Projektkategorie: Studien/Wettbewerbe
Verkehrshaus der Schweiz – Halle für Strassenverkehr
Das Konzept für die neue Halle für Strassenverkehr weicht vom ersten Entwurf des Wettbewerbs von 1999 ab. Während dort ein dreistöckiges Gebäude mit Betonwandscheiben, tragender, verglaster Fassadenkonstruktion und aussen liegenden brückenartigen Rampen angedacht war, soll der neue Bau zweigeschossig, kostengünstiger und insbesondere flexibler nutzbar sein. Es ist ein Ausstellungsgebäude, das in seiner rudimentären Einfachheit und als ‚dark grey/black box‘ auch an all jene Architekturen erinnert, welche üblicherweise der Aufbewahrung und Behausung von Automobilen dienen – Parkgaragen und Autowerkhallen. In seinem Inneren kommt denn auch ein automatisiertes Parksystem zum Einsatz. Ein von einem Roboterlift bedientes Gestell zeigt die Automobilsammlung dicht übereinander gestapelt und vor Berührungen geschützt. Auf Knopfdruck können die Besucher jedes der Fahrzeuge zu sich bringen lassen und aus der Nähe betrachten. Die offenen Flächen im Erd- und ersten Obergeschoss erlauben parallel dazu unterschiedliche thematische Ausstellungen. Eine einsehbare Fahrzeugwerkstatt zeigt den Besuchern, wie die Fahrzeuge gepflegt und repariert werden.
Die Fassadenhülle des mehrheitlich geschlossenen Baukörpers besteht aus Blechtafeln in verschiedenen Grössen und Farben. Es sind jedoch nicht gewohnte Fassadenbleche und auch nicht (wie noch im Vorprojekt angedacht) die Bleche von Autokarosserien, sondern es sind Verkehrstafeln, die hier wiederverwendet werden: Hinweis-, Gebots- und Verbotstafeln, Richtungs-, Orientierungs- und Ortsschilder. Die Schilderwände, die die Halle für Strassenverkehr räumlich begrenzen, sprechen indirekt von der grossen Freiheit des Individualverkehrs, der mithilfe solcher Tafeln gelenkt und reguliert wird. Die Tafeln verweisen aber auch auf nahe und ferne Ortschaften und Städte, aus denen die Besucher mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln und über verschiedene Verkehrswege zum Verkehrshaus der Schweiz anreisen, um hier mehr über (ihre) Mobilität zu erfahren. Auf der den Nachbargebäuden zugewandten Seite sind die Schilder verkehrt herum montiert. Die bedruckte Seite ist dort zum Gebäude, die unbehandelte, metallene Seite nach aussen gerichtet. Die Nachbarn sehen diese Tafeln folglich so, wie Verkehrsteilnehmer die Schilder des Gegenverkehrs wahrnehmen – von der Rückseite.
Wohnhäuser Diggelmannstrasse
Die heterogene und feinkörnige Siedlungsstruktur des Wohngebiets Zürich-Albisrieden gab Anlass, das neu zu erstellende Bauvolumen in mehrere Baukörper zu unterteilen. Die Mehrfamilienhäuser gruppieren sich auf der Parzelle als drei polygonale Volumina mit unterschiedlichen Grundformen. Ihre Materialität verbindet die Bauten, ihre Farbigkeit gruppiert sie zueinander, setzt sie aber auch voneinander ab und erlaubt Allianzen mit umgebenden Gebäuden.
Die Erschliessung der beiden nördlichen Häuser erfolgt direkt von der Strasse aus über das Sockelgeschoss. Zum hinteren, südlichen Haus führt eine Wegverbindung, die als sternförmige Figur mit grossformatigen Platten in die durchgehende Grünfläche gelegt ist. Laubbäume akzentuieren den Grünraum und schaffen im Freien schattige Orte zum Verweilen.
