Wohnhäuser Diggelmannstrasse

Die heterogene und feinkörnige Siedlungsstruktur des Wohngebiets Zürich-Albisrieden gab Anlass, das neu zu erstellende Bauvolumen in mehrere Baukörper zu unterteilen. Die Mehrfamilienhäuser gruppieren sich auf der Parzelle als drei polygonale Volumina mit unterschiedlichen Grundformen. Ihre Materialität verbindet die Bauten, ihre Farbigkeit gruppiert sie zueinander, setzt sie aber auch voneinander ab und erlaubt Allianzen mit umgebenden Gebäuden.

Die Erschliessung der beiden nördlichen Häuser erfolgt direkt von der Strasse aus über das Sockelgeschoss. Zum hinteren, südlichen Haus führt eine Wegverbindung, die als sternförmige Figur mit grossformatigen Platten in die durchgehende Grünfläche gelegt ist. Laubbäume akzentuieren den Grünraum und schaffen im Freien schattige Orte zum Verweilen.

Die Gebäude bieten 3,5- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen mit unterschiedlichen, polygonalen Grundrissen. Den Wohnbereichen sind grosszügige Balkone angelagert, die sich in unterschiedliche Richtungen orientieren. Die Sonneneinstrahlung und die gewünschte Privatsphäre lassen sich auf den Balkonen mittels Vorhängen «justieren». Die Küchen können zu den Wohn- und Essräumen hin offen belassen oder mit Schiebewänden abgetrennt werden.

Umlaufende Fenster- und Brüstungsbänder gliedern die Volumia horizontal und binden die auskragenden Balkone und rückspringenden Attikabereiche in eine einheitliche Erscheinung ein. Die hinterlüftete Verkleidung mit vorgehängten, farbig emaillierten Gläsern geht im Bereich der Balkon- und Terrassenbrüstungen zu transluzentem Glas gleicher Farbe über.

Die Farbgebung ist in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler Adrian Schiess entwickelt worden. Das Farbenpaar der kleineren, strassennahen Häuser besteht aus einer grünlich gelben Farbe für die Brüstungen und einem lila Farbton für die Wandflächen zwischen den Fenstern. Für das nach hinten versetzte, südliche Haus im Garten wurde das Farbenpaar Rosa / Beige gewählt. Durch die sich überlagernden Spiegelungen der farbigen Gläser verweben sich nicht nur die «Farbschichten» der Häuser, sondern auch die Nachbarbauten, Bäume und Himmelsfarben werden Bestandteil der optischen Wirkung.

Ort Zürich

Nutzung 3 Mehrfamilienhäuser mit 18 Mietwohnungen, Tiefgarage

Wettbewerb 2003, 1. Preis

Planung/Ausführung 2004–2007

Bauherrschaft Gemeinschaftsstiftung der Zellweger Luwa AG, Uster
vertreten durch Hesta Immobilien AG, Zürich

Geschossfläche 4‘234 m2

Team GG Planung/Ausführung: Pit Brunner (Teamleitung), Katja Schubert (Projektleitung bis 04/2007), Matthias Clivio (Projektleitung ab 04/2007), Gaby Kägi
Studienauftrag: Katja Schubert

Totalunternehmung HRS, Hauser Rutishauser Suter AG, Zürich
Bauleitung: Witzig Architekten GmbH, Zürich

Landschaftsarchitektur Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten, Zürich

Bauingenieur Henauer Gugler AG, Zürich

Haustechnik HL-Technik AG, Zürich

Bauphysik Mühlebach Akustik + Bauphysik, Wiesendangen

Farbgestaltung Adrian Schiess, Zürich und Mouans-Sartoux, Frankreich

Fotos © Andrea Helbling

Wohnüberbauung Brunnenhof

Die bestehenden, lärmbelasteten dreigeschossigen Wohnungsbauten der Stiftung für kinderreiche Familien in Zürich konnten durch zwei leicht geknickte, langgezogene, unterschiedlich hohe Baukörper ersetzt werden. Das grössere, sechsgeschossige Gebäude folgt der Hofwiesenstrasse, orientiert sich aber zum Parkraum, wobei es gleichzeitig den Park von der Strasse abgrenzt und diesen vor Strassenlärm schützt. Das kleinere, vier- beziehungsweise fünfgeschossige Gebäude an der Brunnenhofstrasse ist gewissermassen in den Park gestellt, beidseitig von Grün umgeben und gleicht sich in der Höhenentwicklung seinen Nachbargebäuden an. Beide Bauten sind als ‚Stapel‘ horizontaler Platten konzipiert, die unterschiedlich stark auskragen und in Parkrichtung grosszügige Balkone ausbilden.

Beim lärmbelasteten Gebäude an der Hofwiesenstrasse betritt man die Wohnungen über längs angeordnete Treppenhäuser und grosszügige Dielen, die den Wohnküchen zugeordnet sind. Sämtliche Schlafzimmer sind zur ruhigen Parkseite ausgerichtet und durch einen vorgelagerten Balkon auch im Aussenraum miteinander verbunden. Die Wohnzimmer sind zweiseitig nach Osten und Westen orientiert und haben zur Parkseite in Richtung Osten einen tiefen Balkon.

