die Parkanlagen der Villa Rosau und des Hotel Baur au Lac am Zürichsee sind wichtige Zeitzeugen der Stadterweiterung. Der Garten umfliesst Villa und Neubau und schafft eine Konvergenz der Bebauungsmuster der Blockrandbebauung und demjenigen der solitären Villa im Park. Dabei wird auch die Überschneidung von architektonischer und organischer Formensprache des Gartens thematisiert und eine Gliederung in unterschiedliche Bereiche gebildet.

Für den künftigen langjährigen Mieter, einen internationalen Rückversicherer, entsteht in dem fünfgeschossigen Neubau ein repräsentativer Geschäftssitz.
Die Haupterschliessung erfolgt über die Claridenstrasse, mit grosszügigem Empfangsbereich und Mitarbeiterrestaurant sowie Konferenzräumen im Erdgeschoss. In den vier darüberliegenden Geschossen befinden sich die offenen Büroflächen, die über drei Haupttreppenhäuser erschlossen werden. Das oberste Geschoss springt als Attika zurück und schafft beidseitig eine grosszügige Terrasse, an dessen südlichem Ende der Boardroom Ausblick auf den See bietet.
Die Zufahrt zur Villa Rosau teilt das Erdgeschoss in zwei voneinander getrennte Bereiche und gibt von der Strasse einen Blick in den Garten frei. An der Ecke zur Kreuzung befindet sich eine öffentliche Gastronomiefläche. Die Tiefgarage wird von der Gotthardstrasse aus erschlossen, ebenso weitere Büros, die auf den oberen Ebenen untervermietet werden können. Am Gebäudeende Richtung Schanzengraben sind in den oberen Geschossen zwei Wohnungen angeordnet, die ebenfalls von dem nördlichen Zugang erschlossen werden.
Das Tragwerk besteht aus einem Skelettbau mit von der Fassade zurückgesetzten Stützen und aussteifenden Erschliessungskernen in der Gebäudemitte. Unterschiedlich rhythmisierte, vertikale und horizontale Profile aus Baubronze gliedern die Fassade. Sie nehmen in grösserem Massstab und geometrischer Ausformulierung die bestehenden schmucken Zaunstrukturen des Gartens auf.

Ort Zürich

Nutzung Bürogebäude mit 470 Arbeitsplätzen, Mitarbeiterrestaurant, Sitzungszimmer, Gastrolokal, zwei Wohnungen, Tiefgarage

Beauftragung 2008

Planung/Ausführung 2008–2020

Bauherrschaft Bauherrschaft Grundausbau: Villa Rosau AG, Zürich
Bauherrenvertretung: Conarenco AG, Zürich
Bauherrschaft Mieterausbau: SCOR Services Switzerland AG, Zürich

Label Minergie Standard

Geschossfläche 17‘810 m2

Team GG Planung/Ausführung Geschäftshaus 2010–2020: Mike Guyer, Christian Maggioni (Teamleitung ab 11/2012), Mathias Rösner (Projektleitung ab 2011), Michael Winklmann (Teamleitung bis 10/2012), Martin Bischofberger (Projektleitung bis 2010), Marco Cristuzzi, Franzis Gericks, Lilla Kis, Lisa Menje, Roman Vetterli, Rodrigo Jorge, Christoph Lay, Milica Brockmann, Christoph Dober, Brigitte Rüdel, Griet Aesaert
Planung Wohn-/Bürogebäude 2008–2009: Michael Winklmann (Teamleitung), Christoph Justies (Projektleitung), Mark Zjörjen, Christoph Dober, Cornelia Schmidt, Karin Schultze

Bauleitung b+p baurealisation ag, Zürich

Landschaftsarchitektur Vogt Landschaftsarchitekten, Zürich

Bauingenieur Locher Bauingenieure AG, Zürich

Elektrotechnik IGB B. Graf AG, St.Gallen

Haustechnik Gruenberg + Partner AG, Zürich

Bauphysik Kopitsis Bauphysik AG, Wohlen

Brandschutz Makiol+Wiederkehr, Beinwil am See

Fassadenplanung gkp fassadentechnik ag, Aadorf

Innenarchitektur MAB Scor und Wohnungen: Gigon/Guyer Architekten, Zürich
Scor Möblierung: Ina Rinderknecht Interior Architecture AG, Erlenbach
Grill/Bar: Gigon/Guyer Architekten mit Atelier Zürich

