Hörsaal Universität Zürich

Ein neuer, grosser, unmittelbar der Universität angegliederter Hörsaal mit fünfhundert Sitzplätzen wurde unter die talseitige Terrasse des Universitätsgebäudes von Karl Moser von 1913/1914 eingebaut. Der Raum dient als neues Auditorium Maximum sowie als zweite Aula und soll überdies während der Wochenenden und der Semesterferien von Dritten als Kongresssaal gemietet werden können.
Über ein Foyer im Erdgeschoss, den ehemaligen Skulpturen-Ausstellungsraum, der zwischenzeitlich als Institutsbibliothek genutzt wurde, wird der Hörsaal sowohl von aussen als auch vom Universitätsgebäude her erschlossen. In den Nischen der Kreuzgewölbe angeordnete zweiläufige Treppen führen zum tiefer gelegenen Hörsaal. Ein weiterer, rollstuhlgängiger und mit Lift erschlossener Zugang erfolgt von der Seite der Mensa.

Das Innere des Hörsaals ist – in Analogie zum farbig gestalteten Inneren des Moser-Gebäudes – mit farbig lackierten Platten ausgekleidet. Diese Platten übernehmen die Schallabsorption sowie die Verkleidung der Lüftungs- und Elektroinstallationen. Der Künstler Adrian Schiess hat für diesen Raum einen Farbklang von hell- und dunkelrosaroten, hellblauen und graugrünen Tönen entworfen, während die Verglasungen der Dolmetscherkabinen mit einem golden reflektierenden Verlauf bedruckt sind, um die Festlichkeit des Raumes zu unterstreichen.

Ein Oberlicht über der weissen Projektionswand versorgt den Raum mit Tageslicht. Von aussen betrachtet verweist der erhöhte Oberlichtkörper auf den darunterliegenden Hörsaal. Dieselbe Funktion erfüllt indirekt auch ein Wasserbecken, das mittig auf der Terrasse über dem Hörsaal liegt. Die kräftige Farbe des Anstrichs irritiert die gewohnte Wahrnehmung, die ein grünes Bassin erwartet wie diejenigen, die sich in den benachbarten Gartenflächen der Universität befinden. Das Bassin mit seiner reflektierenden Wasserfläche und künstlichen Farbigkeit wirkt wie eine eigenständige, horizontale Skulptur.

Als zusätzlicher Hinweis auf die ‚Raumhaltigkeit‘ des Sockels sind die Stützmauern zur Künstlergasse aus Ortbeton gegossen, dessen Schichten unterschiedlich eingefärbt sind. Von unten nach oben nimmt die Farbigkeit des Betons graduell ab. Die letzten Schichten der Stützmauern sind nur noch fein, und die Betonbodenbeläge der Terrasse und der Beton des Bassins schliesslich gar nicht mehr pigmentiert. Sie werden von der farbigen Beckeninnenseite kontrastiert.

Ort Zürich

Nutzung unterirdischer Hörsaal mit 500 Sitzplätzen, Projektionsraum, Lager, Technikräumen
Umbau bestehendes Foyer im Erdgeschoss als Zugang zum Hörsaal; farbiges Wasserbassin auf der Terrasse über dem Saal

Beauftragung 1996

Planung/Ausführung 1996–2002

Bauherrschaft Hochbauamt Kanton Zürich

Geschossfläche 2‘545 m2

Team GG Annette Gigon / Mike Guyer, Architekten, Zürich
Mitarbeit: Christian Brunner (Projektleitung), Stefan Gasser, Michael Bucher

Bauleitung Annette Gigon / Mike Guyer Architekten, Zürich
Mitarbeit: Thomas Hochstrasser

Landschaftsarchitektur Hager Landschaftsarchitektur AG, Zürich

Kosten/Terminplanung Othmar Brügger, Davos

Bauingenieur SKS Ingenieure AG, Zürich

Farbgestaltung Adrian Schiess, Zürich und Mouans-Sartoux, Frankreich

Fotos © Heinrich Helfenstein

Erweiterung Ausbildungswerkstätten Appisberg

Die Erweiterung der Anlage Appisberg besteht aus einzelnen Baukörpern, welche sich gegen­über den bestehenden Bauten aus den 1930er Jahren der Architekten Pestalozzi und Schucan entlang einer internen Erschliessungsstrasse aufreihen. Das Prinzip der Reihung bestimmte schon die Positionierung der bestehenden Gebäude. Entsprechend der ursprünglichen Freiraumgestaltung der Gebrüder Mertens bleibt die Mitte der Anlage in Form einer ausgedehnten Freifläche unbebaut und geht im Osten in die freie Landschaft über.

Aufgrund der Anordnung der Baukörper längs zur Blickrichtung wird die Sicht auf den See und das Bergpanorama akzentuiert, jedoch nicht verstellt. Hinsichtlich ihrer Proportionen lehnen sich die Neubauten an die Massstäblichkeit der be­stehenden Bausubstanz an.

Spannung und Rhythmisierung entstehen durch die Anordnung der neuen Volumina in ihrer Bezie­hung zu den bestehenden Gebäuden. Feine Unterschiede in der Dimension und Form der einzelnen Baukörper bereichern das Spiel. Das Gewächshaus mit gänzlich anderer Materialisierung bildet als Kontrast den Abschluss und Übergang zur Land­schaft.

Mit Ausnahme des Gewächshauses sind alle Gebäude mehrheitlich aus Ortbeton erstellt. Die Boden- und Deckenplatten werden durch die Aussen­wände und die aussteifenden Kernbereiche getragen. Die robuste Materialisierung der Aussenwände und Fenster reagiert auf die Anforderungen, die an die Ausbildungs- und Werkstattgebäude gestellt werden.

