Bürogebäude Haus Lagerstrasse, Europaallee

In unmittelbarer Nähe des Zürcher Hauptbahnhofs gelegen, erfahren die ehemals unzugänglichen Infrastruktur-Areale der Post und der Bahn eine entscheidende Transformation. Sie werden in städtisches Gewebe mit öffentlichen Strassenräumen, Plätzen und Höfen umgewandelt. Vier gegliederte Baukörper formen zwischen der neuen Europaallee und der Lagerstrasse eine Blockrandbebauung um einen öffentlich begehbaren, rechtwinkligen Hof. Von allen vier Seiten führen grosszügige Zugänge in den Hof.

Eine Besonderheit dieser Überbauung besteht darin, dass die Volumina jeweils von unterschiedlichen Architekten entworfen wurden und demzufolge ein anderes Erscheinungsbild und ein anderes Innenleben besitzen. Zwei wurden von Max Dudler Architekten (Haus Europaallee, Haus Eisgasse) erstellt, eines von David Chipperfield Architects (Haus Freischützgasse) und eines von Gigon/Guyer Architekten (Haus Lagerstrasse). Städtebaulich und volumetrisch interessant ist die Art und Weise, wie die vier Baukörper mit den Nachbargebäuden in Beziehung treten. Drei Brücken reichen von jedem Bau zum nächsten hinüber und erlauben auf diese Weise Rundgänge und Verbindungen auf allen oberen Geschossen, wobei sie räumlich interessante Eingangspassagen ausbilden.

Das Haus Lagerstrasse besitzt ein facettenreiches Volumen, das auf die verschiedenen städtebaulichen, gesetzlichen und funktionalen Voraussetzungen reagiert und daraus eine unerwartete Gliederung gewinnt. An der Lagerstrasse gelegen, rückt es im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss von der Baulinie ab und formt damit sowohl einen gedeckten Eingangsbereich als auch eine einladende Geste. Rück- und Vorsprünge in den oberen Geschossen modulieren das Volumen, bilden das Attikageschoss sowie die Brückenverbindungen aus und vergrössern da und dort die Büroflächen.

Ein Café, eine Ladennutzung und eine grosszügige Erschliessungshalle befinden sich im Erdgeschoss. Die Eingangshalle kann sowohl von der Strasse als auch vom Hof her betreten werden. Sie bildet den primären Zugang zu den Büro- und Sitzungszimmern in den sieben Obergeschossen. Eine weitere Zugangsmöglichkeit stellt im ersten Obergeschoss der umlaufende, gegen den Hof orientierte Umgang dar, der die vier Gebäude miteinander verbindet.

Weit gespannte Betondecken, wenige Stützen sowie Treppen- und Liftkerne bilden die Tragstruktur des Gebäudes. Beton in seiner verfeinerten Form – als Terrazzo- und Kunststeinplattenböden – wird für die Beläge im Erdgeschoss und in den Kernen verwendet.

Die zweischichtige Gebäudehülle besteht aus einer inneren Metall-Glasfassade mit unterschiedlich rhythmisierten Fensterteilungen und einer äusseren, durchlüfteten Einfachverglasung mit metallisch schimmernder Gewebeeinlage. Die äusseren Scheiben bieten Windschutz für die Sonnenrollos, Lärmschutz gegen die Strassen und überdies Sichtschutz von aussen nach innen – ohne jedoch die Aussicht aus den Büros zu beeinträchtigen. Die äusseren Gläser sind in verschiedenen Winkeln zueinander versetzt. Dabei entstehen zusätzliche Schlitze für die Durchlüftung und je nach Lichtverhältnissen auch ein feines Spiel unterschiedlicher Reflexionen. Es ist die Wirkung eines gläsernen Vorhangs – einer «Curtain-Wall» – im eigentlichen Sinn des Wortes.

Ort Zürich

Nutzung 4 Bürogebäude mit 2‘000 Arbeitsplätzen, Blockrandbebauung mit vier gegliederten Volumen, Zugänge von vier Seiten zum öffentlichen Hof, Erschliessungshallen, Laden-, Gastronomienutzung, 7 Bürogeschosse, Obergeschosse durch «Brücken» miteinander verbunden, freier Umgang im 1. Obergeschoss
Haus Lagerstrasse: 575 Arbeitsplätze Erdgeschoss mit Erschliessungshalle, Ladennutzungen und öffentlichem Café

Wettbewerb 2006, 2. Preis

Planung/Ausführung 2007–2013

Bauherrschaft UBS AG, Zürich
Bauherrenvertretung: Beta Projekt Management AG, Zürich

Label Minergie Standard

Geschossfläche Haus Lagerstrasse: 13‘680 m2

Auslober Wettbewerb Projektentwicklung: Schweizerische Bundesbahnen SBB, Bern
und Die Schweizerische Post, Bern

Team GG Annette Gigon, Barbara Schlauri (Teamleitung), Urs Meyer (Projektleitung ab 08/2010), Brigitte Rüdel (Projektleitung bis 08/2010), Luisa Wittgen, Katharina Löble, Bettina Gerhold, Ingo Brinkmann

Totalunternehmung Implenia Schweiz AG, Dietlikon

Landschaftsarchitektur Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten, Zürich

Kosten/Terminplanung Freiraum Baumanagement, Zürich (bis TU-Submission)

Bauingenieur Leonhardt, Andrä und Partner, Berlin, Deutschland
und Dr. J. Grob & Partner AG, Winterthur

Elektrotechnik Bürgin & Keller Management & Engineering AG, Adliswil
und Thomas Lüem Partner AG, Baar

Haustechnik Polke, Ziege, von Moos AG, Zürich

Bauphysik Kopitsis Bauphysik AG, Wohlen

Brandschutz Gruner AG Ingenieure und Planer, Zürich

Akustik Kopitsis Bauphysik AG, Wohlen

Lichtplanung Matí AG Lichtgestaltung, Adliswil

Fassadenplanung Planung: gkp fassadentechnik ag, Aadorf
Ausführung: Gig Fassaden GmbH, Attnang-Puchheim, Österreich