Signaletik Trix Wetter, Zürich (Tor, Villa Rosau)

Fotos © Roman Keller

Adresse Glärnischstrasse / Claridenstrasse, CH - 8002 Zürich

Umbau Villa Rosau

Im Zuge des Neubauprojekts Geschäftshaus Rosau wurde auch die Villa Rosau grundlegend erneuert. Als Wohnhaus 1844 / 1845 vom Architekten Ferdinand Stadler erbaut, ging ein Grossteil der originalen Substanz durch mehrere Umbauten verloren. Die denkmalpflegerischen Eingriffe konzentrierten sich daher auf die Fassade. Diese wurde umfassend saniert und stellenweise in den originalen Zustand gebracht. Das Gebäude ist statisch neu unterfangen und die innere Struktur neu aufgebaut. Die Räumlichkeiten der Villa beherbergen im Erdgeschoss eine halböffentliche Gastronomie und in den Obergeschossen einen Seminarbereich sowie Büros.

Ort Zürich

Nutzung Club Baur-au-Lac. Lounge, Restaurant, Küche, Seminarräume, Büros

Beauftragung 2009

Planung/Ausführung 2009–2020

Bauherrschaft Grundausbau: Villa Rosau AG, Zürich
Bauherrenvertretung: Conarenco AG, Zürich

Geschossfläche 2‘104 m2

Team GG Mike Guyer, Christian Maggioni (Teamleitung ab 11/2012), Mathias Rösner (Projektleitung ab 2011), Michael Winklmann (Teamleitung bis 10/2012), Martin Bischofberger (Projektleitung bis 2010), Roman Vetterli, Christoph Dober, Karla Pilz, Griet Aesaert, Daniel Friedmann

Bauleitung b+p baurealisation ag, Zürich

Landschaftsarchitektur Vogt Landschaftsarchitekten, Zürich

Bauingenieur Locher Bauingenieure AG, Zürich

Elektrotechnik IGB B. Graf AG, St.Gallen

Haustechnik Gruenberg + Partner AG, Zürich

Bauphysik Kopitsis Bauphysik AG, Wohlen

Brandschutz Makiol+Wiederkehr, Beinwil am See

Innenarchitektur Club Baur-au-Lac: Atelier Zürich

Fotos © Roman Keller

Hotel und Bürogebäude – Greencity

Auf dem ehemaligen Sihlpapier-Areal Manegg in Zürich Süd entsteht das gemischt genutzte Stadtquartier Greencity nach den Richtlinien der 2000-Watt-Gesellschaft*. Das siebengeschossige Büro- und Hotelgebäude bildet gemeinsam mit seinen elfgeschossigen Nachbarbauten zwischen Bahngleisen und Autobahn den Auftakt des neuen Quartiers in Richtung Zürich. Als Ensemble fassen sie einen öffentlichen Hof, der an den langgezogenen Maneggplatz anschliesst. Das niedrigere, längliche Volumen orientiert sich sowohl zur westlichen Strasse und den Bahngleisen als auch zum Hof. Diesen weitet der Baukörper platzartig auf, indem er sich nach Norden hin verjüngt. Drei gedeckte Rücksprünge leiten in die Eingangshallen der verschiedenen Nutzungen. An den Fassaden wechseln sich geschuppte horizontale und vertikale Elemente aus braun eloxiertem Aluminiumblech mit Holz-Metall-Fenstern und schmalen opaken Lüftungsflügeln ab. Je nach Perspektive verschränken sich Öffnung und Verkleidung, Struktur und Hülle vexierbildartig ineinander.