In der bestehenden Situation sind vor allem zwei Farbtöne vorherrschend. Das Orange der historischen Gebäude steht den unterschiedlichsten Grüntönen der Umgebung gegenüber: dem Dunkelgrün des Waldes, dem satten Grün der Wiesen, den gelbgrünen Feldern in der unmittelbaren landschaftlichen Umgebung und dem blassen Grün der entfernten Hügel.

Der gelbgrüne Farbton der Neubauten ,schlägt sich auf die Seite' der Umgebungsfarben. Die leuchtende Intensität der Farbe wird durch lasierendes Auftragen erreicht. Trotz mehrerer Farbschichten ist die Materialität des Betons immer noch sichtbar, so dass, aus der Nähe gesehen, ein feines Farbenspiel von Grün- und Gelbtönen erkennbar wird. Je nach Wetter- und Lichtverhältnissen sowie Jahreszeiten wirken die Volumen unterschiedlich, bilden einen Einklang mit der landschaftlichen Umgebung oder setzen sich ab.

Ort Männedorf

Nutzung Erweiterung bestehende Anlage um vier Neubauten: Berufliche Abklärungsstelle, 2 Werkstattgebäude, Gärtnerei mit Unterstand; Erneuerung Bestands: Werkstatt, Administration/Verpflegung, Unterkünfte

Wettbewerb 1998, 1. Preis

Planung/Ausführung 1999–2002

Bauherrschaft Gemeinnütziger Verein Appisberg, Abklärungs- und Ausbildungsstätte, Männedorf

Geschossfläche 3‘611 m2

Team GG Planung/Ausführung: Markus Lüscher (Projektleitung), Mathias Brühlmann
Wettbewerb: Markus Lüscher, Simone Reiter

Bauleitung Caretta Weidmann Baumanagement AG, Zürich

Landschaftsarchitektur Zulauf Seippel Schweingruber, Landschaftsarchitekten, Baden

Farbgestaltung Harald F. Müller, Öhningen, Deutschland

Fotos © Heinrich Helfenstein
© Harald F. Müller

Stellwerk Vorbahnhof

Das Gebäude steht am Rande des Gleisfelds, nahe der Gottlieb Duttweiler Brücke, auf der Höhe des Übergangs von der städtischen Wohnbebauung zum industriell besetzten Aussenquartier. Der Bau dient der Überwachung des Bahnverkehrs im Bereich des Vorbahnhofs von Zürich. Innerhalb der drei Geschosse wird nur die oberste Ebene als Arbeits- und Aufenthaltsbereich genutzt. Die unteren Geschosse beherbergen ausschliesslich technische Einrichtungen wie Relais Rechner, Umformer, Bahnstromversorgung, Notstrombatterien und Lüftung.

Da einzelne Installationen sehr viel Wärme abgeben, die Räume jedoch ein ausgeglichenes Klima benötigen, d.h. geheizt und gekühlt werden müssen, galt es, eine Klimahülle zu konstruieren, die sowohl Wärme speichern als auch in genügendem Mass an die Umgebung abgeben kann. Eine zweischalige Betonkonstruktion als Gebäudehülle dient als Speichermasse. Sie ist nach Massgabe der Wärmebedürfnisse im Inneren mehr oder weniger gedämmt. Im Sinne eines Faradayschen Käfigs werden die Armierungseisen des Betons benutzt, um die empfindliche Elektronik im Inneren vor störenden, äusseren Einflüssen abzuschotten.

Die durch den Bremsstaub der Züge entstehende, patinaartige Verfärbung aller Gegenstände und Häuser im Bereich der Gleise legte nahe, das kleine Gebäude von vornherein diese Familie der rostrot / braun gefärbten Dinge zu integrieren. Der Beton ist mit braunroten Eisenoxid-Pigmenten eingefärbt: Pigmente, welche dieselbe chemische Basis haben wie der Bremsstaub der Züge - oxidierte Eisenpartikel.

Für den Anstrich der Holzeinbauten in den Personalräumen wählte der Künstler Harald F. Müller jene Farben, die er an Gegenständen im unmittelbaren Umkreis des Stellwerks vorfand und welche beim Ausblick aus den Fenstern wiedererkennbar sind: ein kräftiges Blau, ein leuchtendes Rot, ein Gelb und wiederum ein dunkles Braun.

Die Fenster der Kommando- und Aufenthaltsräume im obersten Geschoss geben Überblick und Ausblick auf das Gleisfeld. Die Lichtregulierung für die Computerarbeitsplätze im Kommandoraum geschieht über Lamellenstoren sowie ein äusseres Licht und Wärme reflektierendes Sonnenschutzglas - eine metallisch bedampfte Scheibe. Während das braune Eisenoxid im Beton den Baukörper in die vom Eisenstaub verfärbte Umgebung integriert, ja beinahe tarnt, kontrastiert die rotgolden spiegelnde Metallbedampfung der Gläser mit der dumpfen Stimmung des dunklen Betons. In der Nacht von innen beleuchtet und während des Tages stark reflektierend, symbolisieren die Fenster rund um die Uhr die Funktion des Gebäudes - das Überwachen des Gleisfelds.