Im kleineren Gebäude an der Brunnenhofstrasse sind die Wohnzimmer längs zur Fassade angelegt und über eine Balkonschicht nach Süden und Südosten zum Park ausgerichtet. Im vollständig Nord-Süd-orientierten viergeschossigen Gebäudeteil sind die Wohnküchen den Wohnzimmern an der Südseite angelagert, im dazu angewinkelten Gebäudeteil haben sie an der Strassenseite Abendsonne.

Bei allen Wohntypen gewährt ein Rundlauf räumliche Grosszügigkeit, Bewegungsfreiheit für Kinder und Erwachsene sowie erhöhte Nutzungsflexibilität. Letztere wird bei den Erdgeschosswohnungen mittels schaltbarer Einzelzimmer zwischen den Wohnungen und mit jeweils eigener Erschliessung noch weiter erhöht. Den Eingangshallen im Erdgeschoss sind Durchgangsräume zum Park hin angegliedert, in denen Kinderwagen, Roller und Spielsachen deponiert werden können. Die natürlich belichteten Waschküchen und Trockenräume befinden sich im Untergeschoss direkt neben den Treppen.

Ein Kindergarten und ein Hort sind in den beiden Gebäudeköpfen am Durchgang zum Park gelegen. Der Gemeinschaftsraum nimmt mit seiner Ecklage zur Strasse und zum Durchgang die prominenteste Stellung ein. Eine durchgehende Hecke entlang der Strasse schafft eine Grünzone, die den leicht erhöhten Erdgeschosswohnungen die notwendige Privatsphäre verschafft. Zum Park hin sind die Wohnungen halbgeschossig versetzt, sodass Spielflächen und Pflanzgärten zwischen dem Park und dem Gebäude angelegt werden können. Hecken mit Durchgängen in der Verlängerung der Hauszugänge begrenzen diese Zone zum Park hin.

Die Fassaden werden durch die umlaufenden horizontalen Betonbänder und Balkone strukturiert. Geschosshohe, dazwischen gesetzte Fenster, die mit farbigen Glaspaneelen abwechseln, bilden zusammen mit verschiebbaren Sonnen- und Sichtschutzpaneelen aus Glas ein Spiel von spiegelnden und matten, undurchlässigen, transluzenten und transparenten Farbflächen. Die Farben wurden zusammen mit dem Künstler Adrian Schiess ausgewählt. Zur Strasse hin sind die Gläser dunkelblau und violett gehalten, zum Park hingegen ändern sie ihre Farbigkeit in einem flächigen Verlauf von Blau- über Orange- zu Gelbtönen. Der Eindruck des fliessenden und sich verändernden Farbspiels wird durch die verschiedenen Positionen der Schiebeelemente verstärkt - so verändert sich die Farbkomposition schliesslich täglich, wenn nicht stündlich.

Ort Zürich

Nutzung Zwei Baukörper, 72 Mietwohnungen, 6 Einzelzimmern, Gemeinschaftsraum, Doppelkindergarten, Doppelkinderhort, Tiefgarage 75 Parkplätze

Wettbewerb 2003, 1. Preis

Planung/Ausführung 2004–2007

Bauherrschaft Stiftung Wohnungen für kinderreiche Familien, Zürich

Label Erste Wohnsiedlung der Stadt Zürich zertifiziert nach MINERGIE-ECO®

Geschossfläche 18‘437 m2

Team GG Markus Seiler (Projektleitung), Lorenzo Igual, Rolf-Werner Wirtz, Ulrike Horn

Bauleitung b+p baurealisation ag, Zürich

Landschaftsarchitektur Hager Landschaftsarchitektur AG, Zürich

Bauingenieur Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich

Elektrotechnik Elkom Partner AG, Chur

Haustechnik 3-Plan Haustechnik AG, Winterthur

Bauphysik Lemon Consult GmbH, Zürich

Farbgestaltung Adrian Schiess, Mouans-Sartoux, Frankreich

Fotos © Georg Aerni
© Hannes Henz
Filmstills: © Severin Kuhn

Wohnüberbauung Neumünsterallee

Der Baukörper bildet zur Strassenkreuzung Neumünsterallee/Signaustrasse ein winkelförmiges Volumen und schafft so im Südosten einen sonnigen Gartenraum. Die drei versetzt angeordneten Einschnitte im Volumen bilden peripher liegende Lichthöfe aus und verleihen dem Baukörper eine mäandernde Form, die Innen- und Aussenraum miteinander verklammert. Einer der Einschnitte ist zur Morgensonne und zum Gartenraum orientiert, einer zur Mittagssonne und Richtung Platanenallee, der dritte schliesslich zur Abendsonne und zu den gegenüberliegenden Villengärten. Brückenartig gespannte Terrassenplatten umfassen die Einschnitte, betonen das Hauptvolumen und ermöglichen gleichzeitig Blicke in die Tiefe des Gebäudes. Durch diese offenen «Terrassenbrücken» sind die Lichthöfe mit Abmessungen von zirka 7,50 x 8,50 Meter nicht nur von oben, sondern auch von der Seite belichtet.

Die Wohnungen sind jeweils winkelförmig um die Lichthöfe gelegt, welche dadurch auch als optische Ausweitungen der Wohnungen fungieren. In den drei Hauptgeschossen sind dem Ost- und Westhof je eine 5,5-Zimmer-Wohnung, dem Südhof zwei 4,5-Zimmer-Wohnungen, im Attikageschoss dem Osthof eine 4-Zimmer-Wohnung, dem Westhof eine 2,5-Zimmer-Wohnung und dem Südhof eine 7-Zimmer-Wohnung zugeordnet.