Der internationale Wettbewerb für das Baufeld wurde auf der Grundlage eines Gestaltungsplans durchgeführt, welcher hohe Baukörper gegen die Autobahn vorsah, sowie Dienstleistungs- und Büronutzungen bestimmte. Als Ergebnis des Verfahrens wurde die städtebauliche Setzung von Gigon/Guyer übernommen und die Weiterentwicklung auf zwei Architekturbüros verteilt.

Das vorliegende Projekt war zunächst als reiner Bürobau geplant. Nach zwischenzeitlichen Studien mit ausschliesslicher Hotelnutzung wird es nun zu gut einem Drittel als Bürogebäude, zu zwei Dritteln als Hotel genutzt. Die Büroflächen nehmen den südlichen Kopfteil der Obergeschosse ein, samt zugeordneter Lobby, Treppen- und Liftkern. Zu ebener Erde befindet sich hier eine Kindertagesstätte mit eigenem Eingangsbereich. Das Hotel öffnet sich mit der Rezeption zur Strasse und mit dem Frühstücksraum und der Bar zum Hof.

Ein Skelettbau als Tragkonstruktion, bestehend aus Stützen, Geschossdecken und Kernen in Stahlbeton, erlaubt die unterschiedlichen Nutzungen. Die Fassade spiegelt den flexiblen Teilungsraster der Geschosse ebenso wie die Baustruktur wider, und zugleich wird dies überspielt durch die feinen geschossweisen Versätze der Fassadenverkleidungen, Fensterteilungen und Lüftungsflügel. Die Schrägstellung der Metallprofile unterstützt die Mehrfachlesbarkeit der Fassade – im Sinne eines Ausdrucks, der sowohl den Büros als auch dem Hotel gerecht werden kann.

Nach dem Core-and-Shell Prinzip übernehmen die Mieter des Hotel- und des Büroteils den Innenausbau ihrer Flächen. Die Lobbys, Treppenhäuser und Liftkerne verbinden jedoch räumlich wie gestalterisch Aussen und Innen, untere und obere Geschosse: Kunststeinbodenbeläge aus geschliffenem Beton und dunkelbraun gehaltene Metallarbeiten verweisen je auf die Tragstruktur oder die Hülle.

* In Greencity sollen bis zu 2‘000 Menschen wohnen und 3‘000 arbeiten und lernen. Zu den Zielvorgaben gehört unter anderem, dass der Energieverbrauch weitgehend aus erneuerbaren Quellen gedeckt wird; die zentrale S-Bahnstation und zahlreiche Velostellplätze ermöglichen umweltfreundliche Mobilität und autofreie Aussenräume im Quartier.
Die anspruchsvollen energetischen Vorgaben für das Quartier werden bei dem Gebäude durch die Nutzung von Erdwärme mittels Sonden, Isolationsstärken von 20–24 cm, sowie Photovoltaik auf dem Dach umgesetzt. Im Bereich der Büros sorgen Heiz-/Kühlsegel, die auch die Zuluft integrieren, für eine effiziente Verteilung. Die Abluftfassung erfolgt zentral beim Kern. In den Hotelzimmern erfolgt die Heizung und Kühlung über im Deckenputz eingebettete Netze; die Lüftung ist oberhalb der Fertignasszellen installiert. Mit diesen und weiteren Massnahmen erreicht das Gebäude den Nachhaltigkeitsstandard LEED Platinum.

Ort Zürich

Nutzung 7-geschossiges Hotel und Bürogebäude, Kindertagesstätte, Hotel mit 174 Zimmern, 594 Betten (Core and Shell: Gigon/Guyer, Innenausbauten: Mieter), Tiefgarage

Wettbewerb 2012, 1. Preis

Planung/Ausführung 2016–2021

Bauherrschaft Auftraggeber: Losinger Marazzi AG, Zürich
Eigentümer: Credit Suisse Anlagestiftung, Zürich