Ort Zürich

Nutzung Arbeits- und Aufenthaltsbereich, technische Einrichtungen wie Relais Rechner, Umformer, Bahnstromversorgung, Notstrombatterien und Lüftung

Wettbewerb 1996, 1. Preis

Planung/Ausführung 1997–1999

Bauherrschaft Schweizerische Bundesbahnen SBB

Team GG Planung/Ausführung: Philippe Vaucher (Projekt-/Bauleitung), Markus Lüscher
Wettbewerb: David Leuthold

Bauingenieur Conzett, Bronzini, Gartmann AG, Chur

Signaletik Harald F. Müller, Öhningen, Deutschland

Fotos © Heinrich Helfenstein
© Harald F. Müller

Verkehrshaus der Schweiz – Mehrzweckgebäude «House of Energy»

Mit dem neuen Mehrzweckgebäude entsteht ein Ersatzbau für die ehemalige «Schienenhalle 1» von Otto Dreyer aus den Gründungsjahren des Verkehrshauses. Der Neubau soll nunmehr – wie der Name verspricht – mehrere Nutzungen beherbergen. Wie sein Vorgänger bietet er im Erdgeschoss Raum für Ausstellungen – neu für Wechselausstellungen ebenso wie weiterhin auch für Exponate des Schienenverkehrs. Zusätzlich bildet das Erdgeschoss des Mehrzweckgebäudes einen einladenden zweiten Eingangsbereich für den Museumskomplex zur Haldenstrasse und zum 2007 eröffneten Bahnhof «Verkehrshaus Luzern». Hierhin wenden sich auch ein Shop und weitere Zugänge für die Nutzungen in den Obergeschossen.

Im ersten Obergeschoss entstehen drei neue Konferenzsäle, als Erweiterung der heutigen Kongressnutzung im «Futurecom» Gebäude. Vom Foyer aus blicken die Kongressteilnehmerinnen in den hohen Ausstellungsraum und auch auf die «Arena». Die drei darüberliegenden Geschosse sind Büronutzungen vorbehalten. Sie gruppieren sich um einen erhöht gelegenen, begrünten Innenhof und dienen insbesondere der Administration des Verkehrshauses sowie zugewandten Organisationen und Ausstellungspartnern. Das Kellergeschoss nimmt nicht nur ergänzende Nebenräume auf, sondern auch die neue Energiezentrale für das ganze Verkehrshaus-Areal – eine Wärmepumpenheizung, die mit Seewasser betrieben wird.

Das neue Volumen ist mächtiger als der Vorgängerbau und orientiert sich in seinen Höhenabmessungen am benachbarten Bestandsgebäude des IMAX-Filmtheaters. Das Vieleck der Grundform reicht zusammen mit den Frischluftbalkonen der Bürogeschosse zum Zylindergebäude hinüber und fasst mit diesem zusammen einen Zwischenraum, welcher der Belichtung und der Logistik dient. Zur Haldenstrasse bildet der Baukörper mit einer Auskragung eine regengeschützte Zone vor dem Eingang und einen Freiluft-Ausstellungsbereich. Dabei bleibt die Zufahrt von Lokomotiven in die bestehende «Schienenhalle 2 & 3» weiter möglich.

Hohe statische Anforderungen, die der schwierige Untergrund an die Fundation stellt, sowie der Wunsch nach einer stützenfreien Ausstellungshalle von bis zu 30 m Breite, begründen die Wahl von Stahlbeton als Baumaterial für die Tragkonstruktion und die Treppenhauskerne. Die Deckenplatten der Büros gewähren die nötige thermische Massenanbindung und nehmen die Heizschlangen des thermoaktiven Bauteilsystems (TABS) sowie akustisch wirksame Stabelemente auf – dadurch kann auf weitere Verkleidungen verzichtet und gleichzeitig die Raumhöhe optimiert werden. Dämmstärken von bis zu 30 cm und ein moderater Öffnungsanteil mit Fensterbändern lassen gute Energieverbrauchszahlen erwarten. Der Neubau ist Minergie-P zertifiziert.

Analog zur vielfältigen Nutzbarkeit des Gebäudes werden auch an die Fassadenhülle mehrere und unterschiedliche Ansprüche gestellt. Neben der Wärmedämmung und dem sommerlichen Sonnenschutz sollte die Aussenwand auch akustisch wirksam sein, d.h. Schallreflexionen des Strassenlärms in Richtung der hangseitigen Wohnbebauungen und der «Arena» dämpfen. Wie die meisten Gebäude des Museumskomplexes besitzt es eine Metallfassade. Sie besteht beim Mehrzweckgebäude aus genormten Metallkassetten, wie sie im Industriebau häufig als Unterkonstruktionen eingesetzt werden. Die perforierten Bleche erfüllen in Kombination mit den dahinterliegenden Dämmschichten die genannten Ansprüche und bilden das verhüllende, gleichzeitig blickdurchlässige und transluzente Kleid, das auch als Brise-Soleil wirkt und überdies der Halterung für die Photovoltaik-Elemente dient.

Photovoltaik nicht nur auf den Dachflächen, sondern auch an den Fassaden anzuwenden, ist eine Herausforderung für den Entwurf und nach wie vor auch für die Akzeptanz. Die monokristallinen PV-Elemente sind entsprechend der verschiedenen Ausrichtungen der Fassaden unterschiedlich dicht verteilt. Die Anordnung in Gruppen von acht Elementen mit je einer Lücke wurde mit dem Künstler und Geometrieingenieur Urs Beat Roth entwickelt. Aus der Verteilung der Paneele, überlagert mit der Gliederung der Fensterbänder und dem Raster der Metallkassetten, resultiert ein variierendes Zusammenspiel. Es ist ein Versuch, die nützlichen, aber als unästhetisch geltenden Energieproduzenten zu einem integralen Bestandteil der Fassadengestaltung zu machen, ohne sie durch Beschichtungen oder Sonderverglasungen in ihrer Effizienz zu beeinträchtigen.