Die Lichthöfe erlauben es, die grosse Gebäudetiefe auszunutzen und alle Wohnräume sowie die Küchen und die grossen Bäder mit natürlichem Licht zu versorgen. Eine grosszügige Diele bildet das Zentrum jeder Wohnung. Seitlich vom Hof aus belichtet, vermittelt sie zwischen der Abfolge privater Schlafräume und dem Wohnzimmer. Ihr ist keine spezifische Nutzung zugeschrieben, sie kann als Esszimmer oder Arbeitsraum genutzt werden oder den Kindern Platz zum Spielen bieten. Das Wohnzimmer öffnet sich zur seitlichen Terrasse sowie nach aussen und steht in direktem Kontakt zur Küche, die sich ebenfalls zum Hof orientiert. Man betritt das Gebäude im abgesenkten Erdgeschoss über die Treppe oder die Rampe und gelangt durch eine grosszügige Halle, die über den mittleren Hof belichtet wird, zu den beiden Erschliessungskernen. An der Halle sind überdies direkt zugängliche Ateliers angeordnet, die als Büro- oder Hobbyräume gemietet werden können.

Betonwände und -platten bilden die Tragstruktur des Gebäudes. Holzmetallfenster, eine durchgehend 20 Zentimeter starke Wärmedämmung und ein feiner Putz auf einer hinterlüfteten Plattenverkleidung bilden die Gebäudehülle, die dem Minergie-Standard gerecht wird.

In Zusammenarbeit mit dem Künstler Adrian Schiess wurden die Oberflächen in den Höfen mittels eines silbrig schimmernden Anstrichs ‚lichtführend‘ gestaltet, während für die äusseren Fassaden ein dunklerer Grauton festgelegt wurde. Ein leuchtender, kupferfarbener Anstrich im Eingangsbereich und hochglänzende Perlmuttfarben für die Schrankfronten in den Wohnungen verfeinern und vertiefen das Spektrum changierender, «lichttragender» Farben im Inneren. Ein Wasserbassin auf dem Grund des mittleren Lichthofs reflektiert das Himmelslicht und prägt die Stimmung des Eingangsbereichs. In den übrigen Lichthöfen wurden hochgewachsene, feinblättrige Eschen gepflanzt. Die Gartengestaltung besteht aus leicht abgestuften Ebenen mit unterschiedlichen Bepflanzungen. Bodendeckende immergrüne Pflanzen und einzelne Strauchgruppen bilden zusammen mit der geschützten Gartensockelmauer und dem schmiedeisernen Zaun den traditionellen Vorgartenbereich. Im südöstlichen Gartenraum, dem Aufenthaltsort von Kindern und Erwachsenen, sind Baumgruppen in die grüne Wiesenfläche gesetzt.

Ort Zürich

Nutzung Wohnüberbauung als winkelförmiges Volumen mit Lichthöfen; 15 Mietwohnungen, 2 Ateliers, Tiefgarage

Wettbewerb 2003, 1. Preis

Planung/Ausführung 2004–2007

Bauherrschaft Personalvorsorgestiftung der SV Group, Dübendorf
Bauherrenvertreter: Daniel Nyfeler

Geschossfläche 4‘799 m2

Team GG Planung/Ausführung: Markus Lüscher (Projektleitung bis Ende 2004), Kim Sneyders (Projektleitung ab 2005), Lorenzo Igual, Markus Seiler
Wettbewerb: Markus Lüscher

Generalunternehmung Karl Steiner AG, Zürich

Landschaftsarchitektur Schweingruber Zulauf Landschaftsarchiteken, Zürich

Bauingenieur Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich

Elektrotechnik Elkom Partner AG, Chur

Haustechnik 3-Plan Haustechnik AG, Winterthur

Bauphysik Bakus Bauphysik und Akustik GmbH, Zürich

Signaletik Trix Wetter, Zürich

Farbgestaltung Adrian Schiess, Zürich und Mouans Sartoux, Frankreich

Fotos © Lucas Peters

Drei Reiheneinfamilienhäuser

Der Baukörper, der drei Wohneinheiten zusammenfasst, liegt als längliches, flaches Volumen parallel zum See, zur Strasse und zur Stützmauer mittig im Grundstück. Eine vorgesetzte zweigeschossige Balkonschicht, kombiniert mit auskragenden Wohnräumen, erstreckt sich über die ganze seeseitige Längsfassade und lädt über die Gebäudeecken hinaus aus. Sie thematisiert die Öffnung und Hinwendung der oberen beiden Geschosse zum See.

Zum Hang hin formt der Gebäudekörper zusammen mit der westlich gelegenen Stützmauer einen klar definierten Eingangsraum, welcher durch Stahltreppen entlang der farbig gestrichenen und begrünten Stützmauer erschlossen wird. Auskragende Volumina markieren und schützen die drei Hauseingänge. Dort betritt man die Wohneinheiten im mittleren Geschoss.

Das Gebäude besteht insgesamt aus zwei Vollgeschossen, einem Sockelgeschoss, das hangseitig eingegraben ist, sowie einem darunter liegenden Parkgeschoss. Um den Wohn- und Essbereichen sowie den dazugehörigen Balkonen die beste Seesicht zu gewähren, sind sie jeweils zuoberst im Gebäude angeordnet. Im mittleren Geschoss befinden sich neben den Eingangsbereichen jeweils zwei verschieden grosse Zimmer, die als Arbeits-, Gästezimmer oder Schlafzimmer genutzt werden können. Im Sockelgeschoss, ebenerdig mit dem Garten, befinden sich die weiteren Zimmer. Der Innenausbau – Küchen, Nasszellen und die Zimmereinteilung – wurden den individuellen Bedürfnissen der verschiedenen Eigentümer angepasst.