Die Gebäude bieten 3,5- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen mit unterschiedlichen, polygonalen Grundrissen. Den Wohnbereichen sind grosszügige Balkone angelagert, die sich in unterschiedliche Richtungen orientieren. Die Sonneneinstrahlung und die gewünschte Privatsphäre lassen sich auf den Balkonen mittels Vorhängen «justieren». Die Küchen können zu den Wohn- und Essräumen hin offen belassen oder mit Schiebewänden abgetrennt werden.
Umlaufende Fenster- und Brüstungsbänder gliedern die Volumia horizontal und binden die auskragenden Balkone und rückspringenden Attikabereiche in eine einheitliche Erscheinung ein. Die hinterlüftete Verkleidung mit vorgehängten, farbig emaillierten Gläsern geht im Bereich der Balkon- und Terrassenbrüstungen zu transluzentem Glas gleicher Farbe über.
Die Farbgebung ist in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler Adrian Schiess entwickelt worden. Das Farbenpaar der kleineren, strassennahen Häuser besteht aus einer grünlich gelben Farbe für die Brüstungen und einem lila Farbton für die Wandflächen zwischen den Fenstern. Für das nach hinten versetzte, südliche Haus im Garten wurde das Farbenpaar Rosa / Beige gewählt. Durch die sich überlagernden Spiegelungen der farbigen Gläser verweben sich nicht nur die «Farbschichten» der Häuser, sondern auch die Nachbarbauten, Bäume und Himmelsfarben werden Bestandteil der optischen Wirkung.
Donation Albers-Honegger Espace de l’Art Concret
Das neue Museumsgebäude des Espace de l’Art Concret (EAC) wurde für die Donation Albers-Honegger geschaffen, deren Kunstsammlung seit den 1990er-Jahren mit wechselnden Exponaten im kleinen Schloss von Mouans-Sartoux gezeigt wurde. Die Räume im Schloss werden künftig vor allem für Wechselausstellungen verwendet.
Das neue Museum ist nach dem ebenfalls von Albers-Honegger initiierten Kindermalatelier (‚Espace Art, Recherche, Imagination‘) des Architekten Marc Barani der zweite freistehende Ergänzungsbau. Ein drittes kleines Bauwerk, das Préau des Enfants, wurde kurz nach dem Museumsgebäude erstellt. Museumsgebäude und Préau sind in das teilweise sehr steil abfallende Waldstück des Schlossparks gesetzt.
Durch den minimalen, quadratischen Grundriss und die turmartige Höhenentwicklung des Museumsgebäudes mit Auskragungen wurde der Baumbestand des Waldes weitestgehend geschont.
Die Positionierung in der steilen Waldböschung ermöglicht ebenerdige Zugänge auf mehreren Geschossen. Eine Auskragung bildet den Eingangsraum zum Museum und formt gleichzeitig eine Brücke zum bestehenden Weg. Der Zugang zum öffentlichen Konferenzraum und die Anlieferung heben sich ebenfalls durch Ausstülpungen vom Volumen des Baukörpers ab.
Die Positionierung in der steilen Waldböschung ermöglicht ebenerdige Zugänge auf mehreren Geschossen. Eine Auskragung bildet den Eingangsraum zum Museum und formt gleichzeitig eine Brücke zum bestehenden Weg. Der Zugang zum öffentlichen Konferenzraum und die Anlieferung heben sich ebenfalls durch Ausstülpungen vom Volumen des Baukörpers ab.
Der Eingang zum Museum liegt ein halbes Stockwerk über dem ersten Ausstellungsgeschoss. In einem spiralartig angelegten Rundgang werden die halbgeschossig versetzten Stockwerke des Museums über offene Treppen erschlossen. Zwei geschlossene Treppenhäuser mit Oberlicht dienen als Fluchttreppen, bieten den Besuchern aber auch eine Abkürzungsmöglichkeit am Ende des Rundgangs. Sie stellen zusammen mit dem Lift die innere vertikale Verbindung zwischen dem Konferenzraum und den Nebenräumen in den unteren Geschossen her.