Ort Luzern

Nutzung Ausstellungsräume, Shop, Konferenzräume, Büros

Beauftragung 2017

Planung/Ausführung 2017–2023

Bauherrschaft Verkehrshaus der Schweiz, Luzern

Label Minergie P

Geschossfläche 7'985 m2

Team GG Planung/Ausführung: Annette Gigon, Christian Maggioni (Teamleitung), Philippe Volpe (Projektleitung), Anne Spiegler, Chee Xu, Milica Brockmann

Bauleitung Büro für Bauökonomie AG, Luzern

Bauingenieur Schubiger AG Bauingenieure, Luzern

Elektrotechnik Scherler AG, Luzern

Haustechnik Markus Stolz + Partner AG, Luzern

Bauphysik RSP Bauphysik, Luzern

Brandschutz GRP Ingenieure AG, Rotkreuz

Fassadenplanung Rood AG Metallbauplanung, Stans

Weitere Künstler / Geometrieingenieur (Anordnung der PV-Elemente):
Urs Beat Roth, Zürich

Visualisierung Indievisual, Zürich

Fotos Seraina Wirz, Zürich
Film: Severin Kuhn, Zürich

FILM  

Verkehrshaus der Schweiz – Gastropavillon

Demontage 2008, ersetzt durch Neubau Verkehrshaus

Durch den Ersatz des vorgängigen Gartenrestaurants soll der Zugangshof zum Verkehrshaus neu zoniert und aufgewertet werden. Der Hof dient aber nicht nur der Erschliessung des eigentlichen Ausstellungsbereiches sondern stellt eine Art Zwischenraum dar, der bereits Attraktionen anbietet. Mit dem Rigi-Schiff zur einen Seite und dem neuen Fesselballon (High-Flyer) zur anderen Seite, bildet das Gartenrestaurant eine Mitte aus und lädt zum Pausieren und Beobachten ein.

Ein Stahlgerüst mit verschiebbaren, horizontalen Sonnen- und Regenschutzmarkiesen ist – zumindest in Teilen – die eigentliche Tragkonstruktion des Pavillons; er ist somit in die stählerne «Megastruktur» eingebaut. Blechtafeln bilden die Verkleidung und erlauben in Form von grossen Schiebetoren ein grosszügiges Oeffnen des Kubus gegen den Aussensitzplatz. Beides, die Stahlstruktur und auch die Blechverkleidung sind feuerverzinkt, wobei die Galvanisierung auf den Blechtafeln eine schillernde, eisblumenhafte Oberfläche ausgebildet hat.

Unter den Sonnenschutzsegeln ist Raum für etwa 200 Personen. Erweitert wird diese Fläche noch durch das begehbare Dach des Pavillons, von wo man Übersicht auf das Geschehen und Aufsicht auf die Umgebung gewinnen kann.

Im Pavillon selbst befindet sich ein Selbstbedienungsrestaurant mit warmer und kalter Küche, sowie einem Getränke- und Kioskbereich. Zusammen mit den angrenzenden Nebenräumen bildet dieser «Free-Flow» eine hochverdichtete, funktionale Einheit. Das Innere des Pavillons ist in Zusammenarbeit mit dem Künstler Harald F. Müller mit hellgrün emaillierten Stahlblechen ausgekleidet worden. Aussen antworten die hellgelb gestrichenen Stahlbleche der Tischplatten auf den farbig leuchtenden Innenraum.

Grosse Lettern auf dem Pavillon bezeichnen den Ort und das Gebäude. Kernige Ess- und Trinksprüche auf der Rückseite errinnern die Verkehrshausbesucher daran, dass man sich aus dieser kühl schimmernden «Box» zwischenzeitlich mit Erfrischungen versorgen kann.

2008 wurde der Pavillon verkauft und steht nun als Wohnatelier auf dem Dach des St.Galler Sitterwerks (Umbau: Flury + Furrer Architekten)

Ort Luzern

Nutzung Selbstbedienungsrestaurant, Getränke- und Kioskbereich, Nebenräume, Terrasse

Beauftragung 1999

Planung/Ausführung 1999–2000

Bauherrschaft Verkehrshaus der Schweiz, Luzern

Geschossfläche 117 m2

Team GG Markus Seiler (Projektleitung), Markus Lüscher, Caspar Bresch, Pieter Rabijns

Bauleitung Sepp Zurfluh, Rothenburg

Landschaftsarchitektur Christoph Fahrni, Luzern

Bauingenieur Dr. Lüchinger + Meyer AG, Zürich
Ingenieurbüro B. Trachsel, Luzern

Elektrotechnik Integral, Luzern

Haustechnik Integral, Luzern

Signaletik Trix Wetter, Zürich

Farbgestaltung Harald F. Müller, Öhningen, Deutschland

Fotos © Heinrich Helfenstein

Bahnstation Luzern Verkehrshaus

Die neue S-Bahn-Station bedient die Wohngebiete Würzenbach, Seefeld und Leumatt sowie die Badeanstalt Lido, insbesondere kommt sie aber dem «Verkehrshaus der Schweiz» zugute, dessen Besucherinnen und Besucher nun in neuen Zügen direkt zu den historischen Lokomotiven, Autos, Schiffen und Flugzeugen gelangen können.

Die Station liegt gegenüber dem umgebenden Terrain erhöht auf dem bestehenden Bahndamm. Von Westen nach Osten steigt der Damm weiter an, um gegen Würzenbach hin die bestehende Strassenüberbrückung der Brühlstrasse bzw. Bahnunterführung auszubilden. Eine neue Unterführung stellt auf der Höhe der Lidostrasse, die Verbindung der beiden Perrons und die Anbindung der Kreuzbuchstrasse für Fussgänger sicher. Rampen führen hier zu den Perrons, während gegen Osten provisorische Treppen den Aufgang gewährleisten.