Tragende Aussen- und Wohnungstrennwände erlaubten die freie Raumunterteilungen im Inneren jeder Einheit. Die skelettartige Balkonschicht zur Weidstrasse hin ist in Beton, die drei anderen Fassaden sind mit einer fugenlosen, feinkörnig verputzten, hinterlüfteten Plattenverkleidung materialisiert. Eine metallisch schimmernde, silberne Farbe vereinheitlicht die unterschiedlichen Maueraufbauten und erreicht zusammen mit den natureloxierten Aluminiumprofilen der Fenster, den silbern reflektierenden Glasbrüstungen und den aluminiumbedampften Stoffstoren eine Gesamtwirkung des Gebäudes, die auf dem Spiel und der Reflektion des Lichtes basiert. Die rosarote Farbe der Stützmauer entlang des Zugangweges kontrastiert und ergänzt den graumetallischen Silberton des Gebäudes.

Eine mit einzelnen Bäumen durchsetzte Wiese erstreckt sich vor dem Gebäude. Sträucher entlang der Parzellengrenzen gewährleisten die Privatheit des Gartenraums. Längsformatige Betonriemen bilden alternierend mit Kiesflächen den Bodenbelag des rückwärtigen Eingangshofs und der Aussensitzplätze. Das Dach, wellenförmig mit Thymian in verschiedenen Rosatönen bepflanzt, erweitert optisch die Gärten der darüber liegenden Nachbarhäuser.

Ort Rüschlikon

Nutzung Drei Wohneinheiten mit vorgesetzter, zweigeschossiger Balkonschicht

Wettbewerb 2002, 1. Preis

Planung/Ausführung 2002–2005

Bauherrschaft Bauherrengemeinschaft

Geschossfläche 1‘200 m2

Team GG Gaby Kägi (Wettbewerb und Projektleitung)

Bauleitung Karl Steiner AG, Zürich

Landschaftsarchitektur Vogt Landschaftsarchitekten, Zürich

Bauingenieur Henauer Gugler AG, Zürich

Elektrotechnik Elkom Partner AG, Chur

Haustechnik 3-Plan Haustechnik AG, Winterthur

Farbgestaltung Adrian Schiess, Zürich und Mouans-Sartoux, Frankreich

Fotos © Heinrich Helfenstein
© Lucas Peters

Wohnhäuser Park Grünenberg

Der Park Grünenberg sollte zum wesentlichen Charakteristikum der neuen Wohnbebauung werden. Die grosszügige Gartenanlage wurde im westlichen Bereich, dem ehemaligen Landschaftsgarten, mit drei Wohnbaukörpern bebaut, während der architektonische Gartenteil im Osten sowie die denkmalgeschützte Villa (Robert Bischoff und Hermann Weideli, 1910) erhalten blieben. Die Baukörper sind so gesetzt und geformt, dass allseitig Durchblicke und Ausblicke in den Park und auf den See möglich sind. Als Vielecke ausgebildete Volumina bilden zusammen mit der Bepflanzung eine Art farbigen «Steingarten».

«Gegossener Stein», also Beton, ist das Konstruktions- und Fassadenmaterial. Die äussere Betonschale weitet sich partiell zu auskragenden, raumdefinierenden Gitterstrukturen und bildet so Balkone aus. Die Betonoberflächen sind fein sandgestrahlt und mit mineralischen Pigmenten lasierend gestrichen. Für jedes Haus wurde vom Künstler Pierre André Ferrand ein anderer Farbton gewählt, wobei in allen Farbtönen die Farbe Grün aufscheint – im Dunkelgrau, im Ocker und im Gelb. Die Erscheinung der Pigmente selbst ist hochmatt, ähnlich einer Puderschicht aus farbigem Staub. Grossflächige Fenster spiegeln nach aussen, während sie von innen den Blick auf die umgebenden Bäume und den See freigeben.

Mit der wohlüberlegten Anordnung der verschiedenen Wohnungen in den Baukörpern werden alle Vorteile der unterschiedlichen Orientierungen und Lagen ausgeschöpft. Beim südlich gelegenen, kleinsten Haus (A) teilen sich zwei Wohnungen pro Geschoss jeweils die Vorteile von etwas mehr Seesicht und sommerlicher Abendsonne beziehungsweise von etwas mehr Südlicht. Bei den östlich und nördlich gelegenen grösseren Häusern (B und C) wird mittels einer Vielzahl unterschiedlicher Wohnungstypen erreicht, dass jede der Wohnungen sowohl optimal belichtet ist, als auch Sicht auf den See erhält. Acht unterschiedliche Wohnungen umfassen dreiseitig orientierte Geschosswohnungstypen, zweiseitig orientierte Typen mit «durchgestecktem» Wohnzimmer und Maisonnette-Wohnungen.