Die Anordnung der Ausstellungsräume entlang den Fassaden, die Belichtung mit seitlichen Fenstern und insbesondere die Raumproportionen erinnern eher an die Räumlichkeit eines grossen Wohnhauses als an diejenige eines klassischen Museums. So ergibt sich zwar nicht die vielerorts gewünschte museumsartige, gleichmässige Belichtung der Räume, doch erlaubt diese Lösung gemäss dem ausdrücklichen Wunsch der Stifter ein lebendiges ‚In-Bezug-Setzen‘ der Kunst zur Aussenwelt und eine Wahrnehmung der Werke unter verschiedenen Lichtverhältnissen. Die Fensteröffnungen sind in den verschiedenen Räumen unterschiedlich hoch angeordnet. In Anlehnung an den Typus des Kastenfensters kommen zwei Verglasungen zum Einsatz. Die äussere, auf die Fassade aufgesetzte Glasscheibe übernimmt primär den Wind- und Regenschutz, die innere, zu öffnende Verglasung ist für die Dichtigkeit und die Wärmeisolation verantwortlich. Der Sonnenschutz in Form eines Stoffrollos ist dadurch wind- und wettergeschützt zwischen den beiden Fenstern angeordnet. Dieser Sonnenschutz dient auch dazu, das Fenster bei Bedarf in einen reinen ‚Lichtspender‘, ein leuchtendes Paneel ohne Aussicht, zu verwandeln.
Der Baukörper besteht aus gegossenem Ortbeton. Den Moos- und Algenbefall der Betonoberflächen antizipierend, der sich durch die Nähe zu den Bäumen einstellen wird, ist der Beton grünlich gelb gestrichen. Der helle Gelbgrün-Ton erzeugt interessanterweise zwei vollkommen gegensätzliche Effekte – einerseits eine kontrastierende, leuchtende Wirkung und andererseits eine harmonische Überlagerung mit den wechselnden Farbschattierungen der Bäume.
Anbau und Umbau Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz»
Die Villa am Römerholz erfährt mit dem An- und Umbau ein weiteres Mal eine bauliche Veränderung. 1915 wurde das Wohnhaus im Auftrag des damaligen Besitzers Heinrich Ziegler-Sulzer vom Genfer Architekten Maurice Turrettini im Stil eines französischen Landhauses gebaut. 1924 erstand Oskar Reinhart das Haus und liess 1925 vom selben Architekten einen Galerieanbau zur Unterbringung seiner im Wachsen begriffenen Kunstsammlung erstellen. Nach seinem Tod 1965 vermachte Oskar Reinhart die Liegenschaft mitsamt der international bedeutenden Sammlung der Eidgenossenschaft. Nach einem grundlegenden Umbau wurden 1970 das Erdgeschoss des Wohnhauses und die Galerieräume als Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die neuerlichen Umbau- und Renovationsarbeiten gelten den veränderten lichttechnischen, betrieblichen und sicherheitsmässigen Anforderungen, die heute an Museumsräume gestellt werden*. Das Hauptaugenmerk kommt dabei der verbesserten Präsentation der hochkarätigen Kunstwerke zu. Die architektonischen Mittel zur Erreichung der divergenten Anforderungen reichen vom Ersetzen zweier bestehender Ausstellungsräume durch neu gebaute über einfache Renovierungssarbeiten bis hin zum weitgehenden Wiederherstellen der historischen Raumdispositionen und Materialisierungen. Die Bauaufgabe gliedert sich in der Folge in eine Vielzahl von differenzierten Eingriffen. Darunter fallen beispielsweise die räumliche Trennung des Eingangsraumes von der Garderobe - um mehr Platz für den Empfang der Besucher zu schaffen-, die Rückführung der räumlichen Anordnung des ehemaligen Esszimmers, die Wiederherstellung von ehemaligen Fenstern zur Belichtung von Skulpturen, die Rekonstruktion der früheren Parkettböden in den Galerieräumen, aber auch das Hinzufügen von vorgehängten, geätzten Gläsern im Laternenbereich der grossen Galerie oder das Einsetzen von sensorgesteuerten Lamellen zur Regulierung der Lichtstärke.