Türengineering Amstein + Walthert AG, Zürich

Sicherheit Amstein + Walthert AG, Zürich

Fotos © Stefan Müller

Adresse Lagerstrasse 20 CH - 8004 Zürich

Kirchner Museum Davos

Publikationen über das Kirchner Museum Davos
nationale Presse / Fachpresse seit 1991 (PDF Download)
internationale Presse / Fachpresse seit 1991 (PDF Download)

 

Das Hauptziel bestand darin, der Kunst Ernst Ludwig Kirchners Ausstellungsräume zur Verfügung zu stellen, die das Werk des Künstlers weder überhöhen noch zu ihm in Konkurrenz treten.
Die vier Ausstellungssäle im Erdgeschoss des Museums sind daher mit grosser Zurückhaltung gestaltet. Weisse Wände fügen sich mit dem Eichenparkettboden und der von Wand zu Wand reichenden Glasdecke jeweils zu einem einfachen Kubus – in der räumlichen Wirkung vergleichbar den Ausstellungssälen der Kunsthallen aus der Zeit der Jahrhundertwende.
Das durch die Lichtdecke in die Ausstellungssäle fallende Tageslicht dringt nicht von oben, sondern – von liegendem Schnee nicht behindert – seitlich in die Oberlichtlaternen ein. Die grossen, über den Ausstellungssälen angeordneten Oberlichtlaternen enthalten auch die Kunstlichtinstallation für den Abendbetrieb.

Zwischen den Saalkuben befindet sich das komplexe Volumen einer Erschliessungshalle aus Sichtbeton. Die Halle ist Ort der Ankunft, Orientierung und Information. Auf dem Rundgang gelangen die Besucher immer wieder in diese Halle, von der aus sie auf den umliegenden Park, die Strasse und die Landschaft blicken können – auf die Ortschaft Davos also, die Kirchner als Sujet diente.
Die Gebäudehülle des Museums, bestehend aus unterschiedlich transparenten, matten und glänzenden Gläsern, ist inspiriert vom hellen, alpinen Licht des Davoser Tals. Das Gebäude spielt und arbeitet mit diesem Licht. Je nachdem, ob sie Ein- und Ausblicke gewähren sollen oder ausschliesslich der Belichtung dienen, sind die Gläser unterschiedlich behandelt: klar und spiegelglatt als thermische Begrenzung der Erschliessungshalle; mattiert im Bereich der Oberlichter, um das Licht diffus zu machen; profiliert und mattiert als durchscheinende Fassadenverkleidung vor der Wärmedämmung der Betonwände. Glasscherben (Abfallglas) als «letzter» Zustand des Glases beschweren als glitzernder Kies das Dach.
Die Kerne des Museums, die hohen Kuben der Ausstellungsräume, sind innerhalb der kleinen Parkanlage zwischen die bestehende Baumbepflanzung gestellt. Sie widerspiegeln in ihrer Anlage gleichsam die Davoser Siedlungsstruktur mit deren lose nebeneinander gestellten Flachdachbauten.

Ort Davos

Nutzung 4 Ausstellungsräumen, Erschliessungshalle, Didaktikraum, Bibliothek, Sitzungszimmer, Büros, Werkstätten, Depots

Wettbewerb 1989, 1. Preis

Planung/Ausführung 1990–1992

Bauherrschaft Kirchner Stiftung Davos

Geschossfläche 2‘208 m2

Team GG Annette Gigon, Mike Guyer, Judith Brändle, Raphael Frei

Bauleitung Annette Gigon / Mike Guyer Architekten, Zürich
Mitarbeit: Urs Schneider

Landschaftsarchitektur Roland Raderschall Landschaftsarchitekten AG, Meilen

Bauingenieur Vorprojekt: Aerni + Aerni Ingenieure AG, Zürich
DIAG Davoser Ingenieure AG, Davos

Elektrotechnik K. Frischknecht AG, Chur

Haustechnik 3-Plan Haustechnik AG, Winterthur

Lichtplanung Institut für Tageslichttechnik Stuttgart, Deutschland

Signaletik Lars Müller, Baden

Fotos © Heinrich Helfenstein

Auszeichnungen «Tageslicht-Award» Velux Stiftung, 2012
Auszeichnung «Bauen in den Bergen» Sexten Kultur, 1995
«Auszeichnung Gute Bauten Graubünden 1995»

Fondazione Marguerite Arp

Das eindrucksvolle Grundstück im kleinteiligen Einfamilienhausquartier von Solduno,  umfasst sowohl einen grossen, sehr steil ansteigenden Hang, der bis zum Waldrand des Hügels hinauf reicht, als auch eine leicht angehobene, ebene Fläche mit schönem Baumbestand. Das ehemalige Wohnhaus von Hans Arp und seiner zweiten Ehefrau Marguerite Arp-Hagenbach – der heutige Sitz der Fondazione Marguerite Arp-Hagenbach – liegt als winkelförmiges Gebäude im flachen, südöstlichen Bereich, während das neue Gebäude, am westlichen Parzellenrand sitzt. Beide Bauten liegen am Fuss des Hügels und spannen zwischen sich den malerischen Garten mit seinen dunklen, hohen Bäumen auf.

Aufgrund der potenziellen Gefährdung des Depots durch den rückwärtigen steilen Hang mit Steinschlag und Erdrutschen einerseits und den klimatischen Bedingungen im warmen Tessin andererseits ist das kleine Gebäude sehr robust gebaut und gut gedämmt. Das Tragwerk besteht aus Stahlbeton und die Aussenwände sind als doppelte Betonschalen ausgebildet. Der Eingang und die beiden Fenster sind vom Hang abgewendet. Die Betonfassaden formen erhabene Felder über den Öffnungen aus und überkragen und schützen sie. Kastenfenster mit Sonnenstoren im natürlich durchlüfteten Zwischenraum erlauben die Regulierung des Lichteinfalls bei allen Windverhältnissen.