Label 2000-Watt-Areal, Zertifikat LEED Platinum Core & Shell

Geschossfläche 16‘505 m2

Team GG Planung/Ausführung: Annette Gigon, Christian Maggioni (Teamleitung 01/2015–), Barbara Schlauri (Teamleitung –12/2014), Damien Andenmatten (Projektleitung), Chiara Giovanola
Wettbewerb: Annette Gigon, Michael Winklmann (Teamleitung 08/2012), Stefan Thommen (Teamleitung –07/2012), Karla Pilz, Thomas Möckel, Lena Ehringhaus, Natalie Koerner

Bauleitung Losinger Marazzi AG, Zürich

Totalunternehmung Losinger Marazzi AG, Zürich

Landschaftsarchitektur Vogt Landschaftsarchitekten, Zürich

Bauingenieur Wismer + Partner AG, Rotkreuz

Elektrotechnik IBG B. Graf AG Engineering, Baar

Haustechnik Balzer Ingenieure AG, Winterthur

Bauphysik Gartenmann Engineering AG, Zürich

Brandschutz Gruner AG, Zürich

Fotos © Seraina Wirz

FILM

Ersatzneubau Wohnüberbauung Hangenmoos

Eine neue Wohnüberbauung auf dem Wädenswiler Hangenmoos Areal ersetzt die Siedlung aus den 1960er Jahren. Das gut drei Hektar grosse Areal liegt am Rande des historisch gewachsenen Stadtkerns und ist geprägt durch die längliche Ausrichtung zur Zugerstrasse und das ansteigende Gelände nach Westen.
Die verdichtete Wohnüberbauung orientiert sich mit der freien Setzung der Baukörper in einer parkähnlichen Anlage an der Idee der Gartenstadt. Dabei wird die Anordnung der Gebäude durch verschiedene Faktoren definiert: den Verlauf der Topografie, der Ausrichtung der Wohnungen, den Seeblick, der Nachbarbebauung und der verkehrsreichen Strasse. Themen wie der durchgehende, differenzierte Aussenraum, Staffelung, Durch- und Ausblicke bestimmen die Komposition der Gebäude.
Drei Wohntypologien, sowie verschiedene Wohnungsgrössen bieten eine vielfältige Durchmischung der Siedlung, die etappenweise durchgeführt wird.

Zur viel befahrenen Zugerstrasse ist das Areal durch schlanke, zueinander versetzte Baukörper begrenzt. Hier sind die Treppenhäuser entlang der Fassade angeordnet, die Wohn- und Essräumen orientieren sich beidseitig, Schlafzimmern und Balkonen sind zum ruhigen Park hin ausgerichtet.
Dahinterliegend, hangaufwärts, sind fünf- bis siebengeschossige Gebäude, entlang der ruhigeren Holzmoosrütistrasse angeordnet. Sie orientieren sich an dem Terrainverlauf und der Aussicht zum See. Diese grossen und präsenten Gebäude bilden das Rückgrat der neuen Überbauung und weisen die höchste Dichte auf. Pro Geschoss gruppieren sich hier drei bis sechs Wohnungen um einen innenliegenden Erschliessungskern. Die grösseren Wohnungen sind jeweils über Eck oder als Durchwohntypen angelegt, die kleineren Wohnungen sind einseitig zum See ausgerichtet. Trotz der knappen Flächen, verleihen vielfältige Durch- und Ausblicke den Wohnungen Tiefe und Grosszügigkeit. Zusammen mit den niedrigeren Gebäuderiegeln der Zugerstrasse formen sie eine differenzierte Grünanlage mit fussläufigem Wegenetz.
In den Gebäuden der dritten Typologie sind pro Geschoss vier Wohnungen vorgesehen. Die beiden fünfgeschossigen Gebäude sind parallel zum Geländeverlauf ausgerichtet und zueinander versetzt. Der kreuzförmige Grundriss mit einem innenliegenden Erschliessungskern bietet nach drei Seiten ausgerichtete, helle und grosszügige Wohnungen.
Die Gliederung und Komposition der Baukörper, schaffen eine Siedlung mit verwandten Gebäudestrukturen, die trotz der unterschiedlichen Bedingungen des Areals eine Einheit bilden. Vielfältige Sichtverbindungen und Durchblicke öffnen die Aussenräume und geben der angestrebten Verdichtung eine dem Ort entsprechende Massstäblichkeit.