Die gewichtigste Änderung sind die drei neuen Ausstellungsräume, welche den Übergang zwischen dem ehemaligen Wohnhaus und dem Galerieteil markieren. Die drei Räume besitzen entsprechend ihren künftigen Exponaten verschiedene Grössen und Proportionen. Der grössere Raum soll Ölbilder aufnehmen, die beiden kleineren Räume sind für lichtempfindliche Grafiken vorgesehen. Alle drei Räume werden durch Tageslicht belichtet; elektronisch gesteuerte Lamellen dämpfen die Lichtintensität. Eine lampenartig von der Decke abgehängte Oberlichtverglasung verteilt das Licht gleichmässig im Raum.
Nach aussen zeichnen sich die neuen Ausstellungssäle mit den Oberlichtaufbauten als geschlossene, sich nach oben verjüngende Kubaturen aus Beton ab. Gelenkartig zwischen den Wohnbau und den Galerieteil geschoben, schliessen sie den Eingangshof stirnseitig ab. Die Dachflächen sind wie der bestehende Galerieteil mit Kupferblechen eingedeckt. Grosse, vorgefertigte Betonelemente bilden die Verkleidung der Wände und der zurückspringenden Oberlichtaufbauten - Betonelemente, denen zwei der hauptsächlichen Materialien der bestehenden Villa, Jurakalkstein und Kupfer, als zerkleinerte Ingredienzen beigefügt wurden. Das Kalksteinmehl und das Kupferpulver führen kombiniert zu einer rasch einsetzenden Oxidation und damit zu einer Grünfärbung der Betonplatten. Mit Kupferionen angereichertes Dachwasser verstärkt den Verfärbungsprozess der Fassaden im Lauf der Zeit noch. Der Neubau soll durch diese beschleunigte Patinierung eine Art ‚Zeitreise' zu den beiden älteren, historisierenden Gebäudeteilen machen - im Sinne einer ‚alchemistischen' Adaption des Neubaus an den genius loci.
* Zusätzliche Information:
Der Bund beschloss anfangs der Planungsphase allgemeine Sparmassnahmen, welche auch das Umbaubudget für die Sammlung Oskar Reinhard «Am Römerholz» betrafen. Die finanziellen Mittel wurden halbiert, sodass von einer umfassenden Sanierung abgesehen werden musste. 2009/2010 erfolgte daraufhin eine nachgeschaltete Renovationsphase ohne Beteiligung von Gigon/Guyer. Diese umfasste u.a. den Bau eines neuen Kulturgüterschutzraumes, die Gastroküche, die Toilettenanlage, die Museumspädagogik und Anpassungen in den Bereichen Museumstechnik durch P&B Architekten.
Erweiterung Kunst Museum Winterthur / Beim Stadthaus
Publikationen über die Erweiterung Kunst Museum Winterthur
nationale Presse / Fachpresse seit 1995 (PDF Download)
internationale Presse / Fachpresse seit 1995 (PDF Download)
Die lange Zeit geplante, schliesslich in Form eines Provisoriums verwirklichte Erweiterung des Kunst Museum Winterthur / Beim Stadthaus schafft die räumlichen Voraussetzungen, nicht nur Wechselausstellungen, sondern auch die umfangreiche Sammlung des Kunstvereins permanent zu präsentieren.