Die S-Bahnstation Luzern Verkehrshaus besitzt zwei Perrons von über 200 Meter Länge. Auf jedem Perron befindet sich ein regengeschützter Wartebereich, der gut sichtbar, als gläserner Kubus über die Perronkante hinaus auskragt.

Um die Bauarbeiten am Bahndamm hocheffizient und insbesondere nachts ausführen zu können, wurden die Perrons mehrheitlich aus vorfabrizierten Elementen erstellt. Auf vorfabrizierte Pfähle wurden Betonbodenplatten gelegt. Grossformatige, vertikal montierte, perforierte und gefaltete Stahlplatten erfüllen gleichzeitig drei Funktionen: Sie dienen erstens als Geländer, zweitens als lang gezogene Stehbank und drittens als Verkleidung des schattigen Restraumes unter den hoch liegenden Perrons. Die grossen Lochungen in den Platten erlauben Ein- und Durchblicke und lassen die Station als ein schwebendes, sich nach oben auflösendes Band erscheinen. Die Faltungen ermöglichen den Zugfahrenden nicht nur im gedeckten Wartebereich, sondern auf der ganzen Länge des Perrons anzulehnen und auszuruhen. Sie verhindern zudem auch das Be- und Übersteigen der Platten.

Die Personenunterführung mit Rampen und Stützwänden wurde ebenfalls in Beton erstellt. Als Geländer und Verkleidungen kamen wiederum Stahlplatten zum Einsatz – hier jedoch ohne Faltungen. Zur Verbesserung der passiven Sicherheit bringt eine beleuchtete metallische Werbewand Helligkeit in die Unterführung und weist auf Ausstellungen im Verkehrshaus hin.

Ort Luzern

Nutzung S-Bahn-Haltestelle, 2 Bahnsteige 200m lang, Wartebereiche, Personenunterführung

Beauftragung 2006

Planung/Ausführung 2006–2007

Bauherrschaft Kanton Luzern
Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement Verkehr Infrastruktur (vif)

Team GG Caspar Bresch (Teamleitung), Mark Ziörjen (Projektleitung)

Landschaftsarchitektur Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten, Zürich

Bauingenieur Absturzsicherungen: Conzett Bronzini Gartmann AG, Chur
S-Bahn-Haltestelle: Emch+Berger WSB AG, Emmenbrücke

Fotos © Lucas Peters, Zürich

Verkehrshaus der Schweiz – Eingangsgebäude

Das heutige Projekt basiert auf dem Wettbewerb von 1999. Damals war eine städtebauliche Vision für die schrittweise Erneuerung des Verkehrshausareals mit seinen verschiedenen Bauten für die unterschiedlichen Verkehrsträger gefragt, ebenso wie ein Neubauprojekt für die Halle für Strassenverkehr. Bereits in der ersten Bauetappe zwischen 2005 und 2009 konnte neben dem Ersatzbau für die Halle für Strassenverkehr (HSV) auch ein neues Eingangsgebäude (FutureCom) erstellt werden. Diese städtebauliche Rochade erlaubte das Freispielen eines zentralen Hofraumes (Arena), der unbebaut bleibt und Platz schafft für temporäre, themenbezogene Ausstellungen einerseits und für den Bewegungsdrang und Spieltrieb der jungen Besucherinnen und Besucher andererseits.

Das neue Eingangsgebäude stellt eine brückenartige Verbindung zwischen den Bestandsbauten an der Lidostrasse her (dem Filmtheater, der Halle für Schienenverkehr und dem Hochhaus mit angrenzendem Planetarium). Es fasst im Erdgeschoss den Empfangs- und Shopbereich und zwei Restaurants: Das eine ist zum See orientiert, das andere ist ein Selbstbedienungsrestaurant, das sich fingerartig in die Arena hineinstreckt. Im ersten Obergeschoss befinden sich die Ausstellungsfläche für Kommunikationsmedien, der neue Zugang zum Planetarium sowie die Haustechnik. Das zweite Obergeschoss enthält den Kongressbereich mit einem Kongresssaal für fünfhundert Gäste, einem grosszügigen Foyer und drei Sitzungszimmern. Eine weite Öffnung in der Decke der Eingangshalle eröffnet diverse Sichtbezüge ‚kreuz und quer‘ durch das Haus – ins Ausstellungsgeschoss und bis hinauf ins Kongressgeschoss. Gläserne Fassaden bilden den Witterungsschutz und zeigen oder verbergen je nach Blickwinkel hunderte von ‚zwischengelagerten' Rädern, Propellern, Felgen, Turbinen, Zahnrädern, Steuerrädern, Transmissionsrädern, Bootsschrauben. Die mechanischen Teile hängen dicht an dicht auf Gitterrosten vor der Gebäudeisolation. Sie scheinen auf, prangen, blinken und werben, bevor sie hinter der grünblauen Glasfassade wieder abtauchen. Üppig und heterogen wie eine Pokalsammlung bildet das Sammelsurium aus Deponaten und entstaubtem, rezykliertem Altmetall eine Hommage an das Rad als Grundelement mechanischer Bewegung.