Ort Wädenswil

Nutzung 10 Gebäudevolumen,
285 Wohnungen mit 1,5–5,5 Zimmer-Wohnungen,
1 Wohngemeinschaft betreutes Wohnen Stiftung Bühl,
1 Doppel Kindergarten, 1 Kindertagesstätte,
7 Büroräumlichkeiten

Wettbewerb 2-phasig
2014, 1. Preis

Planung/Ausführung 2015–2021–2023

Bauherrschaft Hangenmoos AG, Wädenswil

Label Minergie Standard

Geschossfläche 59‘650 m2

Team GG Planung/Ausführung: Mike Guyer, Christian Maggioni (Teamleitung), Daniela Schadegg (Projektleitung), Franziska Bächer, Stefanie Bittig, Christoph Dober, Andy Gratwohl, Dana Hemmi, Leyla Ilman, Lilla Kis, Christoph Lay, Carlo Magnaguagno, Anne Spiegler, Lukas Taller, Urh Urbancic, Philippe Volpe
Wettbewerb: Mike Guyer, Stefan Thommen (Teamleitung), Rodrigo Jorge, Andy Gratwohl, Leyla Ilman
Überarbeitung Wettbewerb: Stefan Thommen (Teamleitung), Thomas Möckel, Leyla Ilman, Christoph Dober, Milica Vrbaski

Bauleitung Hotz Partner AG SIA, Wädenswil

Landschaftsarchitektur Testplanung: Studio Vulkan Landschaftsarchitektur GmbH, Zürich
weitere Planung: vetschpartner Landschaftsarchitekten AG, Zürich

Bauingenieur WaltGalmarini AG, Zürich

Elektrotechnik Enerpeak AG, Dübendorf

Haustechnik PZM Zürich, Zürich

Bauphysik Braune Roth AG, Binz

Brandschutz Enerpeak AG, Dübendorf

Verkehr Enz & Partner GmbH, Zürich

Farbgestaltung in Kooperation mit Harald F. Müller, Singen, Deutschland

Modell Zaborowsky Modellbau, Zürich

Fotos Philip Heckhausen, Zürich

Bahnhof Baar mit Läden, Büros und Wohnungen

Die neue Bebauung schliesst den Bahnhofplatz gegen den nördlichen Geleiseraum und setzt der heterogenen Struktur im Süden einfache Volumen gegenüber. Eine Reihung von länglichen Baukörpern – verbunden durch ein gemeinsames Dach – fassen den Bahnhofplatz zu einem klar gegliederten städtischen Aussenraum.

Ausgehend von der grossen, verbindenden Überdachung des Abgangs in die Personenunterführung und der Längsausrichtung der Volumen, bestimmt die Stapelung der unterschiedlich geschnittenen, horizontalen Platten und die umlaufenden Brüstungsbänder aus vorfabrizierten Betonelementen den Ausdruck des Gebäudes. Die umlaufenden Bänder vereinen Gebäude und Überdachung, während die wechselnden Rhythmen der Einfüllungen zwischen den Bändern die verschiedenen Nutzungen widerspiegeln. Die vorfabrizierten Betonelemente des Perrondachs bei Hauptgebäuden und Platz sind mit orangebraunen Eisenoxydpigmenten eingefärbt, in Anlehnung an die Geleisefeldpatina. Die Farbgestaltung wurde in Zusammenarbeit mit dem Künstler Adrian Schiess entwickelt.