Der zweigeschossige Neubau beinhaltet Depots und Werkräume à Niveau mit der Strasse und einen Ausstellungsraum im ersten Obergeschoss für die Kunstwerke der Sammlung. Eine einläufige Treppe und ein Lift führen hinauf. Der einfache, rechtwinklige Ausstellungsraum besitzt weisse Wände, ebenfalls einen Betonboden und wird mit Kunstlicht, sowie mit einem grosszügigen Fenster belichtet, das den Besuchern auch Aussicht auf den Garten und das Wohnhaus des Künstlers bietet.

fondazionearp.ch

Ort Locarno-Solduno

Nutzung Ausstellungsraum für Kunstwerke der Sammlung, Kunstdepot

Beauftragung 2008

Planung/Ausführung 2008–2014

Bauherrschaft Fondazione Marguerite Arp, Solduno

Geschossfläche 304 m2

Team GG Annette Gigon, Barbara Schlauri (Projektleitung), Urs Meyer, Damien Andenmatten

Bauleitung Silvano Lanzi, Architetti associati, Verscio

Kosten/Terminplanung Silvano Lanzi, Architetti associati, Verscio

Bauingenieur De Giorgi & Partners, Muralto

Elektrotechnik Scherler Ingegneri Elettrici, Lugano

Haustechnik Studio AGS, Locarno

Fotos © Shinkenchiku-sha, Tokyo
© Roman Keller

Adresse Via alle Vigne 46 CH - 6600 Locarno-Solduno

FILM

Wohnüberbauung Entrepôt Macdonald

Im Nordosten von Paris, unweit des Parc de la Vilette, entstanden auf der grossmassstäblichen Struktur einer ehemaligen Lagerhalle Wohnbauten, Büros und Läden. Das ehemalige «Entrepôt Calberson-Macdonald» wurde 1969 von dem Architekten Marcel Forest entlang der Bahngleise errichtet und gibt heute mit seiner markanten Betonstruktur und einer Länge von mehr als 600 Metern die Rahmenbedingung für die Erweiterung und städtische Verdichtung vor.

Auf der bestehenden Gebäudestruktur wurden die neuen Aufbauten der 15 beteiligten Architekturbüros, im Rahmen der städtebaulichen Vorgaben, errichtet. Der Bestand zum Boulevard, mit der charakteristischen langgestreckten Fassade, blieb dabei weitgehend erhalten und bildet den Sockel als verbindendes Element des Ensembles. Der Mittelteil des 80 Meter tiefen Gebäudes wurde für die notwendige natürliche Belichtung und zugunsten eines begrünten Hofes bis auf das durchgehende Erdgeschoss abgebrochen.

Gigon/Guyer wurden mit dem Bau von 84 Sozialwohnungen im östlichen Teil des Grundstücks beauftragt. Das entlang des Boulevards Macdonald gelegene Gebäude mit einer Nord-Süd Ausrichtung umfasst acht Geschosse, wovon zwei Teil des Bestands sind. Es galt, innerhalb der urbanistischen Vorgaben des Gesamtprojektes und den Möglichkeiten des sozialen Wohnungsbaus, die Überbauung als eigenständige Architektur mit einer Vielfalt unterschiedlicher Wohntypologien zu entwickeln.

Das längliche Hauptgebäude und zwei vertikale Hofbauten bilden einen kammartigen Grundriss mit zwei inneren Erschliessungskernen in den Kreuzungspunkten. Gartenseitig wird so der Aussenraum gegliedert, zugleich ermöglicht die grossflächige Fassadenabwicklung eine optimale Süd-Ost, Süd-West Ausrichtung der Wohnungen und vielfältige Grundrisse. Die kleineren Wohnungen sind einseitig ausgerichtet, die grösseren Wohnungen orientieren sich beidseitig, mit Küche und Wohnzimmer zum ruhigen Hof. In den Anbauten sind die ebenerdigen Wohnungen doppelgeschossig zum Hof gelegen und verfügen über private Gärten. In den beiden obersten Geschossen finden sich Duplex Wohnungen mit Schlafzimmern in der Attika und Dachterrassen.

Zum Hof sind die Fassade und die Balkone in Abhängigkeit der verschiedenen Wohnungstypen unterschiedlich zueinander geknickt. Dadurch setzt die Fassadengestaltung das Thema der Verschränkung von Innen- und Aussenraum im Hauptvolumen fort. Sie ist mit vertikal fein gewellten, glänzenden Aluminiumblechen verkleidet, die je nach Lichtsituation unterschiedlich wirkt und dem Gebäude seine Leichtigkeit verleiht. Verstärkt wird der Eindruck der Transparenz durch die Perforierung der brüstungshohen Paneele. Diese laufen als durchgehendes Band über die gesamte Länge des Gebäudes, werden boulevardseitig in den mittleren Geschossen fortgeführt und betonen die horizontale Struktur der Fassade. Vor den Balkonen falten sich die gelochten Elemente nach Aussen, verblenden die französischen Fenster und lassen den roten Anstrich durchscheinen.

Der Masterplan sieht boulevardseitig eine Fassadengliederung in horizontalen, kristallinen und  mineralischen Schichten vor – mit einem markanten Rahmen aus Leichtbetonelementen, der die obersten drei Geschosse zusammenfasst. Das Erdgeschoss ist verglast, die beiden Sockelgeschosse mit den breiten horizontalen Bändern und den feinen Gliederungen sind im bestehenden, sorgfältig renovierten Beton materialisiert. Ein feingliedriges, vertikales Geflecht von goldig eloxierten Profilen mit zurückgesetzten Fenstern und geschlossenen Flächen bilden die Füllung der gerahmten, obersten drei Geschosse, in Referenz zur horizontalen Teilung im Betonsockel. Auf Höhe des zweiten und dritten Obergeschosses öffnet ein grosses Stadtfenster den Block und gibt Ein- und Ausblick in den innenliegenden Hof und auf den belebten Boulevard.