Ort Luzern

Nutzung Eingangsgebäude Verkehrshaus-Areal, Verbindung zwischen Bestandsgebäuden: Empfang, Shops, Restaurants, Ausstellungsräume, Kongressbereich, Saal für 500 Gäste

Wettbewerb 1999, 1. Preis

Planung/Ausführung 2005–2009

Bauherrschaft Verkehrshaus der Schweiz, Luzern

Geschossfläche 7'181 m2

Team GG Caspar Bresch (Team-/Projektleitung), Mark Ziörjen, Damien Andenmatten, Gaby Kägi, Gilbert Isermann

Totalunternehmung Karl Steiner AG, Luzern

Landschaftsarchitektur Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten, Zürich

Bauingenieur Henauer Gugler AG, Luzern

Elektrotechnik Scherler AG, Luzern

Haustechnik Wirthensohn AG, Luzern

Ausstellungsarchitektur Beratung: Lars Müller, Baden und Peter Regli, Zürich

Fotos © Heinrich Helfenstein

Adresse Lidostrasse 5, CH – 6006 Luzern

Auszeichnungen «Auszeichnung guter Baukultur Kanton Luzern 2005–2016» Anerkennung

Résidence du Pré-Babel

Auf der ehemaligen Sport- und Parkanlage, östlich des Genfersees, wurden in drei Etappen mehrgeschossige Wohnbauten verschiedenen Standards fertig gestellt: «Pré-Babel», «Grange-Canal» und jüngst «Le Corylus». Das Grundstück befindet sich in einer der umliegenden Gemeinden Genfs, die aufgrund des stetigen Wachstums der Stadt und der dadurch herrührenden Wohnungsknappheit verdichtet werden. Die Neubauten folgen dem Konzept der punktuellen Verdichtung, um einen offenen Parkraum und möglichst viele Bäume zu erhalten.

Die erste Bauetappe Pré-Babel umfasst drei dreigeschossige Wohnhäuser (1,2 und 3) mit insgesamt 28 Eigentumswohnungen im Hochpreissegment. In der zweiten Bauetappe Résidence du Parc de Grange-Canal sind auf der gleichen Parzelle drei hohe Baukörper mit Wohnungen im mittleren Standard und – entsprechend einer Besonderheit der Genfer Bauordnung - auch mit subventionierten Wohnungen vorgesehen. Für alle drei Wohntypen eine Architektursprache und ähnliche Wohntypologien zu finden, bildete eine der Herausforderungen bei der Bebauung des Parks.

Lage und Form der Gebäude erzeugen Aussenräume, die abwechselnd entweder mit Bäumen durchsetzt sind oder offene Freiflächen bilden. Die Wohnungstypen profitieren von jeweils drei- bis vierseitiger Orientierung mit Aussicht auf Wiesenflächen und Baumgruppen.

Die Zugangswege zu den Häusern 1, 2 und 3 winden sich durch den Park und führen zu leicht abgesenkten Hauseingängen. Um den Park möglichst wenig mit Verkehr zu beeinträchtigen, führen die Zufahrten zu den Parkgaragen unterirdisch zu den Häusern. In der Eingangshalle treffen sich beide – Zugang zum Park und zur Parkgarage. Geländer aus poliertem Chromstahl weiten den Raum optisch zusätzlich, ebenso wie hellgraue Bodenbeläge aus Terrazzo und Kunststein mit Marmorkieseln. Die Wohnungseingänge bestehen aus dunklen Eichentüren und sind flankiert von Leuchtkörpern gleichen Formats. Wände aus Sichtbeton kontrastieren diese festlichen Elemente des Treppenhauses mit einer gemessenen Alltäglichkeit.

Das natürlich belichtete Treppenhaus erschliesst zwei bis drei Wohnungen und ein Studio pro Geschoss. Die Wohnungen selbst sind grosszügige, dreiseitig orientierte Etagenwohnungen mit einer überdurchschnittlichen Raumhöhe von 2,70 Meter. Beginnend mit einer Eingangshalle teilen sie sich in zwei Hauptzonen, einen Tagesbereich mit Küche, Esszimmer, Wohnraum und Bibliothek sowie einen Nachtbereich, bestehend aus Schlafzimmern mit dazu gehörenden Nasszellen und Ankleideräumen. Jede der Wohnungen hat einen gedeckten Balkon und zusätzlich einen Wintergarten. Jeweils eine der Wohnungen im obersten Geschoss hat privaten Zugang zur grossen Dachterrasse mit Pavillonaufbauten.

Die Baukörper aus vorfabrizierten horizontalen und vertikalen Betonelementen wirken wie eine Komposition mit beinahe klassischer Anmutung. Grau eingefärbte horizontale Betonbänder verbinden sich mit vertikalen, unterschiedlich breiten Elementen mit gelber Pigmentierung, die die Sandsteinfarbtöne der Stadt Genf anklingen lässt. Schiebefenster mit feinen Aluminiumprofilen wechseln sich mit den gelben Betonelementen ab. Zusätzlich zu den Fenstern spiegeln reflektierende Glasbrüstungen den Park und verstärken gleichzeitig den Eindruck der Fassade als «geometrisches Gewebe mit eingeflochtenem Silberfaden».

Ort Genf

Nutzung 3 Wohnhäuser mit insgesamt 24 Eigentumswohnungen (3–7 Zimmer-Wohnungen mit 132–339 m2), 4 Studios, 2 Parkanlagen mit 60 Parkplätzen

Wettbewerb 2004, 1. Preis

Planung/Ausführung 2004–2008

Bauherrschaft Frontimmo SA, Chêne-Bougeries, Genf

Geschossfläche 11‘053 m2

Team GG Planung/Ausführung: Gilles Dafflon (Projektleitung), Matthias Clivio, Christine Jahn, Andréanne Pochon, Pieter Rabijns, Katja Schubert, Michael Wagner
Wettbewerb: Gilles Dafflon, Katja Schubert

Bauleitung Roberto Carella Architectes, Genf

Landschaftsarchitektur Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten, Zürich

Bauingenieur Fiechter Ingénierie SA, Chêne-Bourg

Elektrotechnik ECE SA, Bernex

Haustechnik Ryser Eco Sàrl, Genf und Mike Humbert, Genf

Fotos © Joël Tettamanti

Résidence du Parc de Grange-Canal

Auf der ehemaligen Sport- und Parkanlage, östlich des Genfersees, wurden in drei Etappen mehrgeschossige Wohnbauten verschiedenen Standards fertig gestellt: «Pré-Babel», «Grange-Canal» und jüngst «Le Corylus». Das Grundstück befindet sich in einer der umliegenden Gemeinden Genfs, die aufgrund des stetigen Wachstums der Stadt und der dadurch herrührenden Wohnungsknappheit verdichtet werden. Die Neubauten folgen dem Konzept der punktuellen Verdichtung, um einen offenen Parkraum und möglichst viele Bäume zu erhalten.