Ort Baar

Nutzung Bebauung Bahnhof-Areal mit gemischter Nutzung: Bahnreise-Infrastruktur, Ladenflächen, Büros, Wohnungen, Tiefgarage

Wettbewerb 2004, 1. Preis

Planung/Ausführung 2004–2008

Bauherrschaft Gesamtanlage: Migros-Pensionskasse, Zürich
Platzgestaltung: Einwohnergemeinde Baar
Bahnreiseanlagen: SBB Schweizerische Bundesbahnen, Luzern

Geschossfläche 6`500 m2 (Geschossfläche oberirdisch nach PBG Kt. ZG)

Team GG Planung/Ausführung: Pit Brunner (Team- und Projektleitung), Mathias Brühlmann, Alex Zeller, Ingo Brinkmann
Wettbewerb: Mathias Brühlmann, Ulrike Horn

Totalunternehmung Halter Generalunternehmung AG, Zürich

Landschaftsarchitektur Vetsch Nipkow Partner, Landschaftsarchitekten AG, Zürich

Bauingenieur ARP André Rotzetter + Partner AG, Baar

Elektrotechnik Mosimann & Partner AG, Affoltern am Albis

Haustechnik Hans Abicht AG, Zug

Bauphysik Wichser Akustik & Bauphysik AG, Zürich

Signaletik Peter Spalinger, Atelier für Gestaltung, Bremgarten

Farbgestaltung Adrian Schiess, Zürich und Mouans-Sartoux, Frankreich

Fotos © Lucas Peters

Auszeichnungen Auszeichnung guter Bauten im Kanton Zug 2006–2015, Anerkennung

Werkhof

Der städtebauliche Ansatz des Projekts zeigt sich in der Situierung des Werkhofs und seiner Materialisierung. Zum einen schliesst das neue Gebäude den Ankunftsraum des Sportzentrums zur Talstrasse, um die räumliche Verbindung zum Kurpark zu akzentuieren und präzisieren. Zum anderen wird, als Referenz zum bestehenden Sportzentrum, das Thema der Holzfassaden aufgegriffen.
Die Standfläche des zweigeschossigen Volumens ist auf jene Räume reduziert, die notwendigerweise im Erdgeschoss liegen müssen – die Garagen für die Lastwagen, Schneefahrzeuge und die Gärtnerei. Die übrigen Räume, die Lager und Büros, sind im Obergeschoss angeordnet. Diese ungleiche Nutzungsverteilung erzeugt im ersten Obergeschoss Auskragungen an den beiden Längsseiten, welche dazu dienen, die darunter gelegenen Ausfahrten der Einstellhallen und Werkstätten zu schützen.

Die Tragstruktur ist ein Skelett-/Schottenbau mit vorgespannten Betonplatten und Betonstützen. Die grosse Auskragung zur Talstrasse wird durch Betonscheiben bewerkstelligt, welche zwischen Boden- und Deckenplatte eingespannt als Überzüge wirken. Die Aussenwände und Trennwände bestehen aus vorfabrizierten, geschosshohen, isolierten Holzplatten-Elementen. Eine hinterlüftete Verkleidung aus horizontalen Holzbrettern bildet den äusseren  Wetterschutz. Die verschieden breiten Bretter der parallel aufgesägten Baumstämme sind nach der Reihenfolge des Schnitts montiert. Analog zu den Fassaden besteht das Dach aus einer hinterlüfteten Konstruktion aus Holz, Isolation und Beton – ein «Davoser Dach».

Die Fenster sind in der Regel bündig in die Verkleidung gesetzt. Bei jenen Fenstern, die keine Einsicht gewähren sollen, dienen aufgeklappte Verkleidungsbretter als fixe Lamellen. Die sich nach aussen öffnenden, verglasten Stahlflügeltore der Einstellhallen werden durch die Gebäudeauskragungen überdeckt und somit vor Schnee geschützt. Feuerverzinkte Bleche verkleiden die Untersichten der Auskragungen und reflektieren diffus Licht in die zurückversetzten Arbeitsräume.