Koordination Architekten/Masterplan:
FAA+XDGA / Floris Alkemade et Xaveer de Geyter Architects, Arge, Paris, Frankreich

Ort Paris, Frankreich

Nutzung 84 Sozialwohnungen, 1–5 Zimmer (Ladenlokale im Erdgeschoss nicht durch G/G)

Beauftragung 2008

Planung/Ausführung 2008–2015

Bauherrschaft SNC Paris Macdonald Promotion, Paris, Frankreich
S.A.S. ICADE CAPRI, Paris, Frankreich

Geschossfläche 10‘855 m2

Team GG Mike Guyer, Caspar Bresch (Teamleitung bis 2010), Pieter Rabijns (Teamleitung ab 2011), Martin Schwarz (Projektleitung), Eric Sommerlatte

Kontaktarchitekten DVVD Ingénieurs – Architectes - Designers, Paris, Frankreich

Bauleitung Vinci, Paris, Frankreich

Generalunternehmung Vinci, Paris, Frankreich

Landschaftsarchitektur Michel Desvigne, Paris, Frankreich

Kosten/Terminplanung Arcoba, La Plaine Saint Denis, Frankreich

Bauingenieur Arcoba, La Plaine Saint Denis, Frankreich

Haustechnik Arcoba, La Plaine Saint Denis, Frankreich

Akustik Acouphen, Pusignan, Frankreich

Fotos © Philippe Ruault
© Cyrille Weiner

Adresse 193–199 Boulevard Macdonald, 75019 Paris

Résidence «Le Corylus»

Auf der ehemaligen Sport- und Parkanlage, östlich des Genfersees, wurden in drei Etappen mehrgeschossige Wohnbauten verschiedenen Standards fertig gestellt: «Pré-Babel», «Grange-Canal» und jüngst «Le Corylus». Das Grundstück befindet sich in einer der umliegenden Gemeinden Genfs, die aufgrund des stetigen Wachstums der Stadt und der dadurch herrührenden Wohnungsknappheit verdichtet werden. Die Neubauten folgen dem Konzept der punktuellen Verdichtung, um einen offenen Parkraum und möglichst viele Bäume zu erhalten.

Die erste Bauetappe Pré-Babel umfasst drei dreigeschossige Wohnhäuser mit insgesamt 28 grossen Eigentumswohnungen im oberen Preissegement. In der zweiten Bauetappe Résidence du Parc de Grange-Canal beinhalten drei sieben- bis neungeschossige Hochhäuser auf der gleichen Parzelle 80 Eigentumswohnungen im mittleren Standard und 50 subventionierte Wohnungen. In der dritten Bauetappe Corylus befinden sich 12 Eigentumswohnungen und 4 Büros im Erdgeschoss im viergeschossigen Gebäude. Die zueinander versetzten Baukörper verhelfen den Wohnungen zu mehrseitigen Orientierungen in den Park und den Erschliessungen zu Tageslicht. Jede Wohnung hat einen gedeckten Balkon mit verglastem Wintergarten, teilweise sind die Dächer durch Maisonette- und Dachwohnungen mit eigenen Terrassen genutzt. Um die Adressen zu unterscheiden, sind die Eingangshallen und Treppenhäuser in den Etappen jeweils anders materialisiert. Bei Corylus sind die durchgehenden Eingangshallen mit den offenen, versetzt angeordneten Treppen beidseitig belichtet. Helle Terrazzoböden und Sichtbetonflächen kontrastieren mit dunklen, geölten Walzblechen bei den Türen und Geländern. Leuchtkörper über den Eingängen und eine in Gold gestrichene, vertikale Wandfläche entlang den Treppenläufen ergänzen die Raumstimmung.

Die Baukörper aus vorfabrizierten horizontalen und vertikalen Betonelementen wirken wie Kompositionen mit beinahe klassischer Anmutung. Grau eingefärbte horizontale Betonbänder verbinden sich mit vertikalen, unterschiedlich breiten Elementen mit gelber Pigmentierung, die die Sandsteinfarbtöne der Stadt Genf anklingen lassen. Die gelb pigmentierten Betonelemente sind als wärmegedämmte Sandwichelemente ausgebildet. Dunkel beschichtete Holz-Metall-Fenster mit festverglasten Brüstungen rhythmisieren die Fassadenflächen. Die gemeinsame Architektursprache überspielt die unterschiedlichen Wohntypologien und gibt dem Ensemble eine eigene, starke Identität.

Ort Genf

Nutzung 12 Eigentumswohnungen, 4 Büros im Erdgeschoss, Tiefgarage

Planung/Ausführung 2013–2017

Bauherrschaft Idel Immobilier SA / Rue Etienne-Dumont Immobilier SA / Soplaim SA vertreten durch Frontimmo SA, Chêne-Bougeries

Geschossfläche 4‘730 m2

Team GG Arbeitsgemeinschaft
Annette Gigon / Mike Guyer Architekten, Zürich
Yvan Prokesch Architecte, Genf
Mike Guyer, Pieter Rabijns (Teamleitung), Damien Andenmatten (Projektleitung Ausführung), Martin Schwarz (bis und mit provisorische Ausführung)

Bauleitung AML Immo Conseils SA, Les Acacias

Landschaftsarchitektur Jacquet SA, Genf

Bauingenieur Fiechter Ingénierie SA, Chêne-Bourg

Elektrotechnik Dumont Schneider SA, Plan-les-Ouates

Bauphysik AAB, Genf

Brandschutz Haldi Sarl, Carouge

Fotos © Joël Tettamanti
Innen: Yvan Prokesch

Hotel Züri, Heinrichstrasse

Im ehemaligen Industriegebiet von Zürich-West, eingegliedert in eine gründerzeitliche Blockrandbebauung, wurde in den 1980er Jahren das Hotel «Senator» errichtet. Dieses sollte zum «Hotel Züri by Fassbind» umgebaut werden. Dabei konnte die konstruktive Grundstruktur mit Betondecken und Trennwänden fast unverändert erhalten bleiben – mit Vorteil, denn ein Ersatzbau wäre aus baurechtlichen Gründen kleiner ausgefallen, bei höherem Verbrauch von grauer Energie. Das Dach und die Fassaden wurden jedoch komplett erneuert. Ein Merkmal der historischen Wohn- und Fabrikbauten des Quartiers sind Klinkersteine, ob vorgemauert oder in Rahmenstrukturen eingefüllt. An der Hotelfassade wurden sie in die selbsttragenden, vorgestellten Betonelemente als «Intarsien» eingegossen. Ebenfalls ersetzt wurde der gesamte Innenausbau mitsamt Bädern und Installationen. Sowohl die innere als auch die äussere Erscheinung sind von Gegensatzpaaren geprägt: Tag und Nacht, hell und dunkel, Liegen und Stehen, gemessene Materialfarben und starke Spektralfarben.