Das neue Gebäude ist über eine Passerelle mit den Museumsräumen des Altbaus von Rittmeyer & Furrer verbunden. Die Ausstellungsräume der Erweiterung sind schlichte, rechtwinklige Räume mit nach Norden gerichteten Shedoberlichtern. Durch ein einfaches Raster wird die ca. 1000 Quadratmeter messende Grundfläche in verschiedene Räume mit unterschiedlichen Grössen und unterschiedlichen Proportionen geteilt. Während des Rundgangs betritt man die einzelnen Räume an jeweils unterschiedlichen Stellen, so dass sich für den Besucher der Eindruck feiner räumlicher Differenzierung einstellt. Drei grosse Fenster bilden Ausblicks- und Orientierungsmöglichkeiten. Entsprechend der kostenbedingten, industriebauartigen Konstruktions- und auch Belichtungsweise des Gebäudes ist auch die Grundrissanlage ohne Erschliessungsräume sehr ökonomisch und rationell. Die Eingeschossigkeit der Museumsanlage erlaubt neben der Belichtung aller Räume mit zenitalem Licht eine flexible Zuordnung der Räume zu verschiedenen Ausstellungsgruppen.
Ohne in den Ausstellungsräumen provisorisch zu wirken, gehorcht der Erweiterungsbau in seiner konstruktiven und materialmässigen Beschaffenheit weitgehend den Gesetzen eines Provisoriums. Diese Haltung bedingt einen schichtweisen, quasi zweigesichtigen Aufbau: gewohnte, dauerhafte und möglichst fugenlose Materialien in den Innenräumen und additive, rasch montier- und demontierbare, rezyklierbare Elemente als Konstruktion, Isolation und Verkleidung. So ist das Innere des Gebäudes vorwiegend massiv in die tragende, leichte Stahlkonstruktion hineingebaut. Gipsmauerwerk bildet grossflächige, fugenlose Wände, und ein gegossener, schwimmender Hartbetonboden dient dazu, grössere Lasten aufzunehmen.
Die Isolation erfolgt mit handelsüblichen, Isolationskassetten, die frei spannend auf der Stahlkonstruktion befestigt werden. Mit diesen vorverzinkten, perforierten Kassetten sind die Deckenuntersicht des Erdgeschosses und die Fassaden isoliert. Den Wetterschutz der Kassetten übernehmen feuerverzinkte Bleche auf dem Dach und vertikal aneinander gereihte Glasprofile an den Fassaden. Dieselben Glasprofile, mit Luftzwischenräumen versetzt, dienen im Erdgeschoss dazu, die Parkplätze zu belichten und zu belüften, während sie gleichzeitig den scheinbar über der Garage schwebenden Museumsbau «erden».
Sanierung Hochhaus Herdern
Das Scheibenhochhaus im Westen Zürichs ist Teil der 1965 eröffneten Betriebszentrale Herdern Migros, die als Industrieensemble unter Schutz steht. Über die Jahre hat die Backsteinfassade des siebzehngeschossigen Verwaltungsgebäudes witterungsbedingt Schaden genommen und wird nun umfänglich saniert. Dem städtebaulichen und denkmalpflegerischen Kontext sowie der Proportionierung des Baukörpers kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.
Die Arbeiten umfassen die statische und energetische Sanierung, einschliesslich der Erneuerung der Haustechnik. An den Stirnseiten wird das Tragwerk verstärkt, und auf allen Seiten werden die bestehenden Backsteinfassaden und -brüstungen ersetzt und wärmegedämmt. Die neuen Sichtmauerwände gleichen den früheren in Steinformat, Oberfläche und Farbe. Neue dreifachisolierte Aluminiumfenster entsprechen den thermischen und schallmässigen Anforderungen. Im Inneren werden die Unterzugsdecken der Büroräume freigelegt, dienen neu als Speichermasse, und geben einen atelierartigen Raumeindruck, der der industriegeprägten Ästhetik des Gebäudes entspricht.
Das Attikageschoss, das von einer Dachterrasse umgeben ist, beherbergt ein grosses Sitzungszimmer. Es wird mitsamt der kleinen Küche umgebaut und bietet einen Panoramablick über Zürich West bis zu den Alpen.