In Analogie zum ehemaligen Landschaftsgarten sind die Grünflächen zwischen den Bauten mit einzelnen lichten Bäumen und Baumgruppen durchsetzt. Blühende und immergrüne Büsche und Stauden schmücken und gliedern den Grünraum und grenzen die öffentlichen Gartenflächen von den privaten ab. Die Wegverbindungen sind als helle, grosszügige Betonflächen angelegt, die sich verbreitern und verjüngen, in ihrer Wirkung vielleicht vergleichbar mit grossen, ebenen Felsplatten in der Landschaft.

Ort Wädenswil

Nutzung 3 Wohnhäuser mit 30 Eigentumswohnungen, 10 unterschiedliche Wohnungstypen, Tiefgarage 78 Stellplätze

Wettbewerb 2002, 1. Preis

Planung/Ausführung 2004–2007

Bauherrschaft Grünenberg Baugesellschaft
c/o Beat Odinga AG, Uster

Geschossfläche 9‘600 m2

Team GG Planung/Ausführung: Barbara Schlauri (Projektleitung), Caspar Bresch, Marjana Sigrist, Juan Gonzalez
Wettbewerb: Volker Mencke

Bauleitung Karl Steiner AG, Zürich

Landschaftsarchitektur Hager Landschaftsarchitektur AG, Zürich

Bauingenieur Basler & Hofmann AG, Zürich

Elektrotechnik Innovative Elektrotechnik, Gossau Zürich

Haustechnik Schoch Reibenschuh AG, Nänikon

Akustik IPA Energieberatung, Volketswil

Farbgestaltung Pierre André Ferrand, Genf/Krakau

Fotos © Lucas Peters

Auszeichnungen Auszeichnung «Gute Bauten» der Stadt Wädenswil, 2008

Anbau/Renovation einer historischen Villa, Kastanienbaum

Die spätklassizistische Villa im Stil eines italienischen Landhauses wurde 1860 als Sommerhaus in einem grossen Park oberhalb des Vierwaldstättersees erbaut. Der Bau wird dem Architekten Xaver Waller zugeschrieben. 1927 wurde die Villa im Inneren tiefgreifend umgestaltet und um einen Anbau für die Küche ergänzt.

Für den heutigen Besitzer der Villa wurde ein Projekt erarbeitet, das unterschiedliche Eingriffstiefen vorsah. Die Spannbreite des Umbaus reichte von der Reinigung, der Abtragung von Tapeten, der Instandsetzung und Wiederherstellung über punktuelle, explizit dialektische Eingriffe bis hin zum Ersatz des angebauten Küchenflügels durch einen Neubau. Auf eine Rekonstruktion der ursprünglichen räumlichen und statischen Gegebenheiten vor dem ersten Umbau wurde jedoch verzichtet.

Zur ersten Kategorie zählen unter anderem die Ausbesserungen der Sandsteingewände, das Schleifen und Ölen der vorgefundenen Parkettböden sowie die teilweise Verwandlung von einfach verglasten Holzfenstern zu Doppelverglasungsfenstern unter Verwendung der bestehenden Gläser und Fensterflügelrahmen. Besondere Erwähnung verdient das kleine Turmzimmer: Die von Tapeten befreiten Wände zeigten eine so beeindruckende Patina und überdies Bleistiftzeichnungen von früheren Handwerkern, dass dieser rohe Zustand sichtbar belassen wurde.

Unter den punktuellen Eingriffen sind der Einbau eines Cheminées aus Messing im grossen Salon zu nennen sowie des zentralen Küchenkorpus aus Chromstahl im kleinen Salon. Auch die Renovation der Bäder, deren Lage beibehalten wurde, gehört in diese mittlere Kategorie. Sie wurden mit neuen Apparaten, Bodenbelägen aus Eichenholz sowie Wandbelägen aus geätzten Spiegelflächen ausgestattet. Die freistehende Badewanne wurde eigens für das grosse Badezimmer angefertigt.

Den radikalsten Eingriff bildete der Abbruch des ehemaligen Küchenanbaus aufgrund seines schlechten baulichen Zustands. An seiner Stelle wurde eine Garage mit angrenzendem Werkatelier errichtet, deren Dach als Terrasse dient und sowohl von der Villa als auch vom Garten her zugänglich ist. Spaliergitter verkleiden den eingeschossigen Baukörper aus Beton und überspannen den darüberliegenden Terrassenraum. Durch diese Art «Überhöhung» erhält der Anbau im Verhältnis zur Villa eine angemessene Grösse und Proportion. Die typischen Architekturelemente der Villengärten des 19. Jahrhunderts, die Gartenlaube und die Remise, werden hier gewissermassen «verschränkt» und der Villa angegliedert. Zwischen die Grüntöne der Sandsteinarbeiten der Villa und die des Parks «flechten» sich die Olivtöne des Gitters und des eingefärbten Betons und verbinden Haus und Garten auch auf der Ebene der Farben.