Die erste Bauetappe Pré-Babel umfasst drei dreigeschossige Wohnhäuser mit insgesamt 28 Eigentumswohnungen im Hochpreissegment. In der zweiten Bauetappe Résidence du Parc de Grange-Canal sind auf der gleichen Parzelle drei hohe Baukörper mit Wohnungen im mittleren Standard und – entsprechend einer Besonderheit der Genfer Bauordnung – auch mit subventionierten Wohnungen vorgesehen. Für alle drei Wohntypen eine Architektursprache und ähnliche Wohntypologien zu finden, bildete eine der Herausforderungen bei der Bebauung des Parks.

Die Häuser der Résidence du Parc de Grange-Canal (Haus 40, 42 sowie 38) sind als sieben- bis neungeschossige Hochhäuser konzipiert. Sie beinhalten achtzig Eigentumswohnungen mit regulierten Verkaufspreisen sowie im Haus 38 insgesamt fünfzig Sozialwohnungen mit subventionierten Mieten (Ausführungsplanung und Realisierung hier durch Cerutti Architekten), die folglich einem einfacheren Standard entsprechen. Diese werden im Haus 42 durch möblierte Kleinwohnungen ergänzt. Auch in diesen Gebäuden verfügt jede Wohnung über einen gedeckten Balkon mit einem verglasten Wintergarten; die Dachwohnungen haben jeweils eine eigene Dachterrasse.

Die Baukörper aus vorfabrizierten horizontalen und vertikalen Betonelementen wirken wie eine Komposition mit beinahe klassischer Anmutung. Grau eingefärbte horizontale Betonbänder verbinden sich mit vertikalen, unterschiedlich breiten Elementen mit gelber Pigmentierung, die die Sandsteinfarbtöne der Stadt Genf anklingen lassen. Die gelb pigmentierten Betonelemente sind als wärmegedämmte Sandwichelemente ausgebildet. Dunkel beschichtete Holz-Metall-Fenster mit festverglasten Brüstungen rhythmisieren die Fassadenflächen.

Ort Genf

Nutzung Haus 40 und 42: zwei 7 und 9 geschossige Wohnhäuser, 79 Eigentumswohnungen, davon 16 Studios / 1-Zimmer-Apartments, Wohnungen Attikageschoss mit privaten Dachterrassen Haus 38 (Cerutti architectes): 50 Sozialwohnungen

Wettbewerb 2004, 1. Preis

Planung/Ausführung 2007–2012

Bauherrschaft Frontimmo SA, Chêne-Bougeries

Geschossfläche 22’431 m2 (Haus 40 und 42)

Team GG Planung/Ausführung Haus 40, 42:
Mike Guyer, Markus Seiler (Teamleitung ab 2008), Gilles Dafflon (Teamleitung bis 2008), Martin Schwarz (Projektleitung ab 2011), Vanessa Tardy-Klikar (Projektleitung 2008–2011), Eric Sommerlatte, Christine Jahn, Karla Pilz
Baueingabe Haus 38, 40, 42:
Mike Guyer, Gilles Dafflon, Andréanne Pochon, Karin Winklmann, Pieter Rabijns, Sebastian Beck, Marc Faber
Wettbewerb:
Gilles Dafflon, Katja Fröhlich

Kontaktarchitekten Ausführungsplanung/ Bauleitung Haus 38: Cerutti architectes, Vésenaz

Bauleitung Bauleitung Haus 40,42: Cerci SARL und AML Immo Conseils SA, Plan les Ouates, Genf

Landschaftsarchitektur Vorprojekt: Schweingruber Zulauf, Zürich
Ausführung: Jacquet SA, Genf

Bauingenieur ESM & Fiechter Ingenieries SA, Genf

Elektrotechnik DSSA Dumont Schneider SA, Plan-les-Ouates

Haustechnik Enerlink, Genf

Bauphysik AAB - J. Stryjenski & H. Monti SA, Genf

Brandschutz Protectas SA, Département Conseil & Ingénierie, Grand-Saconnex

Akustik AAB - J. Stryjenski & H. Monti SA, Genf

Innenarchitektur Wohneigentum: Yvan Prokesch, Gigon / Guyer

Fotos © Thies Wachter

Bürogebäude Haus Lagerstrasse, Europaallee

In unmittelbarer Nähe des Zürcher Hauptbahnhofs gelegen, erfahren die ehemals unzugänglichen Infrastruktur-Areale der Post und der Bahn eine entscheidende Transformation. Sie werden in städtisches Gewebe mit öffentlichen Strassenräumen, Plätzen und Höfen umgewandelt. Vier gegliederte Baukörper formen zwischen der neuen Europaallee und der Lagerstrasse eine Blockrandbebauung um einen öffentlich begehbaren, rechtwinkligen Hof. Von allen vier Seiten führen grosszügige Zugänge in den Hof.