Neubau Sozialversicherungszentrum WAS (Wirtschaft Arbeit Soziales)
Areal Eichhof West
Neben dem Gelände der Brauerei Eichhof in Kriens entsteht nach dem Bebauungsplan ‚Eichhof West‘ ein an Luzern angebundenes Areal mit fünf Büro-, Gewerbe- und Wohnbauten, die einen zentralen Aussenraum umgeben. Die Erschliessung erfolgt von Süden über die Langsägestrasse, im Norden begrenzt ein begrünter Hang das Areal. Teil der Überbauung sind die beiden Neubauten für das WAS (Wirtschaft Arbeit Soziales) Sozialversicherungszentrum Luzern, das seine Dienstleistungen neu an diesem zentralen Ort anbietet.
Ein abgestuftes zehngeschossiges Verwaltungsgebäude wird im Norden um ein freistehendes, siebengeschossiges Gebäude ergänzt. Das Ensemble besteht aus skulpturalen, massiven Volumen. Von Nahe vermitteln die hell verputzten Fassaden mit wiederkehrenden Fensteröffnungen und vertikalen Lisenen eine feine Massstäblichkeit mit einem ausgeprägten Licht- und Schattenspiel. Eine Auskragung über die gesamte Gebäudelänge an der Langsägestrasse schützt die Eingänge der Mitarbeitenden und die Zufahrt zur Tiefgarage. Richtung Norden, zum zentralen Aussenraum, überdacht ein 18 Meter weit auskragendes Volumen Aufenthaltszonen mit Sitzgelegenheiten und weitere Zugänge. In dem abgestuften Baukörper bilden ein Hof im zweiten Obergeschoss sowie Terrassen im vierten und achten Geschoss begrünte Erholungsorte.
Der Neubau versteht sich als Stadtbaustein mit strukturell klar gegliederten Grundrissen, die den Mitarbeitenden und Kunden der vier Geschäftsbereiche eine einfache Orientierung bieten. Der Haupteingang am östlichen Zugangsplatz führt in eine grosszügige Eingangshalle mit Empfang, Warte- und Beratungszonen. Das anschliessende zentrale Foyer ist mit vier runden Oberlichtern natürlich belichtet und steht über eine Galerie in Sichtbeziehung mit den Sitzungszimmern im ersten Obergeschoss. Die nach Süden orientieren Seminarräume lassen sich mit mobilen Trennwänden unterteilen oder für Grossveranstaltungen zum Foyer hin erweitern.
Drei innenliegende Kerne erschliessen die stützenfreien Geschosse mit sieben Metern Raumtiefen. Die Büroflächen sind in ihrer Räumlichkeit und Orientierung vielfältig und erlauben eine freie Bespielbarkeit wie auch flexible Anpassungen.
Die beiden Gebäude sind als Massivbau mit Vollmauerwerkfassade konzipiert. Vor der inneren tragenden Mauer aus Backstein oder Beton liegt eine äussere Schale aus dämmenden Backsteinen. Die Holz-/Metall-Fenster sind über einer niedrigen Brüstung innen bündig angeschlagen, haben ein grosses, fest verglastes Blickfeld und seitliche, geschlossene Lüftungsklappen. Auf einen äusseren Sonnenschutz kann aufgrund des geringen Fensteranteils und der tiefen Leibungen verzichtet werden. Innere Vorhänge gewährleisten den Blendschutz und wirken als Schallabsorber.
Die Verwaltungsbauten sind im Hauptgebäude (3. - 9. Obergeschoss) und im gesamten nördlichen Gebäude nach dem Konzept „Vision 2226“ ohne Heizung, ohne Kühlung und ohne mechanische Lüftung konzipiert. Das System basiert auf der thermischen Speicherfähigkeit und Phasenverschiebung der Wärmeaufnahme und -abgabe. Die baulichen Bedingungen dafür bilden die gut abgestimmte Gebäudehülle aus 75 - 85 cm dickem Vollmauerwerk, der geringe Fensteranteil von 18 % und das ideale Raumlayout mit einer lichten Raumhöhe von drei Metern. Die Belüftung und Klimatisierung erfolgen über automatisierte Lüftungsklappen neben den Fenstern, die durch einen gebäudespezifischen Algorithmus im Gebäudeleitsystem geregelt werden. Lowtech Hardware wird durch hightech Software mit grosser Effizienz gesteuert. Für die Eigenstromversorgung sind auf den Flachdächern Photovoltaikanlagen vorhanden.