Ort Davos

Nutzung Einstellhallen, Waschanlage, Werkstatt, Lager, Büros

Wettbewerb 1998, 1. Preis

Planung/Ausführung 1998–1999

Bauherrschaft Davos Tourismus

Team GG Annette Gigon / Mike Guyer, Architekten, Zürich
in Arbeitsgemeinschaft mit Othmar Brügger, Architekt, Davos
Planung/Ausführung: Christian Brunner (Projektleitung)
Wettbewerb: Markus Lüscher
Mitarbeit Othmar Brügger: Andreas Leu

Generalunternehmung Zschokke, Chur

Bauingenieur Conzett, Bronzini, Gartmann AG, Chur
Peter Flütsch, Chur

Signaletik Trix Wetter, Zürich

Fotos © Heinrich Helfenstein

Restaurant Vinikus, Um- und Neubau

(nicht mehr im originalen Zustand)

Die ungewöhnliche Gestalt des Grundstückes am Schiabach und seiner heutigen Bebauung sind das Resultat einer mehr als hundertjährigen Urbarmachung und Nutzung der ehemaligen Bachparzelle durch den früheren Eigentümer, eine Bauunternehmung.
Mit dem Umbau des Restaurants galt es einen Anfangspunkt zu setzen im langfristigen Bestreben der heutigen Bauherrschaft, den gewerblichen Hofraum mitten in Davos Schritt für Schritt in einen öffentlichen und kulturellen Raum zu wandeln. Die Hälfte der vordersten Liegenschaft sollte transformiert werden, um – entsprechend der Leidenschaft des Weinhändlers Christoph Künzli – als Standort für ein neues Wein- und Speiserestaurant zu dienen. Die Grundfäche des früheren Restaurants wurde in der Folge unterkellert, um Räume für den Wein zu gewinnen, das oberirdische Volumen des ehemaligen, eingeschossigen Restaurants innerhalb der gesetzlichen Grenzabstände vergrössert, um im Inneren für einen neuen Gastraum mit angemessener Höhe Platz zu schaffen.

Die Unterkellerung besteht aus Beton, während die aufsteigenden Wände aus massivem Mauerwerk errichtet sind. Im Bereich der grossen Fensteröffnung liegt das Mauerwerk auf einem im engen Raster abgestützten Stahlrahmen auf. Wie die Oberflächen der bestehenden Hofbebauung sind auch die Aussenfassaden verputzt. Optisch auszeichnend wirkt lediglich, was dieses Gebäude bezeichnen muss – die Beschriftung des Restaurants.
In diese gemauerte Architektur eingebaut – ähnlich einem Kuckucksei eingesetzt – ist der Gastraum aus Holz. Grossflächige, zum Teil furnierte, durch Fugen rhythmisierte Holzfaserplatten bilden die Decken, die Wände, Türen und Schränke, – Parkettriemen den Fussboden. Das innere Holzgehäuse lässt sich im Bereich der Fensterfront mit schmalen, beweglich befestigten Holzplatten – inneren Fensterläden – öffnen und in der Nacht wieder schliessen. Im Hohlraum zwischen dem hölzernen Kubus und der Backsteinarchitektur wird der Gastraum durch die offenen Plattenfugen mit Luft und Elektrizität versorgt. Eichenholz – Fassholz erzeugt die farbliche Stimmung im Restaurantinneren: mit millimeterdünnen Furnieren und zentimeterdicken Parkettbrettern.
Das Prinzip der Einheitlichkeit von Raum und Ausstattung im Gastraum wird im Kellergeschoss aufgelöst zugunsten eines Nebeneinanders. Raum und Möblierung sind hier in ihrer jeweils typischen Materialisierung gehalten und „roh“ belassen – wie die noch nicht zur Speise verarbeiteten Zutaten eines Rezepts; die Wände sind aus Beton, ebenso die Decke und der Boden; das begehbare Weingestell aus Holzfaserplatten im Degustationsraum ist unverkleidet, der Tisch aus Eichenholz massiv.

Ort Davos

Nutzung Restaurant, Degustationsraum, Küche, Nebenräume

Beauftragung 1990

Planung/Ausführung 1990–1992

Bauherrschaft Christoph Künzli, Scala Vini Davos

Geschossfläche 415 m2

Team GG Dieter Bachmann (Projekt-/Bauleitung), Gabriella Güntert

Bauleitung Annette Gigon / Mike Guyer Architekten, Zürich

Bauingenieur Davoser Ingenieure AG, Davos

Signaletik Lars Müller, Baden

Fotos © Heinrich Helfenstein