So wurden zur Strasse hin dunkelbraune Klinkersteine in die vorfabrizierten Elemente der Fassadenverkleidung eingelegt, zum Hofraum hin beige. Unterschiedlich grosse «Betonköpfe» formen jeweils die oberen beziehungsweise seitlichen Abschlüsse und erklären dabei die Konstruktionsweise mit Elementen. Manche der Pfeiler und Stürze sind gänzlich in Beton gehalten, desgleichen das schützende, schwere Vordach des Eingangsbereichs. Wie die 4 cm tiefen Klinkersteine mit Hilfe von Matrizen in der Betonschalung fixiert wurden, kann man im Durchgang zum Hof nachvollziehen – dort wurden die Matrizen nämlich ohne eingesetzte Steine ausgegossen.

In die grosszügigen Fassadenöffnungen sind raumgrosse Holz-Metall-Fenster aus massivem, dunklem Eichenholz eingefügt. Für die Belichtung der neuen Dachzimmer werden die Chromstahl-Dachflächen abwechselnd von Lukarnen und Dachflächenfenstern durchstossen. Je zwei zusammengefügte Lukarnen akzentuieren die Ecken des Hofflügels – und bereichern im Inneren die zeltartigen Dach-Eckzimmer mit einer «Tageslichtlaterne».

In den Hotelzimmern bestehen die Einbaumöbel aus hellem und dunklem Eichenholz. Grossflächige Spiegel leiten in den Raum und weiten ihn – ebenso wie die Fenster, die die Zimmer zur Stadt hin öffnen. Eine textil bespannte Bank dient als Kofferablage und Sitzgelegenheit. In den grau-beigen Teppichen formulieren eingewobene Buchstaben Guten-Tag- und Gute-Nacht-Wünsche in englischer, französischer, italienischer und deutscher Sprache. Partielle Farbflächen an den Wänden tönen das Licht in den Räumen – das Tageslicht und vor allem das Kunstlicht der eigens für diese Räume geschaffenen LED-Wand- und Stehleuchten.

Grosse Leuchten und Farbflächen akzentuieren auch die Hotelkorridore und «verkürzen» sie optisch. Robuste metallische und zementöse Brusttäfer schützen die Wände vor Rollkoffern und Wäschewagen, und wiederum dämpfen hier schrifttragende Teppiche die Schritte.

Die Lobby im Erdgeschoss weitet sich zusammen mit der Lounge und dem Frühstücksbereich zu einem Raumkontinuum, das sich mit grossen «Schau-Fenstern» zur Heinrichstrasse und zur Stadt ausrichtet. Die Klinkersteine der Fassade bilden hier als eingegossene Scherben den robusten Bodenbelag. Eine Rezeption aus Eiche und Schwarzblech sowie langgezogene Sitzbänke entlang den Wänden und speziell gefertigte Tische, Stühle und Hängelampen empfangen die Gäste.

An der Heinrichstrasse lädt ein weiter Vorplatz mit gegossenen Betonflächen unter dem Halbschatten der Bäume zum Frühstücken im Freien. Im Hof wird das Patchwork der Bodenbeläge mit grobem Kies ergänzt, und grosse Pflanzkörbe aus Armierungseisen ermöglichen den neu gesetzten Laubbäumen oberhalb der Tiefgarage Wurzeln zu schlagen.

Ort Zürich

Nutzung Umbau Hotelgebäude aus den 1980er Jahren (ehemals Hotel Senator)
neu: 167 Zimmer, 317 Betten (vorher: 121 Zimmer, 242 Betten), Lobby mit Lounge und Frühstücksraum, Wellnessbereich, Tiefgarage
Erhalt des Gebäudevolumens und der konstruktiven Grundstruktur, neu: Fassaden, Dach, Innenausbau, haustechnische Installationen

Beauftragung 2012

Planung/Ausführung 2012–2017

Bauherrschaft Hotels by Fassbind

Geschossfläche 6‘280 m2

Team GG Bauprojekt und Ausführung: Annette Gigon, Martin Feichtner (Projektleitung), Cornelia Schmidt (Projektleitung Stellvertretung), Eva Rosenova, Matthias Clivio, Christian Gammeter, Nicolas Hunkeler, Maxim Moskalenko, Luisa Wittgen
Vorprojekt bis Baueingabe: Annette Gigon, Pieter Rabijns (Teamleitung bis Baueingabe), Markus Seiler (Teamleitung bis Vorprojekt), Franziska Bächer (Projektleitung), Martin Schwarz, Meret Morgenthaler

Bauleitung Ghisleni Partner AG, Rapperswil (Subplaner)

Landschaftsarchitektur Rainer Zulauf, Studio Vulkan Landschaftsarchitektur, Zürich

Bauingenieur Henauer Gugler AG, Zürich

Elektrotechnik pbp ag engineering, Zürich

Haustechnik Gruenberg + Partner AG, Zürich

Bauphysik Gartenmann Engineering AG, Zürich

Brandschutz Basler & Hofmann AG, Zürich

Akustik Gartenmann Engineering AG, Zürich

Fotos © Roman Keller

Umbau ehemaliges Bauernhaus, Kanton Aargau

Das Bauernhaus aus dem 19. Jahrhundert wurde mehrfach erweitert und umgebaut. In seiner heutigen Nutzung als Wohnhaus sollte es eine Aktualisierung erfahren. Gemeinsam mit der Bauherrschaft wurden verschiedene Eingriffe entwickelt – sanfte Rekonstruktionen, aber auch tiefgreifende, kontrastierende Massnahmen: von neuen Holztäfelungen bis zu tragenden Holzdecken, von ergänzten Vorfenstern nach traditonellem Vorbild bis zu modernen Metallfenstern mit Isolierverglasungen. Dabei waren die vielschichtige Bausubstanz, energetische und denkmalpflegerische Gesichtspunkte sowie erhöhte statische Anforderungen abzuwägen, nicht zuletzt beeinflusst durch den Schädlingsbefall an bestehenden Balken und Täfelungen.