Ort Kastanienbaum

Nutzung privates Wohnhaus; Renovation bestehende Villa: Salon mit Cheminée, Sekretariat mit Möblierung, Zimmer, Kücheneinbau, Badeinbauten
Anbau: Garage mit Werkstatt/Atelier, Dach als Terrassenraum/Gartenlaube

Beauftragung 2002

Planung/Ausführung 2002–2004

Bauherrschaft privat

Team GG Barbara Schlauri (Projektleitung)

Bauleitung Ruoss Witzig Architekten, Zürich

Bauingenieur Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich

Elektrotechnik Bühlmann Engineering AG, Luzern

Haustechnik 3-Plan Haustechnik AG, Winterthur

Fotos © Lucas Peters

Auszeichnungen Schweizer Denkmalpreis der Konferenz der Schweizer Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger, 2009

Wohn- und Geschäftshaus

Beim niederländischen Almere handelt es sich nicht um eine gewachsene, sondern um eine synthetische, auf dem Reissbrett geplante Stadt, deren Grund nach dem Krieg als Polderland dem Ijsselmeer abgewonnen wurde. Der Masterplan für das erweiterte Zentrum dieser Stadt wurde vom Architekturbüro OMA erarbeitet. Auffälliges Charakteristikum des neuen Zentrumsbereichs ist eine künstlich überhöhte, gebogene Grundplatte («Gebogen Maaiveld»), welche das bestehende Ladenzentrum über eine neue Fussgängerebene mit dem Weerwater-See verbindet. Unterhalb dieser Platte ist Raum für die bestehende Ost-West-Verbindung des Privatverkehrs sowie für Anlieferung, Parken und Busverkehr. Das neue Wohn- und Geschäftshaus ist am Scheitelpunkt der gekrümmten Ebene gelegen, an jener Stelle, an der auch die Einfahrten zur ‚Unterwelt‘ liegen.

Der Masterplan sah für den Wohn- und Geschäftsbau ein hohes, aber übertiefes Gebäudevolumen mit einer Grundfläche von 27 x 55 Meter vor. Mit einem trapezförmigen Grundriss, der zudem beidseitig nach innen geknickt ist, konnte innerhalb des vorgegebenen Perimeters ein Maximum an belichteten Wohnräumen geschaffen werden. Der Baukörper entwickelt sich nicht senkrecht in die Höhe, sondern neigt sich Richtung Süden und Osten und weitet sich mit zunehmender Höhe aus.

Im Erd- und ersten Obergeschoss sind Ladenflächen für die Warenhauskette Hema vorgesehen. Im zweiten Obergeschoss liegen die dazugehörigen Lagerflächen. Die beiden Untergeschosse dienen als Parkflächen. Ursprünglich als Eigentumswohnungen konzipiert, werden die insgesamt 72 Wohnungen auf acht Geschossen nun vermietet. Infolge der Ausweitung des Bauvolumens nach oben können in den höher gelegenen, begehrteren Geschossen grössere südorientierte Wohnungen angeboten werden. Die Grundrissformen wurden dabei weitgehend durch die in den Niederlanden gebräuchliche Tunnelschalungstechnik bestimmt.

Die Gebäudeform wird in den Wohngeschossen durch die gläsernen Balkonbrüstungen nachgezeichnet, während die Fensterfronten der Wohnungen jeweils ‚geknickt‘ sind und dabei dreieckige Balkonflächen ausbilden. Dadurch entsteht gleichzeitig eine Abgrenzung zu den Nachbarbalkonen. Die gezackte Form der Geschossflächen wiederholt gewissermassen im Kleinen das Prinzip der Oberflächen- und Lichtmaximierung, dem die Form des grossen Gebäudevolumens folgt.

Die Fassadenhülle besteht vollständig aus Glas: farbig emaillierte Gläser werden als Verkleidung des Sockels verwendet, während die Balkonbrüstungen der Wohnungen aus Sicherheitsgläsern bestehen, die mit Farbfolien laminiert sind. Die Fronten der Wohnräume sind für einen maximalen Lichteinfall geschosshoch verglast. Zusammen mit dem Künstler Adrian Schiess wurde ein Farbkonzept für die gesamte Gebäudehülle entwickelt: sie ist orange über Eck nach Süden und Osten, hellgrün Richtung Fussgängerzone, hellblau nach Norden, sowie stark silbrig reflektierend jeweils hälftig auf den nach innen geknickten Längsfassaden nach Norden und Süden. Die nach innen und nach aussen geneigten Glasflächen reflektieren den Himmel und die Umgebung, die nach innen geknickten, spiegelnden Flächen zusätzlich das Gebäude selbst und die nahen Aussenräume. Der Ort wird dadurch unmittelbar Bestandteil der visuellen Wahrnehmung des Gebäudes.

Ort Almere, Niederlande

Nutzung achtgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus: 72 Mietwohnungen (70–145 m2), Erdgeschoss und 1. Obergeschoss: 2700 m2 Ladenfläche, Restaurant, Büro, Lagerräume; Tiefgarage

Wettbewerb 2002

Planung/Ausführung 2002–2007

Bauherrschaft Blauwhoed Eurowoningen, Rotterdam, Niederlande

Geschossfläche 14‘700 m2

Team GG Ausführung: Pieter Rabijns
Ausschreibung: Volker Mencke
Vor-/Bauprojekt: Christof Bhend