Neubau Schule Freilager
Verkehrshaus der Schweiz – Städtebauliches Entwicklungskonzept
Das Entwicklungskonzept für das Verkehrshaus Luzern geht aus von einer städtebaulichen Konfiguration, wie sie im südlichen Teil der Anlage schon besteht – einer Addition von thematischen, solitärhaften Einzelgebäuden. Im künftigen städtebaulichen Layout sollen die Einzelbaukörper mit Stegen, Brücken und Rampen auf verschiedenen Niveaus verbunden werden. Zwischen den Gebäuden entsteht somit sukzessive ein «zentraler» Aussenraum, der durch die Position der Bauten und der Stege eine Gliederung und Zonierung erfährt. Das additive Prinzip ermöglicht eine leichte Auffindbarkeit der einzelnen Themenbereiche für die Besucher, eine einfache, stufenweise Realisierung der künftigen Bauvorhaben sowie eine stilistische Pluralität der Gebäude – anstelle des Versuchs, eine einheitliche Gestaltung über Jahrzehnte hinweg festzulegen.
Die erste Bauphase , das «Forum Strasse», ist als Neubau am östlichen Rand des Areals platziert. Es begrenzt an dieser Stelle den Aussenraum, der sich heute spannungslos in das Wohnquartier hinaus ausweitet. Das Thema des Fahrens, des «Sich-auf-Rädern-Fortbewegens» wird baulich aufgegriffen mittels Erschliessungsrampen, die das Gebäude auf verschiedenen Geschossen stufenlos zugänglich machen. Zwei Brücken verbinden das Gebäude mit der Schifffahrtshalle und der Schienenhalle. In einem künftigen Entwicklungsschritt wird zusätzlich eine «Transversale» vom Eingangsbereich her zum «Forum Strasse» führen.
Die Ausstellungsbereiche sind auf drei Geschossen angeordnet. Sie gliedern sich in Flächen, die entlang den Fassaden mit Tageslicht belichtet sind, und in mittig angeordnete Kunstlichtzonen. Elektrisch gesteuerte Sonnenschutzrouleaus in Form von Stoffen (wie bei den Cabriolets-Dächern) oder plastifizierte Planen (wie bei den Lastwagenverschlägen) regeln den Licht- und Wärmehaushalt des Gebäudes bei Sonnenschein.
Die Tragkonstruktion widerspiegelt die Nutzungsanordnung: Schräggestellte Stahl-Beton-Verbundstützen bilden die äussere Tragkonstruktion und steifen das Gebäude entlang seiner Hülle aus. Die filigrane Statik der Brücken und Rampen, die um das Gebäude herum und auf das Gebäude zu «fahren», prägt auch die Fassade des Baukörpers. Beton-Wandscheiben und ein Treppenhaus- und Liftkern, die in ihrer Platzierung frei wählbar sind, übernehmen die Tragfunktion im Inneren. Die Decken sind mit einer Stärke von 40 – 45 cm in der Lage, die Lüftungsleitungen aufzunehmen, sodass auf abgehängte Deckenelemente verzichtet werden kann.
Die Materialisierung ist rohbauartig. Betonböden und -decken, sowie eine stählerne Tragkonstruktion erinnern an Industriebauten, Strassen- und Brückenbau. Die grossflächigen Verglasungen der Fassaden vermitteln über die «garagenhafte» Stimmung hinaus jedoch die Atmosphäre des Präsentierens – ähnlich der eines Showrooms oder Autosalons.