Der Baubestand umfasst das ehemalige Bauernhaus, eine grosse Scheune und freistehende Nebengebäude. Der Gebäudekern mit dicken Geröllsteinmauern und schönem Gewölbekeller erfuhr 1943 die wesentliche Vergrösserung zu den heutigen Dimensionen. Ende der 1980er Jahre wurde Richtung Südosten unter dem verlängerten Dach ein Nebenraum zum geschützten Sitzplatz mit Feuerstelle umgebaut und ein gedrungener Balkon unter dem Vordach ergänzt. Das Haus bekam damals auch eine Zentralheizung sowie eine zusätzliche Tannenholztäfelung im Inneren. Beim aktuellen Umbau konnten die Aussenmauern und die bestehende Dachkonstruktion erhalten werden. Die mittlere Tragwand musste aus Gründen der Erdbebensicherheit ersetzt werden. Deren statische Aufgaben übernimmt eine neue, raumhaltige Sichtbetonstruktur mit Öffnungen und Nischen für Schränke und eine Feuerstelle mitsamt Kamin, die den vormaligen Ofen ersetzt.

Der Küchenraum reicht neu über zwei Geschosse. Er erhält zusätzlich zenitales Licht über ein grosses Dachfenster, dessen Trichter den Dachboden durchstösst. Ein Betonsteg quert den hohen Raum und verbindet die Schlafkammern im Obergeschoss. Mit rohen Betonflächen, verputzen Mauern und einem Fussboden aus zerbrochenen Betonplatten formt die Küche einen «steinernen» Raum. Die umliegenden Räume sind in Analogie zum vormaligen Innenausbau als hölzerne Einbauten konzipiert: Neue Konstruktionen aus Tannenholz bilden nun die Decke über dem Erdgeschoss, die Trennwände und die Treppe. Bodenbelag und Wände sind aus roh belassenen, massiven Tannenholzbrettern.

Die Aussenmauern wurden mit Innendämmung und zwei neuen, grossen Fensteröffnungen versehen. Drei der bestehenden Öffnungen wurden vergrössert und leicht versetzt; die Mehrzahl blieb jedoch unverändert. Die Fenster selbst wurden auf ungewohnte Art «rekonstruiert»: In die bestehenden und neuen Steinleibungen wurden traditionelle, hölzerne Vorfenster mit Fenstersprossen eingesetzt. Kontrastierend dazu bilden Isolierverglasungen in schlanken, schwarzbraunen Stahlprofilen jeweils das innere Fenster. Dunkle Metallbleche verkleiden die tiefen inneren Leibungen. Die hölzernen Fensterläden wurden überarbeitet und auch bei den neuen Fenstern hinzugefügt.

Dort, wo der Fassadenverputz erneuert oder ergänzt werden musste, wurde er jeweils mit einer anderen Struktur ausgeführt – grober Kellenwurf auf den fein verputzten Seiten, feiner Abrieb an den Fassaden mit grobem bestehendem Putz. Für den Ersatz der hölzernen Giebelverkleidung gegen Südosten kamen braun gebeizte, versetzt angeordnete Holzlatten zum Einsatz. Mit breiteren Abständen finden sie sich auch beim rekonstruierten, aber tiefer gesetzten Balkon und beim vormals verglasten Sitzplatz, der damit die Anmutung eines Vorbaus zurückgewinnt.

Der Ersatzbau für die ehemalige eternitverkleidete Garage besteht aus tragenden, roh belassenen Holzverbundplatten. Die Wände sind wiederum mit vertikalen dunkelbraun gebeizten Holzlatten verkleidet. Unter dem gekantetem Blech der Dachbedeckung bleiben Dachlatten und Konterlatten jedoch unbehandelt. Die Lage der ehemaligen freistehenden Hühner- und Schweineställe ist als versteinerter Fussabdruck in Form einer Betonplatte ablesbar, die nun einen sommerlichen Sitzplatz mitten auf der Wiese bildet.

Ort Kanton Aargau

Nutzung Wohngebäude

Planung/Ausführung 2015–2017

Bauherrschaft privat

Team GG Annette Gigon, Christian Maggioni (Team- und Bauleitung), Franziska Bächer (Projektleitung, stv. Bauleitung)

Bauleitung Annette Gigon / Mike Guyer Architekten, Zürich

Kosten/Terminplanung Annette Gigon / Mike Guyer Architekten, Zürich

Bauingenieur Bänziger Partner AG, Baden

Elektrotechnik Enerpeak Salzmann AG, Dübendorf

Haustechnik Polke, Ziege, von Moos AG, Zürich

Bauphysik BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich

Fotos © Roman Keller

Francis Bouygues Gebäude, Ecole CentraleSupélec

Auf dem Plateau de Saclay südöstlich von Paris ensteht auf der Grundlage eines langfristig angelegten Masterplans ein Cluster verschiedener Universitäten und Forschungseinrichtungen. Der Neubau Francis-Bouygues, stellt die Verbindung zwischen dem bestehenden Universitätsgebäude und dem neuen Gustave-Eiffel Gebäude her und vermittelt durch seine Lage zwischen Campus und Natur.

Der Neubau füllt die gesamte Parzellenfläche, mit Ausnahme von drei volumetrisch prägenden Rücksprüngen, die die Zugänge zu dem Gebäude definieren. Zwei Aufbauten verstärken die Gebäudeecken entlang der Strasse. Im Inneren bildet ein dicht begrünter Patio das Zentrum des Gebäudes. Über drei Geschosse ist die Schule um die grosse Halle organisiert, als öffentlicher Raum verbindet sie die drei Departemente und verleiht dem Gebäude seine Identität. Nach dem Motiv einer Stadt sind die Univers genannten Departemente als Quartiere konzipiert, mit Strassen, Gassen und Plätzen. Die Halle ähnelt einer künstlichen Topografie, die verschiedene Arbeits- und Aufenthaltsbereiche im Erdgeschosse und auf den erhöhten Ebenen miteinander verbindet und einen kontinuierlichen, differenzierten Raum mit Orten unterschiedlicher Vertrautheit schafft.