Kontaktarchitekten B + M, Den Haag, Niederlande

Bauleitung Blauwhoed Eurowoningen, Rotterdam, Niederlande

Generalunternehmung J.P. van Eesteren bv, Barendrecht, Niederlande

Bauingenieur ABT bv, Arnheim, Niederlande

Haustechnik Huygen Elwako bv, Rotterdam, Niederlande

Bauphysik Huygen Elwako bv, Rotterdam, Niederlande

Farbgestaltung Adrian Schiess, Zürich und Mouans-Sartoux, Frankreich

Fotos © Jeroen Musch

Einfamilienhaus in Zürich

Einem trapezförmigen Grundstück mit starker Hangneigung ist ein sechseckiges Volumen mit einer nach Süden orientierten Hauptfassade einbeschrieben. Durch die Beanspruchung der maximal möglichen Bauhöhe an allen sechs Gebäudeecken ergibt sich ein schräg geschnittenes Volumen und damit ein geneigtes Dach. Man betritt das Haus von Norden her unter einer Auskragung, die einen gedeckten Aussenraum formt. Der Eingangsraum wird durch «raumhaltige Mauern» mit integrierter Garderobe, Schränken und Toilette zoniert, sodass die angrenzenden Arbeits- und Schlafräume sowie Badezimmer mittels Schiebewänden abgetrennt oder zu einem umlaufenden Raumkontinuum verbunden werden können. Im Sockelgeschoss befinden sich die Kinderzimmer. Sie sind über einen zentralen Raum erschlossen, der in ein Gartenzimmer übergeht, das als Gäste-, Spiel- oder Arbeitszimmer genutzt werden kann. Im Obergeschoss unter dem geneigten Dach befindet sich der Hauptraum mit einer aussergewöhnlichen Höhenentwicklung von 2,40 bis 5,20 Meter. Auch dieser Raum ist durch eine raumhaltige Mittelwand gegliedert, sodass in den unterschiedlich hohen und weiten Zonen gewohnt, gekocht, gespielt und gearbeitet werden kann.

Im Erdgeschoss verstärken dunkelgrüne und hellorange Farbflächen die Lichtstimmungen der jeweiligen Räume. Im Obergeschoss soll die Hauptwand periodisch mit einem neuen Farbkonzept bespielt werden. Das Zusammenspiel von Farbe und Raum kann so in einer fortlaufenden Laborsituation im Alltag erfahren und beobachtet werden. Die erste Bespielung war ein leuchtendes Gelbgrün mit «lichtempfindlicher» Farbreflexion und Wirkung, die zweite ein leuchtendes Himbeerrot, und die derzeitige ist ein mit irisierenden Pigmenten gespritzter, hochglänzender Farbverlauf.

Tragende Sichtbetonwände und ein Betondach bilden die äussere Gebäudehülle. Die grossflächigen Fenster lassen sich öffnen, indem sie in «Taschen» verschoben werden, die zwischen den Betonaussenwänden und den vorgemauerten Innenwänden ausgebildet sind. Auf der Nordseite sind die Fenster mit breiten Rahmen bündig in die Fassade gesetzt.

Der Beton der Dachfläche und der Aussenwände ist dunkelgrau und moosgelbgrün eingefärbt, wobei die Übergänge zwischen den beiden Farben in den Flächen und nicht in den Ecken angeordnet sind.

Die dichte Bepflanzung der Parzellengrenze formt eine grüne Lichtung mit blühenden Sträuchern und Beerenstauden, in deren Mitte sich das grün-graue Gebäudevolumen erhebt.

Ort Zürich

Nutzung Einfamilienhaus

Beauftragung 2001

Planung/Ausführung 2001–2003

Bauherrschaft privat

Team GG Markus Seiler (Projektleitung), Pieter Rabijns

Bauleitung Annette Gigon / Mike Guyer Architekten, Zürich
Mitarbeit: Markus Seiler

Landschaftsarchitektur Zulauf Seippel Schweingruber, Landschaftsarchitekten, Baden

Bauingenieur Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich

Haustechnik 3-Plan Haustechnik AG, Winterthur

Farbgestaltung Adrian Schiess, Zürich und Mouans-Sartoux, Frankreich

Fotos © Maurice Haas
© Lucas Peters
Filmstills: © Severin Kuhn

Wohnüberbauung und Umbauten Pflegi-Areal

Auf dem Areal des ehemaligen Spitals Pflegerinnenschule formt die neue Wohnüberbauung, zusammen mit den Bestandesbauten der Gebrüder Pfister von 1934 eine grossmassstäbliche Anlage mit weiten Hofräumen und Garten. Die gestufte Höhenentwicklung der beiden langezogenen Neubauten vermittelt zwischen den freistehenden, kleinmasstäblichen Wohnhäusern des Quartiers.

Die 2,5 bis 6,5 Zimmer-Wohnungen sind mehrheitlich Etagenwohnungen. Eine mittige Anordnung der Nebenräume und Nasszellen ermöglicht einen Rundlauf und beheizbare «Jahreszeitenzimmer» lassen sich bei schönem Wetter zu offenen Loggien wandeln.

Ortbeton wurde für die Baukonstruktion, die Fassaden wie auch die Bodenbeläge im Inneren verwendet. In Zusammenarbeit mit dem Künstler Adrian Schiess wurden matte, mineralische Farbeanstriche für drei Längsfassaden vorgesehen und damit insbesondere die Stimmung der Freiräume geprägt. Im Carmenhof stehen sich ein Gelbgrün und Weiss gegenüber und ein starkes Blau bildet die «Hintergrundsfarbe» für den Baumbestand im Garten.