Eine Besonderheit dieser Überbauung besteht darin, dass die Volumina jeweils von unterschiedlichen Architekten entworfen wurden und demzufolge ein anderes Erscheinungsbild und ein anderes Innenleben besitzen. Zwei wurden von Max Dudler Architekten (Haus Europaallee, Haus Eisgasse) erstellt, eines von David Chipperfield Architects (Haus Freischützgasse) und eines von Gigon/Guyer Architekten (Haus Lagerstrasse). Städtebaulich und volumetrisch interessant ist die Art und Weise, wie die vier Baukörper mit den Nachbargebäuden in Beziehung treten. Drei Brücken reichen von jedem Bau zum nächsten hinüber und erlauben auf diese Weise Rundgänge und Verbindungen auf allen oberen Geschossen, wobei sie räumlich interessante Eingangspassagen ausbilden.

Das Haus Lagerstrasse besitzt ein facettenreiches Volumen, das auf die verschiedenen städtebaulichen, gesetzlichen und funktionalen Voraussetzungen reagiert und daraus eine unerwartete Gliederung gewinnt. An der Lagerstrasse gelegen, rückt es im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss von der Baulinie ab und formt damit sowohl einen gedeckten Eingangsbereich als auch eine einladende Geste. Rück- und Vorsprünge in den oberen Geschossen modulieren das Volumen, bilden das Attikageschoss sowie die Brückenverbindungen aus und vergrössern da und dort die Büroflächen.

Ein Café, eine Ladennutzung und eine grosszügige Erschliessungshalle befinden sich im Erdgeschoss. Die Eingangshalle kann sowohl von der Strasse als auch vom Hof her betreten werden. Sie bildet den primären Zugang zu den Büro- und Sitzungszimmern in den sieben Obergeschossen. Eine weitere Zugangsmöglichkeit stellt im ersten Obergeschoss der umlaufende, gegen den Hof orientierte Umgang dar, der die vier Gebäude miteinander verbindet.

Weit gespannte Betondecken, wenige Stützen sowie Treppen- und Liftkerne bilden die Tragstruktur des Gebäudes. Beton in seiner verfeinerten Form – als Terrazzo- und Kunststeinplattenböden – wird für die Beläge im Erdgeschoss und in den Kernen verwendet.

Die zweischichtige Gebäudehülle besteht aus einer inneren Metall-Glasfassade mit unterschiedlich rhythmisierten Fensterteilungen und einer äusseren, durchlüfteten Einfachverglasung mit metallisch schimmernder Gewebeeinlage. Die äusseren Scheiben bieten Windschutz für die Sonnenrollos, Lärmschutz gegen die Strassen und überdies Sichtschutz von aussen nach innen – ohne jedoch die Aussicht aus den Büros zu beeinträchtigen. Die äusseren Gläser sind in verschiedenen Winkeln zueinander versetzt. Dabei entstehen zusätzliche Schlitze für die Durchlüftung und je nach Lichtverhältnissen auch ein feines Spiel unterschiedlicher Reflexionen. Es ist die Wirkung eines gläsernen Vorhangs – einer «Curtain-Wall» – im eigentlichen Sinn des Wortes.

Ort Zürich

Nutzung 4 Bürogebäude mit 2‘000 Arbeitsplätzen, Blockrandbebauung mit vier gegliederten Volumen, Zugänge von vier Seiten zum öffentlichen Hof, Erschliessungshallen, Laden-, Gastronomienutzung, 7 Bürogeschosse, Obergeschosse durch «Brücken» miteinander verbunden, freier Umgang im 1. Obergeschoss
Haus Lagerstrasse: 575 Arbeitsplätze Erdgeschoss mit Erschliessungshalle, Ladennutzungen und öffentlichem Café

Wettbewerb 2006, 2. Preis

Planung/Ausführung 2007–2013

Bauherrschaft UBS AG, Zürich
Bauherrenvertretung: Beta Projekt Management AG, Zürich

Label Minergie Standard

Geschossfläche Haus Lagerstrasse: 13‘680 m2

Auslober Wettbewerb Projektentwicklung: Schweizerische Bundesbahnen SBB, Bern
und Die Schweizerische Post, Bern

Team GG Annette Gigon, Barbara Schlauri (Teamleitung), Urs Meyer (Projektleitung ab 08/2010), Brigitte Rüdel (Projektleitung bis 08/2010), Luisa Wittgen, Katharina Löble, Bettina Gerhold, Ingo Brinkmann

Totalunternehmung Implenia Schweiz AG, Dietlikon

Landschaftsarchitektur Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten, Zürich

Kosten/Terminplanung Freiraum Baumanagement, Zürich (bis TU-Submission)

Bauingenieur Leonhardt, Andrä und Partner, Berlin, Deutschland
und Dr. J. Grob & Partner AG, Winterthur

Elektrotechnik Bürgin & Keller Management & Engineering AG, Adliswil
und Thomas Lüem Partner AG, Baar

Haustechnik Polke, Ziege, von Moos AG, Zürich

Bauphysik Kopitsis Bauphysik AG, Wohlen

Brandschutz Gruner AG Ingenieure und Planer, Zürich

Akustik Kopitsis Bauphysik AG, Wohlen

Lichtplanung Matí AG Lichtgestaltung, Adliswil

Fassadenplanung Planung: gkp fassadentechnik ag, Aadorf
Ausführung: Gig Fassaden GmbH, Attnang-Puchheim, Österreich

Türengineering Amstein + Walthert AG, Zürich

Sicherheit Amstein + Walthert AG, Zürich

Fotos © Stefan Müller

Adresse Lagerstrasse 20 CH - 8004 Zürich