Die tektonisch gestaltete Fassade aus emaillierten – glatt, gewellt und kanneliert – profilierten Keramikelementen reagiert in der Ausbildung auf die Umgebung und widerspiegelt in der Farbe die Departemente der Schule. Je nach Lichtsituation changiert die Farbigkeit der modulierten, glänzenden Oberflächen und bereichert die visuelle Wirkung des Gebäudes.

Ort Paris Saclay, Frankreich

Nutzung Universitätsgebäude, Auditorien, Unterrichts- und Laborräume, Theater, Musikräume, Mehrzweck- und Turnhallen, Bibliothek, Restaurant, Cafeteria, Büros, Hotel, Tiefgarage

Wettbewerb 2014, 1. Preis

Planung/Ausführung 2015–2017

Bauherrschaft Kluster (Bouygues Bâtiment Ile-de-France, Bouygues Energies & Services, HICL Infrastructure Limited)

Geschossfläche 27‘400 m2

Auslober Wettbewerb CentraleSupélec

Team GG Planung/Ausführung: Mike Guyer, Pieter Rabijns (Teamleitung), Elisabeth d’Aubarède, Dina Hool, Bryan Grossenbacher, Christoph Dober, Andy Gratwohl, Arend Koelsch, Milica Vrbaski
Wettbewerb: Pieter Rabijns (Teamleitung), Martin Schwarz, Kathrin Sindelar, Christoph Dober, Martin Feichtner, Andy Gratwohl, Arend Koelsch

Kontaktarchitekten Synthèse Architecture, Arceuil, Frankreich

Bauleitung Bouygues Bâtiment Île-de-France Ouvrages Publics, Guyancourt, Frankreich

Generalunternehmung Bouygues Bâtiment Île-de-France Ouvrages Publics, Guyancourt, Frankreich

Landschaftsarchitektur Bassinet Turquin Paysage, Paris, Frankreich

Kosten/Terminplanung Bouygues Bâtiment Île-de-France Ouvrages Publics, Guyancourt, Frankreich

Bauingenieur Bouygues Bâtiment Île-de-France Ouvrages Publics, Guyancourt, Frankreich

Haustechnik EGIS, Paris, Frankreich

Bauphysik AMOES, Asnières-sur-Seine, Frankreich

Brandschutz BTP Consultants, Villebon-sur-Yvette, Frankreich

Akustik Jean-Paul Lamoureux Acoustics, Paris, Frankreich

Signaletik Integral Ruedi Baur, Zürich (Konzeption)
Bureau Brut, Paris, Frankreich (Planung/Ausführung)

Farbgestaltung Harald F. Müller, Öhningen, Deutschland

Fotos © Philippe Ruault
© Harald F. Müller
filmstills: © Severin Kuhn

Bürogebäude Claridenstrasse 35

Das neue Bürohaus der Balzan Stiftung steht an zentraler Lage in Zürich, nahe dem Paradeplatz. Wie sein Vorgängerbau, ein Geschäftshaus aus den 1960er Jahren, ist es ein Solitär. Gleichwohl wird der siebengeschossige Bau durch seine Setzung und Dimensionen zum Teil der bestehenden Blockrandbebauung. Liegende Kunststeinelemente und stehende Metallprofile bilden die Fassade, die so die Tragstruktur aus Betondecken und Stahlverbundstützen aussen nachzeichnet. Das öffentliche Erdgeschoss sowie das mittlere und das oberste Geschoss sind durch einen verdoppelten Raster innerhalb der Fassadengliederung hervorgehoben. Eine zur Stadt orientierte, doppelgeschossige Eingangshalle mit hellem Terrazzoboden und mächtigen Leuchten empfängt Besucher mit italienischer Grandezza, in Anlehnung an die Wurzeln der Stiftung.

Zusätzlich zum Grundausbau konnte bei diesem Bürogebäude auch der Innenausbau für die Mieter, ein Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen, erstellt werden. So sind die Raumeinteilungen, die integrierte Möblierung und die eigens geschaffenen LED-Leuchten Bestandteil der Architektur.

Das statische und energetische Konzept des Gebäudes wurde so optimiert, dass unter Einhaltung der vorgegebenen Bauhöhe ein zusätzliches Geschoss realisiert werden konnte, ohne Abstriche bei den Raumhöhen zu machen. Der tragende und aussteifende Kern sowie moderate Spannweiten und Stützenabstände erlauben schlanke Betondecken, obwohl darin streifenförmige schallabsorbierende Elemente und die Rohre des thermoaktiven Bauteilsystems unsichtbar eingelegt sind. Eine dezentrale Lüftung mit Fassadenkonvektoren und zentraler Abluft ermöglicht geringe Bodenaufbauten für den Hohlboden. Heizung und Kühlung des kompakten Baukörpers erfolgen über ein Anergienetz, das mit Seewasser gespeist wird. Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage installiert.

Nach aussen hin nimmt der geschliffene Beton der vorgefertigten Fassadenelemente vor den Deckenstirnen Bezug auf die Betondecken im Inneren, während die vertikalen Profile aus eloxiertem Aluminium die tragenden Stahlverbundstützen und schmalen, individuell bedienbaren Lüftungsflügel in den Bürogeschossen verhüllen. Die Profile sind rechteckig oder gerundet ausgeformt, geschlossen oder perforiert, und assoziieren sowohl Pfeiler als auch auch «Lüftungskanäle» für die Frischluft.

Ein grosszügiger Vorplatz zur Strasse ersetzt die Parkplätze des Altbaus. Der gebrochene Steinbelag, die begrünten, versickerungsfähigen Fugen sowie die Bepflanzung mit Bäumen und Sträuchern erinnern an die in dem ehemaligen Wohnquartier obligaten Vorgärten.