Ort Zürich

Nutzung Neubauten mit 48 Wohnungen, 11 Ateliers, 1 Arztpraxis; Tiefgarage 112 Stellplätze; Umbau Bestand (ehemaliges Spital) zu Büroräumen

Wettbewerb 1999, 1. Preis

Planung/Ausführung 1999–2002

Bauherrschaft Stiftung Diakoniewerk Neumünster
Schweizerische Pflegerinnenschule, Zürich

Geschossfläche 15’199 m2

Team GG Planung/Ausführung: Neubauten: Christian Maggioni (Projektleitung), Gaby Kägi, Philippe Vaucher, Ivo Lenherr, Arnault Biou
Altbauten: Christian Maggioni (Projektleitung), Peter Steiner (Bauleitung), Andrea Fiechter, Eva Geering
Wettbewerb: Gaby Kägi, Pascal Müller

Bauleitung Neubauten: Ruoss Witzig Architekten, Zürich
Altbauten: Annette Gigon / Mike Guyer Architekten Zürich
Mitarbeit: Peter Steiner

Landschaftsarchitektur Zulauf Seippel Schweingruber, Baden

Bauingenieur Basler & Hofmann AG, Zürich

Haustechnik Basler & Hofmann AG, Zürich

Bauphysik Basler & Hofmann AG, Zürich

Farbgestaltung Adrian Schiess, Zürich und Mouans-Sartoux, Frankreich

Fotos © Seraina Wirz
© Heinrich Helfenstein
Historische Luftaufnahme: © Baugeschichtliches Archiv, Wolf-Bender

Auszeichnungen Auszeichnung für gute Bauten der Stadt Zürich, 2005

 

Wohnüberbauung Broëlberg II

Die Wohnüberbauung liegt im östlichen Teil des Broëlbergparks in einer Geländevertiefung zwischen dem alten Herrschaftshaus und einer Villa aus den 1950er-Jahren. Das winkelförmige Volumen reagiert mit unterschiedlichen Gebäudetiefen und Höhenstaffelungen differenziert auf die verschiedenen Gegebenheiten des Ortes – auf die Topografie, die umgebenden, mächtigen Baumgruppen und den Ausblick auf den See.

Die unterschiedlichen Qualitäten des Ortes spiegeln sich im Inneren in einer Vielfalt von Wohnungstypen. Die Kerne für die Erschliessungen, die Küchen und die Bäder sind durch die Statik und Installationen vorbestimmte, raumbildende Elemente. Sie strukturieren die Wohnflächen, die zusätzlich durch Leichtbauwände weiter unterteilt werden können und dadurch verschiedene Wohnvorstellungen ermöglichen – von der traditionellen Raumteilung bis zum offenen Grundriss, der lediglich durch Kerne und Schiebewände zoniert wird.

Die verglasten Loggien werden durch ihre enge Verbindung zu Küche und Wohnzimmer zu ‚zentralen‘ Räumen in den Wohnungen. Sie sind im Erdgeschoss mit Aussensitzplätzen und im Attikageschoss mit grossen Terrassen verbunden. Durch Verschiebungen im Grundriss sind alle Wohnungen mehrseitig orientiert. Die lichte Raumhöhe von 2,70 Meter, die grossen horizontalen Öffnungen mit Schiebefenstern und der durchgehende, dunkle und massive Parkettboden verleihen den Wohnungen Grosszügigkeit und Weite.

Der fugenlos gegossene, glatt geschalte Sichtbeton stärkt die volumetrische Präsenz des Gebäudes. Das Orangerot des mit Eisenoxyd eingefärbten Betons wirkt im Sommer komplementär zum satten Grün der Umgebung, während es im Winter mit dem Dunkelbraun der nackten Bäume harmoniert. Die Farbgebung wurde in enger Zusammenarbeit mit Harald F. Müller entwickelt. Die Fenster mit den dunkelbraun eloxierten Aluminiumrahmen tragen dazu bei, dass sich die Fassaden als Gitterstruktur oder als perforierte Wand lesen lassen.

Man betritt das Gebäude über eine langgezogene, sich verjüngende Eingangshalle und erreicht von dort aus die beiden Treppenaufgänge mit zugehörigen Liften. Die Aussenwand ist hier auch gegen den Innenraum  eingefärbt und wird durch die aussen bündig gesetzten Fenster mit den inneren, in glänzendem Orangerot gestrichenen Metallzargen zusätzlich akzentuiert. Das Grün des Parks sowie das Orange der äusseren Wand rufen auf der gegenüberliegenden, glänzend lackierten Betonwand einen farbigen Widerschein hervor. Die Erschliessungshalle und die Treppenhäuser mit ihren Oberflächenverfeinerungen vermitteln zwischen dem farbigen Beton des Baukörpers und den weiss verputzten Räumen der Wohnungen. Abwechselnd in Wand und Decke eingelassene Leuchten ergänzen die Wirkung von Raum, Material, Farbe und Licht.

Ort Kilchberg

Nutzung 13 Wohnungen unterschiedlicher Wohnungstypen, Tiefgarage 28 Stellplätze

Beauftragung 1999

Planung/Ausführung 1999–2001

Bauherrschaft Dr. Otto P. Haab, Küsnacht
Baukonsortium im Broëlberg c/o HALIMA, Kilchberg

Geschossfläche 3‘925 m2

Team GG Architektur/Bauleitung:
Pascal Müller, Carmelo Hochstrasser, Esther Righetti

Bauleitung Annette Gigon / Mike Guyer Architekten, Zürich

Landschaftsarchitektur Zulauf Seippel Schweingruber, Landschaftsarchitekten, Baden

Bauingenieur Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich

Elektrotechnik Elkom Partner AG, Chur

Haustechnik 3-Plan Haustechnik AG, Winterthur

Bauphysik Wichser + Partner AG, Dübendorf

Farbgestaltung Harald F. Müller, Öhningen, Deutschland

Fotos © Harald F. Müller
© Heinrich Helfenstein