Ort Zürich

Nutzung Bürogebäude, 7 Geschosse oberirdisch, 2 Untergeschosse in Bestandsaussenwänden, doppelgeschossige Eingangshalle, Büros, Sitzungszimmer, Boardroom, Attika mit 2 Terrassen, Aufenthaltsraum, Tiefgarage mit Autolift

Wettbewerb 2015

Planung/Ausführung 2015–2018

Bauherrschaft Internationale Balzan Stiftung-Fonds

Geschossfläche 4‘062 m2

Team GG Wettbewerb: Annette Gigon, Stefan Thommen, Daniela Schadegg, Ivana Beljan
Planung/Ausführung: Annette Gigon, Stefan Thommen (Teamleitung), Christoph Lay (Projektleitung), Cornelia Schmidt (Projektleitung Mieterausbau), Lukas Taller, Franziska Bächer

Bauleitung Ghisleni Partner AG, Rapperswil/ Zürich

Landschaftsarchitektur Schmid Landschaftsarchitekten GmbH, Zürich

Kosten/Terminplanung Ghisleni Partner AG, Rapperswil/ Zürich

Bauingenieur Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich

Elektrotechnik Amstein+Walthert AG, Zürich

Bauphysik BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich

MSRL Amstein+Walthert AG, Zürich

Heizung/Kälte Amstein+Walthert AG, Zürich

Lüftung Amstein+Walthert AG, Zürich

Akustik BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich

Fassadenplanung gkp fassadentechnik ag, Aadorf

Verkehr Enz Partner GmbH, Zürich

Fotos © Roman Keller

Wohnüberbauung Labitzke Areal

Zürich Altstetten erfährt eine dynamische Verdichtung und wandelt sich zu einem urbanen Quartier mit Wohnen und Arbeiten. Auf dem ein Hektar grossen ehemaligen Fabrikareal Labitzke entstanden 277 Mietwohnungen mit Gewerbeflächen und Ateliers im Erdgeschoss, die um kleine Plätze angeordnet sind.
Acht zueinander versetzte, unterschiedlich hohe und verschieden breite Baukörper mäandern zwischen den Nachbarparzellen von der viel befahrenen Hohlstrasse zur ruhigen Albulastrasse. Durch die Anordnung der Kubaturen entstehen gefasste Aussenräume, die je nach Lage und Gestaltung ihren eigenen Charakter haben. Durchgänge verbinden die Plätze miteinander, erschliessen das Areal nach allen Seiten fussläufig und verankern es in dem Quartier. Die ehemalige atmosphärische Qualität der heterogenen Gewerbebauten, galt es in neuer Form fortbestehen zu lassen.

Am westlichen und östlichen Zugang, zu den belebten Strassenseiten, markieren zwei Turmhäuser mit 15 und 21 Geschossen das Areal. Hier und an den äusseren Plätzen liegen ein Bistro, die Gewerberäume, Büros und eine Kindertagesstätte. Niedrige, langgestreckte Volumen, mit Familien- und Atelierwohnungen befinden sich in der ruhigen Mittelzone. Entsprechend seiner Lage und Ausrichtung hat jedes Haus eine eigene Wohntypologie, die der vielfältigen Bewohnerschaft unterschiedliche Wohnungstypen bietet. Von der grosszügigen 4.5-Zimmer Wohnung, über Split-Level Wohnungen und solche mit überhohen Räumen in den Türmen, bis zu Atelierwohnungen mit kleinem Garten und einfachen Studios.
Die Fassaden sind gegliedert durch ein Raster aus vertikalen und horizontalen Elementen, die auf unterschiedlichen Ebenen liegen und die Anordnung der Wohnungstypen nach Aussen abzeichnen. Die tektonische Struktur und farbliche Differenzierung in der Höhe über alle Fassaden vereinen die Baukörper zu einer Grossform. Die Vergangenheit des Areals als Farbenfabrik widerspiegelt sich im Farbkonzept: Im Inneren ist jedem Haus ein Farbton zugeordnet. Diese begleiten die Erschliessungswege, in den Entrées als keramischer Wandbelag, und als Farbanstrich in den Treppenhäusern. In den Durchgängen überschneiden sich die Farben der Häuser und leuchten in den Aussenraum.

Ort Zürich Altstetten

Nutzung 8 Gebäude, 4–19 Stockwerke mit zwei Wohntürmen: 46m und 64m Höhe, 7 Höfe, 277 Wohnungen, 17 Gewerbeflächen im Erdgeschoss: Bistro, Kindertagesstätte, Büros, Läden, Boarding House (H6), 123 PKW-Stellplätze, davon 20 für Besucher, 1 Carsharing-Stellplatz, 670 Velo-, 11 Motorradstellplätze; davon in der Tiefgarage: PKW-Stellplätze, 169 Velostellplätze, 11 Motorradstellplätze

Wettbewerb 2013, 1. Preis

Planung/Ausführung 2013–2018

Bauherrschaft Mobimo AG, Küsnacht

Label MINERGIE® Zertifikat

Geschossfläche 39‘986 m2

Team GG Planung/Ausführung: Mike Guyer, Christian Maggioni (Teamleitung 01/2016–), Volker Mencke (Teamleitung –12/2015), Urs Meyer (Projektleitung 11/2014–), Cornelia Schmidt (Projektleitung 2013–10/2014), Philippe Volpe, Andy Gratwohl, Arend Kölsch, Maxim Moskalenko, Stefanie Bittig, Chiara Giovanola, Rodrigo Jorge
Wettbewerb: Stefan Thommen, Christoph Dober, Leyla Illman

Totalunternehmung Implenia Schweiz AG, Dietlikon

Landschaftsarchitektur Schmid Landschaftsarchitekten GmbH, Zürich

Bauingenieur Wettbewerb: Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich
Ausführung: Dr. J. Grob & Partner AG, Bauingenieure SIA/USIC, Winterthur

Elektrotechnik HKG Engineering AG, Schlieren

Haustechnik Wettbewerb/Submission: PB P. Berchtold Dipl. Ing. HTL/HLK, Sarnen
Ausführung: JOP Joseph Ottiger + Partner AG, Rothenburg

Bauphysik BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich

Brandschutz Wettbewerb/Submission: Hautle Anderegg + Partner AG, Bern
Ausführung: Conti Swiss AG, Zürich

Fassadenplanung Aeplan, Eschelbach Metallbauplanung GmbH, Wikon

Farbgestaltung Harald F. Müller, Öhningen, Deutschland

Fotos © Roman Keller